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Ich finde es sehr interessant, dass in der Definition dieses Wortes, was schon fast nicht mehr im Sprachgebrauch unserer Gesellschaft verankert ist, die Bezeichnung Regelwerk gewählt wurde. Welches ist denn das Regelwerk der BRD? Das Grundgesetz. Da ist ja schon vieles besser geworden, z.B. das Verschwinden der Ablehnung von nicht ehelichen Kindern. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht mit den Werten und Normen in unserer Gesellschaft.
Dieser Artikel bezieht sich nur auf den eher Kantianischen Strang von Sittlichkeit. Der andere Strang, der Hegelianische, unterscheidet Sittlichkeit streng von der Moralität. Das müßte hier dringend um die philosophische Diskussion erweitert werden. Bezeichnend ist auch der Link auf die englische Seite zu „Morality”. Im englischen wird aber die heglelianische Sittlichkeit meist mit „ethical life” übersetzt und das kann man nicht als „Regelwerk” fassen. - Sorry, hab leider keine Zeit, das hier auszuarbeiten.
In einer Gesellschaft ohne eine einheitliche, bzw. mit vielen verschiedenen Sittlichkeiten, d.h., letztlich also keiner Sittlichkeit, in der einzig irgendwelche immer komplexer werdenden Gesetze die allgemeingültigen Regeln vorgeben, kann keine gemeinsame Sittlichkeit aufgebaut werden, was zur Konsequenz hat, daß jede individuelle Sittlichkeit zur Farce bzw. direkt zur Dummheit wird, da jeder damit nur seine Chancen im materiellen Verteilungskampf einschränkt.
Bald wird man also sagen können: Es gab einmal ... eine Welt der verschiedenen Kulturen, Völker und Sittlichkeiten - sie endete mit der „Herrschaft des Rechts”, und an ihre Leitfiguren für das Welteinheitsvolk - Juristen.
84.44.139.36 18:12, 19. Feb. 2007 (CET)
Der Artikel Unsitte ist mit einem Redirect hierher versehen, wäre schön wenn das Wort Unsitte dann hier im Artikel wenigsten definiert würde! --WikipediaMaster 16:13, 15. Sep. 2007 (CEST)
Die vorliegende Definition von Sittlichkeit suggeriert, Individuen hätten a) die Möglichkeit Sittlichkeit selber zu bestimmen und frei festzulegen; b) Sittlichkeit wäre von sich aus intentional, bzw. funktional.
ad. a) Zwar vollzieht jedes Individuum sittliches oder nicht-sittliches Verhalten oder transportiert sittliche Regeln, jedoch kann der/die Einzelne diese Regeln nicht einfach ändern. Sittlichkeit ist ein Phänomen von Gemeinschaften, dessen Mitglied der Einzelne ist. Sittlichkeit verändert sich, jedoch "außerhalb" des Individuums. "Sitte und Recht regeln das Verhalten" (Durkheim). Es sind Kollegtivgewohnheiten, jedoch nicht alle Kollegtivgewohnheiten sind sittlicher Natur. Sitte wirkt von Außen als Zwang. Und somit zu Punkt b):
ad b) Sitte übt eine beschränkende Funktion aus. Jedoch hat Sittlichkeit kein Bewußtsein und kann selbst kein Ziel haben.
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