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Dresdner Heide :

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Dresdner Heide

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Die Dresdner Heide, im Volksmund die Heide, ist ein großes Waldgebiet in Dresden. Sie ist das bedeutendste Naherholungsgebiet der Stadt und wird forstwirtschaftlich genutzt. Mit 5.876 Hektar ist die Dresdner Heide der flächenmäßig größte Stadtwald Deutschlands und in Teilen naturschutzrechtlich geschützt. Während im Osten überwiegend landwirtschaftliche Flächen angrenzen, ist die Heide nach allen anderen Himmelsrichtungen von Stadtteilen und Ortschaften Dresdens umgeben und reicht im Südwesten bis an den Dresdner Vorstadtgürtel heran.

Lage der Dresdner Heide
Blick aus der Dresdner Heide am Mordgrund über die Johannstadt und Strehlen

Das Waldgebiet markiert in seiner Geologie und auch in der Pflanzen- und Tierwelt einen Übergangsraum zwischen dem Norddeutschen Tiefland und den Mittelgebirgen. Es wird bis auf kleine Flächen dem Westlausitzer Hügel- und Bergland zugeordnet und stellt damit einen der westlichsten Ausläufer der Sudeten. Während der felsige Untergrund des Waldes im Laufe der schollentektonischen Bildung des Elbtalkessels, den die Dresdner Heide nördlich flankiert, angehoben wurde, ist der Mischwald großflächig durch dünenartige Sandablagerungen der Saale- und Elsterkaltzeit geprägt. Aus der Nähe der Dresdner Heide zur Innenstadt Dresdens begründet sich ihre Geschichte als kurfürstliches Jagdrevier und ihre intensive kulturelle Prägung und Kultivierung.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Dresdner Heide und Junge Heide

Die Dresdner Heide besteht aus zwei voneinander isolierten Teilen. Der wesentlich größere Teil bildet die gleichnamige Gemarkung und wird im Folgenden als Hauptteil bezeichnet. Der weiter westlich gelegene, kleinere Teil heißt Junge Heide. Die beiden bilden zwar eine historische und forstwirtschaftliche Einheit sowie ein gemeinsames Landschaftsschutzgebiet, sind aber auf Grund früherer Rodungen durch den Heller räumlich zerschnitten und wegen ihrer Abgeschiedenheit voneinander auch administrativ getrennt. Aus Unwissenheit wird häufig von der Dresdner Heide im Unterschied zur Jungen Heide gesprochen. Dies ist jedoch nicht korrekt, da die beiden Begriffe teilidentisch sind.

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Lage

Die Dresdner Heide von der Martin-Luther-Kirche aus gesehen − Im Vordergrund die Äußere Neustadt; rechts die Dresdner Elbhänge am Übergang zum Elbtal

Im Nordosten der sächsischen Landeshauptstadt gelegen, dehnt sich der Hauptteil der Dresdner Heide zwischen der Innenstadt und der Stadtgrenze aus. Im Süden reicht er zwischen Loschwitz und dem Waldschlösschenviertel bis an den Elbhang heran und grenzt direkt an den Weißen Hirsch, Bühlau und Weißig sowie an die Radeberger Vorstadt. Die südlichsten Ausläufer tangieren sogar die dicht besiedelte Äußere Neustadt. Im Westen trifft das Waldgebiet auf die Albertstadt und Klotzsche. Im Norden wird es durch die Weixdorfer Ortsteile Lausa und Friedersdorf sowie durch Langebrück und Liegau-Augustusbad begrenzt. Anlieger im Osten sind Radeberg und dessen Ortsteile Großerkmannsdorf und Ullersdorf.

Die Junge Heide, der kleinere Teil, liegt westlich des Hauptteils im Nordwesten Dresdens. Begrenzt wird sie im Norden durch die Stadtteile Wilschdorf und Hellerau, im Osten durch den Heller und im Süden durch Trachenberge und Trachau. Im Westen trifft sie auf die Radebeuler Stadtteile Oberlößnitz und Alt-Radebeul, im Nordwesten auf Boxdorf.

Umliegende Landschaften sind die Lößnitz im Westen, das Friedewalder und Moritzburger Teichgebiet beziehungsweise die Moritzburger Kleinkuppenlandschaft im Nordwesten, die Königsbrück-Ruhlander Heiden im Norden, das Seifersdorfer Tal im Nordosten und im Südosten das Schönfelder Hochland. Am Südrand geht die Dresdner Heide in einer Park- und Gartenlandschaft in das Dresdner Elbtal über.

[Bearbeiten] Verwaltung

Die Gemarkung der Dresdner Heide in Dresden

Die Dresdner Heide gehört seit ihrer Eingemeindung am 4. März 1949 zu Dresden. Ihr Hauptteil ist dem Ortsamtsbereich Loschwitz zugeordnet, bildet aber keinen Stadtteil und liegt hauptsächlich außerhalb der geschlossenen Ortschaft. Allerdings ist er eine eigenständige Gemarkung. Kleinere Randgebiete des zusammenhängenden Waldes gehören bereits zu den Ortsämtern Neustadt und Klotzsche beziehungsweise zur Stadt Radeberg.

Ebenfalls zum Ortsamtsbereich Klotzsche gehört jener Teil der Jungen Heide, der auf den Gemarkungen Hellerberge und Wilschdorf liegt. Der Westteil der Jungen Heide wurde dagegen der Gemarkung Trachau zugeordnet. Gemeinsam mit einem kleinen Randstück im Süden, das zu Trachenberge gehört, zählt er demnach bereits zum Bereich des Ortsamts Pieschen. Weitere kleine Randstücke im Westen der Jungen Heide werden schon von Moritzburg oder Radebeul aus verwaltet.

[Bearbeiten] Verkehr

Die Carolabrücke über den Prießnitzgrund in der Albertstadt

Die Dresdner Heide wird von mehreren Straßenverkehrswegen durchquert. Die Radeberger Landstraße verläuft von Südwesten nach Nordosten quer durch den Wald zwischen der Neustadt und Radeberg. Im Norden der Heide führt ein Abzweig von ihr unter dem Namen Ullersdorf-Langebrücker Straße in Richtung Langebrück. Auch die Königsbrücker, Langebrücker, Ullersdorfer Land- sowie die Bautzner Straße durchschneiden teilweise die Dresdner Heide in deren Randlagen. Mitten durch die Junge Heide führen die Moritzburger Landstraße, die Straße Am Walde sowie der Boxdorfer Weg. An ihrem Südostrand verläuft die Bundesautobahn 4.

Die seit 1845 bestehende Strecke der Sächsisch-Schlesischen Eisenbahn verläuft im Westen, Nordwesten und Nordosten auf drei Abschnitten durch den Hauptteil der Dresdner Heide, umgeht diesen aber gleichzeitig größtenteils. Auch die Abzweige der Bahnstrecke Dresden–Straßgräbchen-Bernsdorf (seit 1884) und der Flughafen-S-Bahn Dresden beginnen in der Heide und zerstückeln sie im Raum Weixdorf-Klotzsche geradezu.

Bautzner Straße im Mordgrund

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind vornehmlich die Ränder des Hauptteils gut zu erreichen. S-Bahn-Haltepunkte in der Umgebung sind Dresden-Industriegelände, Klotzsche, Langebrück und Radeberg. Sein Süden liegt nicht weit von den Haltestellen der Straßenbahnlinie 11 und der Buslinien 61 und 91 der Dresdner Verkehrsbetriebe entfernt. Wesentliche Anschlüsse an der Westseite des Hauptteils gibt es an die Straßenbahnlinien 7 und 8 sowie die Buslinie 80. Überlandbusse des Regionalverkehr Dresden zwischen Dresden und Radeberg umfahren ihn im Norden (Linie 308) und Osten (Linie 309) und verkehren auch über die Radeberger Landstraße (Linie 305, Haltestelle Heidemühle).

Die Junge Heide wird von der Buslinie 80 und mehreren Überlandbuslinien durchquert. Am Wilden Mann befindet sich die Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 3.

[Bearbeiten] Natur

[Bearbeiten] Landschaft

Hang einer heidetypischen fossilen Düne mit aufgeschlossenem Sand in der Nähe von Klotzsche

Bei der Dresdner Heide handelt es sich nicht um eine Heide-Landschaft im klassischen Sinn. Vielmehr werden, im Unterschied zu dieser, in Sachsen und Brandenburg auch zusammenhängende Wälder als Heide bezeichnet. Ein beträchtlicher Abschnitt ihres Hauptteiles gehört zum Radeberger Land und zum Naturraum Westlausitz beziehungsweise Westlausitzer Hügel- und Bergland. Die niedrigeren Gebiete im Südwesten des Hauptteils, also die sogenannte Mittel- oder Heidesandterrasse, sowie fast die gesamte Junge Heide befinden sich hingegen schon im Bereich der Makrogeochore Dresdner Elbtalweitung. [1] Die durchschnittliche Höhenlage des Hauptteils beträgt 200 bis 240 m ü. NN, wobei das Gelände insgesamt leicht nach Südwesten in Richtung Elbe abfällt. Höchste Erhebung ist mit knapp 281 m der Dachsenberg, der tiefste Punkt befindet sich nahe der Carola-Brücke der Stauffenbergallee im Prießnitzgrund mit 111 m. Die Junge Heide liegt mit durchschnittlich 120 bis 160 Metern deutlich niedriger.

Das zusammenhängende Waldland im Nordosten Dresdens ist, von oben betrachtet, in etwa kreisförmig und wird von wenigen Wiesen unterbrochen. Seine Fläche beträgt ungefähr 52 Quadratkilometer, dazu kommen noch 7 Quadratkilometer der Jungen Heide. Dies entspricht insgesamt ca. 17 Prozent der Stadtfläche und macht Dresden zu einer der waldreichsten Städte Deutschlands. Die Oberfläche ist reich zergliedert. Die vielen Bäche fließen in flachen Mulden oder tiefen Kerbtälern. An deren Rändern sind Sandhänge und Felsklippen ausgebildet. Die Anhöhen dazwischen sind leicht hügelig. Es gibt aber auch recht flache Gebiete sowie bis zu zehn Meter hohe, kilometerlange fossile Dünen. Allerdings erstreckt sich die Junge Heide fast ausschließlich auf den Bereich der Mittelterrasse. In weiten Teilen recht eben, steigt sie im Nordosten und Norden stark an. Im Westen geht sie in die Landschaft der Lößnitz über.

[Bearbeiten] Geologie

Der Wasserfall der Prießnitz bei Klotzsche und die Granodiorit-Felsen im Zuge der Lausitzer Störung

Ein Großteil der Dresdner Heide gehört zur Lausitzer Platte, welche nach Südwesten zur Elbe abfällt. Entlang der Linie Wahnsdorf–Baumwiese–Hellerau–Klotzsche–Wolfshügel–Loschwitz verläuft die Lausitzer Verwerfung quer durch die Heide und macht sich in Form eines bis zu 80 m hohen, abschnittsweise aber auch recht flachen Hanges bemerkbar. Das Gestein besteht aus Syenit oder Granodiorit, welcher als Störungslinie am Prießnitzwasserfall kurz zu Tage tritt, ist aber fast im gesamten Heidegebiet durch eine mächtige Schicht gleichmäßig und grob gekörnten Sandes oder Kieses überdeckt. Diese entstand während der Elsterkaltzeit und ist ein Schwemmfächer der Schmelzwässer südlich des damaligen Gletscherrandes, die hier in einen damals im oberen Elbtal gelegenen Stausee einmündeten. Entlang der Lausitzer Störung befindet sich ferner eine bis zu 60 m hohe Flugsandschicht aus der Saalekaltzeit. Das Material wurde hier teilweise zu Dünen aufgeweht.

[Bearbeiten] Böden

Auf dem sauren Untergrund der Sandschicht und des Granits hat sich ein verbreitet nährstoffarmer Podsolboden entwickelt, der die Flora der Dresdner Heide großflächig vor allem im Westen bestimmt (siehe unten). Durch Gesteinsverwitterung befinden sich auch lehmhaltige Böden in der Heide, die Grundlage für anspruchsvollere Pflanzengemeinschaften sind. Diese Böden kommen vor allem im Süden und Osten vor, wo die Lausitzer Platte in den Grabenbruch des Elbtalkessels abbricht. Dort ist die obere Bodenschicht auch von Felsen durchsetzt.

In den Kerbsohlentälern der Prießnitz und ihrer Nebengewässer im Nordosten befinden sich feuchte, da grundwassernahe, Auenböden, die reich an Humus und Schwemmmaterial sind. In Niederungen gibt es auch Vorkommen junger Moorböden, die bei der Verlandung von kleinen stehenden Gewässern entstanden. Auch in den Altarmen der Prießnitz entwickeln sich torfhaltige sehr nährstoffreiche Moorböden, die teilweise durch den Versickerungsprozess auf den Sandböden oberhalb der Täler stark unter Quelldruck stehen.

[Bearbeiten] Gewässer

Im Prießnitzgrund

Das wichtigste Gewässer in der Dresdner Heide ist die Prießnitz. Sie ist der einzige Heidebach, der weder in dem Waldgebiet entspringt, noch in ihm mündet, und mit Abstand der längste und wasserreichste in diesem Bereich. Die Prießnitz verläuft zunächst in einer flachen Mulde nach Nordwesten mittig durch den Hauptteil der Heide. Etwa ab der Heidemühle hat sie sich dann als Prießnitzgrund stellenweise bis zu 40 m tief in das Gelände eingeschnitten und wendet sich, kurz nachdem sie einen seit 1967 als Naturdenkmal ausgewiesenen Wasserfall bildet, bei Klotzsche nach Süden. Sie trieb in früherer Zeit auch in der Heide mehrere Mühlräder an und wird an zwei Stellen zu Tümpeln gestaut. Ihr Wasser speiste ferner das inzwischen geschlossene Waldbad Klotzsche, das in der Nähe des S-Bahnhofes Dresden-Klotzsche liegt. Einige Prießnitzzuflüsse sind der Haarweidenbach von links sowie das als Naturdenkmal ausgewiesene Ullersdorfer Dorfwasser, das Steingründchenwasser und das Schwarzes-Bild-Wasser von rechts.

Kleinere, aber ebenfalls direkt der Elbe tributäre Bäche sind das Mordgrundwasser sowie der Eisenbornbach im Schotengrund, in den außerdem der Gutebornbach mündet. In der Heide verläuft außerdem eine untergeordnete Wasserscheide, denn die nördlichen Teile werden bereits in die Große Röder entwässert. Das Wasser fließt somit erst bei der Lutherstadt Wittenberg in die Elbe. Davon betroffen sind der Lausenbach sowie der Rote Graben in Langebrück.

Degelequelle im Stechgrund, am Weißen Hirsch

Bekannt ist die Dresdner Heide auch für ihre vielen Quellen. Die geläufigsten unter ihnen sind die Degele- und die Schwesternquelle im Stechgrund am Weißen Hirsch sowie die Pusch- und die Melzerquelle im mittleren Prießnitzgrund bei Klotzsche. Durch die Standortfaktoren hochanstehender Fels einerseits sowie mächtige Sandhorizonte andererseits sind die großflächigen, sehr trockenen Forstparzellen hin und wieder durch staunasse Flächen unterbrochen. Sie werden als Brüche bezeichnet. Hier sind vereinzelt Moore ausgebildet. Beispiele hierfür sind Hormanns-, Faul- und Schindelbruch, die alle entlang des Kuhschwanzes zu finden sind.

Interessant ist auch das in der Heide auftretende Phänomen des Verlorenen Wassers. So versickern beispielsweise die aus dem Fiedlergrund, dem Boxdorfer Grund und dem Jungferngrund kommenden Bäche im wasserdurchlässigen Heidesand. Gleiches gilt für mehrere nominelle Prießnitzzuflüsse, so das Sandschluchtflüsschen oder die Bäche in den Kretzschelgründen.

Neben den Fließgewässern gibt es eine Reihe stehende, zum Teil künstliche Gewässer. Das sind der seit 1920 existierende Stauweiher am Haarweidenbach im Osten der Heide, die Fischmannsteiche nahe des Fischhauses, der verlandende Kranichsee im Süden, eine geflutete ehemalige Sandgrube namens Silbersee bei Klotzsche, die Forellenteiche bei Langebrück und der vom Höllenborn gespeiste Farbgrubenteich im Prießnitzgrund sowie die Fischteiche an der Heidemühle, von denen einer zu einem Freibad umfunktioniert wurde. In der Jungen Heide befinden sich der Rote und der Olterteich.

[Bearbeiten] Flora

Durch die unterschiedlichen Standortfaktoren finden sich in der Dresdner Heide verschiedene Habitate. Die Dresdner Heide enthält Pflanzenarten, die (regional) gefährdet oder bedroht sind. Bemerkenswert an der Flora ist nicht unbedingt das Vorkommen einzelner Arten, sondern die Vermischung in den Pflanzengemeinschaften der Dresdner Heide. An den unterschiedlichen Standorten befinden sich so Gemeinschaften von Pflanzen, die der planaren oder kollinen bis montanen Höhenstufe (und deren typischen Pflanzengemeinschaften) zugeordnet werden. Die Dresdner Heide markiert somit auch geobotanisch einen Übergangsraum zwischen den Großlandschaften Norddeutsches Tiefland, zu dem es an dessen Südgrenze zählt, und Deutsche Mittelgebirgsschwelle.

Die Dresdner Heide ist in der Gesamtheit und im Ursprung ein Mischwald, der örtlich als Nadel-Laub-Mischwald, Nadelmischwald, Kiefer-Birken-Wald, Fichtenwald, Hainsimsen-Buchenwald, Schluchtwald oder Bruchwald ausgeprägt ist. Durch die Nutzung als Forstwald ist er mitunter mit Monokulturen bepflanzt worden.

[Bearbeiten] Verbreitete Waldgesellschaften

Auf den trockenen Sandböden dominieren vor allem tiefwurzelnde, anspruchslose Bäume wie Waldkiefern und vereinzelt Traubeneichen in der Baumschicht. Wenig ausgeprägt ist dort die Strauchschicht. Fichten können auf nährstoffarmen Böden vorkommen, sofern sie mit ihren flachen Wurzeln das Grundwasser erreichen. Die Krautschicht ist mitunter auf den trockenen Böden sehr wenig ausgeprägt und besteht aus Gräsern, Heidekraut sowie Preisel- und Heidelbeeren.

Im Norden befinden sich auch naturnahe Gemeinschaften von Rotbuchen und Fichten, die durchsetzt sind mit Schwarzerlen und Birken. In der ausgeprägteren Strauchschicht stehen dort Stieleichen. Auf den etwas nährstoffreicheren und feuchteren Böden der Rotbuchenwälder wachsen auch anspruchsvollere Arten wie Winter-Linde oder Faulbaum.

Auf den lehmigen mit Felsen durchsetzen Böden im Süden dominiert der Hainsimsen-Buchenwald an teilweise südexponierten Hängen. In der Strauchschicht befinden sich dort der Faulbaum an sonnenreichen Hanglagen und auch seltene Arten wie die Gemeine Eibe.

[Bearbeiten] Prießnitztal und Nebentäler

Der Prießnitzaltarm

Im Tal der Prießnitz befindet sich in allen Waldschichten eine sehr umfangreiche und wechselhafte Vegetation, die auch im Verlauf des Tals wechselt. In der Nähe des Wasserfalls, wo das Tal keine wesentliche Sohle hat, wachsen Schluchtwälder an südexponierten Hängen, die am Ufer ansetzen. Dort ist neben den Fichten der Bergahorn vertreten, der sonst vor allem bis in die hochmontanen Lagen der deutschen Mittelgebirge vorkommt. Ursprünglich war auch die Weißtanne weit verbreitet.

Dort, wo eine Sohle mit teilweise moorartigen Gebieten neben dem Fluss gebildet wurde, finden sich Schwarzerle, Hängebirke, Esche, Erle, Roteiche und am Rand der Sohle am Übergang zu den umliegenden Waldgesellschaften Rotbuche, Kiefer, Bergahorn und Fichte in der Baum- und Strauchschicht. Durch moorartige Quellflächen und die Gewässer ist die Baumschicht teilweise unterbrochen und so wachsen dort auch lichtbedürftige Arten wie die Espe an exponierten Stellen.

Als besonders artenreich erweist sich auch die dortige Krautschicht mit geschützten Arten wie Sumpfdotterblume, Rundblättrigem Sonnentau, Sumpf-Schwertlilie, Wasserfeder und weiteren. Sonnige Stellen in Hang- oder Sohlenlage begünstigen das Vorkommen des Großen Springkrauts. In den Nebentälern enthält die Krautschicht auch sonst eher montanere Pflanzenarten wie Hain-Gilbweiderich oder Berg-Ehrenpreis.

[Bearbeiten] Niederungen und Lichtungen

Die Kurwiese Klotzsche

Die Dresdner Heide ist geomorphologisch durch Hügel geprägt, die sich durch Dünenanwehungen des Sandes oder durch unterschiedliche Erosion des Granituntergrunds bildeten. Insbesondere die Dünen können Flächen einschließen, so dass Niederungen ohne Abfluss entstanden. Durch den Quelldruck an den Hängen der Niederungen sind diese mitunter durchwässert, ohne dass es eine oberflächliche Speisung durch ein Gewässer gibt (Niederungsquellmoor). Von den ursprünglich verteilten Niedermooren in der Dresdner Heide ist nur das Saugartenmoor erhalten geblieben. Dort befindet sich noch die typische Vegetation der Moore, also Arten der Torfmoose und Binsen. Einzelne Arten an diesem Standort sind zum Beispiel der Kleine Wasserschlauch oder das Weiße Schnabelried.

Auch die Lichtungen gehen teilweise auf Niederungen und ursprüngliche Moore zurück. Sie sind deshalb geprägt von eher für Norddeutschland typischen Nasswiesen mit hoher Artenvielfalt. Auf den Wiesen wachsen unter anderem der geschützte Rundblättrige Sonnentau und das Große Haarmützenmoos.

[Bearbeiten] Fauna

Während für große Säugetiere die Dresdner Heide als Gesamtheit Lebensraum ist, finden Arten der Avi- und Herpetofauna weitaus kleinräumigere Habitate vor allem in den feucht-moorigen Niederungen und den Tälern (vgl. Flora).

[Bearbeiten] Säugetiere

In der Dresdner Heide kommen Fuchs, Dachs, Marder, Wiesel, Hase, Igel und Eichhörnchen vor. Neben Rothirsch, Reh und Wildschwein wurde in jüngster Zeit ein nennenswerter Bestand an Wildschafen (Mufflons) aufgebaut. Problem bei der Erhaltung des Wilds ist der Umstand, dass die Heide durch Siedlungen, Verkehrswege und Agrarland von einem dünner besiedelten Umland isoliert ist und so ein Absterben der Populationen befürchtet wird. Zudem war die Heide zwischen 1893 und 1945 von einem Zaun umgeben, um in angrenzenden Gebieten Wildschäden zu vermeiden. Heute wird der Bestand durch geregelten Abschuss in Grenzen gehalten.

Die Gefangennahme des letzten Bären erfolgte 1612 im Bereich der Jungen Heide, wenig später fand auch der letzte Wolf den Tod. Über einen Zeitraum von mehreren Jahrhunderten war die Heide extrem wildreich. Auch Auerochsen, Wisente, Elche und Wildpferde waren ursprünglich keine Seltenheit. Jäger reduzierten den Bestand zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus forstwirtschaftlichen Gründen recht drastisch.

Nennenswert sind kleinere Populationen verschiedener Fledermausarten, zum Beispiel die Kleine Hufeisennase. Diese finden Habitate in Baumhöhlen, Steinbrüchen und Felsspalten. Die Prießnitz und ihre Aue ist Lebensraum für Fischotter.

[Bearbeiten] Avifauna

Die Prießnitz bietet einen besonderen Lebensraum für Wasseramsel, Eisvogel und Gebirgsstelze. Das Vorkommen des Schwarzspechts begünstigt auch die Lebensbedingungen der Hohltaube, die die Höhlen des Spechts im Folgejahr nachnutzt, aber auch der Fledermäuse. Außerdem finden sich Kleiber, Gartenbaumläufer und Waldlaubsänger.

[Bearbeiten] Herpeto- und Ichthyofauna

Eine Blindschleiche beim Sonnenbad in der südlichen Dresdner Heide

Häufig vorkommende Arten in der Dresdner Heide sind Blindschleichen und Erdkröten. Durch die teils wenig ausgeprägte Strauchschicht finden wechselwarme Arten genug sonnige Stellen am Boden vor. In den feuchten Niederungen und Tälern kommen die geschützten Waldeidechsen, Gras- und Springfrösche vor. Auf den Wiesen ist die Ringelnatter anzutreffen. Im und am Olterteich gibt es daneben noch Teichfrösche und -molche.

Als Teil der Ichthyofauna seien hier noch die stark gefährdeten Fischarten Bachneunauge und Groppe in der Prießnitz erwähnt.

[Bearbeiten] Wirbellose

Auch für wirbellose Tiere stellen die moorartigen Gebiete, Auenflächen und Nasswiesen die wichtigsten Habitate. Dort finden sich verschiedene Libellenarten, so zum Beispiel die Zweigestreifte Quelljungfer, die Grüne Flussjungfer, die Große Moosjungfer, die Gebänderte Prachtlibelle und die Blauflügel-Prachtlibelle. Auf den Wiesen konnten besondere Falterarten wie der Kaisermantel, der C-Falter, der Braunkolbige Braun-Dickkopffalter, der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling und da, wo Espen am Waldrand eine Nahrungsquelle für die Raupen bilden, auch Kleine Schillerfalter nachgewiesen werden. In den Laubwaldbereichen kommen Faulbaum-Bläuling und Waldbrettspiel, in den moorartigen Bereichen auch der seltene Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling vor. In den Buchenwaldgebieten konnte der Haarschildige Halsbock, der als Bockkäfer auf Alt- und Totholz angewiesen ist, gefunden werden.

[Bearbeiten] Schutz

Die Heide ist fast auf ihrer gesamten Fläche seit dem 27. März 1969 ein Landschaftsschutzgebiet. Unter Schutz stehen insgesamt rund 59 Quadratkilometer [2] in der Dresdner und der Jungen Heide.

Künstliche Aufstauung als Maßnahme der Fließverlangsamung im FFH Prießnitzgrund. Erkennbar ist auch die dichte Abfolge unterschiedlicher Boden- und Lichtverhältnisse

Der Prießnitzgrund mit seinen besonderen Standorten ist als Flora-Fauna-Habitat ausgewiesen. Dieses Gebiet durchläuft die gesamte Dresdner Heide von Osten her im Bogen des Flussverlaufes bis zur Carolabrücke der Stauffenbergallee im Südwesten. Es erfasst den Fluss, die Talsohle und die unterschiedlich ausgeprägten Hänge und Teile der Nebentäler. Schutzziele sind dort der Erhalt naturnaher Fließgewässerabschnitte, der Bruchwälder, Torfmoor-Schlenken und Staudenfluren sowie die Bewahrung der Habitate für gefährdete Arten der Fauna. Speziell auf den Fluss bezogen gehen dafür Maßnahmen der naturnahen Ufergestaltung, Verlangsamung und Durchlässigkeit einher. Im Umfeld werden monokulturelle Forstgebiete naturnaher umgestaltet. Die Grünlandbereiche müssen durch eine extensive Bewirtschaftung erhalten werden (jährlich alternierende stückweise Mahd als Gegenmaßnahme gegen Verstaudung). Bezogen auf die Naherholungsfunktion der Dresdner Heide wird eine Vermeidung der weiteren Freizeitnutzung des Gebietes als Schutzmaßnahme genannt. [3]

In der Dresdner Heide gibt es daneben 16 Naturdenkmäler. Fünf dieser Naturdenkmäler liegen vollständig oder teilweise im FFH Prießnitzgrund. Dreizehn der Denkmäler beziehen sich auf Flächen mit besonderen Artenvorkommen der örtlichen Fauna und Flora und drei beziehen sich auf Einzelbäume oder Baumgruppen.

[Bearbeiten] Nutzung

[Bearbeiten] Forstwirtschaft

In der Forstbaumschule am HG-Weg zwischen Weißem Hirsch und Heidemühle

Die Dresdner Heide wird bereits seit Jahrhunderten als Forst genutzt. Die erstmalige Erwähnung eines zuständigen Oberförsters erfolgte bereits 1447, die des Forstamtes selbst 1484. Die erste Forstordnung datiert aus dem Jahre 1543. Der Wunsch nach effektiverer Bewirtschaftung machte im Laufe der Jahre die Anlage verschiedener Wegenetze nötig. Das 1832 von Johann Heinrich Cotta eingeführte Schneisensystem ließ weit mehr als 100 je knapp 37 Hektar große Rechtecke, die sogenannten Abteilungen, entstehen, die noch heute in Gebrauch sind. Besonders nach 1860, im Zuge des allgemeinen forstwirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland, wurden auch die Waldbestände der Heide durch Saat und Bepflanzung mit überwiegend Nadelgehölzen fachgerecht verjüngt. Begonnen wurde damit, wenn auch weniger erfolgreich und intensiv, bereits 100 Jahre früher mit der Anlage dreier Pflanzgärten. Seit 1958 besteht im Süden der Heide die 16 Hektar große Forstbaumschule, ferner wird ein Holzausformungsplatz in Klotzsche forstwirtschaftlich genutzt. Bedrohungen für den Forst waren neben dem Raubbau in Kriegszeiten regelmäßiger Schädlingsbefall und häufige, durch Funkenflug aus Dampflokomotiven verursachte Waldbrände. Heute machen Kiefern 58 und Fichten 32 Prozent des Bestandes aus. Der Rest verteilt sich auf Rotbuchen, Stieleichen, Erlen, Birken und Lärchen. Genutzt wird vor allem das Holz selbst sowie Kiefernharz als Grundstoff der Terpentinherstellung.

Die zuständigen Revierförstereien befinden sich in Bühlau, Ullersdorf, Langebrück und Klotzsche. Letztere bewirtschaftet auch die Junge Heide, gemeinsam unterstehen sie dem Sächsischen Forstamt Dresden.[5]

[Bearbeiten] Andere Wirtschaftszweige

Die große Sandgrube am Kannenhenkel wird an ihrer Südseite mit Bauschutt wieder aufgefüllt. Im Hintergrund links die Türme der Garnison- und Dreikönigskirche sowie der Windberg.

Bereits im 16. und 17. Jahrhundert gab es unterschiedliche Schürfversuche, hauptsächlich im Prießnitzgrund. Sie brachten jedoch keine nennenswerte Ausbeute an Erzen und wurden daher wieder eingestellt. An die recht erfolglose Suche nach Silber und anderen Edelmetallen erinnern noch heute Namen wie Erzberg, Silberwasser und Bergwerksbrücke.

In der Heide gab es an mehreren Orten Holzkohlemeiler. Noch heute taucht als Flurname der Kohlberg mehrfach auf. Als weitere wichtige Wirtschaftszweige der Heide seien die Zeidlerei (Erzeugung von Honig und Bienenwachs), Vogelstellerei, Fischzucht, Landwirtschaft (Heuernte) und das Hutungswesen genannt. An letzteres erinnern Namen wie Hutungsweg, Stallweg oder Ochsensteig. Besonders die Hutungen, aber auch die Nutzung als kurfürstliches Jagdgebiet und das sogenannte Streurechen, bei dem aufgerechtes Laub von den Bauern in ihren Stallungen als Viehstreu Verwendung fand, schadeten dem Wald. Es existieren auch mehrere ehemalige Granitbrüche, so zum Beispiel im Prießnitzgrund nahe der Breiten Furt und des Wasserfalls oder auch an der Mordgrundbrücke.

In der Dresdner Heide werden in moderner Zeit Sande und Kiese industriell abgebaut. Eine große Grube befindet sich im Südwesten nahe der Albertstadt. Die ehemaligen Gruben an der Langebrücker Straße sind heute entweder geflutet oder werden als Halde genutzt.

[Bearbeiten] Erholung

Die Dresdner Heide von der Frauenkirche aus gesehen; Im Vordergrund die Elbe und innerstädtische Brücken

Im ausgehenden 19. Jahrhundert entdeckten Wanderer, Naturfreunde und Erholungssuchende die Dresdner Heide. Am Rande des Waldgebiets entwickelten sich mehrere Kurorte, zum Beispiel Bad Weißer Hirsch und Klotzsche-Königswald, die zudem Waldparks mit Sportmöglichkeiten, Ruhe- und Konzertplätzen anlegten. Die Heide ist heute ein ausgedehntes Wandergebiet mit markierten Wegen von mehreren 100 Kilometern Länge. Auch Reit- und Radwege sind vorhanden. Schon früh entstand ein Angebot verschiedener Sportarten, unter anderem Schwimmen und Tennis. Auf dem Gebiet der heutigen Waldgärten befand sich auch ein Golfplatz. Am Heiderand liegen mehrere Bäder, so das Weixdorfer Bad, das Waldbad Langebrück und die Ullersdorfer Teiche beziehungsweise Marienbäder mitsamt angrenzendem Naherholungsgebiet bei Weißig. Auf der Fläche des ehemaligen Waldbads Klotzsche steht heute eine Freizeiteinrichtung, der Kletterwald. [6]

[Bearbeiten] Militärische Nutzung

Weite Teilgebiete der Dresdner Heide wurden über einen Zeitraum von 150 Jahren intensiv militärisch genutzt. Ab 1827 ließ der Staat ein großes Stück, den heutigen Heller, roden, um Raum für einen Exerzierplatz der Königlich-Sächsischen Armee zu schaffen. Dadurch trennte sich die Junge Heide vom Hauptteil. Ab 1873 wurden die riesigen Kasernenanlagen der Albertstadt in die Heide gebaut und der Wald im Südwesten weit zurückgedrängt. Die Nutzung der an die neuen Gebäude angrenzenden Waldstücke als Schießbahnen erfolgte bis weit ins 20. Jahrhundert hinein. Die Armee ließ Bunker und Munitionsdepots anlegen und ein militärisches Sperrgebiet errichten. Noch heute befindet sich nahe der Langebrücker Straße bei Klotzsche ein vor allem durch Sportschützen genutzter Schießstand.

[Bearbeiten] Trinkwasser

Die Anwohner der Dresdner Heide nutzten jahrhundertelang deren Grund- und Oberflächenwasser als Trinkwasser. Bereits um 1476 verband eine hölzerne Leitung den Eisenbornbach nahe des Fischhauses mit dem Augustinerkloster in der Dresdner Neustadt. Auch das Wasserwerk Saloppe versorgte die Neustadt mit Heidewasser. Das Wasserwerk Trachau bezog Wasser aus der Jungen Heide. Die zahlreichen Quellen weisen ebenfalls Trinkwasserqualität auf.

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Geschichte des Waldes

Ursprünglich war die Dresdner Heide gemeinsam mit Friedewald, Karswald, Harthe, Landwehr, Massenei, Niederforst, Laußnitzer und Königsbrücker Heide Bestandteil des riesigen zusammenhängenden östlichen Grenzwalds zwischen den sorbischen Gauen Nisan und Milska, aus denen sich die Mark Meißen und die Oberlausitz entwickelten. Sie setzte sich anfänglich auch im Innenstadtbereich Dresdens bis zum Elbufer fort und reichte nahtlos bis in die Lößnitz sowie in Form des Kaditzer Tännichts nach Kaditz. Archäologische Funde, wie bronzezeitliche Flachgräberfelder und Hügelgräber der Lausitzer Kultur sowie jungsteinzeitliche Schnurkeramik, belegen eine sehr frühe Siedlungstätigkeit in diesem Raum. Durch die Besiedlung des Waldgebiets schränkte sich dessen Fläche seitdem fortlaufend ein. Größere Rodungen im Zuge der deutschen Ostsiedlung im 12. und 13. Jahrhundert gaben ihm bereits in etwa seine heutige Gestalt. Allerdings erstreckte sich die Dresdner Heide noch immer weit in die Neustadt hinein und die Junge Heide war noch nicht isoliert.

Die Dresdner Heide war seit 1372 als landesherrliches Eigentum dem Amt Radeberg zugeteilt und diente dem sächsischen Hof ab dem Mittelalter bis zum Ersten Weltkrieg bei der Jagd als Zugang zu einem weitläufigen Revier. Das Jagdschloss Moritzburg konnte von Dresden aus „jagend“ erreicht werden. Von den Jagden in der Heide zeugen die so genannten vier Saugärten. Zwischenzeitlich nutzten Bauern Teile der Heide, wie die beiden Hofewiesen, landwirtschaftlich. Auf den leichten Sandböden verwüsteten solche Standorte jedoch oft und wurden wieder aufgeforstet oder bewaldeten sich erneut. Ab 1484 unterstand die Heide dem Forstamt Dresden. Zu größeren Schäden kam es im Verlauf des 30-jährigen Krieges, als feindliche Truppen Teile des Waldes niederbrannten und Dörfer im Umland plünderten. Auch der Siebenjährige Krieg brachte große Holzverluste durch die preußischen Besatzer. Im Jahre 1831 ging die Heide in den sächsischen Staatsbesitz über, blieb aber Jagdgebiet der Landesherrscher.

Anfang des 19. Jahrhunderts betrug die Fläche der Heide noch über 70 Quadratkilometer, also anderthalbmal soviel wie heute. Sie breitete sich im Innenstadtbereich noch bis über den Bischofsweg aus; die Förstereistraße in der Neustadt ist nach einem damals dort befindlichen Forsthaus am Waldrand benannt worden. Dann aber verkleinerte sich die Heide zunächst allein aus militärischen Gründen um mehr als 10 Quadratkilometer. Großflächige Rodungen sollten ab 1827 einen Exerzierplatz für die Sächsische Armee schaffen und ließen den Heller entstehen. Ab 1873 erfolgte der Neubau von Kasernen im neuen Militärbezirk Albertstadt und verringerte die Fläche der Heide im Südwesten deutlich. Angrenzende Waldgebiete waren zudem viele Jahre lang durch die Nutzung als Schießbahnen unzugänglich. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begannen die damaligen Randbezirke und nördlichen Vorstädte Dresdens zu wachsen. Die Radeberger Vorstadt dehnte sich immer weiter in den Forst hinein aus. Im Innenstadtbereich also drängte der Mensch die Heide innerhalb weniger Jahre um zwei Kilometer zurück. Klotzsche wuchs ebenfalls zum Teil auf Kosten des Waldes zu einer größeren Stadt heran. In Radebeul-Ost, Bad Weißer Hirsch, Klotzsche-Königswald und der Radeberger Vorstadt kam es überdies zur Umwandlung weiterer Randgebiete der Heide in Waldparks. Für kleinere Rodungen Anfang des 20. Jahrhunderts in der südlichen Heide ließen die zuständigen Behörden bereits Ausgleichsmaßnahmen vollziehen, so die Neupflanzung eines schmalen Waldstücks bei Liegau um 1910.

Die Trennung zwischen Dresdner und Junger Heide manifestierte sich durch den Ausbau von Verkehrsachsen wie der Radeburger und Königsbrücker Straße sowie durch die Anlage der Sächsisch-Schlesischen Eisenbahn und schließlich in den 1930er Jahren der heutigen Bundesautobahn 4 noch weiter. In der Zeit des Dritten Reichs zog erneut ein geplanter Autobahnbau diesmal den Nordosten des Waldes in Mitleidenschaft. Hier sollte, in direkter Fortsetzung der heutigen Bundesautobahn 13 vom Dreieck Dresden-Nord aus, die Autobahn Berlin - Dresden - Prag entstehen. Die Rodungen dafür im Gebiet zwischen Radeberg und Heidemühle waren bereits teils vollzogen, doch zum Baubeginn kam es während des Zweiten Weltkrieges nicht. Die Pläne wurden später wieder verworfen und um das Jahr 2000 als Bundesautobahn 17 mit anderer Streckenführung, ohne jegliche Beeinträchtigung der Heide, schließlich ausgeführt. Auch im Falle der ebenfalls in den 1930er Jahren erwogenen Verlängerung der mittlerweile stillgelegten Bahnstrecke Dürrröhrsdorf–Weißig entlang des Prießnitzgrundes quer durch die Dresdner Heide blieb es nur beim Planungsstadium, so dass die Fläche des Waldgebiets seither nicht mehr durch Großbauwerke verringert wurde.

Die Heide gehört seit 1950 zu Dresden. Im Jahre 1967 zum Sonderforst und Naherholungsgebiet erklärt, steht die Heide seit 1969 flächendeckend unter Landschaftsschutz. Inzwischen ist durch die forstwirtschaftliche Nutzung jedoch fast keine Fläche der Heide mehr als ursprünglich zu bezeichnen. Noch immer sind Teile des Waldes als Folge der ehemaligen militärischen Nutzung oder der Anlage von Verkehrsbauwerken unzugänglich.

[Bearbeiten] Geschichte des Wegenetzes

Die Dresdner Heide weist ein sehr komplexes System von historischen Wegen auf. Deren Anlage geschah in verschiedenen, voneinander recht klar abgrenzbaren Epochen. Bereits in vorgeschichtlicher Zeit existierten Pfade durch den Wald, die die nachgewiesenen jungstein- oder bronzezeitlichen Siedlungsstellen miteinander verbanden. Zu einem zunächst unregelmäßigen System kamen nacheinander ein stern- und ein gitterförmiges Netz hinzu.

Die Wegesäule im Dresdner Saugarten ist der Mittelpunkt des um 1560 angelegten Sternflügelsystems. Hier trafen acht Flügelwege aufeinander.

Die frühesten, bis heute teils erhaltenen Strecken waren zumindest spätmittelalterliche Verkehrswege und hießen meist Steige. Dazu zählen beispielsweise der Kolmische und Tarische Weg zwischen Dresden und den nördlich davon gelegenen Dörfern sowie alte, außerhalb des sumpfigen Auenlandes angelegte Querverbindungen parallel zur Elbe, die Dresden im Norden umgingen, wie zum Beispiel Rennsteig und Diebsteig. Insgesamt verliefen sie zwar grob in eine gewisse Richtung, waren aber oft sehr kurvig und nahmen Rücksicht auf das Gelände. Einige von ihnen werden bis heute als Hauptverkehrswege genutzt, so die Radeberger Land-, die Bautzner und die Königsbrücker Straße.

Um 1560 erschuf Johannes Humelius unter Kurfürst August nach Kompass und zu Jagd- und Vermessungszwecken ein Sternflügelsystem. Es war 1589 in der ersten Heidekarte überhaupt von Matthias Oeder vermerkt. Sein Zentrum befindet sich im früheren Dresdner Saugarten in der Mitte der Heide. Von dort gingen im Abstand von jeweils 45 Grad acht Hauptachsen, sogenannte Hellen, aus, von denen vier in etwa in die Haupthimmelsrichtungen wiesen. Diese Flügel waren im Uhrzeigersinn durchnummeriert, beginnend mit 1 im Osten. Die Achse 4 zeigt genau nach Südwesten auf den Hausmannsturm des Dresdner Schlosses, der als ideeller Mittelpunkt des Landes damals wichtig für die Orientierung und Anpeilung war. Fünf konzentrische, achteckige Ringwege, die man als Kreuz 2 bis Kreuz 6 bezeichnete, umgaben das Zentrum. An den Kreuzungen mit den Sternflügeln knickten sie jeweils 45 Grad ab. Schon vor 1735 wurden diese sogenannten Rundungen nach außen um einen kompletten (Kreuz 7) und einen halben Ring (Weg 8) erweitert, allerdings gingen schon früh die drei innersten Ringe verloren, die anderen vier blieben jedoch erhalten. Von allen Sternflügeln sind mehr oder weniger große Teile übrig, die heute als Alte 1 bis Alte 8 bezeichnet werden. Im Zentrum dieses sogenannten Hellensystems steht eine Steinsäule mit den Zahlen 1 bis 8. Im nahen Moritzburg befindet sich eine vergleichbare Anlage, in deren Zentrum das Hellhaus steht.

Heinrich Cotta, der Gründer der Forsthochschule in Tharandt, reformierte um 1832 das Wegesystem. Dies hatte forstwirtschaftliche Ursachen. Er legte parallele und geradeaus verlaufende neue Flügel an, die voneinander 200 Ruten (etwa 860 Meter) entfernt sind. Ihre Breite beträgt indes zwei Ruten, also 8,60 Meter, und bezeichnet waren sie von A im Südosten bis L bei Radebeul. Den Flügel D ließ Cotta aus, da sich in seinem Bereich die Radeberger Landstraße befindet. Im rechten Winkel dazu entstanden von Ost nach West durchnummerierte Schneisen, von denen 20 im Territorium der eigentlichen Dresdner Heide liegen und weitere in der Jungen Heide. Dieses System wird bis heute forstwirtschaftlich genutzt.

In späterer Zeit, während des 19. Jahrhunderts, entstanden weitere Waldwege nach den Bedürfnissen der sächsischen Armee und der Naherholung. In den 1970er Jahren wurden im Zuge der Deklarierung der Heide als Landschaftsschutzgebiet neue Wanderwege und Markierungen geschaffen. An Rastplätzen erfolgte ferner die Aufstellung von Bänken und Schutzhütten.

[Bearbeiten] Wegzeichen

Bis heute hat sich in der Heide ein historisches Wegzeichennetz erhalten, dessen eigenartige Symbolik sich sehr von heutigen Wanderwegzeichen unterscheidet. Dazu entrindeten Ortskundige stückenweise die Bäume, schnitten Symbole ein und malten diese rot aus. Dies geschah wahrscheinlich erstmals im 12. oder 13. Jahrhundert und daraus entwickelte sich der Beruf des Waldzeichenschneiders. Aus den amtlich-kursächsischen Vermessungsunterlagen, deren Erstellung Kurfürst August im 16. Jahrhundert anordnete, geht ein Waldzeichenwesen hervor, das sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Zenit seiner Entwicklung befand.

Geschnittenes Wegzeichen am Cottaschen A-Flügel in der Nähe von dessen Kreuzung mit dem Nachtflügel im Südosten der Dresdner Heide

Die mittelalterlichen Netze wurden später kartografiert und zu forstwirtschaftlichen und jagdtechnischen Zwecken mittels spezieller neuer Zeichen teils ausgebaut, so im 18. Jahrhundert mit Hilfe des Radeberger Waldzeichenschneiders Gottfried Hanicke. Somit besaß die Dresdner Heide mit alleine 124 roten Zeichen das größte, aber auch uneinheitlichste Zeichennetz in der gesamten Umgebung. Während im Friedewald, in der Laußnitzer Heide, um Königstein und im Tharandter Wald Alphabete und Spiegelalphabete als Wegezeichen dominierten, waren die Zeichen in der Dresdner Heide zu etwa 70 Prozent sehr symbolhaft oder stark abgewandelte Buchstaben. Der Rest bestand aus Buchstaben mit spiegelbildlichem Doppel, einem unvollständigen Alphabet punkteverzierter Buchstaben sowie kleinen Zahlengruppen. Rote Zeichen markierten die Waldwege.

Bis ins späte 18. Jahrhundert existierten außerdem rund 270 schwarze Symbole zur Kennzeichnung spezieller Orte. Dazu zählten Furten, Brücken, Hügel, Brüche, Quellen, markante Bäume, Weggablungen sowie Bildstöcke und Kreuze. Die schwarzen Zeichen gab es nur jeweils einmal. Sie halfen wegen ihrer Ortskonstanz bei der Definition rechtlicher Dinge wie der Größe von Revieren und Waldhutungen anliegender Dörfer. Das Zusammenspiel roter und schwarzer Zeichen brachte mit seiner gewissen Systematik in einer Zeit ohne Landkarten trotzdem einen hohen Orientierungswert.

Im Laufe der Jahrhunderte erfolgten volksetymologische Deutungsversuche dieser Symbole. Dadurch entstanden die teilweise seltsamen Wegenamen in der Heide, wie zum Beispiel Anker, Brille, Gänsefuß, Hütchen, Kreuzringel, Ochsenkopf, Reichsapfel, Schere, Türmchen und Zirkel.

Im 19. Jahrhundert endete der Gebrauch der Zeichen vorerst. Die letzten historischen Waldzeichen entstanden um 1890 im südöstlichen Heidegebiet. Zwischen 10 und 20 von ihnen sind, halb verwachsen, noch immer an Kiefernstämmen zu sehen. Sie gelten als die einzigen erhaltenen alten Waldzeichen Sachsens. Der Ausbauzustand des Netzes im 19. Jahrhundert ist heute aus alten Karten bekannt. Die Arbeitsgruppe Historische Wegezeichen innerhalb des Arbeitskreises Dresdner Heide im Landesverein Sächsischer Heimatschutz hat es sich zur Aufgabe gemacht, das rote Waldzeichennetz in weiten Teilen zu erneuern. Allerdings werden die Symbole nicht mehr ins Holz geschnitten, sondern auf die Rinde aufgemalt. Die alten Wegezeichen der Dresdner Heide finden sich somit heute erneut an vielen Baumstämmen und auch in Wanderkarten wieder.

[Bearbeiten] Ausgewählte Wege

[Bearbeiten] Bischofsweg und Augustusweg

Der Bischofsweg war die spätmittelalterliche Verbindung zwischen dem Bischofssitz auf der Burg in Meißen und der Burg in Stolpen, die nach 1218 der Nebensitz war. Gesichert ist sein Verlauf im Dresdner Stadtgebiet in Ost-West-Richtung vom Elbübergang am Burgward Briesnitz aus etwa über die heutige Scharfenberger, Kötzschenbroder und Bürgerstraße in Mickten und Pieschen. In der Dresdner Neustadt bildet er eine noch heute Bischofsweg heißende Hauptstraße und querte die Prießnitz an der Furt Drey Stegen. Anschließend führte er durch die Radeberger Vorstadt und traf am Schotengrund in Höhe Schloss Albrechtsberg auf die Bautzner Straße, um dieser über Bühlau zum Karswald zu folgen. Zunächst verlief er also weitgehend außerhalb der heutigen Dresdner Heide, wobei ihn städtischer und bischöflicher Verkehr gemeinsam nutzten.

Vermutlich im Zuge der kurfürstlichen Straßenordnung von 1462 erfolgte eine Trennung des weltlichen Wagenverkehrs und des kirchlichen Verkehrs. Ersterer war auf dem Weg zwischen Franken und der Lausitz über Bischofswerda und Altendresden vorgeschrieben und folgte somit weiter der Bautzner, damals noch Stolpischen Straße. Der Bischofsweg musste diese Strecke fortan umständlich im Norden über Ullersdorf umgehen, allerdings besaßen die Bischöfe nun ein alleiniges Nutzungsrecht für den Abschnitt von Briesnitz zum Schotengrund. Ab dem Schotengrund verlief er wahrscheinlich auf schon vorhandenen Abschnitten des Hämmerchens, Doppel-E und HG-Wegs zur Breiten Furt, wo er nun erneut die Prießnitz zu queren hatte. Dieser Abschnitt ist heute nur noch bruchstückhaft erhalten und heißt nicht mehr Bischofsweg, da die nur etwa ein Jahrhundert lang bestehende Umgehung in nachreformatorischer Zeit teilweise rückgängig gemacht wurde. Ab der Breiten Furt nach Ullersdorf hieß er vor 1800 wohl nach seinem vermutlich eine Bischofsmütze darstellenden Zeichen volkstümlich Hakschar. In Ullersdorf verließ er das Heidegebiet und zog nördlich der Bautzner Straße weiter nach Stolpen.

Ein gemeinsames System mit dem Bischofsweg bildete offenbar der Augustusweg, der drei bis vier Kilometer weiter nördlich verlief. Auch dieser 1624 ersterwähnte Verkehrsweg verband wohl Meißen und Stolpen und lässt sich nahezu lückenlos durch die Junge Heide verfolgen. Bemerkenswert ist, dass er fast überall dort, wo er noch heute als abschnittweise zur Straße ausgebauter Weg verläuft, auch Augustusweg heißt. Die heute am Weißen Ross in Radebeul beginnende Verbindung zieht sich als ehemalige Haupt- und Weinbergserschließungsstraße durch Oberlößnitz. Am Ostrand dieses Radebeuler Stadtteils tritt der Augustusweg auf das Gebiet der Jungen Heide über und trifft dort bald auf die Boxdorfer Baumwiese. Von hieran zieht er sich von West nach Ost durch Hellerberge, nur wenige 100 Meter südlich der Siedlungsgrenze von Wilschdorf und Hellerau, und passiert den Waldmax, die Deutschen Werkstätten sowie die Infineon-Chipfabrik, in deren Nähe er auch endet. Unterbrochen wird der Augustusweg kurz in Höhe der Anschlussstelle Dresden-Hellerau der A4. Im Bereich des Hellers durchläuft er teilweise waldloses Brachland.

[Bearbeiten] Auge, Kannenhenkel und Kuhschwanz

Bei diesen drei Wegen handelte es sich wohl um sehr alte Verbindungen Dresdens mit drei nördlichen Nachbarorten. Sie begannen an der deshalb so genannten Prießnitzfurt Drey Stegen des Bischofswegs und sind in ihren südlichen Abschnitten bis auf den teils zur öffentlichen Straße ausgebauten Kannenhenkel nicht mehr vorhanden, da sie von den militärischen Anlagen der heutigen Offizierschule des Heeres überbaut worden sind. Ihre Waldzeichen entstammen dem punktierten Alphabet und lauten nacheinander O, P und Q, was deren gemeinsamen Bezug zueinander verdeutlicht.

Das Auge, auf Grund seines Wegzeichens (ein in seiner Mitte punktiertes O) so oder auch als O-Weg bezeichnet, ist der westlichste der drei Wege. Sein anderer, vermutlich älterer Name lautet Todweg. Es beginnt wegen der großen Sandgrube heute erst kurz vor seiner Kreuzung mit dem Diebssteig und folgt später dem Osthang des Prießnitzgrundes, um sich an der Lynchschlucht kurz mit dem Kannenhenkel zu vereinen. Dann wendet sich das Auge nach Norden und überquert die Sandbrücke in der oberen Sandschlucht. Weiter geht es, teils als Hohlweg, nach Nordwesten in den Grund der Prießnitz hinab und überquert diese mittels der Todbrücke. Auf der anderen Seite des Baches steigt das Auge unmittelbar südlich des Nesselgrundes wieder an und durchquert den Waldpark Klotzsche. In dem Stadtteil selbst verliert sich seine Spur wieder, da es dort überbaut ist. Jedoch läuft es zuletzt etwa auf Altklotzsche zu.

Der Kannenhenkel, so genannt wegen seines P-förmigen, an eine schmale Kanne mit großem Henkel erinnernden Waldzeichens, hieß im Mittelalter Kollmischer Weg. Dieser Name leitet sich wohl von Kulm ab, ein altes deutsches Wort für Berg. Er führt von der Dresdner Innenstadt nach Langebrück und wurde im vergangenen Jahrhundert in weiten Abschnitten zu einer Forststraße (Gebauter Kannenhenkel) ausgebaut, die auch einige seiner alten Abschnitte, fortan Alter Kannenhenkel genannt, umging. Er durchläuft heute als Marienallee die Albertstadtkaserne und passiert nacheinander die Sandgrube, das Schwarze Kreuz und den Königsplatz, um dann per Kannenhenkelbrücke die Prießnitz zu überqueren. Danach umgeht er nördlich die Langebrücker Hofewiese und erreicht Langebrück als Waldstraße.

Die Kuhschwanzbrücke über die Prießnitz

Der nach seinem Wegzeichen, einem punktierten Q, benannte Kuhschwanz beginnt heute im militärischen Sperrgebiet und verbindet Dresden mit Lotzdorf und Liegau. Bereits von 1572 datiert seine erstmalige Erwähnung als Tarischer Weg, was sich wohl von altsorbisch tor (Steg, insbesondere Pilgersteg) ableitet. Auf weiten Strecken seines Anstiegs ist er als Hohlweg ausgebildet. Zufälligerweise stimmt der Kuhschwanz großteils in etwa mit dem E-Flügel überein, so dass er mit diesem abschnittsweise die selbe Trasse nutzt. Die Arbeiten Heinrich Cottas bewirkten somit eine teilweise Begradigung, während der neue Flügel untypischerweise minimale Kurven aufweist. Die Prießnitz wird durch die Kuhschwanzbrücke nördlich des Saugartens überquert. In seinem weiteren Verlauf führt der Kuhschwanz südlich an der Hofewiese vorbei und knickt, nicht weit vom Dachsenberg entfernt, nach Norden ab. Anschließend passiert er die Forellenteiche, bildet kurz den Heiderandweg und läuft nahe des Liegauer Saugartens entlang, wo er auch Dörnichtweg heißt. Anschließend endet er heute. In der Äußeren Neustadt ist ein kurzer Abschnitt des Weges heute als Arno-Holz-Allee zur öffentlichen Straße ausgebaut.

[Bearbeiten] Moritzburg-Pillnitzer Weg

Dieser Weg ist eine um 1770 entlang eines alten Heidewegs namens Mundstück angelegte, recht geradlinige und angemessen ausgebaute Verbindung zwischen den Schlössern Pillnitz und Moritzburg und war somit für die Wettiner von besonderer Wichtigkeit. Eine alternative Bezeichnung lautet Küchenweg, da hier oftmals die kurfürstlichen Küchenwagen entlangfuhren. Zunächst heißt er, von Pillnitz kommend, Pillnitz-Moritzburger Weg und wird durch das Zeichen PM markiert. So nutzt er bis Loschwitz die Pillnitzer Landstraße und führt dann im Verlauf der heutigen Schillerstraße aus dem Elbtal heraus zur Mordgrundbrücke, wo er das gleichnamige Tal überquert. Weiter verläuft er, nun auf Heidegebiet, im Albertpark entlang etwa zum Fischhaus. Dort wechselt er auf die andere Seite der Radeberger Landstraße und nähert sich dem Verlorenen Wasser unterhalb des Jungferngrundes.

Hier wechselt er seinen Namen und wird von nun an als Moritzburg-Pillnitzer Weg mit der Markierung MP bezeichnet. Er überbrückt mehrere kleine Heidegewässer, zum Beispiel auf der Großen und Kleinen Wettinbrücke. In seinem weiteren Verlauf nach Nordwesten wird er durch die große Sandgrube unterbrochen. Wenig später geht er in den Prießnitzgrund hinab und quert den Bach, gemeinsam mit dem Diebsteig, auf der 2001 erneuerten Küchenbrücke. Am Nordende des Industriegeländes unterquert er zunächst die Eisenbahnstrecke und trifft dann auf die Königsbrücker Straße. Von hier an ist er als Straße ausgebaut und führt unter dem offiziellen Namen Moritzburger Weg an den Deutschen Werkstätten vorbei weiter in Richtung Moritzburg.

[Bearbeiten] Rennsteig, Schwestersteig und Diebsteig

Diese drei Steige waren funktionell aneinander gebunden und stellten somit offenbar ein komplexes Straßensystem dar. Dies kommt auch durch ihre nah miteinander verwandten Waldzeichen zum Ausdruck: Der Rennsteig hat ein rechts und links punktiertes, der Schwestersteig ein von einem Kreuz gekröntes und der Diebsteig ein senkrecht durchgestrichenes Z. Letzterer ist der elbnächste beziehungsweise südlichste, ersterer der elbfernste der drei Steige. Es handelt sich um eine alte rechtselbische Höhenstraße, die sich nahezu durchgehend von Weinböhla über Sebnitz und Schönlinde zum Tollensteinpass verfolgen lässt. Auch in anderen Abschnitten wird sie teilweise noch heute als Diebsstraße bezeichnet.

Der Rennsteig war im Mittelalter die nördliche hochwasserfreie Umgehung der sumpfigen Elbniederung. Seinen Namen verdankt er, ähnlich wie mehr als 200 äquivalente Wege im gesamten deutschen Sprachraum, sogenannten Rennern, also schnellen Boten. Ursprünglich wurde er auch als Roßsteig bezeichnet, da er als einer der wenigen Wege in der Heide mit Pferdewagen befahren werden konnte. Er verlief von der Elbefurt Serkowitz kommend über den Rundling des damaligen Dorfes Radebeul geradewegs durch die Junge Heide nach Klotzsche. Ab dem dortigen Schenkhübel war er im Verlauf und auch namentlich deckungsgleich mit der Salzstraße, die quer durch die Heide nach Bühlau zog. Um 1455 verlor er seine Bedeutung, da die Salzstraße in das Weichbild Dresdens umgeleitet werden sollte.

Sein Verlauf durch den Hauptteil der Dresdner Heide ist noch weitgehend bekannt, allerdings ist er nicht überall begehbar, wie zum Beispiel in Höhe der Klotzscher Bahnanlagen. Vom Schenkhübel aus führt er durch den Waldpark Klotzsche parallel zur Kurwiese und am Großen Kretzschelgrund hinunter zur im Jahre 2000 renovierten Kuttenbrücke über die Prießnitz. An der Meschwitzruhe vorbei steigt er in Richtung Königsplatz wieder an. Dann geht er, in vielen Abschnitten direkt an den alten Dünen entlang, weiter nach Südosten und knapp südlich am Dresdner Saugarten und am Kranichsee vorbei. Nahe der Rehwiese, unweit der Waldgärten, vereinigt er sich mit der Alten Zwei und lässt sich nach Bühlau verfolgen.

In Radebeul zweigten südlich die beiden anderen Steige ab, wobei der Schwestersteig der mittlere Weg war. Er ist nur noch zwischen Bühlau und der Radeberger Landstraße erhalten. Vom Diebsteig sind hingegen noch weite Abschnitte existent. Zunächst verläuft er in Ost-West-Richtung durch die Junge Heide, vorbei auch am ehemaligen Waldpark Radebeul-Ost und dem sogenannten Umwurf, um südwestlich des Heidefriedhofes vorläufig an der Autobahn zu enden. Oberhalb des Wilden Mannes begann er, das heute waldlose Terrain des Hellers zu durchlaufen, ist hier aber weitgehend verschwunden. Am Nordende des Industriegeländes nutzt er die Küchenbrücke zur Prießnitzquerung. Dauerhaft bergan geht er geradewegs auf den Dresdner Saugarten zu, trifft jedoch kurz davor auf den Rennsteig und wendet sich hier scharf nach Süden ab. Diese Kreuzung ist der einzige Ort seit dem Radebeuler Abzweig, an dem die drei Wege aufeinandertrafen, in historischer Zeit also auch der Schwestersteig. Weiter im Süden der Heide ist der Diebsteig teilweise mit der Alten Drei identisch, passiert die Degelequelle im Mordgrund und strebt dann durch den Weißen Hirsch der Plattleite nach Loschwitz entgegen.

[Bearbeiten] Ausgewählte Orte

[Bearbeiten] Albertpark

Hierbei handelt es sich um einen zum Schutz des alten Heidewaldes und des Trinkwassereinzugsgebiets der Saloppe im Jahre 1898/1899 durch den Rat der Stadt Dresden aufgekauften Waldteil, der seitdem im Unterschied zum Rest der Heide in der Gemarkung Neustadt liegt. Dieser Naturschutzpark trägt seinen Namen, da er mit Mitteln der König-Albert-Stiftung erworben wurde. Er füllt den spitzen Winkel zwischen der Radeberger Vorstadt und den Elbschlössern, genauer gesagt zwischen Fischhaus- und Bautzner Straße, aus und liegt am westlichen Fuße des Wolfshügels. Der Albertpark ist 118 Hektar groß und weist zusammenhängende alte Laubwaldbestände auf. Hier befinden sich unter Anderem die Brücke des Moritzburg-Pillnitzer Küchenwegs über den Gutebornbach und daneben ein Obelisk mit einem Porträtmedaillon König Alberts von Sachsen. Ein kleinerer Teil im Norden des Albertparks ist als Heidepark bekannt, auch das Fischhaus steht hier.

[Bearbeiten] Fischhaus

Das Fischhaus ist heute eine beliebte Ausflugsgaststätte.

Im 15. Jahrhundert kam es in der Dresdner Heide zur Verlegung einer Rohrleitung, die für die Wasserversorgung des Augustinerklosters in Altendresden bestimmt war. Die extra dafür angestauten Speicherteiche im Verlauf des Eisenbornbachs, am Fuße des Steilanstiegs der Lausitzer Störung, aber vor dessen Eintritt in den engen Schotengrund gelegen, ließ der sächsische Hof im 16. Jahrhundert auch zur Fischzucht nutzen. In dem Zusammenhang entstand nahe dieser sogenannten Fischmannsteiche an der Radeberger Straße auch ein im Jahre 1575 erstmals erwähntes Teichwärterhäuschen. Dieses Fischhaus genannte Gebäude behielt trotz der baldigen Einstellung der Fischerei bis heute seinen Namen. Hier hatte danach das kurfürstliche Forstamt seinen Sitz. Das Gebäude war ab 1650 mit dem Schankrecht ausgestattet. Im 18. Jahrhundert erfolgte die Einrichtung von Gästezimmern, im 19. Jahrhundert dann die vorübergehende Verwahrlosung. Im Jahre 1901 öffnete das Fischhaus dann erneut als Waldgaststätte. Kurz vor der Wende begann eine allerdings nicht rechtzeitig abgeschlossene Sanierung des historischen Bauwerks. Es stand anschließend leer, bis ab dem Jahre 2000 hier wieder eine Gaststätte einlud.

[Bearbeiten] Heidepark

Im Jahre 1888 gründete Viktor Böhmert die Genossenschaft Volkswohl, die auf die Schaffung von Bildungs- und Erholungsmöglichkeiten für Arbeiter und deren