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Eberhard Wildermuth

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Eberhard Wildermuth (rechts außen stehend) in Trent Park, November 1944

Hermann-Eberhard Wildermuth (* 23. Oktober 1890 in Stuttgart; † 9. März 1952 in Tübingen) war ein deutscher Politiker (FDP/DVP). Von 1949 bis zu seinem Tode war er Bundesminister für Wohnungsbau.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Ausbildung und Beruf

Nach dem Abitur 1908 absolvierte er von 1909 bis 1914 ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Tübingen, Leipzig und Berlin. In Tübingen war er Mitglied der den süddeutschen Liberalismus prägenden Tübinger Studentenverbindung „Akademische Gesellschaft Stuttgardia“. Hier traf er spätere politische Weggefährten wie Reinhold Maier, Karl Georg Pfleiderer, Konrad Wittwer, Wolfgang Haußmann und Guntram Palm. 1921 schließlich bestand er die Große juristische Staatsprüfung. Er war dann bei der Stadt Stuttgart, bei der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung in Berlin und schließlich im Reichsministerium für Arbeit als Oberregierungsrat tätig. Seit 1928 war er Direktor der Deutschen Bau- und Bodenbank und zusätzlich seit 1930 Vorstandsmitglied, später Präsident, der Deutschen Gesellschaft für öffentliche Arbeiten.

[Bearbeiten] Militärzeiten

Wildermuth diente 1908/09 als Einjährig-Freiwilliger im 1. Württembergischen Grenadierregiment. Er nahm als Offizier mit dem 1. Württembergischen Grenadierregiment von 1914 bis 1918 am Ersten Weltkrieg teil. Er wurde an West- und Ostfront sowie in Italien eingesetzt. Von 1919 bis 1921 war er Befehlshaber eines Studentenbataillons und von Sicherheitskompanien in Tübingen zur Niederschlagung republikfeindlicher Aufstände. Er wurde bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieg als Major der Reserve eingezogen. Wildermuth war beim Frankreichfeldzug Kommandeur des II. Bataillion des Infanterie-Regiment 272. 1941/42 war er als Kommandeur des Infanterie-Regiment 737 in Serbien. In Serbien wurde er am 1. Dezember 1941 zum Oberstleutnant befördert. Ab dem 1. Mai 1942 Kommandeur des Infanterie-Regiment 371 bei der Heeresgruppe Mitte an der Ostfront. Am 1. Dezember 1942 Beförderung zum Oberst der Reserve. Als Kommandeur des Infanterie-Regiment 578 ab dem 15. Mai 1943 im Einsatz in Italien. Seit dem 12. August 1944 Festungskommandant von Le Havre in Frankreich. Am 12. September 1944 geriet er in alliierter Kriegsgefangenschaft. Ab dem 5. November 1944 befand er sich im Offizierslager Trent Park in England. Der britische Geheimdienst schätzte Wildermuth in Trent Park als einen überzeugten Patrioten und tapferen Offizier ein der dem NS-Regime vehement entgegentrete. Er sei bestrebt junge Nationalsozialisten umzuerziehen. In einem abgehörten Gespräch in Trent Park sagte er, dass er sich im Mai 1944 Carl Friedrich Goerdeler vom Widerstand gegenüber bereit erklärt haben an einem Putsch gegen Hitler mitzuwirken.

[Bearbeiten] Partei

1918 war er Mitglied eines Soldatenrates und trat dann 1919 in die linksliberale DDP ein.

Nach dem Krieg schloss er sich der DVP an. Von 1947 bis 1949 war er Mitglied des FDP/DVP-Landesvorstandes. Bereits 1948 war er in den FDP-Bundesvorstand gewählt worden. Dabei erhielt er neben Carl-Hubert Schwennicke aus Berlin als einziger Kandidat alle 89 Delegiertenstimmen. Von Januar 1952 bis zu seinem Tode war er stellvertretender Bundesvorsitzender.

[Bearbeiten] Abgeordneter

Von 1947 bis 1950 war er Mitglied des Landtages von Württemberg-Hohenzollern und von 1949 bis zu seinem Tode auch Mitglied des Deutschen Bundestages.

[Bearbeiten] Öffentliche Ämter

1946 wurde er zum Staatssekretär für Wirtschaft in der provisorischen Regierung von Württemberg-Hohenzollern ernannt. Vom 22. Juli 1947 bis zum 20. September 1949 war er dann Staatsminister für Wirtschaft des Landes Württemberg-Hohenzollern.

Nach der Bundestagswahl 1949 wurde er am 20. September 1949 als Bundesminister für Wiederaufbau (ab 1950: Bundesminister für Wohnungsbau) in die von Bundeskanzler Konrad Adenauer geführte Bundesregierung berufen. Er gehört zu den wenigen Bundesministern, die im Amte verstorben sind.

Wildermuth war sich der Schwierigkeit seines Wirkens stets bewusst: Das Wirtschaftswunder hatte noch nicht begonnen, aber im zerstörten Westdeutschland fehlten mehrere Millionen Wohnungen für Ausgebombte, Flüchtlinge und Heimatvertriebene. Er entwarf daher das „Erste Wohnungsbaugesetz“, durch dessen Wirkung bereits im Jahr des Inkrafttretens (1950) 370.000 Wohneinheiten fertiggestellt werden konnten. Insgesamt wurden in den acht Jahren bis 1957, in denen die besondere Förderung dieses Gesetzes griff, mehr als vier Millionen Wohnungen gebaut.

Er war auch beim politischen Gegner hoch angesehen: Der Sozialdemokratische Pressedienst schrieb zu seinem Tode, es sei „hier ein Mann aus dem politischen Leben geschieden, dessen menschliche Anständigkeit, dessen sachliches Bemühen und dessen demokratische Zuverlässigkeit auch von der Opposition immer geschätzt worden seien.“

Wildermuth, der selbst in beiden Weltkriegen schwer verwundet worden war, unterstützte besonders den Bau von behindertengerechten Wohnungen für schwer Kriegsbeschädigte. Es gelang ihm, die Bundesländer dafür zu gewinnen, zu diesem Zweck mehrere Millionen DM zur Verfügung zu stellen.

[Bearbeiten] Ehrungen

Während des Zweiten Weltkriegs wurde er u.a. am 15. August 1940 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes[1] und am 25. Dezember 1942 mit dem Deutschen Kreuz in Gold[1] ausgezeichnet. Nach Eberhard Wildermuth sind verschiedene Straßen, u. a. in Hamburg (Wildermuthring) sowie in Kassel und Herne (Eberhard-Wildermuth-Straße), benannt. Die gemeinsame Kaserne des Grenzschutz- und Bahnpolizeiamtes Stuttgart und der 5. Bereitschaftspolizeiabteilung Böblingen in Böblingen wurde 1965 in „Eberhard Wildermuth-Kaserne“ umbenannt, sie war früher Sitz der Heimatschutzbrigade 17 der Bundeswehr. In Tübingen wurde die in den 1960er und 1970er Jahren entstandene Neubausiedlung auf dem Denzenberg (zwischen Tübingen-Nordstadt und Tübingen-Lustnau gelegen) Eberhard-Wildermuth-Siedlung genannt.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939-1945, Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S.786
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