Eddie "Koiki" Mabo (* 29. Juni 1936 auf Murray Island, Australien; † 21. Januar 1992 in Brisbane) war ein Torres-Strait-Insulaner, dessen Kampf über das angestammte Recht der Ureinwohner Australiens einen wesentlichen Sieg über die Rechtsauffassung der europäischen Einwanderer erzielte.
Das Ziel seines Kampfes, nämlich die Rückgabe des Landes an ihre ursprünglichen Besitzer, unterschied sich nicht von dem des Landright Movement der Aborigines, doch durch den Weg es zu erreichen. Am Ende des von ihm initiierten Prozesses stehen die sogenannten „Mabo-Gesetze“ und die Erkenntnis, dass Australien offiziell bereits als besiedelt gilt, als die ersten Europäer sich niederließen. Das erstaunliche an diesem Prozess war oder ist, dass ihn jemand erreicht hatte, der erst als Erwachsener Lesen und Schreiben lernte, kein Anwalt war, dafür aber dessen Leben durch das Gespür von Gerechtigkeit geprägt war. Für die Ureinwohner Australiens ist er ein Kämpfer mit dem Stellenwert, wie ihn Nelson Mandela für die Südafrikaner hat.
Mabo wuchs auf den Murray-Inseln auf, verbrachte aber einen großen Teil seiner Zeit auf dem australischen Festland und betätigte sich dort als Aktivist und Lehrer. Als er seinen kranken Vater auf der Murray-Inseln besuchen wollte, wurde ihm dies verboten, weil er seit seiner Jugend von der Insel verbannt wurde. In diesem Zusammenhang muss man den Einfluss betrachten, welchen die Regierung von Queensland auf das alltägliche Leben der Ureinwohner nahm.
Mabo erklärte, dass Aborigines und Torres Strait-Insulaner unterschiedlich seien. Aborigines seien Jäger und Sammler, die kommunal über weite Gebiete lebten. Die Insulaner hingegen ernährten sich durch Gemüse und lebten in kleinen Dörfern. Sie hatten keine kommunalen, sondern individuelle Landinteressen.
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Im Jahr 1982 reichten Mabo und andere indigene Aktivisten eine Forderung über die Murray-Inseln ein, die sowohl Wasser und Land betraf.
Als Gegenreaktion verabschiedete die Regierung von Queensland 1985 den Queensland Coastal Islands Declaratory Act, wonach sämtliche traditionellen Landrechte der Insulaner verloren gegangen seien, als die Torres-Strait-Inseln ein Teil der Kolonie Queensland wurden.
Mabo bekämpfte das neue Gesetz mit Erfolg. Es wurde vor Gericht wegen seines rassistischen Inhalts nicht akzeptiert.
Der Fall Mabo - die Forderung der Murray-Inseln– wurde 1991 wieder aufgegriffen. Obwohl Eddie Mabo selbst nicht mehr daran beteiligt war, er starb 1992 an Krebs, trug der Gerichtsfall noch immer seinen Namen. Seit 2001 sind die Manuskripte in die Liste des Weltdokumentenerbe aufgenommen.
Nach einem zehnjährigen Prozess fällte der High Court of Australia 1992 den Entscheid im Fall Mabo v. Queensland, No. 2.
Dem Urteil zufolge können die Aborigines Rechte auf öffentliches Land wie Nationalparks haben oder auf Land, auf dem Abbau betrieben worden war. Nach wie vor keine Landrechte haben sie auf Gebiete, auf denen öffentliche Konstruktionen, wie Straßen oder Postbüros, errichtet sind.
Dieses Recht nennt sich native title. Es beinhaltet Kollektiv- oder Individualrechte an Land, die den Aborigines das eigene Rechtssystem mitsamt seinen traditionellen Sitten und Gebräuchen überträgt.
Die Aborigines erhalten ihre native title nicht einfach. Sie müssen erstens beweisen, dass ihnen die Regierung niemals das Land weggenommen oder ihre Ansprüche auf irgendeine Weise ungültig erklärt hat. Nach britischem Recht erloschen die Landrechte der Aborigines, sobald die Regierung mit dem Land gehandelt hat, es an Personen verkauft oder verpachtet hat. Die englische Krone hatte stets das Recht, das traditionelle Recht der Aborigines auf Land für ungültig zu erklären und es sich ohne Kompensation anzueignen. Zweitens mussten die indigenen Antragsteller beweisen, dass sie nach ihrem traditionellen Recht mit dem Land verbunden sind.
Die Inhaber der native title werden durch das Recht der Aborigines bestimmt. Rechtsinhaber können nur Angehörige der landbesitzenden Einheit (Clan/Stamm) oder durch das indigene Erbrecht ausgewiesene Nachkommen sein.
Die Rechte an native title wurden im Native Title Act of 1993 festgehalten. Sie können Jagd-, Sammel- oder Fischrechte beinhalten.
Das Urteil lässt sich in folgende Punkte zusammenfassen:
Schadenersatz für erloschene Landrechte der Ureinwohner lehnte das Gesetz hingegen ab.
Bei Verpachtungen an Viehfarmer wurden im Mabo-Urteil zwei Kategorien unterschieden. In die erste gehören Verpachtungen, die vor 1975 ausgestellt worden waren, in die zweite, jene nach dem Inkrafttreten des Racial Discrimination Act im Jahr 1975. Erstere waren nach wie vor gültig, letztere hingegen verloren ihre Gültigkeit, da sie gegen den Racial Discrimination Act verstießen.
Das Urteil hatte auf die verschiedenen Bundesstaaten unterschiedliche Auswirkungen. Es wurden etliche Gesetze auf Staatesebene, aber auch auf Bundesebene, erlassen. Am 1. Januar 1994 trat der Native Title Act of 1993 in Kraft. Er soll sicherstellen, dass den Aborigines und den Torres-Strait-Insulanern die Anerkennung und der Status zuteil werden, die ihnen aufgrund ihrer Geschichte, Rechte und Kultur gebühren.
Im Northern Territory können nun Landforderungen aufgrund traditionellen Besitzes geltend gemacht werden. In Queensland und New South Wales können die Forderungen aufgrund historischer Beziehungen oder Bedürfnissen erhoben werden.
Das Urteil löste, wie es zu erwarten war, eine Welle unterschiedlichster Reaktionen aus. Sie reichten von schockierter Ablehnung bis hin zu erleichterter Begeisterung. Das Volk der Meriam wertet das „Mabo-Urteil“ als riesigen Erfolg. Es begann sogar, seine Geschichte in Abschnitte vor und nach Mabo einzuteilen. Bergwerks- und Minengesellschaften hingegen befürchteten finanzielle Einbußen.
Im Dezember 1992 entschuldigte sich damalige Premierminister Paul Keating bei den Aborigines: Es sei ihnen von Seiten der Weißen Unrecht getan worden. Zusätzlich entschuldigte sich am 13. Februar 2008 Premierminister Kevin Rudd im Namen der australischen Regierung in einer Rede vor dem australischen Parlament für das während zwei Jahrhunderten angetane Unrecht.[1]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mabo, Eddie |
| KURZBESCHREIBUNG | Torres-Strait-Insulaner |
| GEBURTSDATUM | 29. Juni 1936 |
| GEBURTSORT | Murray-Insel |
| STERBEDATUM | 21. Januar 1992 |
| STERBEORT | Brisbane |
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."