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Drina

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Drina
Daten
Lage Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Serbien
Länge 346 kmdep1
Zusammenfluss aus Tara und Piva bei HumVorlage:Infobox Fluss/QUELLKOORDINATE_fehlt
Quellhöhe 2.000 mVorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-QUELLE_fehlt
Mündung Save bei Sremska RacaVorlage:Infobox Fluss/MÜNDUNGSKOORDINATE_fehlt
Mündungshöhe 90 mVorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-MÜNDUNG fehlt
Höhenunterschied 1.900 mdep1
Flusssystem Donau
Einzugsgebiet 26.000 km²dep1
Rechte Nebenflüsse Lim, Ćeotina, Rzav, Jadar
Linke Nebenflüsse Sutjeska
Mittelstädte Goražde, Foča, Višegrad, Bajina Bašta, Loznica, Kolašin
Bekannte Brücken Višegrad
Die Drina in Ustiprača bei Goražde.
Brücke über die Drina in Višegrad.
Mündung des Lim in die aufgestaute Drina südwestlich von Višegrad

Die Drina ist ein Fluss, der auf einem großen Teil seines Verlaufs die Grenze zwischen Bosnien und Herzegowina und Serbien markiert. Sie bildet das längste hydrologische System des Dinarischen Gebirges und ist mit der Tara, einem der beiden Quellflüsse, fast 500 km lang. Die Drina ist der größte Nebenfluss der Save und gehört über die Donau zum Einzugsgebiet des Schwarzen Meeres.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Hydrologisches System

Die Drina bildet ein hydrologisches System dritten Grades. Das Abflussregime gehört zu den typischen Nivalen Regimen (Schneeregimen), da der Hauptteil des Laufs durch Gebirge, der Oberlauf gänzlich in Hochgebirgen der Dinariden erfolgt. Das Gefälle erreicht auf etwa 500 km Lauflänge nahezu 2000 m (Quelle auf ca. 2000 m Höhe, Mündung auf ca. 80m). Neben Tara und Piva ist vor allem der Lim der wichtigste Zufluss. Zusammengenommen ist das Einzugsgebiet 19.570 km² groß (davon entfallen 5963 km² auf den Lim und 1853 km² auf die Tara).

Mit einer mittleren Abflussmenge von 371 m³/s an der Mündung steht die Drina hinter Save und Neretva an dritter Stelle der großen Flüsse von Bosnien und Herzegowina.

Die Drina war vor der Errichtung von mehreren Stauwehren für extreme Hochwasser bekannt. Am 27. März 1896 flossen nach Zusammenfallen heftiger Regenfälle und der Schneeschmelze 9500 m³/s (Normalabfluss der Donau bei Belgrad: 5600 m³/s) Wasser am Mittellauf der Drina ab und zerstörten dabei mehrere Ortschaften. Die Hochwassermarke erreichte mit 16 m eine Größenordnung wie sie außerhalb der Tropen selten gemessen wird. Durch das Hochwasser war beispielsweise die Brücke in Višegrad in den Wassermassen nicht mehr zu sehen.

[Bearbeiten] Lauf

Vom Zusammenfluss der beiden sie speisenden Flüsse bis zu ihrer Mündung ist sie 346 km lang. Wegen ihres auf hohen Kalkgehalt zurückzuführenden grünlich schimmernden Wassers wird der Fluss auch Zelenka (bosnisch für Die Grüne) genannt.

Besonders in ihrem Oberlauf fließt die Drina stark mäandernd durch Schluchten und enge Gebirgstäler, weswegen sie als einer der schönsten Flüsse auf dem Balkan gilt.

[Bearbeiten] Quellflüsse

Die beiden Quellflüsse der Drina, Piva und Tara, liegen im nordwestlichen Montenegro. Die 141 km lange Tara entspringt im Komovi, einem Bergstock des Prokletije, auf ca 2.000 m Höhe. Ebenso wie die Tara ist auch die im Morača-Gebirge entspringende 91 km lange Piva ein typischer Karstfluss mit wenigen Nebenflüssen die steile Canyons ins Karsthochland Nordmontenegros erodiert haben.

[Bearbeiten] Hauptstrom

Den Namen Drina trägt der Fluss ab dem Zusammenfluss der beiden Quellflüsse bei Hum an der montenegrinisch-bosnischen Grenze. Von dort aus fließt die Drina grob entlang der bosnisch-serbischen Grenze zur Save, in die sie bei Bosanska Rača mündet. Wichtige Städte an der Drina sind Foča, Goražde, Višegrad und Zvornik in Bosnien sowie Bajina Bašta und Loznica in Serbien.

[Bearbeiten] Zuflüsse

Wichtigster Zufluss der Drina ist rechtsseitig der Lim. Dieser entspringt im Prokletije und fließt im Oberlauf bis zum Glazialsee von Plav im Trogtal eines Pleistozänen, ursprünglich einmal 35 km langen Talgletschers. Da der Flusslauf der Drina überwiegend durch den Dinarischen Karst verläuft, haben viele Zuflüsse nur periodische Wasserführung (z.B. die Susica im Durmitor) und die Speisung erfolgt unterirdisch über das hydrologische System der Karstentwässerung.

[Bearbeiten] Wasserkraftwerke

Die Drina ist für die Stromerzeugung der wichtigste Fluss des Westbalkans. Mehrere Stauseen und Wasserkraftwerke finden sich im Mittelteil der Drina. Darüber hinaus ist auch die Piva aufgestaut. Planungen, die Tara ebenso aufzustauen, sind bisher am Widerstand der Bevölkerung gescheitert.

Zwischen Višegrad und Peručac fließt das Wasser der Drina auf etwa 50 km Länge durch den Peručačko Jezero genannten Stausee. Die Höhe des Staudamms bei Peručac beträgt dabei 93 m. Weiter nördlich durchfließt es den Zvorničko-Stausee, dessen Stauwerk bei Zvornik steht.

[Bearbeiten] Geschichte

Historisch stellte die Drina lange Zeit die natürliche Grenze zwischen dem Weströmischen und dem Oströmischen Reich dar, woraus später auch die Grenze zwischen dem orthodoxen und dem katholischen Glauben entstand. Diese Vergangenheit, verbunden mit dem Einfluss des Islam während der osmanischen Herrschaft prägten und prägen bis in die Gegenwart die gesellschaftlichen Verhältnisse entlang der Drina. Neben vielen Jahrhunderten multikulturellem Zusammen- und Nebeneinanderlebens gab es auch immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen. So fanden hier während des Ersten Weltkriegs 1914/15 heftige Schlachten zwischen den österreichisch-ungarischen und den serbischen Truppen statt. Während des Bürgerkriegs in Bosnien 1992 bis 1995 gelangten dann die als UN-Schutzzonen definierten Städte Foča und Goražde zu trauriger Berühmtheit.

In seinem Werk Die Brücke über die Drina (im Original Na Drini ćuprija) hat der in Višegrad aufgewachsene Schriftsteller und Nobelpreisträger Ivo Andrić dem Fluss, der Stadt und seinem Land ein künstlerisches Denkmal gesetzt.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Drina – Bilder, Videos und Audiodateien

7Koordinaten: 44° 53′ 25″ N, 19° 21′ 14″ O

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