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Division (Militär)

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Eine Division ist ein militärischer Großverband, der sich in der Regel aus mehreren Regimentern oder Brigaden sowie verschiedenen Unterstützungstruppen zusammensetzt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Allgemeines

Divisionen gibt es in jeder der drei Teilstreitkräfte. Die Auffassungen einer Division unterscheiden sich jedoch grundlegend:

[Bearbeiten] Heer

Divisionen sind bei den Landstreitkräften operative Großverbände, die zum Gefecht der verbundenen Waffen befähigt sind. In den Weltkriegen mit ihren Millionenheeren kamen ihnen aber oft auch rein taktische Aufgaben zu. Typisch ist eine Gliederung in 2-3 Regimenter oder Brigaden Kampftruppe (Infanterie, Kavallerie, Panzertruppe), 1 Regiment oder Brigade Artillerie, sowie verschiedenen Kampfunterstützungstruppen in Bataillons- und Kompaniestärke (Pioniere, Sanitäter, Logistiktruppen, Panzerabwehrtruppen, Heeresflieger etc.), koordiniert von einem Divisionsstab mit einem Divisionskommandeur im Generalsrang. Unterstellt sind Divisionen in der Regel einem Korps. Die Stärke einer Division liegt meist zwischen 10.000 und 20.000 Soldaten.

[Bearbeiten] Luftwaffe

In der Bundeswehr haben Luftwaffendivisionen keinen Auftrag zur selbstständigen Gefechtsführung. Vielmehr dienen sie zur truppendienstlichen Organisation von Verbänden (Geschwader, Regiment, Bereich) und Dienststellen.

[Bearbeiten] Marine

In der Marine gab es den Begriff der Division auf drei unterschiedlichen Ebenen.

Erstens gab es Divisionen als Organisationsverbände der Divisionsebene wie bei der Luftwaffe. In der Bundesmarine gab es zeitweise drei Divisionen:

Diese Organisationsform existiert in der heutigen deutschen Marine nicht mehr.

Des weiteren werden die Teilverbände eines Geschwaders als Divisionen bezeichnet. In den Linienschiffgeschwadern der Kaiserlichen Marine gab es eine feste Einteilung in zwei Divisionen. Zurzeit wird die Divisionseinteilung nur in Bootsgeschwadern vorgenommen, die geschlossen als taktischer Verband eingesetzt werden. Dabei führt in der Regel der Geschwaderkommandeur die erste Division seines Geschwaders und der S 3-Stabsoffizier und Stellvertreter die zweite Division. In Ausnahmefällen kann ein erfahrener Bootskommandant als Führer einer dritten Division eingeteilt werden.

Zum dritten wurden bis in die 1980er Jahre die Schiffs- und Bootsbesatzungen in Divisionen eingeteilt. Die Division mit der Untergliederungsform der Korporalschaft war eine truppendienstliche Organisationsform, während die Besatzung fachlich in Hauptabschnitte und Abschnitte untergliedert war. Weil diese beiden Organisationsformen im wesentlichen miteinander übereinstimmten, wurde die Divisionsgliederung abgeschafft.

In historischen deutschen Marinen wie der preußischen und der Kaiserlichen Marine wurde die Bezeichnung Division für Ausbildungeinheiten verwandt, die etwa Bataillonsstärke hatten und mit heutigen Lehrgruppen zu vergleichen sind. Bei jeder Marinestation gab es eine Matrosendivision für die Ausbildung des seemännischen und Waffenpersonals und eine Werftdivision, in der die Schiffstechniker ausgebildet wurden.

Einige andere Marinen kennen Divisionen als Gliederung von Schiffsverbänden. Auch heute noch gibt es z. B. bei den japanischen See-Selbstverteidigungsstreitkräften Divisionen als Organisationsverband.

[Bearbeiten] Geschichte

Der Begriff Division bezeichnete ursprünglich einen Teil einer beliebig großen Einheit. So führte Herzog Ferdinand von Braunschweig im Siebenjährigen Krieg eine aus den Kontingenten der Bundesgenossen Preußens zusammengesetzte "Division", die aus allen Waffengattungen bestand. Als fester Terminus bezeichnete "Division" bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in der Regel eine Teileinheit eines Bataillons. Eine über den Regimentern stehende organisatorische Struktur im Sinne einer heutigen Division wurde erstmals im Frankreich des Ancien Régime geschaffen. Es handelte sich hierbei jedoch ausschließlich um einen administrativen Verband ohne taktische Funktionen.

[Bearbeiten] Entstehung in den Koalitionskriegen

Dieser Zustand änderte sich in Folge der Französischen Revolution unter dem Eindruck des ersten Koalitionskrieges. In Folge der großen Ausdehnung der französischen Streitkräfte durch Freiwillige und die Levée en masse auf über 1 Millionen Soldaten, sowie durch die Unerfahrenheit vieler militärischer Führer, machte sich eine taktische Führungsebene zwischen den Armeebefehlshabern und den Regimentern notwendig. Diese wurde unter maßgeblicher Beteiligung von Lazare Nicolas Marguerite Carnot durch Dekret des Nationalkonvents und des Wohlfahrtsausschusses 21. Februar 1793 geschaffen. Zumindest auf dem Papier wurden die Streitkräfte der Republik nunmehr in Divisionen, Brigaden und Halbbrigaden, gegliedert. Die Regimenter wurden aufgelöst. Die Divisionen bestanden dabei aus zwei Infanteriebrigaden zu zwei Halbbrigaden mit je drei Bataillonen, einem Kavallerieregiment sowie 32 Feldgeschützen. Kavalleriedivisionen mit berittener Artillerie wurden ebenfalls gebildet. Es handelte sich also um Verbände verbundener Waffen, die als Teil einer größeren Streitmacht eigene Kampfaufgaben selbstständig erfüllen konnten. Damit vereinfachte sich die Führung größerer Streitkräfte und ihre Flexibilität stieg, da den Divisionen jeweils Teilaufgaben übertragen werden konnten. Als vorteilhaft erwies sich auch die Möglichkeit die Gesamtstreitmacht in Divisionskolonnen auseinandergezogen marschieren zu lassen, da so die "Versorgung aus dem Land" erfolgen konnte und der Bedarf an großen, hinderlichen Trains abnahm.

Ein hervorragendes Beispiel, wie die neue Gliederung die Operation größerer Verbände positiv beeinflusste, stellt die Schlacht bei Wattignies nahe Maubeuge am 15. und 16. Oktober 1793 bei Wattignies dar, bei dem es dem französischen Befehlshaber Jean-Baptiste Jourdan gelang, nach einem schnellen Vormarsch auf breiter Front und einem ersten gescheiterten Angriff, seine Truppen schnell umzugruppieren und die österreichischen Truppen auszumanövrieren und zu schlagen. Eine derartige Expertise im Umgang mit den neu geschaffenen Verbänden war allerdings bis zum Ende des ersten Koalitionskrieges eher selten. Vielfach wurde die Kooperation zwischen den einzelnen Divisionen eines Befehlshabers vernachlässigt, so dass es den Koalitionsstreitkräften gelang Divisionen einzeln zu zerschlagen. Aus diesem Grund wurde diese Innovation lange Zeit Napoléon Bonaparte zugeschrieben, der sie, durch die Schaffung eines neuen operativen Großverbandes in Gestalt der Armeekorps, noch einmal entscheidend verbesserte.

Die Gliederung der Armee in Divisionen wurde, unter dem Eindruck der militärischen Erfolge Napoleons, bald von anderen Streitkräften übernommen. So wurde 1805 die gesamte Preußische Armee auf Vorschlag Scharnhorsts in Divisionen gegliedert. Allerdings wurde auch die gesamte Kavallerie den einzelnen Infanteriedivisionen zugeteilt, die dadurch die Möglichkeit verlor massiert am Schwerpunkt des Gefechts eine Entscheidung herbeizuführen.

[Bearbeiten] Kaiserreich

Im deutschen Heer hatten die Armeekorps im Frieden zwei Divisionen, die fortlaufend nummeriert wurden (zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Nr. 1 bis 42, die bayrischen Nr. 1 bis 6). Jede Division zerfiel in zwei bis drei Brigaden Infanterie und je eine Brigade Kavallerie und Feldartillerie. Das Gardekorps hatte zwei Garde-Divisionen mit fünf Garde-Infanterie- und zwei Garde-Feldartillerie-Brigaden sowie eine besondere Garde-Kavallerie-Division zu vier Garde-Kavallerie-Brigaden. Das 1. bis 14. Armeekorps hatten je drei Divisionen. Die 38. bis 40. sowie die bayerische 6. Division waren ohne Kavallerie. Fußartillerie, Pioniere, Jäger, Verkehrstruppen und Train waren im Frieden nicht den Divisionen unterstellt, sondern unmittelbar den Generalkommandos oder ihren besonderen Inspektionen.

Die Division wurde üblicherweise von einem Generalleutnant geführt (inoffiziell auch Divisionär genannt), dem ein Generalstabsoffizier mit Adjutant und Divisionsstab zur Seite stand. Zum Stab der Division gehörten nahezu 100 Offiziere, Beamte, Unteroffiziere und Mannschaften. Der Kommandeur einer Division führte eine Kommandoflagge.

In der Kriegsgliederung schied der größte Teil der Kavallerie aus dem Divisionsverband aus und bildete besondere Kavalleriedivisionen, die als selbständige Heeresteile oder in Kavalleriekorps formiert je nach den Umständen einzelnen Armeekorps oder auch den Armeen zugeteilt wurden. Die bei der Division verbleibenden 3-4 Eskadrone Kavallerie hieß Divisionskavallerie. Die eventuell vorhandene überzählige dritte Infanteriebrigade wurde an eine Reservedivision abgegeben. Die Divisionen nahmen die Bezeichnung Infanteriedivision an und wurden durch Zuteilung einer Feldartillerie-Brigade, 1-2 Feldpionierkompanien, 1-2 Sanitätskompanien, 2-3 leichten Munitionskolonnen und einem Brückentrain ergänzt. Außerdem konnte ein Jägerbataillon zugeteilt werden. Die Stärke einer Infanteriedivision betrug damit etwa 15.000 Mann, ca. 1.700 Pferde und 24 Maschinengewehre, sowie 72 Feldgeschütze (54 leichte Feldkanonen, 18 leichte Feldhaubitzen). Auf einer Straße marschierend nahm sie eine Länge von etwa 13 km ein. Die Reserve-, Landwehr- und Ersatzdivisionen, sowie die während des Ersten Weltkrieges neu aufgestellten Verbände hatten deutlich abweichende Gliederungen.

Aus der knappen Ausstattung der Infanteriedivision des kaiserlichen Heeres wird deutlich, dass sie unter den Bedingungen des frühen 20. Jahrhunderts kaum mehr befähigt waren selbstständige Operationen durchzuführen. Diese Funktion nahmen nunmehr die Armeekorps wahr, in deren Rahmen die Divisionen taktische Aufträge erfüllten.

[Bearbeiten] Österreichisch-Ungarische Armee

In den Streitkräften Österreich-Ungarns hieß die Division Truppendivision (Kavallerie-Truppendivision / Infanterie-Truppendivision). Die Bezeichnung Division als solche blieb Verbänden in Bataillonsstärke vorbehalten. (Train Division / Haubitz Division). Geführt wurden sie von einem Feldmarschallleutnant.

[Bearbeiten] Gliederungsbeispiel

[Bearbeiten] Wehrmacht

[Bearbeiten] Typologie

Bei den Landstreitkräften der Wehrmacht unterschied man zwischen folgenden Typen von Divisionen:

Den Divisionen der Wehrmacht unterstanden meist mehreren Regimenter als Kampfverbände, sowie einer Vielzahl von Unterstützungseinheiten.

[Bearbeiten] Aufbau

Im folgenden ist der Aufbau einer normalen Infanteriedivision der 1. Welle dargestellt. Eine Infanteriedivision der 1. Welle hatte einen Soll-Bestand von 534 Offizieren, 2.701 Unteroffizieren, 14.397 gemeinen Soldaten und 102 Beamten.

Divisionskommando

Oft wurde direkt bei der Front eine Führungsstaffel gebildet.

3 Infanterie-Regimenter

Aufklärungsabteilung

Artillerie-Regiment

Panzerabwehrabteilung

Pionier-Bataillon

Nachrichtenabteilung

Feldersatzbataillon

Nachschubdienste Stabsdivisionsnachschubführer mit

Verwaltungsdienste

Sanitätsdienste

Veterinärkompanie

Feldgendarmerietrupp (mot.)

Feldpostamt (mot.)

[Bearbeiten] Bundeswehr

Im Organisationsbereich Heer der Bundeswehr unterscheidet man zwischen folgenden Divisionen:

Früher gab es auch noch

die zwischenzeitlich aufgelöst, umbenannt oder anderen Truppenteilen unterstellt wurden.


Beispielhaft die Gliederung einer modernen mechanisierten Division:

2 bis 6 Brigaden

Hinzu kommen nichtaktive Verbände, wie z. B. Sicherungsbataillone oder Infanteriebataillone

[Bearbeiten] Literatur

rencontre

Division (Militär) - En savoir plus

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