| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Karlsruhe | |
| Landkreis: | Karlsruhe | |
| Höhe: | 114 m ü. NN | |
| Fläche: | 93,02 km² | |
| Einwohner: | 43.231 (31. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 465 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 76646 (alt: 7520) | |
| Vorwahl: | 07251 | |
| Kfz-Kennzeichen: | KA | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 2 15 009 | |
| Stadtgliederung: | Kernstadt und 5 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Kaiserstraße 66 76646 Bruchsal |
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| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeister: | Bernd Doll | |
Bruchsal ist eine Stadt am westlichen Rand des Kraichgaus, etwa 20 km nördlich von Karlsruhe in Baden-Württemberg. Die Stadt mit dem größten Spargelmarkt Europas ist die größte Stadt des Landkreises Karlsruhe und ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden. Bis 1972 war Bruchsal Sitz des gleichnamigen Landkreises, der durch die Kreisreform zum 1. Januar 1973 Bestandteil des Landkreises Karlsruhe wurde.
Um das Jahr 1955 überschritt die Einwohnerzahl die 20.000-Grenze. Deshalb wurde Bruchsal bereits mit Inkrafttreten der baden-württembergischen Gemeindeordnung zum 1. April 1956 zur Großen Kreisstadt erklärt. Mit der Nachbargemeinde Forst hat Bruchsal eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.
Inhaltsverzeichnis |
Bruchsal liegt am Rande der Oberrheinischen Tiefebene und des Kraichgaus an der Saalbach, einem kleinen Nebenfluss des Rheins, der zwischen Philippsburg und Oberhausen mündet.
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Bruchsal. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören alle zum Landkreis Karlsruhe: Forst, Ubstadt-Weiher, Kraichtal, Bretten, Gondelsheim, Walzbachtal, Weingarten (Baden), Stutensee und Karlsdorf-Neuthard. Die zum Stadtgebiet Bruchsals gehörige unbewohnte Exklave nördlich von Karlsdorf-Neuthard grenzt an die Gemeinden Graben-Neudorf, Waghäusel und Hambrücken.
Das Stadtgebiet Bruchsals gliedert sich in die Kernstadt und die Stadtteile Büchenau, Heidelsheim, Helmsheim, Obergrombach und Untergrombach.
Gelegentlich werden innerhalb der Kernstadt noch Wohngebiete mit eigenem Namen unterschieden (z. B. Südstadt, Reserve), wobei deren Grenzen meist nicht genau festgelegt sind. Ferner gibt es im Stadtgebiet auch noch separat gelegene Wohnplätze, die oftmals nur aus einem oder wenigen Häusern bestehen, so etwa Langental, Rohrbacher Hof, Scheckenbronnerhof, Staighof, Talmühle und Auf dem Michaelsberg (Untergrombach). Wohngebiete innerhalb der Kernstadt sind unter anderem die Silberhölle, Weiherberg, Augsteiner und die Südstadt.
Für die im Rahmen der Gebietsreform der 1970er Jahre eingegliederten Stadtteile wurde die Ortschaftsverfassung eingeführt, das heißt, die Bürger des Stadtteils (Ortschaft) wählen bei jeder Kommunalwahl ein eigenes Gremium, den Ortschaftsrat, der zu wichtigen Angelegenheiten der Ortschaft zu hören ist. Vorsitzender des Ortschaftsrates ist der Ortsvorsteher.
Bruchsal bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Mittlerer Oberrhein, deren Oberzentrum die Stadt Karlsruhe ist. Zum Mittelbereich Bruchsal gehören neben der Stadt Bruchsal noch die Städte und Gemeinden Bad Schönborn, Forst, Hambrücken, Karlsdorf-Neuthard, Kraichtal, Kronau, Oberhausen-Rheinhausen, Östringen, Philippsburg, Ubstadt-Weiher und Waghäusel des Landkreises Karlsruhe.
Hauptartikel: Geschichte der Stadt Bruchsal
Das Gebiet der Stadt Bruchsal gehörte schon seit dem Mittelalter sowohl politisch als auch kirchlich zum Bistum Speyer und war dem Archidiakonat der Propstei des Kollegiatstiftes zum Hl. Johannes und Hl. Guido in Speyer unterstellt. Die Reformation konnte somit kaum Fuß fassen und wurde schließlich durch den Bischof unterdrückt. Schon sehr früh wurde Bruchsal Sitz eines Dekanats. 1716 wurde sie sogar Sitz des gesamten Fürstbistums, als Bischof Heinrich von Rollingen, ins Bruchsaler Schloss übersiedelte und damit Bruchsal Residenzstadt wurde. Als das Fürstbistum 1803 säkularisiert wurde, blieb Bruchsal aber noch Sitz des geistlichen Territoriums bis zum Tode des Bischofs 1810. Dann wurde Bruchsal Sitz des "Generalvikariats Bruchsal", das für das gesamte rechtsrheinische Gebiet der ehemaligen Fürstbistümer Speyer, Mainz und Worms zuständig war. 1821 wurde dann das Erzbistum Freiburg als neues Bistum für das Großherzogtum Baden gegründet und 1827 nahm der erste Erzbischof sein Amt auf. Seither gehörte Bruchsal mit seinem gesamten Umland zu diesem Erzbistum und wurde erneut Sitz eines Dekanats. Zu ihm gehören heute 28 Pfarrgemeinden in 10 Seelsorgeeinheiten im gesamten Raum Bruchsal. Pfarrgemeinden bzw. -kirchen sind in der Kernstadt St. Peter, Stadtkirche Unserer Lieben Frau, Schlosskirche St. Damian und Hugo, St. Paul, St. Anton und St. Josef sowie in den Stadtteilen St. Bartholomäus Büchenau, St. Maria Heidelsheim, St. Sebastian Helmsheim, St. Martin Obergrombach sowie St. Cosmas und Damian Untergrombach. Hensel Frosch erbaute im 15. Jahrhundert auf dem Michaelsberg bei Untergrombach eine Wallfahrtskirche.
Nach der Säkularisation 1803 wurde in Bruchsal auch eine evangelische Gemeinde gegründet, die sich in der Folgezeit stets vergrößerte (1825 erst 584, 1900 bereits 3.720 Mitglieder) und 1928 in eine Nord- und eine Südgemeinde geteilt wurde. Für beide Gemeinden wurde 1935/36 die Lutherkirche erbaut, welche im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1950 wieder aufgebaut wurde. Ende des 20. Jahrhunderts wurden die Gemeinden wieder zur Luthergemeinde-Bruchsal vereinigt. Nach dem Krieg entstand mit der Paul-Gerhardt-Kirche eine weitere evangelische Kirche. Die Stadtteile Heidelsheim und Helmsheim waren wegen ihrer Zugehörigkeit zur Kurpfalz bzw. zu Baden früh protestantisch geworden, während die Stadtteile Büchenau, Obergrombach und Untergrombach als Teil des Bistums Speyer überwiegend katholisch blieben. Erst in jüngster Zeit sind auch in diesen Stadtteilen Protestanten zugezogen. Dies führte zur Gründung der Christusgemeinde für die Stadtteile Ober- und Untergrombach. Die Protestanten Büchenaus gehören nach wie vor zur Nachbargemeinde Staffort (Stadt Stutensee). Gehörten die landeskirchlichen Protestanten im Raum Bruchsal nach 1806 zunächst noch zum Dekanat Bretten, so wurde Bruchsal 1981 Sitz des bereits seit 1809 bestehenden Dekanats Karlsruhe-Land. Zu ihm gehören heute 26 Kirchengemeinden im gesamten nördlichen Landkreis Karlsruhe. 2007 wurde der Dekanatssitz in die Nachbargemeinde Forst verlegt. Im Stadtgebiet Bruchsals gibt es somit folgende landeskirchliche Gemeinden: Luthergemeinde, Paul-Gerhardt-Gemeinde in der Kernstadt sowie Evangelische Kirchengemeinde Heidelsheim, Evangelische Kirchengemeinde Helmsheim und Christusgemeinde in Unter- und Obergrombach in den Stadtteilen.
Daneben bestehen in Bruchsal auch noch Gemeinden verschiedener Freikirchen, darunter eine Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche und eine Adventisten-Gemeinde, ICF Bruchsal (ICF Movement) sowie die FeG-nahe Christliche Gemeinde Bruchsal. Die Stadtmission Bruchsal ist eine landeskirchliche Gemeinschaft unter dem Dach des Liebenzeller Gemeinschaftsverbandes und ist eine Gemeinschaft innerhalb der evangelischen Landeskirche in Baden. Auch die Neuapostolische Kirche und die Zeugen Jehovas sind in Bruchsal präsent.
Seit dem Mittelalter lebten Juden in Bruchsal. Ende des 19. Jahrhunderts beherbergte Bruchsal eine der größten israelitischen Gemeinden Badens, sie zählte 1875 beachtliche 609 Mitglieder (5,6 % der Gesamtbevölkerung Bruchsals). Ihren Mitgliedern verdankt die Stadt wesentliche wirtschaftliche und kulturelle Impulse. Die rechtliche Gleichstellung und allmähliche Integration der Juden in die Mehrheitsgesellschaft wurden jedoch immer wieder – politisch oder auch durch gewalttätige Übergriffe – von antisemitischen Kräften behindert. Die Stationen der Judenverfolgung im Nationalsozialismus hießen dann auch in Bruchsal: Boykott und Zerstörung der wirtschaftlichen Basis – gesellschaftliche und gesetzliche Ausgrenzung – Pogrom am 9./10. November 1938 und Vertreibung. Der 22. Oktober 1940 markiert die Vernichtung der einst blühenden Gemeinde – an diesem Tag wurden fast alle in Baden lebenden Juden deportiert. Mindestens 104 Bruchsaler Juden wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs leben keine Juden mehr in Bruchsal.
Im Jahr 2005 wurde im Industriegebiet West mit dem Umbau einer ehemaligen Druckerei zu einer Moschee begonnen. Mittlerweile wurde diese Moschee fertig gestellt.
In die Stadt Bruchsal wurden folgende Städte und Gemeinden eingegliedert. Sie gehörten vor der Kreisreform 1973 alle zum Landkreis Bruchsal.
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Schätzung oder Volkszählungsergebnisse (¹) sowie amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).
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¹ Volkszählungsergebnis
Einwohnerzahl aufgeschlüsselt nach Stadtteilen
Kernstadt Nordost 8.915
Kernstadt Südost 7.532
Kernstadt Südwest 5.369
Kernstadt Nordwest 2.868
Büchenau 2.227
Heidelsheim 4.762
Helmsheim 2.168
Obergrombach 2.478
Untergrombach 6.104
Der Gemeinderat der Stadt Bruchsal hat seit der letzten Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 insgesamt 39 Mitglieder (zuvor 36), die den Titel Stadträtin oder Stadtrat führen. Die Wahl erbrachte folgende Ergebnis:
| Partei | Stimmen | +/- | Sitze | +/- |
| CDU | 43,1% | (−1,6) | 18 | (=) |
| SPD | 19,9% | (+0,3) | 8 | (+1) |
| FW | 18,4% | (−7,9) | 6 | (−3) |
| GRÜNE/Neue Köpfe | 10,3% | (+5,7) | 4 | (+3) |
| FDP/DVP | 8,3% | (+4,4) | 3 | (+2) |
| Andere | 0,0% | (−0,9) | 0 | (=) |
Stadtoberhaupt ist der Bürgermeister, seit 1. April 1956 Oberbürgermeister, der von der Bevölkerung auf acht Jahre direkt gewählt wird. Sein ständiger Vertreter ist der Erste Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister.
Bürgermeister und Oberbürgermeister
Prof. Franz Bläsi spielte als Bürgermeister und später als Oberbürgermeister eine herausragende Rolle beim Wiederaufbau Bruchsals nach dem Zweiten Weltkrieg. Während dieser Zeit wurden viele öffentliche Gebäude neu errichtet und gebaut und die Stadt Bruchsal wurde zur Großen Kreisstadt ernannt. Als Abgeordneter des Württembergisch-Badischen (1949–1952) und des Baden-Württembergischen Landtages (1952–1956) setzte er sich auch auf Landesebene für die Interessen seiner Stadt ein. Heute trägt die ehemalige Schillerstraße seinen Namen.
Das Wappen der Stadt Bruchsal zeigt in Blau ein durchgehendes, geschliffenes silbernes Kreuz, im rechten Obereck eine silberne Kugel. Die Stadtfarben sind weiß-blau. Das Wappen wird schon seit vielen Jahrhunderten geführt, es symbolisiert die Speyerische Kreuz, da die Stadt Bruchsal bis 1803 Residenzstadt des Fürstbistums Speyer war. Die Kugel ist möglicherweise durch ein Versehen in das Wappen aufgenommen worden, indem bei älteren Abbildungen ein Gravurfehler als Punkt oder Kugel interpretiert wurde. Im Volksmund wird sie gelegentlich auch als „Schandfleck“ der Stadt gedeutet.
Bruchsal unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:
Bruchsal ist über die Autobahn A 5 (Karlsruhe–Frankfurt) (Anschlussstelle Bruchsal) zu erreichen. Ferner führen durch das Stadtgebiet die Bundesstraßen B 3 (Karlsruhe–Heidelberg) und B 35 (Bretten–Germersheim).
Der Bahnhof Bruchsal liegt am Schnittpunkt der Bahnstrecken Karlsruhe Hbf–Heidelberg Hbf (Baden-Kurpfalz-Bahn) bzw. Mühlacker–Germersheim (Westbahn, Bruhrainbahn).
Hier verkehren die S-Bahn-Linien S 3 (Karlsruhe – Heidelberg – Germersheim) und S 4 (Bruchsal – Heidelberg – Germersheim) der S-Bahn RheinNeckar.
Ebenso verkehren die Stadtbahn-Linien S 31 (Karlsruhe – Bruchsal – Odenheim), S 32 (Karlsruhe – Bruchsal – Menzingen) und S 9 (Bruchsal – Bretten – Mühlacker) der Stadtbahn Karlsruhe.
Das Gewerbliche Bildungszentrum, und die Bruchsaler Stadtteile Untergrombach sowie Heidelsheim und Helmsheim liegen an den Stadtbahnlinien. Im Bruchsaler Kernstadtgebiet gibt es neben dem Bahnhof noch die Stadtbahnhaltestellen "Schlossgarten" und "Stegwiesen". Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen ferner zahlreiche Buslinien. Im Bereich Bruchsal gelten die Tarifbestimmungen des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV), nördlich von Bad Schönborn die des Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN).
In Bruchsal erscheint als Tageszeitung die „Bruchsaler Rundschau“, eine Lokalausgabe der in Karlsruhe erscheinenden Badischen Neuesten Nachrichten. Das Stadtmagazin „WILLI“ erscheint monatlich und ist auch online verfügbar.
Ferner gibt es das Stadtinformationssystem „Bruchsal-XL.de“. Über digitales Kabelfernsehen sendet „KraichgauTV“ wöchentlich aktualisiert Fernsehberichte von Ereignissen aus Bruchsal und der Region. Seit Anfang 2008 ist KraichgauTV mit der Sendung KuK (Kurz & Knapp) tagesaktuell geworden.
Ferner gibt es das kostenlose „Bruchsaler Wochenblatt“ sowie den „Kurier“, das kostenlose Werbeblatt der Badischen Neuesten Nachrichten.
Bruchsal ist Sitz eines Amtsgerichts, das zum Landgerichtsbezirk Karlsruhe gehört. Ferner gibt es hier ein Finanzamt. Die Stadt ist Sitz des Kirchenbezirks Karlsruhe-Land der Evangelischen Landeskirche in Baden und des Dekanats Bruchsal des Erzbistums Freiburg.
In Bruchsal findet sich die Justizvollzugsanstalt Bruchsal, die im badischen Revolutionsjahr 1848 nach dem Vorbild des englischen Gefängnisses in Pentonville fertiggestellt wurde. Eine architektonische Leistung ist die renovierte Anstaltskirche in der Kuppel des Zentralbaus (1989). Das „Café Achteck“ bietet einen ernsten Gegensatz zur unweit gelegenen ehemaligen Barockresidenz der Bischöfe von Speyer. Im Jahr 2004 war die Anstalt mit durchschnittlich 629 Gefangenen, deren prominentester Christian Klar ist, belegt. Außerdem saß bis Februar 2008 der Serienmörder Heinrich Pommerenke in der JVA Bruchsal ein. Er ermordete 1958 und 1959 vier Frauen, beging weitere Gewaltverbrechen und ist der am Längsten inhaftierte Gefangene der Bundesrepublik. Die Anstalt verfügt über ca. 320 Personalstellen verschiedener Laufbahnen.
Bruchsal ist auch Sitz des Ernährungszentrums Mittlerer Oberrhein (eröffnet 1997), eines von vier solcher Zentren in Baden-Württemberg. Dieses ist dem Landratsamt Karlsruhe, das auch eine Außenstelle in Bruchsal unterhält, in dessen Funktion als Untere Landwirtschaftsbehörde angegliedert. Außerdem hat mit der BPA Bruchsal eine von fünf Bereitschaftspolizeiabteilungen in Baden-Württemberg ihren Sitz in der Stadt.
In Bruchsal befindet sich derzeit eine private Hochschule, die International University in Germany. Diese Hochschule ist in der ehemaligen Dragonerkaserne untergebracht (Kasernenstraße). Ferner befindet sich in Bruchsal die Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg, die dem Innenministerium Baden-Württemberg untersteht. Sie ist für die Aus- und Fortbildung der Feuerwehrangehörigen sowie der Helfer des Katastrophenschutzes zuständig.
Bruchsal ist außerdem Sitz der Musik- und Kunstschule Bruchsal, aus der eine Vielzahl bekannter Musiker und Ensembles hervorgegangen ist.
Daneben gibt es in Bruchsal ein breit gefächertes Angebot an allgemeinbildenden Schulen, darunter das Justus-Knecht-Gymnasium, das Schönborn-Gymnasium und das private Gymnasium St. Paulusheim sowie die Albert-Schweitzer-Realschule (alle in der Bruchsaler Kernstadt), nicht zu vergessen das Technische Gymnasium (TG) und das Wirtschaftsgymasium (WG). Zum Schuljahr 2006/07 startete ein weiteres privates Gymnasium. Dabei handelt es sich um eine Dependence des in Karlsruhe bereits seit längerem ansässigen Heisenberg-Gymnasiums.An Grund- und Hauptschulen gibt es die Burgschule (Obergrombach), die Dietrich-Bonhoeffer-Schule, die Johann-Peter-Hebel-Schule (beim Schlossgarten), die Joss-Fritz-Schule (Untergrombach), die Konrad-Adenauer-Schule (Südstadt)und die Stirumschule (Stadtmitte), ferner jeweils eine selbständige Grundschule in den Stadtteilen Büchenau und Helmsheim.
An Sonderschulen bestehen die Pestalozzischule (Förderschule) sowie in Trägerschaft des Landkreises Karlsruhe die Karl-Berberich-Schule für geistig Behinderte. Der Landkreis ist auch Träger der vier beruflichen Schulen in Bruchsal, nämlich der Balthasar-Neumann-Schule I, der Balthasar-Neumann-Schule II (beides Gewerbliche Schulen), der Handelslehranstalt (Kaufmännische Schule) und der Käthe-Kollwitz-Schule (Hauswirtschaftliche Schule sowie Ernährungswissenschaftliches und Biotechnologisches Gymnasium).
Die Abendrealschule Bruchsal und die drei Privatschulen Krankenpflegeschule an der Fürst-Stirum-Klinik Bruchsal und die Fachschule für Sozialpädagogik St. Maria runden das Schulangebot in Bruchsal ab.
In Bruchsal ist der Sitz der Badischen Landesbühne. Das Theater bespielt mit seinem Ensemble die Bühne im Bürgerzentrum (auf dem Gelände der ehemaligen Psycha (Frauengefängnis), heute Bürgerpark), das als kulturelles Veranstaltungszentrum gewünscht ist.
Im Mai 2008 wurde das Exil Theater in der Aula der Handelslehranstalt (Haus C, Stadtgrabenstraße 2) eröffnet. Mit Willi die Bühne hat das Exil Theater einen Kooperationspartner im Bereich Kleinkunst gefunden.
Seit 1965 besteht die Theatergruppe "Die Koralle", die jährlich ca. zwei bis drei klassische und moderne Stücke aufführt. Das Domizil der "Koralle" ist das "Riff" im Eggerten 47 (früher Hochstraße 1c, gegenüber vom Friedhof), das auch als Kleinkunstbühne für externe Veranstaltungen zur Verfügung gestellt wird. Das Sommerstück wird traditionell als "Freilicht" und am Belvedere im Stadtgarten inszeniert, das Winterstück (Märchen für Kinder und Erwachsene) wird im Hofsaal der Pfarrkirche (beim Schloss Bruchsal) aufgeführt.
Bruchsal hat eine lebendige Musikszene bestehend aus Amateur- und semiprofessionellen Bands der Genres Rock, Hardcore und Jazz, Guggemusik - Kapellen, einen Knabenchor („Bruchsaler Schlossspatzen“) und verschiedene weitere Chöre sowie Musikvereine.
Das Badische Landesmuseum unterhält im Bruchsaler Schloss eine Zweigstelle. Diese beherbergt eine kunstgeschichtliche Sammlung und das Deutsche Musikautomaten-Museum. In den Stadtteilen Heidelsheim und Untergrombach gibt es jeweils ein Heimatmuseum. Ferner gibt es ein Kindergartenmuseum, das Gegenstände zur Geschichte und Entwicklung des Kindergartens, wie Spiele, Puppen und Kindergartenmobiliar, zeigt. Im Damianstor beim Schloss zeigt der „Kunstverein Das Damianstor Bruchsal e.V.“ zeitgenössische Kunst .
Das Bruchsaler Schloss im barocken Stil, ehemalige Residenz der Fürstbischöfe von Speyer, wurde ab 1720 nach Plänen des kurfürstlichen Oberbaudirektors Anselm Franz Freiherr von Ritter zu Groenesteyn errichtet. Es handelt sich im Kern um eine Dreiflügelanlage, die auf Planungen des kurmainzischen Oberbaudirektors Maximilian von Welsch zurückgeht. Nach mehrfachen Planänderungen wurde das zentrale Treppenhaus durch Balthasar Neumann errichtet, der seit 1731 die Bauleitung übernommen hatte. Es gilt gemeinhin als eine der gelungensten Lösungen einer barocken Treppenanlage. Die Schlossanlage umfasst zahlreiche Gebäudeteile, darunter das Damianstor und die Hofkirche Bruchsal. In den letzten Tagen des 2. Weltkriegs wurde das Schloss im Zuge der Luftangriffe auf die Stadt schwer getroffen. Während des schwersten Angriffs am 1. März 1945 wurde Bruchsal nahezu vollständig von dem durch das Bombardement ausgelösten Feuersturm zerstört. Auch das Schloss brannte aus; die Substanz des Treppenhauses überdauerte im Gegensatz zur Kuppel aber weitgehend die Zerstörungen. Der Mittelbau (Corps de Logis) wurde nach längeren Diskussionen um das Ob und Wie des Wiederaufbaus bis in die 1970er Jahre hinein als Museum rekonstruiert, der Kirchenflügel hingegen modern gestaltet.
Der Belvedere war ursprünglich ein Lustschlösschen, das 1758 durch ein Schießhaus für die vom Hofstaat veranstalteten Schützenfeste ergänzt wurde. Dieses erhielt im Laufe der Zeit von der Bevölkerung den Namen Belvedere, da von hier aus ein schöner Blick auf die Stadt gegeben ist. Der Belvedere ist im Stadtgarten gelegen.
Bedeutendste Kirche der Stadt ist die Pfarrkirche St. Peter mit Grablege der letzten Fürstbischöfe von Speyer. Daneben gibt es die katholische Stadtkirche Unserer Lieben Frau und die Martin-Luther-Kirche (evangelische Hauptkirche der Stadt). Das Rathaus am Marktplatz ist ein moderner Bau aus den 1950er Jahren, der mittlerweile unter Denkmalschutz steht. Ebenso wie der Schlachthof, der allerdings eine Jugendstil-Backstein-Industriearchitektur verkörpert, die als Ensemble deutschlandweit nur noch selten vorzufinden ist.[2]
Der Stadtgarten beim Belvedere wurde 1901 angelegt. Daneben gibt es den Bürgerpark beim Bürgerzentrum und allen voran natürlich der Schlossgarten, die größte Parkanlage der Stadt. Der obere Schlossgarten wurde ab 1721 zeitgleich mit dem Schloss angelegt, wohingegen der mittlere und untere Schlossgarten nie endgültig ausgebaut wurde. Er ist heute durch die Bahnlinie nach Heidelberg vom oberen Schlossgarten abgetrennt und besteht nur noch aus einer Allee.
Bei Bruchsal gibt es zwei vergleichsweise alte Naturschutzgebiete: der Kaiserberg und die Ungeheuerklamm. Letztere schneidet bis zu 15 Meter in den Muschelkalk der Region. Die Bezeichnung "ungeheuer" ist von "groß" bzw. "tief" abgeleitet: Die Ungeheuerklamm ist eine bis zu 100 m tiefe Schlucht, die vom Kraichgau in den Rhein herabströmende Flüsse gegraben haben.
In Bruchsal wurde 996 eine Urkunde Kaiser Otto III. für das Bistum Freising ausgefertigt, in der der Erstbeleg für das Wort Österreich (als Ostarrichi erscheint).
Bad Schönborn | Bretten | Bruchsal | Dettenheim | Eggenstein-Leopoldshafen | Ettlingen | Forst | Gondelsheim | Graben-Neudorf | Hambrücken | Karlsbad | Karlsdorf-Neuthard | Kraichtal | Kronau | Kürnbach | Linkenheim-Hochstetten | Malsch | Marxzell | Oberderdingen | Oberhausen-Rheinhausen | Östringen | Pfinztal | Philippsburg | Rheinstetten | Stutensee | Sulzfeld | Ubstadt-Weiher | Waghäusel | Waldbronn | Walzbachtal | Weingarten (Baden) | Zaisenhausen
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."