| Colmar | ||
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| Staat | Frankreich | |
| Region | Elsass | |
| Département | Haut-Rhin (Präfektur) | |
| Arrondissement | Colmar | |
| Kanton | Chef-lieu der Kantone Colmar-Sud und Colmar-Nord | |
| Koordinaten | 48° 5′ N, 7° 21′ OKoordinaten: 48° 5′ N, 7° 21′ O | |
| Höhe | 175 bis 214 m | |
| Fläche | 66,57 km² | |
| Einwohner – mit Hauptwohnsitz – Bevölkerungsdichte |
(2005) 65.300 Einwohner 981 Einw./km² |
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| Postleitzahl | 68000 | |
| INSEE-Code | 68066 | |
| Website | http://www.ville-colmar.fr/ | |
| Colmar, Altstadt | ||
Colmar (1871 bis 1918 sowie in der Zeit des Nationalsozialismus auch Kolmar) ist nach Straßburg (frz. Strasbourg) und Mülhausen (frz. Mulhouse) die drittgrößte Stadt im Elsass (französisch Alsace). Der Ort liegt in einer relativ flachen Landschaft am Fluss Lauch, der hier in die Ill mündet, etwa 20 km westlich des Rheins und ungefähr in der geographischen Mitte zwischen Basel (60 km entfernt) und Straßburg (65 km entfernt). Die Stadt ist Sitz der Präfektur des Departements Haut-Rhin und außerdem Sitz des höchsten elsässischen Gerichts (Cour d'appel de Colmar, 1871 bis 1918 Oberlandesgericht Colmar). Die Präfektur verwaltet auch das Arrondissement Colmar, das aus sechs Kantonen besteht. Colmar-Stadt ist Hauptort (frz.: chef-lieu) der Kantone Colmar-Nord und Colmar-Sud. Mit 65.300 Einwohnern (2005) ist Colmar nach Mülhausen die zweitgrößte Stadt im Département Haut-Rhin.
Inhaltsverzeichnis |
Colmar wurde als Königsgut unter dem Namen Columbarium (Taubenhaus) im Jahr 823 erstmals urkundlich erwähnt. Anfang des 13. Jahrhunderts wurde die Befestigung errichtet. Im Jahr 1226 ist Colmar zur Freien Reichsstadt geworden. Der Rat der Stadt übergibt 1360 die Macht an die Berufskorporationen. Im 14. Jahrhundert trat Colmar dem Zehnstädtebund bei. Im 14. und 15. Jahrhundert bestand in Colmar, wie auch in anderen Städten am Oberrhein, eine bekannte Meistersinger-Schule. Josel von Rosheim führte 1548 einen Prozess für die Juden der Stadt Colmar vor dem Reichskammergericht wegen des seiner Ansicht nach unzulässigen Marktverbotes der Stadt für die Juden.
Truppen des französischen Königs Ludwigs XIV. besetzen Colmar im Jahr 1673. Mit dem Frieden von Nimwegen 1679 wird Colmar Frankreich zugeschlagen und Sitz der Allgewaltigen Ratsversammlung der Provinz Elsass. Colmar bekam 1791 den Sitz der Verwaltung des Departements Haut-Rhin. Im 19. Jahrhundert besitzt Colmar eine leistungsfähige Textilindustrie.
Nach Ende des deutsch-französischen Krieges (1870/71) wird Colmar Teil des neugebildeten Reichslandes Elsass-Lothringen (Deutsches Reich) und Hauptstadt des Bezirks Oberelsass sowie Sitz eines eigenen Oberlandesgerichtes. 1902 eröffnete in der Stadt ein Straßenbahnbetrieb, der 1960 stillgelegt wurde.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wird Colmar 1918 zusammen mit dem übrigen Elsass wieder Teil von Frankreich. Am 22. August 1926 kommt es in Colmar zu Zusammenstößen zwischen elsässischen Autonomisten und französischen Nationalisten (Blutiger Sonntag). Im Zweiten Weltkrieg wird Colmar 1940 nach der Niederlage Frankreichs als Teil des Reichsgaus Baden-Elsass de facto dem Großdeutschen Reich angeschlossen. Ab 1942 werden auch die Bürger von Colmar in die Wehrmacht eingezogen. Am 2. Februar 1945 wird die Stadt nach erbitterten Kämpfen in der „Kesselschlacht von Kolmar“ (Poche de Colmar) – die letzte Schlacht des Zweiten Weltkriegs auf französischem Territorium – durch die Westalliierten befreit und gehört nun wieder zu Frankreich.
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In Colmar befinden sich zahlreiche bedeutende Bürgerhäuser aus dem Mittelalter und der Renaissance, die der Altstadt über die Jahrhunderte ihren mittelalterlichen Charakter erhalten haben. Prachtvollste Beispiele sind das 1480 errichtete und im 16. Jahrhundert erweiterte Koifhus, das 1537 für einen reichen Hutmacher erbaute Pfisterhaus (frz. Maison Pfister) sowie das Kopfhaus (frz. Maison des Têtes), dessen Fassade mit mehr als 100 "Köpfen" verziert ist. Weitere bemerkenswerte Gebäude aus dieser Zeit sind die ehemalige Wache (Ancien Corps de garde) und das Haus der Ritter des Johanniterordens (Maison des Chevaliers de St Jean), die beide in einem von der italienischen Renaissance angeregten Stil gestaltet worden sind. Die ehemalige Zunftstube der Ackerleute (Poêle des Laboureurs) von 1626 trägt bereits erste Züge von Barockarchitektur.
Bedeutende Bauwerke des Klassizismus sind das Gerichtsgebäude (Tribunal) in der Grand Rue (nicht zu verwechseln mit dem repräsentativen wilhelminischen Oberlandesgericht [Cour d'Appel] in der Avenue Poincaré) und das ehemalige Spital (Ancien Hôpital).
Die Hauptkirche der Stadt ist das gotische Martins-Münster mit seinem 71. Meter hohen Turm.
In der im 13. Jahrhundert entstandenen Dominikanerkirche befindet sich das Gemälde „Madonna im Rosenhag“ von Martin Schongauer aus dem Jahr 1473 sowie im Chor die größte erhaltene Sammlung von mittelalterlichen Bleiglasfenstern der Stadt (14. Jahrhundert).
Die ebenfalls großzügig dimensionierte ehemalige Franziskanerkirche, die heutige protestantische Kirche Saint-Matthieu, weist innen einen für den Oberrhein seltenen Lettner, eine bemalte Holzflachdecke, eine Silbermann-Orgel sowie Fenster von Peter Hemmel von Andlau auf.
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das am Fluss Lauch liegende Viertel „Klein-Venedig“ (frz. Petite Venise), das sehr schöne Häuser und Brücken beherbergt. Das Viertel grenzt an das ehemalige Gerberviertel (Quartier des Tanneurs), das ein ebenso einheitliches, wenn auch schlichteres, altertümliches Bild wie die Innenstadt aufweist. In der Nähe der Petite Venise liegt ebenfalls das „Fischerufer“ (Quai de la Poissonnerie), das zu den meistfotografiertesten Motiven der Stadt zählt.
Die Kolmarer Liederhandschrift enthält von verschiedenen Künstlern des Minnesangs etwa 900 Liedertexte und 105 Melodien. Sie entstand um 1480 in Mainz; eines der wenigen Exemplare wurde von der Meistersingerschule von Kolmar beschafft, verschwand aber in den Wirren eines Bürgerkriegs. Im 19. Jahrhundert tauchte sie in einem Basler Antiquariat auf und wurde von einem Münchener Museum erworben.
Colmar teilt sich die Universität des Oberelsass (Université de Haute-Alsace) mit dem benachbarten, größeren Mülhausen. Von den insgesamt circa 8000 Studenten der UHA folgen etwa 1500 eine Ausbildung am Institut universitaire de technologie (IUT) von Colmar, an der Colmarer Zweigstelle der Faculté des Sciences et Techniques sowie an der Unité de Formation et de Recherche Pluridisciplinaire d'Enseignement Professionnalisé Supérieur (UFR P.E.P.S.).
Alljährlich seit 1980 findet im Sommer das Colmarer internationale Festival klassischer Musik (Festival international de musique classique de Colmar) statt. Künstlerischer Leiter der ersten Fassung des Festivals war 1980–1989 der deutsche Dirigent Karl Münchinger. Seit 1989 untersteht das Festival der künstlerischen Leitung des russischen Violinisten und Dirigenten Wladimir Spiwakow.
Colmar ist der europäische oder französische Sitz mehrerer bedeutender Firmen, wie der US-amerikanische Konzern Timken und die deutschen Unternehmen Liebherr und Leitz. Daneben stellt der Tourismus eine weitere wichtige Einnahmequelle der Gemeinde dar.
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Mitgliedschaft
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Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."