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Dossenheim :

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Dossenheim

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Dossenheim ist eine Gemeinde im Rhein-Neckar-Kreis im nördlichen Baden-Württemberg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Dossenheim liegt fünf Kilometer nördlich von Heidelberg an der Badischen Bergstraße am Fuß des Odenwaldes in der Metropolregion Rhein-Neckar. Der Ort besitzt Gemarkungsgrenzen zu den Städten Heidelberg, Ladenburg und Schriesheim.

Im Westen der Gemarkung fließt der Neckar. Beim zu Dossenheim gehörenden Weiler Schwabenheim überwindet eine Neckarschleuse eine Höhendifferenz von 8,7 Metern. Vom Odenwald her kommen Mühl-, Brenken- und Mantelbach.

[Bearbeiten] Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Dossenheim gehören das Dorf Dossenheim, der Weiler Schwabenheim, die Orte OEG Bahngebäude und Turmgasthaus zum „Weißen Stein“ und die Häuser Bärenstein. Im Gemeindegebiet liegen abgegangene, 801 erwähnte Ortschaft Bernhardteshusen, die möglicherweise mit dem 1298 erwähnten Wilre identisch ist.[2]

[Bearbeiten] Geschichte

Die erste Nennung der Siedlung ist 766 im Lorscher Codex. 1130 werden erstmals die Edlen von Wolfsölden-Schauenburg erwähnt, die von der Schauenburg aus über den Ort herrschten. Nach ihrem Aussterben 1280 verkauften die Erben 1303 die Ländereien an den Pfalzgrafen von Heidelberg. Bereits 1319 erwarb Kurmainz alle Rechte, das die Vogtei Schauenburg aber an die Ritter von Handschuhsheim verpfändete. Nach einer langen Zeit der Rivalität zwischen Kurmainz und der Kurpfalz eroberte Friedrich der Siegreiche die Gebiete 1460 und zerstörte die Schauenburg.

Im Landshuter Erbfolgekrieg verwüstete der hessische Landgraf 1504 Dossenheim. Während des Dreißigjährigen Kriegs plünderten und zerstörten vor allem 1622 Tillys Truppen den Ort. Nach der Einnahme der Residenzstadt Heidelberg wurde Dossenheim für kurze Zeit wieder kurmainzisch, gelangte aber im Bergsträßer Rezess 1650 zurück zur Pfalz. Im Holländischen Krieg und im Pfälzischen Erbfolgekrieg zündeten französische Truppen 1674, 1689 und 1693 zahlreiche Gebäude an.

Mainz erklärte 1714 seinen endgültigen Verzicht an Dossenheim. 1803 wurde die Kurpfalz aufgelöst und Dossenheim wurde badisch.

Schwabenheim wurde 763 erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf wurde vermutlich im Hochmittelalter auf eine Hofsiedlung reduziert. Ab dem frühen 19. Jahrhundert vermehrte sich die Zahl der Häuser wieder und der Ort entwickelte sich zu einem Straßendorf. 1925 wurde Schwabenheim eingemeindet.

Einwohnerentwicklung 1577 1727 1818 1852 1905 1925 1950 1965
Dossenheim 560 1106 1517 2921
Schwabenheim 91 126 102
Gesamt 757 1197 1643 3023 3839 5820 7826

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Der Gemeinderat von Dossenheim hat 22 Mitglieder. Die Sitzverteilung stellt sich seit der letzten Kommunalwahl am 13. Juni 2004 wie folgt dar:

Gemeinderat 2004
Partei Sitze
CDU 9
Bündnis 90/Die Grünen 4
FWV (Freie Wählervereinigung) 4
SPD 4
FDP 1
Wahlbeteiligung: 60,5 %

[Bearbeiten] Bürgermeister

Bürgermeister von Dossenheim ist Hans Lorenz.

[Bearbeiten] Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: In Silber drei blaue Trauben (1:2) an einer grünen Ranke mit vier grünen Blättern.

Das Wappen geht zurück auf Gerichtssiegel aus dem Jahr 1495, auf dem bereits eine Weinranke zu sehen war. Es wurde 1901 vom Generallandesarchiv offiziell verliehen.

Die Flagge ist Grün-Weiß. Seit wann sie geführt wird, ist nicht bekannt.[3]

[Bearbeiten] Partnerschaften

Dossenheim unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Le Grau du Roi in Frankreich.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Schauenburg in Dossenheim
Die Schauenburg in Dossenheim
Aussichtsturm Weißer Stein
Aussichtsturm Weißer Stein

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Dossenheim hat durch seine topographische Lage in der Rheinebene und am Fuße des Odenwaldes einen hohen Naherholungswert. Sowohl die ebenen gärtnerisch genutzten Kulturflächen der Rheinebene als auch die steil ansteigenden Wälder des Odenwaldes bieten eine abwechslungsreiche Flora und Fauna. Insbesondere das Waldgebiet, das von 110 m.ü.NN bis auf 558 m.ü.NN beim Weißen Stein ansteigt, verfügt über ein gut ausgezeichnetes Wanderwegenetz.

Dieses Wanderwegenetz führt auch an der nördlich gelegenen Ruine Schauenburg vorbei. Bei guter Sicht eröffnet sich der Blick über die Türme des Speyerer Doms bis hin zum Hambacher Schloss im Pfälzer Wald, über die Städte Mannheim und Ludwigshafen bis hin im Süden nach Karlsruhe. Typisch und Wahrzeichen sind die weit sichtbaren, rot-gelb leuchtenden ehemaligen Porphyrsteinbrüche, die wie Wunden in das bewaldete Gebiet eingeschnitten sind.

Südöstlich der Schauenburg befinden sich die Überreste der Kronenburg aus dem 11./12. Jahrhundert. Vermutungen, dass es sich um Vorgängerbauten der Schauenburg handelt, konnten bislang nicht belegt werden.

Der Weiße Stein (552 m) ist der Hausberg von Dossenheim. Er dient als Treffpunkt von Radfahrern und Wanderern. Markantestes Merkmal des Weißen Steins sind sein aus Sandstein erbauter Aussichtsturm und sein an ein Ufo erinnernder Fernsehturm. (Dieser Fernsehturm ist nicht mit dem Mittelwellensender des SWR identisch.)

Als schönste Jahreszeit gilt in Dossenheim das Frühjahr mit der Obstbaumblüte. Weiß und rosa ist in dieser Zeit der Fuß des Odenwaldes um den Ort herum durch die Blüten der zahlreichen Obstbäume farbenprächtig gezeichnet.

[Bearbeiten] Museen

Das Heimatmuseum wurde 1978 eingerichtet und 2002 neu konzeptioniert. Es befindet sich im 1890 errichteten alten Rathaus, das als solches bis 1955 genutzt wurde. Das Museum zeigt Funde der Frühgeschichte, das Leben im Steinbrecherdorf Dossenheim, die Beziehungen zu Schauenburg, Fliehburg und Kronenburg und beinhaltet eine museumspädagogische Werkstatt.

[Bearbeiten] Sport & Freizeit

In Dossenheim gibt es zahlreiche Sportvereine, denen vier Sporthallen mit insgesamt acht Feldern und Außenanlagen sowie ein ganzjährig geöffnetes Hallenbad mit 25-m-Bahn zur Verfügung stehen. Es gibt auch zahlreiche Tennisfelder und ganz in der Nähe einen kleinen Bikepark. Für Skater gibt es seit einigen Jahren ein Gelände mit Halfpipe, Funbox etc.

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

Jeweils am Wochenende des dritten Sonntags im September findet die traditionelle Dossenheimer Kerwe (Kirchweih) statt. Dossenheimer Brauchtum, Straßenfest und Rummelplatz sind dabei vereint. Die Dossenheimer Brauchtumskerwe ist für ihren Holzäpfeltanz und das Bannweidgericht bekannt.

Jährlich im Mai findet der traditionelle Dossenheimer Sommertagszug statt. Jährlich im Dezember findet seit einigen Jahren der Weihnachtsmarkt auf dem Kronenburger Hof statt.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Wirtschaft

Dossenheim ist im Wesentlichen eine Wohngemeinde. Sie ist aufgrund der Nähe zu Heidelberg insbesondere für dort beschäftigte Personen attraktiv. 2006 waren 89 Prozent der Dossenheimer Auspendler.[4] Industrie und Gewerbe gibt es nur in geringem Umfang.

Dossenheim ist als Steinbrecherdorf bekannt. In Dossenheim gab es ehemals zwei große Steinbrüche. Der abgebrochene Porphyrstein wurde mit Seilbahnen zur inzwischen abgerissenen Umladestationen transportiert. Die Steine wurden vor allem als Wasserbausteine und als Straßenunterbau verwendet. Beide Steinbrüche sind inzwischen stillgelegt. Die Abbruchstellen sind aber bis weit in die Rheinebene hinein zu sehen.

[Bearbeiten] Bildung

Im Ort gibt es die Neubergschule (Grundschule), sowie die Kurpfalzschule (Grundschule mit Hauptschule und Werkrealschule). Eine Gemeindebücherei steht den Einwohnern im Gemeindeamt zur Verfügung. Des weiteren gibt es eine Volkshochschule im Ort.

[Bearbeiten] Verkehr

Dossenheim liegt an der Bundesautobahn 5 sowie an der Bundesstraße 3. Die von der Rhein-Neckar-Verkehr (RNV) betriebene Oberrheinische Eisenbahn (OEG) verbindet Dossenheim im 10-Minuten-Takt mit den umliegenden Ballungszentren Mannheim, Heidelberg und Weinheim. Dossenheim verfügt über drei Haltestellen. Speziell für ältere Mitbürger bietet Dossenheim ein Gemeindetaxi an, das an Werktagen diverse Haltestellen im Ort anfährt. Ähnlich gelagert, aber speziell für junge Leute, ist das Angebot eines Nacht-Taxis von Heidelberg nach Dossenheim. Ergänzt wird das Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) durch Carsharing. Fahrzeuge stehen an zwei Carsharing-Stationen in Dossenheim bereit.

[Bearbeiten] Behörden, Institutionen, Körperschaften etc.

[Bearbeiten] Sendetürme

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Einwohnerzahlen
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe. Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 348–350
  3. Herwig John, Gabriele Wüst: Wappenbuch Rhein-Neckar-Kreis. Ubstadt-Weiher 1996, ISBN 3-929366-27-4
  4. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stand: 30. Juni 2006

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Dossenheim – Bilder, Videos und Audiodateien

Dossenheim - Artikel des Tages

Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva

Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.

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