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Die satanischen Verse

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Dieser Artikel behandelt den Roman Die satanischen Verse von Salman Rushdie. Zu den angeblich gelöschten Koransuren, auf die er sich bezieht, siehe den Artikel Satanische Verse.

Die satanischen Verse (The satanic Verses) ist der Titel eines 1988 erschienen Romans von Salman Rushdie, der von indischen Immigranten in Großbritannien handelt und teilweise vom Leben des Propheten Mohammed inspiriert ist. Der Ausdruck „satanische Verse“ wurde von William Muir gebildet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Inhalt

Der Roman beginnt damit, dass zwei indische, aus Bombay stammende Muslime, Saladin (Salahudin) Chamcha und Gibril Farishta, nach der Explosion eines von Extremisten entführten Jumbo Jets an der Ostküste von England ohne Fallschirm vom Himmel fallen, überleben und glauben verwandelt, wiedergeboren zu sein. Gibril, ein beliebter Bollywood-Schauspieler und Darsteller von Gottheiten, erhält nach dem Absturz einen Heiligenschein. Saladin, ein nicht minder erfolgreicher, seine Herkunft verleugnender Stimmenimitator, verwandelt sich äusserlich langsam in ein „Ungeheuer“ mit Fell, Hörnern und Schwanz, nimmt also ein teufelsähnliches Aussehen an. Aufgrund dieses Aussehens von der Polizei verfolgt, wird Saladin vom Liebhaber seiner englischen Ehefrau in London in einem bangladeschischen Café versteckt, wo er trotz seines zunehmend veränderten Aussehens gute Freunde findet und zum Symbol des Widerstands gegen fremdenfeindliche Gruppierungen wird. Gibril andererseits gelingt es, sein ehemaliges Leben weiterzuführen, wird aber zunehmend von der Vorstellung geplagt, die Inkarnation des gleichnamigen Erzengels zu sein, entfremdet sich von seiner Umwelt und wird geisteskrank. Gibril erhält nach einigen Leiden sein ursprüngliches Aussehen zurück, trifft auf seine Nemesis und wird von ihr während gewalttätiger Unruhen aus dem brennenden Café gerettet. Bevor er zu sich selbst findet, rächt sich Saladin mit „satanischen Versen“ (Verzweiflungstaten auslösender Telefonterror) an Gibril, der ihn nach ihrer wundersamen Rettung aus dem explodierten Flugzeug im Stich gelassen hatte.

In den Erzählstrang um Gibril und Saladin verwoben ist die Geschichte des Propheten Mohammed, der im Roman Mahound heißt, und dessen Kampf gegen die Göttin Al-Lat und das vorislamische Mekka. Gibril ist gleichzeitig Zuschauer, Werkzeug und Akteur zweier weiterer Handlungsstränge des Romans: Der von Wundern und Unglücken begleiteten Haddsch eines kleinen südindischen Dorfes gegen den Widerstand seines säkularen Zamindars (Grossgrundbesitzer) sowie eines im Exil lebenden Imams, zu dessem unfreiwilligen Werkzeug Gibril wird („Reise nach Jerusalem“ und Vernichtung von Aischa). Diese Erzählstränge sind als „Träume“ Gibrils beziehungsweise des Erzengels Gabriel gestaltet.

[Bearbeiten] Erläuterungen

Satanische Verse“ ist die Bezeichnung für gewisse, angeblich gelöschte Koran-Verse. Nach einer bei Tabari [1] erhaltenen Überlieferung fuhr Mohammed nach Sure 53 Vers 19f., in dem es um die Göttinnen Al-Lat, Uzza und Manat des vorislamischen Mekka ging, aufgrund der Einflüsterung des Satans, fort: „Das sind die erhabenen Kraniche. Auf ihre Fürbitte darf man hoffen.“[2]
Die neue, gereinigte oder berichtigte Fassung verdrängte diese Göttinnen, da sie auch als (untergeordnete) verehrungswürdige Wesen nicht mit dem Monotheismusgebot in Einklang zu bringen waren.
Diese Episode aus der Geschichte des Islams wird – zusammen mit vielen anderen, die nahelegen sollen, dass Mohammed ein geschickter Politiker war, göttliche Inspiration oder nicht („Wie praktisch, ein Prophet zu sein“) – im Roman erzählt. Im Roman wird unter anderem erzählt, dass Mohammed mit seinen Anhängern über den rechten Glauben diskutierte und sich bei Uneinigkeiten auf einen Berg zurückzog. Dort erfuhr er, und dies deckt sich mit den koranischen Angaben, im Traum vom Erzengel Gabriel den Willen Allahs. Günstigerweise vertrat der Erzengel dabei immer diejenige Auffassung, die Mohammed bereits hatte. Es stellt sich dann heraus, dass es in Wirklichkeit nicht Gabriel, sondern der Satan bzw. Shaitan (der in einigen wenigen Absätzen als „Erzähler“ auftritt) gewesen war, den Mohammed im Traum getroffen hatte. Außerdem wurden die Worte Gabriels respektive Mohammeds, die er als Analphabet seinem persischen, am Propheten zweifelnden Anhänger und Schreiber diktiert, in zunehmendem Maße verfälscht.

Thema des Romans ist der Gegensatz von Glaube und Zweifel, der durch eine Fülle von Gegensatzpaaren wie Gut und Böse, Sakrales und Profanes, Liebe und Hass, Rache und Vergebung, Geborgenheit und Exil, Leben und Tod, Wirklichkeit und Vision erweitert wird. Am Ende des Romans begeht Gibril Suizid und wird frei, während Saladin beschließt, dem Zweifel „als menschliche Befindlichkeit“ die Annahme des Lebens hier und jetzt entgegenzusetzen, denn „die Welt ist wirklich; wir müssen hier leben, weiterleben“.

[Bearbeiten] Anspielungen auf den Islam

Folgende Figuren und Begriffe weisen eine Ähnlichkeit mit Persönlichkeiten bzw. Gegebenheiten der koranisch-/islamischen Geschichte: [3]

[Bearbeiten] Wirkungen

Die Satanischen Verse wurden von radikalen Vertretern der fundamentalislamisch-schiitischen Geistlichkeit als Diffamierung des Korans und seiner Überlieferung interpretiert. Es wurde auch mehrfach darauf hingewiesen, dass eine groteske Nebenfigur nicht nur als Chomeini-Karikatur gesehen werden konnte. Es kam zu Demonstrationen und dem berüchtigten Mordaufruf in Form einer Fatwa des iranischen Revolutionsführers Chomeini (siehe den Artikel Salman Rushdie). Zum andern hat die Darstellung der zwölf Ehefrauen Mahounds in ihren Antibildern von zwölf Prostituierten in Jahilia wohl auch weniger konservative Muslime gegen Rushdie und seinen Roman aufgebracht.

In Deutschland wagte kein einzelner Verlag, Die satanischen Verse zu verlegen. Gleichzeitig wurde es als Akt der Verteidigung der Meinungsfreiheit gesehen, die Publikation sicherzustellen.[6] Schließlich gründete eine Arbeitsgemeinschaft der deutschen Verlage einen neuen Verlag mit Namen „Artikel 19 Verlag“ (dem Artikel, der in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (UNO) das Grundrecht auf Meinungsfreiheit zusichert), dessen einziger Zweck die Herausgabe der Verse war (ISBN 3-9802315-0-X). Im März 1997 erschien das Buch im Verlag Droemer Knaur als Taschenbuch (ISBN 3-426-60648-8).

Auf mehrere Übersetzer des Buchs wurden Anschläge verübt. So wurde z. B. Hitoshi Igarashi,[7] – der japanische Übersetzer des Buches – ermordet, der italienische Übersetzer, Ettore Capriolo, schwer verletzt und der norwegische Verleger, William Nygaard, entkam nur knapp einem Mordversuch. Außerdem setzten radikale Muslime bei einem Protest gegen den türkischen Übersetzer ein Hotel in Brand, in dem 37 Menschen verbrannten [8] (vgl. Anschlag auf das Madimak-Hotel in Sivas und Sivas-Massaker.)

[Bearbeiten] Quellen

  1. Tabari Annalen I, S. 1192–1196, u. a., vgl. Rudi Parets Koranausgabe, Kommentarband, S. 461
  2. tilka l-garaniqu l-'ula wa-inna safa'atahunna la-turtaga
  3. Seitenangaben nach Salman Rushdie, Die Satanischen Verse. Rowohlt. 2007.
  4. The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Brill, Leiden. Bd. 4, S. 171.
  5. Von der arab. Wurzel s-l-m werden auch die Worte Unversehrtheit, Gänze, Heil, Frieden abgeleitet.
  6. Kommentar der ZEIT von 1989
  7. Weisman, Steven R.: www.nytimes.com (New York Times, 13. Juli 1991).
  8. Mühlmann, Sophie: Neue Wut auf Salman Rushdie nach Ritterschlag (Die Welt, 19. Juni 2007).

[Bearbeiten] Literatur

Die satanischen Verse - Artikel des Tages

Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva

Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.

Femme russe Die satanischen Verse - In den Nachrichten

"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."

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