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Eberhard Zangger (* 1958 in Kamen) ist ein deutscher Geoarchäologe und Unternehmensberater. Er wurde international bekannt durch seine umstrittene These einer Identität von Troja und Atlantis.
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Nach der Realschule begann Zangger 1974 am Senckenberg-Museum in Frankfurt am Main eine Ausbildung zum technischen Assistenten. 1976 ließ er sich in Bochum zum geologischen Präparator ausbilden. In Bochum absolvierte er das Begabtenabitur, während er tagsüber im Deutschen Bergbaumuseum arbeitete. Er studierte anschließend Geologie und Archäologie an der Universität Kiel und erwarb danach an der Stanford University den Grad eines PhD. Anschließend war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Cambridge. 1991 gründete Zangger schließlich sein Beraterbüro Geoarcheology International in Zürich, das sich jährlich an sechs archäologischen Geländeprojekten im östlichen Mittelmeerraum beteiligte.
Internationale Bekanntheit erlangte Zangger 1992 mit seiner Interpretation von Platons Atlantis als Troja: Platon habe eine ägyptische Variante der Erzählung von Trojas Ende zu seinem Atlantis-Mythos verarbeitet und selbst erst spät erkannt, dass beide Geschichten von derselben Stadt berichtet hätten. 1994 folgte ein weiteres Buch, in dem Zangger die Sage vom Trojanischen Krieg als Erinnerung an einen „Weltkrieg“ interpretierte, in dessen Verlauf die Staatenwelt des östlichen Mittelmeerraumes um 1200 v. Chr. zusammengebrochen sei. Beide Theorien wurden von der Mehrheit der Fachwissenschaftler zwar abgelehnt, da Zangger nach ihrer Ansicht schwere methodische Fehler unterlaufen waren; dennoch waren die Thesen nicht ohne Wirkung: Die Diskussion kann als eine Art Vorspiel zu der Troja-Debatte gewertet werden, die 2001/02 die deutsche Altertumswissenschaft bewegen sollte. So griff insbesondere der Archäologe Manfred Korfmann direkt und indirekt einige von Zanggers Thesen auf, die er anfangs wie die meisten Gelehrten abgelehnt hatte, so vor allem die, dass das bronzezeitliche Troja eine Handelsmetropole gewesen sei und sich über eine weitaus größere Fläche ausdehnte als zuvor angenommen.
1998 bereitete Zangger in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Braunschweig ein hubschraubergestütztes Erkundungsprojekt in der Ebene der Troas, um mit Hilfe geomagnetischer Erfassung alte Siedlungs- und Hafenstrukuren von Troia zu finden. Das türkische Kultusministerium erteilte dafür aber keine Genehmigung.[1]
1999 wurde Zangger als Unternehmensberater für Öffentlichkeitsarbeit in der Stöhlker AG in Zollikon bei Zürich tätig. 2002 machte er sich selbständig und gründete seine Unternehmensberatungsfirma zangger.org - science communications.
Der deutsche Schriftsteller Gisbert Haefs hat in seinem Roman Troja Zangger 1997 in der Figur des „Tsanghar“ ein kleines literarisches Denkmal gesetzt. Haefs hat für seinen Roman die Troja-Atlantis-These von Zangger verarbeitet.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Zangger, Eberhard |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Geoarchäologe |
| GEBURTSDATUM | 1958 |
| GEBURTSORT | Kamen |