Ein Doppeladler ist in der Heraldik ein doppelköpfiger Adler.
Inhaltsverzeichnis |
Von Doppeladler spricht man bei einem Adler, der zumindest zwei getrennte Köpfe, meist aber sogar zwei getrennte Hälse hat.[1] Kein Doppeladler sind zwei halbe Adler an einer Spaltung (in der Spaltung bleibt immer der ganze Kopf erhalten, vergl. Formen des Adlers)
Seine Tingierung als Wappentier kann wie bei jedem Adler in allen heraldischen Farben und Metallen erfolgen.
Wesentlicher Unterschied wird durch die Krönung der Adlerköpfe gemacht. Entweder jeder Adlerkopf hat seine Krone, oder eine Krone schwebt über beiden Adlerköpfen. Durch die Hinterlegung mit einem Heiligen- oder Glorienschein je Kopf wird der Doppeladler bedeutend aufgewertet.
Ein Deutung des Doppeladlers als Symbol eines – wie auch immer gearteten – dualen Prinzips (wie Ost–West, Gewalteneinheit oder Reichshälften) ist mittelalterlich-heraldisch nicht zu begründen (er ist eher im Sinne eines Ranges ähnlich der Mehrflügeligkeit der Seraphime und Cherubime zu sehen, nach Weyss[2] etwa als „besonders umsichtiger, vieräugiger Wächter“), sondern viel spätere – nach Diem[1] dafür aber umso mächtigere und einflussreiche – Umdeutung.
Der erste bekannte Doppeladler stammt aus dem 23. Jahrhundert v. Chr. aus dem alten Babylonien. In der altorientalischen Teppichweberei wurden die Figuren umgekehrt wiederholt. Aus diesem Teppichstil wurde in anderen Kunstzweigen diese sich gegenüberstehenden Tierpaare als dekorative symmetrische Muster übernommen. Durch Verkürzung entstanden aus ihnen die doppelköpfigen Tiere. So ist auch der Doppeladler rein technisch aus zwei einköpfigen Adlern entstanden – wenn auch die europäisch-heraldische Tradition und neuere Symbolforschung[2] das ablehnt.
Nach Weyss[3] ist der Doppeladler in etlichen Kulturen unabhängig entstanden, so in Tibet, Pakistan, als doppelköpfiger Garuda auf Ceylon, oder in Peru.[1]
Der Doppeladler ist im kleinasiatischen Raum als dynastisches Zeichen seit dem 4. Jahrhundert, im ehemaligen Aramenien (heutiges Grenzgebiet zwischen Syrien und der Türkei)schon 302 als religiöses Zeichen verbreitet. Mit den Herrschern Ostroms verbreitet er sich über Ägäis und Balkan, und ist Symbol in der Konfrontation mit dem Islam.[4]
Der Doppeladler gelangte durch orientalische Stoffe im 11. Jahrhundert nach Europa und wurde um 1100 von der Kunst aufgegriffen.[1] Erwähnt sei hier nur die Verwendung in der romanischen Plastik in Frankreich.
Das erste Doppeladlersiegel erscheint 1180 als freigewähltes Persönlichkeitszeichen der Grafen von Saarwerden. Der doppelköpfige Adler in Gold auf Schwarz wurde der Stadt Wien schon 1237 von Kaiser Friedrich II., anlässlich der Wahl Konrad IV. zum Deutschen König, verliehen.[5]
Im späten Byzantinischen Reich wurde der doppelköpfige Adler bei Kaisern aus der Familie der Palaiologen gebräuchlich – von diesen Adlern leiten sich wohl alle europäischen Reichsadler ab:[1]
Von Byzanz übernahm das Russische Zarenreich als „das dritte Rom“ - nach dem „heidnischen“ Rom und dem christlichen Konstantinopel - den Doppeladler in Gold auf rotem Grund seit dem Jahr 1487. Diese Ableitung ist aber durchaus umstritten.[6]
Das Heilige Römische Reich verwendete den Doppeladler in Gold auf Schwarz seit der Regierungszeit Kaiser Sigismunds, der genaue Beschluss datiert auf das Jahr 1433. Vorher galt seit Karl dem Großen der einköpfige Reichsadler als Zeichen kaiserlicher Gewalt. Nimbiert – als Symbol des „heilig“ – war schon der einköpfige Adler, der Doppelköpfige bleibt es.[7]
Das 1871 errichtete Deutsche Reich ersetzte den Doppeladler wieder durch einen einköpfigen Adler.
1804/06, nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches im Jahre 1806 kam der Doppeladler auch in das Österreichische Wappen. Dort blieb er bis zur Auflösung der österreich-ungarischen Monarchie 1918. Österreich hat politische Veränderungen lange sorgfältig nachvollzogen: Der Brustschild seines Doppeladlers schwoll im „großen“ Wappen auf zweiundsechzig Felder an, im „mittleren“ trugen - in Anlehnung an den Quaternionenadler – die Schwungfedern Schildchen der Erblande, darunter auch Ungarn. In den Fängen hält er die drei wichtigsten Reichskleinodien als habsburgisches Erbe: Reichapfel links, Schwert und Szepter rechts.[8]
Zur Zeit des Austrofaschismus zwischen 1934 und 1938 wurde der Wappenadler erneut doppelköpfig, und wieder nimbiert, beides in heraldisch-symbolischer Willkürlichkeit.
Auch die griechisch-orthodoxe Kirche führt den Doppeladler in Übernahme aus Ostrom, die armenische Kirche nach noch älterer Tradition.[9]
Mittlerweile befindet sich der Doppeladler wieder im Staatswappen Russlands.
Albanien ist heute eine der wenigen Nationen, die noch den Doppeladler in ihrer Nationalflagge führen. Dieser Doppeladler ist auf den albanischen Nationalhelden Skanderbeg (1405–1468) zurückzuführen, der ihn als Siegel auf rotem Hintergrund verwendete. Er wurde 1912 mit Albaniens Unabhängigkeit zum Staatswappen erklärt.
Auch im Staatswappen von Serbien und Montenegro befand sich ein Doppeladler, ebenso in den Wappen der beiden seit 2006 getrennten Einzelstaaten.
Auch in Wappen von Adelshäusern, Landkreisen, Städten, Zünften (Schuhmacher) und viele weiteren Zusammenschlüssen taucht der Doppeladler auf.
|
Wappen Schwaben Bayern.svg
Wappen des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben |
Landkreiswappen des Landkreis Landkreises Alb-Donau |
Wappen des Landkreises Deggendorf |
Wappen des Ortenaukreises |
|
Wappen der Stadt Duisburg |
Essener Stadtwappen |
Wappen von Krems an der Donau |
Großes Wappen der Stadt Köln |
|
Wappen von Lübeck |
Stadtwappen Neuss |
Wappen von Ruhland |
Staatswappen Velletri |
|
Wappen der Stadt Wiener Neustadt |
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."