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ETH Zürich

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ETH Zürich
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Gründung 1855
Trägerschaft staatlich
Ort Zürich, Schweiz
Leitung Ralph Eichler (Präsident)
Heidi Wunderli-Allenspach (Rektorin)
Studenten 15.093
30.4% weiblich
26.8% ausländisch
Mitarbeiter 9.049, davon
3.205 Doktoranden
davon Professoren 372
Jahresetat 1.26 Mrd. SFr., davon 252 Mio. SFr. Drittmittel
Stiftungsvermögen 103 Mio. SFr.
Website www.ethz.ch
Hauptgebäude der ETH Zürich, von der Polyterrasse aus gesehen

Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, kurz ETH Zürich, ist eine technisch-naturwissenschaftliche Universität in Zürich. Sie wurde 1855 als „Eidgenössisches Polytechnikum“ gegründet und wird deshalb auch oft nur Poly genannt. Die Gebäude der Hochschule verteilen sich auf zwei Standorte, einen im Zentrum der Stadt Zürich sowie den Standort Hönggerberg, ausserhalb des Stadtzentrums.

Die ETH ist in 16 Departemente gegliedert und bietet 23 Bachelor- und 39 Master-Studiengänge an. Weiterführende Studien für ein Doktorat im technischen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Bereich sind auf zahlreichen Stellen möglich. Derzeit sind über 15'000 Studenten und Doktoranden eingeschrieben. Die Hochschule beschäftigt über 9'000 Personen. Von den 372 Professuren, einschliesslich 54 Assistenzprofessuren, sind 39 (10.5 %) von Frauen besetzt. Mit der ETH assoziiert sind 22 Nobelpreisträger. ETH-Präsident ist derzeit der Physiker Ralph Eichler, Rektorin und erste Frau in dieser Position, ist die Biologin Heidi Wunderli-Allenspach.

Die ETH Zürich ist eingebunden in den ETH-Bereich, der die Technischen Hochschulen in Zürich und diejenige in Lausanne sowie vier weitere Forschungsanstalten (Paul-Scherrer-Institut, Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und Eawag (Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz) umfasst.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Ansicht des ETH-Hauptgebäudes, errichtet 1858–1864 durch Gottfried Semper, um 1880 vor dem Beginn der Umbauten durch Gustav Gull 1915–1924
Gustav Gulls Kuppel ist heute zu einem Symbol für die ETH geworden
Das Hauptgebäude aus dem Stadtzentrum gesehen

[Bearbeiten] Anfangsphase

Nach einer langen Debatte in dem noch jungen Bundesstaat Schweiz, ob neben den kantonalen Universitäten auch noch eine nationale, «eidgenössische» Hochschule zu gründen sei, wurde am 7. Februar 1854 das Gesetz über die «eidgenössische polytechnische Schule in Verbindung mit einer Schule für das höhere Studium der exakten, politischen und humanistischen Wissenschaften» erlassen und die ETH nahm als Eidgenössische polytechnische Schule am 16. Oktober 1855[1] in Zürich ihren Betrieb auf. Jedoch wurde das Angebot auf rein technische Fächer beschränkt, da die katholischen, ländlichen Kantone, die eigene Universitäten unterhielten, ein intellektuelles Monopol der protestantischen, städtischen Kantone verhindern wollten.[2]

Die neue Bildungsstätte sollte ein eigenes Gebäude erhalten und so schrieben die Stadt und der Kanton Zürich einen Architekturwettbewerb aus, an dem sich unter anderem die beiden Professoren Ferdinand Stadler und Gottfried Semper aus Zürich sowie der Badener Architekt Joseph Caspar Jeuch beteiligten. Der deutsche Architekt Semper, der u. a. auch die nach ihm benannte Dresdner Oper entwarf, gewann schliesslich den Wettbewerb und durfte das Gebäude zwischen 1858 und 1864 nach seinen Plänen errichten. In einen Seitenflügel des Gebäudes zog anfänglich auch noch die bereits bestehende Zürcher Universität ein. Zwischen 1915 und 1925 baute der führende Architekt des Historismus in Zürich, Gustav Gull, das Hauptgebäude von Semper um und veränderte die innere und äussere Gestalt des Gebäudes durchgreifend. Lediglich die gegen die Stadt weisende Südfassade blieb unverändert. Gegen die Rämistrasse wurde die Gestalt des Gebäudes durch eine neue Schaufassade und die heute charakteristische Kuppel ergänzt.

In den sogenannten Aussonderungsverträgen 1905 und 1908 wurden die Gebäude von der Zürcher Universität und der ETH getrennt und 1911 schliesslich wurde das Polytechnikum in «Eidgenössische Technische Hochschule» umbenannt. Dies geschah nach einer längeren Reformdebatte, nach der auch die Studienpläne etwas gelockert und den Studenten mehr Freiheiten gewährt wurden. Auch erwarb sich die ETH 1908 das Recht, Doktortitel auszustellen.

Das Polytechnikum wuchs rasch, und jedes Jahrzehnt kam ein neues Gebäude dazu: Chemie, Physik, Forstwirtschaft, Maschinen-Labor.

[Bearbeiten] Standort Hönggerberg und «Science City»

ETH Hönggerberg

Seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden aus Platzmangel auf dem Hönggerberg zusätzliche Gebäude erstellt und seit Beginn des 21. Jahrhunderts läuft das Ausbauprojekt «Science City», in dessen Rahmen man unter anderem auch Studentenwohnungen auf dem Campus am Hönggerberg erstellen will.

Der Standort Hönggerberg beheimatet heute folgende Departemente: Architektur (D-ARCH), Bau, Umwelt und Geomatik (D-BAUG), Chemie und Angewandte Biowissenschaften (D-CHAB), Physik (D-PHYS), Biologie (D-BIOL) sowie Materialwissenschaften (D-MATL). Er kann mit den VBZ-Buslinien 37, 80 und 69 sowie mit zwei Shuttle-Linien direkt von Zürich Hauptbahnhof und vom Hauptgebäude erreicht werden.

Bereits in den 1950er Jahren wurde klar, dass das ETH Zentrum zu wenig Raum zur Verfügung hat. Bereits damals mussten zahlreiche Gebäude in der Nachbarschaft dazugekauft und Wohnungen für Institute umgenutzt werden (teilweise werden diese auch heute noch von der ETH genutzt). Jedoch konnte diese Strategie die Bedürfnisse der Hochschule nicht befriedigen, sodass die ETH 1957 beschloss, einen zweiten Standort in Zürich zu suchen. Zur Diskussion standen Areale auf der Allmend Fluntern, am Irchel und auf dem Adlisberg. Da sich jedoch keines dieser Gelände als geeignet herausstellte, wurde beschlossen den Standort Hönggerberg für die ETH zu erschliessen. Für das Projekt wurde der renommierte Architekt Albert Heinrich Steiner gewonnen, mit dem die Planung 1959 begann.

Die Umsetzung erfolgt rasch und Ende der 70er wurde die erste Etappe mit den Bauten für Physik (HPH und HPP), Molekularbiologie (HPM, HPK…) und der Infrastruktur abgeschlossen. Nicht mehr unter der Leitung von Steiner und teilweise sogar gegen seinen Willen erfolgte in einer zweiten Ausbauetappe (1972–1976) der Bau des Gebäudes für Architektur und Bauwissenschaften (HIL) unter den Architekten Max Ziegler und Erik Lanter. Nachdem die Architekten Mario Campi und Franco Pesina 1990 die Ausschreibung für die dritte Etappe (1996–2004) gewonnen hatte, wurde das Projekt von Steiner sogar vor Bundesgericht bekämpft, jedoch wurde seine Klage 1994 abgewiesen. Damit stand der Weg frei für das Gebäude der Abteilungen Chemie und Werkstoffe sowie Pharmazie und Mikrobiologie (HCI).

Derzeit wird der Standort Hönggerberg im Rahmen des Projektes «Science City»[3] weiter ausgebaut. Die Idee ist es, einen Hochschul-Campus zu bilden, bei dem Forschen und Wohnen auf demselben Areal stattfinden, der aber auch offen ist für die Öffentlichkeit. Bis 2010 sollen erste Wohnungen für Studenten auf dem Campus erstellt sein, bereits 2008 fertiggestellt wurde das Information Science Lab sowie das Sport Center, das im Mai 2009 eröffnet wurde.[4] Geplant sind noch der Bau einer Life Science Platform sowie die Erstellung eines Akademischen Gästehauses als Aufstockung des bisher 14-stöckigen Physikturms. Das Information Science Lab wurde mit 23 Millionen Franken von dem Unternehmer Branco Weiss unterstützt und die Zürcher Kantonalbank steuerte 12 Millionen Franken zum Sport Center bei. Im Dezember 2006 stimmte der Zürcher Gemeinderat dem Masterplan für die weiteren baulichen Entwicklungsschritte von Science City fast einstimmig zu. Die Sonderbauvorschriften sind im Herbst 2007 in Kraft getreten.

Energiepolitisch hat sich Science City das Ziel gesteckt, ihren CO2-Ausstoss gemäss den Richtlinien des Kyoto-Protokolls zu reduzieren, um in Science City die Idee der 2000-Watt-Gesellschaft zu realisieren.

Die ETH Hönggerberg von Süden aus gesehen. Im Bild die fünf «Finger» des HCI, dahinter der hohe Bau des HPP mit Wetterstation auf dem Dach

[Bearbeiten] Organisation und Schulleitung

An der ETH entstehen jährlich mehr als 500 Dissertationen und über 1250 Diplome.

Begonnen hat die ETH mit 68 Studenten im Jahr 1855, seither hat sich ihre Zahl stetig vermehrt. Seit 1968 hat die Zahl der weiblichen Studenten stark zugenommen bis er den heutigen Anteil von beinahe 30% erreichte. Derzeit existieren 23 Bachelorstudiengänge mit 7'100 Studierenden, 39 Masterstudiengänge mit 3'800 Studierenden (Master und Diplom) und es sind 3'200 Doktorierende eingeschrieben.[5]

[Bearbeiten] Departemente

Departement Kürzel (Link) Studiengang Studenten Doktoranden Professoren
Architektur und Bauwissenschaften
Architektur D-ARCH Architektur 1531 104 29
Bau, Umwelt und Geomatik D-BAUG Bauingenieure
Umweltingenieure
Geomatik und Planung
563
272
160
125
28
38
25
Ingenieurwissenschaften
Informatik D-INFK Informatik 810 224 26
Informationstechnologie und Elektrotechnik D-ITET Elektrotechnik und Informationstechnologie 840 339 25
Materialwissenschaft D-MATL Materialwissenschaft 242 139 10
Maschinenbau und Verfahrenstechnik D-MAVT Maschineningenieure 1471 329 28
Biosysteme D-BSSE Biomedizinische Technik 0 10 6
Naturwissenschaften und Mathematik
Biologie D-BIOL Biologie
Bewegungswissenschaften
666
626
356
14
34
Chemie und Angewandte Biowissenschaften D-CHAB Chemie
Chemieingenieure
Interdisziplinäre
Pharmazie
318
79
130
392
270
63
17
83
38


Mathematik D-MATH Mathematik
Rechnergestützte Wissenschaften
559
96
89
1
28
Physik D-PHYS Physik 735 220 27
Systemorientierte Naturwissenschaften
Agrar- und Lebensmittelwissenschaften D-AGRL Agrarwissenschaften
Lebensmittelwissenschaften
191
314
119
58
15
Erdwissenschaften D-ERDW Erdwissenschaften 335 123 14
Umweltnaturwissenschaften D-UWIS Umweltnaturwissenschaften
Forstwissenschaften
784
9
278
0
28
Management- und Sozialwissenschaften
Management, Technologie und Ökonomie D-MTEC Management, Technologie und Ökonomie 419 124 14
Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften (GESS) und übrige D-GESS GESS
Berufsoffizier
92
54
54
0
20
ETH Total ETHZ 11888 3205 372

Tabelle: Stand 2008

[Bearbeiten] Schulleitung

Die Schulleitung organisiert Leitung, Aufbau und Organisatorisches der ETH Zürich.

[Bearbeiten] Studienbedingungen

Historische Entwicklung der Studentenzahl

Die Zulassung an die ETH erfolgt mit einer Schweizerischen Maturität ohne weitere Bedingungen. Ausländische Studierende müssen abhängig von ihrem Schulabschluss eine Aufnahmeprüfung ablegen oder werden direkt aufgenommen.

Die Semestergebühren an der ETH Zürich betragen 580 Franken sowie zusätzliche 57 Franken Semesterbeiträge pro Semester. Nicht eingeschlossen sind dabei diverse zusätzliche Auslagen wie für Bücher, Praktika, Exkursionen etc. Für finanziell benachteiligte Studenten stehen Stipendien zur Verfügung.

[Bearbeiten] Studienangebot

An der ETH werden hauptsächlich naturwissenschaftliche und technische Fächer gelehrt. Die ETH kennt keine Nebenfächer, in allen Studiengängen sind jedoch Lehrveranstaltungen im Bereich der Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften (GESS) obligatorisch zu absolvieren.

Der akademische Sportverband Zürich (ASVZ) bietet ein breites Hochschulsportangebot mit über 80 Sportarten an, von Aerobic über Kletterkurse bis zu Yoga. Die wichtigsten Sportanlässe sind dabei die SOLA-Stafette, die über eine Distanz von 120 Kilometern im Grossraum Zürich durchgeführt wird, sowie der jährliche Rudermatch Uni-Poly zwischen der ETH und der Universität Zürich, das 2008 zum 57. Mal ausgetragen wurde. Obwohl die ETH bei den Herren mit 33 zu 22 führt, gewann die Universität das Duell zuletzt 17 Mal in Folge. Zweimal musste das Rennen abgebrochen werden.

[Bearbeiten] Besondere Einrichtungen

[Bearbeiten] Hochschulnetzwerke

Die ETH arbeitet in verschieden Verbünden mit anderen Hochschulen zusammen. Sie ist Gründungsmitglied der IDEA League, einer strategischen Allianz aus fünf führenden technischen Universitäten in Europa, deren Ziel es ist, Europa wieder an die Weltspitze in Technologie und Wissenschaft zu führen. Sie ist auch Mitglied im Netzerk Top Industrial Managers for Europe, einem Zusammenschluss von 51 technisch orientierten Universitäten, das Austauschprogramme fördert und den Studenten Doppeldiplome ermöglicht. 2006 gründete sie zudem mit neun weltweit führenden Forschungsuniversitäten die International Alliance of Research Universities.

[Bearbeiten] Rankings

Im Shanghai Ranking 2008 belegte die ETH weltweit den 24. Platz (den ersten in der Schweiz und den fünften innerhalb Europas). [12] Im Februar 2008 belegte die ETH weltweit den 15. Platz in der Kategorie Natural Sciences and Mathematics.[13] Im Times Higher Education Supplement World University Rankings belegte die ETH im Jahre 2008 den 24. Platz weltweit und den 7. Platz unter den europäischen Universitäten (den ersten Platz in Kontinentaleuropa). Im Ranking von Newsweek The Top Global Universities platzierte sie sich an Stelle 21.[14]

[Bearbeiten] Berühmte Persönlichkeiten

Berühmte Köpfe haben am Polytechnikum, bzw. ab 1908 an der ETH gelehrt oder studiert.

[Bearbeiten] Nobelpreisträger

Albert Einstein, 1921
Kurt Wüthrich im September 2005

22 Nobelpreisträger stehen mit der ETH Zürich in Verbindung:

[Bearbeiten] Weitere bekannte Professoren und Absolventen

Hendrik Petrus Berlage (1856–1934)
John von Neumann um 1952
Gottfried Semper, Architekt

[Bearbeiten] Siehe auch

Eidgenössische Hochschulen und Forschungsanstalten

Budget 2008 (SFr. Mio.)

ETH-Bereich

1'939,0


Hochschulen

994,0
488,0


Forschungsanstalten

238,0
86,3
49,9
49,1

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. http://www.ethistory.ethz.ch/besichtigungen/epochen/debatte1
  2. ETH History
  3. Science City
  4. ETH Sport Center Science City wird eröffnet
  5. ETH – Wege zur Qualifikation an der ETH Zuerich. Abgerufen am 13. Mai 2009.
  6. CSCS Website
  7. ETH Zürich Foundation
  8. ETH Zürich Foundation – Ein solides Fundament
  9. ETH Zürich Foundation – Jahresbericht 2007
  10. Filz in ETH Foundation. Abgerufen am 10. Mai 2009.
  11. ETH juniors
  12. Shanghai Ranking 2008
  13. Shanghai Ranking 2008 Top 100 world universities in Natural Sciences and Mathematics
  14. ETH Jahresreport

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: ETH Zürich – Bilder, Videos und Audiodateien

47.3763888888898.5480555555555Koordinaten: 47° 22′ 35″ N, 8° 32′ 53″ O; CH1903: (683785 / 247876)

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