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Chor (Architektur)

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Bereich des Chors eines typischen Kirchengrundrisses

In der sakralen Architektur bezeichnet der Chor, auch Presbyterium genannt, den Altarraum in Kirchen, der nur dem Klerus vorbehalten war. Ursprünglich war der Chor ein für den Sänger nahe dem Altar bestimmter Platz.

In altchristlicher Zeit wurde der Chor ohne besondere architektonische Ausformung gestaltet und war nur durch Schranken innerhalb des Kirchenraums unterteilt. Später trat er als selbständiger Teil des Bauwerks hervor und wurde häufig – insbesondere in der Romanik – über einer Krypta erhöht. Daher stammt der Name Hochchor.

Der Chor befindet sich üblicherweise bei Langbauten am östlichen Ende des Kirchenschiffs, wobei es auch zahlreiche Ausnahmen gibt, bei denen sich der Chor in anderen Himmelsrichtungen befindet oder eine Kirche zwei gegenüberliegende Chöre (eine sogenannte Doppelchoranlage) hat. Bei Zentralbauten wie dem Petersdom in Rom gibt es in der Regel keinen Chor.

Der Chor besteht häufig aus dem Chorhaus (bei quadratischem Grundriss auch Chorquadrat genannt) und dem Chorschluss. Dieser wird nach der Geometrie des östlichen Abschlusses genannt. Aus der Romanik ist der runde Chorschluss Apsis bekannt, in Zisterzienserkirchen und der englischen Gotik ist der gerade Chorschluss (auch flacher, platter oder Rechteck-Chorschluss genannt) bevorzugt worden. In den Zisterzienserkirchen wird der Chor getrennt nach Mönchschor, auch Herrenchor genannt, und dem westlich anschließenden Chor der Laienbrüder. Der Gotik lassen sich die eckigen (polygonalen) Chorschlüsse zuordnen. Sie werden nach der Anzahl der Segmentteile benannt (z. B. 5/8-Schluss).

Weiter werden die Chorformen unterschieden, die sich aus dem Verhältnis zum Rest der Kirche und deren Anbauten ergeben. So gibt es den eingezogenen Chor, der schmaler ist als das Mittelschiff. Ein Staffelchor (auch Benediktinerchor genannt) hat einen Hauptchor und in ihrem Verlauf sich verkürzende Nebenchöre. In der Romanik und der Gotik wurden Chöre mit Chorumgang und Kapellenkranz gebaut, die reichste Ausgestaltung dieser Chorform findet man in den Kathedralen Frankreichs. Bei dem Dreikonchenchor enden die Querhausarme wie der Hauptchor mit Konchen bzw. Apsiden (Kleeblattanlage). Hier sind die Basilika St. Andreas in Köln und die Elisabethkirche in Marburg als Beispiele zu nennen. Schließlich gab es in der karolingischer Zeit und der deutschen Romanik Kirchen mit Doppelchor bei der ein Ost- und ein Westchor erbaut wurde. Beispiel hierzu sind der Mainzer Dom, der Wormser Dom, der Bamberger Dom, Hildesheim (St. Michael und St. Godehard) und das Bonner Münster.

Der Chor wird typischerweise mit Chorgestühl, Chorschranken und einem Chorturm versehen. Er war im Mittelalter häufig durch den Lettner abgegrenzt.

In protestantischen Kirchen bezeichnet Chor die in das Langhaus hineingebauten Emporen für die Aufnahme der Orgel (Orgelchor) und der Sänger (Sängerchor).

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