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Brandenburg an der Havel :

femme russe

Brandenburg an der Havel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Brandenburg an der Havel
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Brandenburg an der Havel hervorgehoben
Koordinaten: 52° 25′ N, 12° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Höhe: 32 m ü. NN
Fläche: 228,80 km²
Einwohner: 72.954 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 319 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 14770–14778 (alt: 1800)
Vorwahl: 03381
Kfz-Kennzeichen: BRB
Gemeindeschlüssel: 12 0 51 000
Stadtgliederung: 6 Stadtteile, 8 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Klosterstr. 14
14770 Brandenburg an der Havel
Webpräsenz:
Oberbürgermeisterin: Dietlind Tiemann (CDU)
Blick über die Neustadt mit St. Katharinen und Paulikloster
Blick über die Neustadt mit St. Katharinen und Paulikloster
St. Gotthardtkirche in der Altstadt
St. Gotthardtkirche in der Altstadt

Brandenburg an der Havel ist eine kreisfreie Stadt im Land Brandenburg der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist gemessen nach der Einwohnerzahl die drittgrößte, und nach der Fläche die größte kreisfreie Stadt im Land Brandenburg. Zudem ist sie eine der ältesten Städte im gleichnamigen Bundesland und schreibt eine über 1000-jährige Geschichte.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Brandenburg an der Havel liegt im Westen des Landes Brandenburg etwa 70 km westlich von Berlin am für die Binnenschifffahrt wichtigen Fluss Havel zwischen Potsdam und Magdeburg. Die Havel trennt zwischen Alt- und Neustadt gleichzeitig das Havelland von der Zauche. Die Region ist sehr waldreich und von vielen Seen geprägt. Zudem besitzt Brandenburg zahlreiche Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Mit dem Beetzsee und Riewendsee befindet sich die Stadt mitten im Naturpark Westhavelland.

[Bearbeiten] Nachbarkreise und -gemeinden

Die Stadt Brandenburg an der Havel grenzt

  1. als kreisfreie Stadt an die Kreise Havelland (HVL) und Potsdam-Mittelmark, und
  2. als Gemeinde (im Uhrzeigersinn)

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Das Stadtgebiet gliedert sich in die Stadt Brandenburg und acht Ortsteile Gollwitz, Göttin, Kirchmöser, Klein Kreutz/Saaringen, Mahlenzien, Plaue, Schmerzke und Wust. Der Gemeindeteil Brandenburg hat nicht den Status eines Ortsteils. (Laut Gemeindeordnung für das Land Brandenburg, Paragraph 54, können Ortsteile gebildet werden, die direkt gewählte Ortsbürgermeister und Ortsbeiräte besitzen. Andere Bezeichnungen, wie Stadtteil, Gemeindeteil, Wohnplatz oder ähnliches, haben keine gesetzliche Grundlage, auch wenn sie aus historischen und Orientierungsgründen nichtamtlich verwendet werden.)

Stadtgliederung (Gemeindeteile/Ortsteile mit Wohnplätzen und Jahr der Eingemeindung):

  • Stadtteil Altstadt (1715 Brandenburg Altstadt mit Brandenburg Neustadt unter gemeinsame Stadtverwaltung zusammengelegt)
  • Bohnenland, Brielower Ausbau, Butterlake, Heidekrug, Klingenbergsiedlung, Neuendorf (1929), Quenzsiedlung
  • Stadtteil Neustadt (1715 Brandenburg Neustadt mit Brandenburg Altstadt unter gemeinsame Stadtverwaltung zusammengelegt)
  • Buhnenhaus, Görisgräben, Malge, Neue Mühle, Neuschmerzke, Siedlung Eigene Scholle, Wendgräben, Wilhelmsdorf (1937)
  • Stadtteil Dom (1929)
  • Stadtteil Görden (Anlage seit 1920er Jahre in der Gemarkung der Altstadt)
  • Stadtteil Nord (Neubaugebiet 1959–1970 in der Gemarkung der Altstadt)
  • Stadtteil Hohenstücken (Neubaugebiet 1972–1988 in der Gemarkung der Altstadt)
  • Bergenhof, Gränert, Kirchmöser Dorf, Kirchmöser Ost, Kirchmöser West
  • Fuchsbruch, Klein Kreutz, Saaringen (1957 zu Klein Kreutz)
  • Charlottenhof, Gartenstadt, Margaretenhof, Neu Plaue, Plauerhof, Plauer Schleuse, Roberdam
  • Paterdamm (1993)

Von 1950 bis 1957 gehörte Mötzow (heute Gemeindeteil der Gemeinde Beetzseeheide) als Wohnplatz zur Stadt Brandenburg.

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Etymologie des Stadtnamens

Die hier dargestellte Namensgeschichte bezieht sich auf die Stadt Brandenburg an der Havel und davon abgeleitete Gebiets- und Dynastiebezeichnungen, nicht aber unbedingt auf alle Örtlichkeiten namens Brandenburg (vgl. Brandenburg (Begriffsklärung)).

Die älteste schriftlich Erwähnung des Namens Brandenburg befindet sich in der Stiftungsurkunde des Bistums Brandenburg. Hierbei ist von der Gründung des Bischofssitzes in der civitate Brendanburg die Rede. Datiert ist sie auf das Jahr 948 (Historikerstreit dazu siehe Mittelalter). Die chronikalische Ersterwähnung des Namens befindet sich in den Chroniken von Widukind von Corvey aus dem Jahre 967. Hier wird von der Eroberung der Brennaburg gesprochen.[1]

Mögliche Deutungen des Namens könnten nun sein: Slawische Herkunft des Namens von bran – "Sumpf", "Morast" oder die germanische Herkunft von branda – "Brand".

Gegen eine Ableitung des Namens vom Heiligen Brendan spricht der fehlende Kult um diesen Heiligen im Brandenburger Bereich. Jedoch könnte sich der Name dennoch von ihm ableiten, würde er aus dem westdeutschen Bereich im Zuge der Frankonisierung der deutschen Ortsnamen zur karolingischen Zeit übertragen worden sein.

Jüngere Deutungsversuche beziehen sich auch auf ein Wort indogermanischen Ursprungs: brendh für "quellen" oder "schwellen". Die Deutung geht in diesem Fall von einer Gewässerbezeichnung aus, unter Hinzufügung der Endung -burg.[2]

Die Bezeichnung der Stadt selbst schwankte in ihrer Geschichte zwischen Brandenburg (Brendanburg), Brandenburg a./Havel, Brandenburg (Havel) und – so die heutige Bezeichnung – Brandenburg an der Havel.

Der Name Brennabor ist höchstwahrscheinlich frei erfunden. Der böhmische Jesuitenpater Bohuslaus Balbinus versuchte 1677 die Namen der Orte in den früheren slawischen Siedlungsgebieten zu rekonstruieren um ihre slawische Herkunft nachzuweisen: "Brandenburg wurde in jener Zeit von den Slawen: Branny Bor, d. h. silvae custodia, Wache des Waldes, genannt". [3][4][5]. Hintergrund: Aus ethnisch-politischen Gründen ersetzte der böhmische Slawe das missliebige deutsche „burg“ durch das slawische, ähnliche klingende, aber urkundlich nicht belegte „bor“. Wegen der „Burg“ im Ortsnamen ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass die slawischen Bewohner Brandenburgs ihren Burgwall anders genannt haben, aber wie: Das ist unbekannt. Das frei erfundene „Brennabor“ konnte sich nur deswegen so hartnäckig festsetzen, weil seit 1892 das gleichnamige Unternehmen Brennabor in der Stadt Brandenburg an der Havel mit großem Erfolg u.a. seine Fahrräder unter diesem Namen produzierte.

Tschirch erwähnt noch eine zweite Annahme, die er ebenfalls als irrig und haltlos zurückweist: Brandenburg sei nur die deutsche Übersetzung für das slawische Sgorzelica. Die Herkunft dieses Namens leitet sich aus einer polnischen Chronik des Bischofs von Posen, Boguphals II. (gest. 1253), her, deren Überarbeiter sich von den selben Intentionen leiten ließen, wie der oben erwähnte Balbinus. Auch sie wollten mit slawischen Ortsnamen eine "...weite Ausdehnung des polnischen Reiches nach Westen beweisen."[3]

[Bearbeiten] Vorzeit

Die Altsteinzeitliche Befundlage ist als äußerst dünn anzusprechen, da die glaziale Überformung des Geländes während der Weichseleiszeit sämtliche vorhandenen Artefakte in unzugänglich tiefe Bodenschichten exportiert hat. Aus der germanischen Besiedlungsphase sind nur spärliche archäologische Befunde zu verzeichnen. So werden Schädelbestattungen, "...deren Fundumstände zum Teil Kult oder Opfer (?) vermuten lassen..."[6] in der Gemarkung Brandenburg-Neuendorf erwähnt. Im 4. bis 3. vorchristlichen Jahrhundert bildet das Areal der heutigen Stadt Brandenburg an der Havel "...die Grenze des massenhaften Auftretens sowohl späthallstädtischer als auch keltischer Importgüter."[6] Daraus kann man die berechtigte Schlussfolgerung ziehen, dass der Havelübergang nördlich des Marienberges schon sehr lange Zeit Kreuzungspunkt bedeutender Handelsrouten war. Tacitus siedelt in seiner Schrift De origine et situ Germanorum (Germania) im Elbe-Havel-Raum den suebischen Stamm der Semnonen an, deren Bevölkerungsmehrheit jedoch bereits zum Ende des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts während der frühen Völkerwanderungsperiode die alte Heimat verlassen haben dürfte. Vermutungen, die das Vorhandensein eines Frigga- oder Freyja-Heiligtums auf dem Marienberge suggerieren, sind rein spekulativer Natur und können sich seit der Anlage des Wasserkessels auf der Spitze des Marienberges in den 1960er Jahren archäologisch nicht mehr belegen oder ausschließen lassen. Für die Zeit zwischen der Abwanderung der germanischen Bevölkerung und dem massiven Zuzug der Slawen aus dem Süden und Osten wird für etwa 150 Jahre ein siedlungsfreier Raum angenommen. Zwischen dem 5. und dem 7. Jahrhundert ist durch Grabungsbefunde unter anderem im Brandenburger Raum allerdings noch germanische Besiedlung, wenn auch in bescheidenem Umfang, nachgewiesen, was der Theorie einer völligen Siedlungsleere widerspricht. [7]Ab dem 6. Jahrhundert n. Chr. kommt es dann zur Landnahme durch slawische Stämme aus dem schlesischen und böhmischen Raum. Die verbliebenen Reste der germanischen Bevölkerung werden von den Slawen überschichtet, assimiliert und gehen letztendlich in den Zuzüglern auf. Es erhalten sich vor allem Gewässernamen wie der der Havel, Spree, Elbe u. a. aus der germanischen Sprachschicht, während Flur- und Siedlungsanmen von den Slawen neu vergeben werden.

[Bearbeiten] Mittelalter

Auf der Dominsel lag die zentrale Burg der slawischen Heveller, die 928/929 von König Heinrich I. erobert wurde. Otto I. errichtete hier 948 das Bistum Brandenburg. (Seit dem Ende der 1990er Jahre gibt es einzelne Historiker wie Dietrich Kurze oder Helmut Assing, die bezweifeln, dass das Bistum tatsächlich bereits 948 gegründet wurde, und vermuten, dass das Bistum erst im Jahr 949 oder sogar erst 965 gestiftet wurde.) Im Slawenaufstand 983 wurde die Burg wieder zurückerobert. Das Bistum bestand formal mit kontinuierlicher Bischofsbesetzung im Exil in Magdeburg weiter und kehrte nach der Wiedereroberung zurück.

Der letzte Hevellerfürst Pribislaw-Heinrich herrschte von der auf der Dominsel gelegenen Burg mit Petrikirche. Nach seinem Tode 1150 fiel das Land an Markgraf Albrecht den Bären, der 1157 die Burg erstürmte und die Markgrafschaft Brandenburg begründete. Die beiden Domkietze, der Altstädter und der Neustädter Kietz, dürften bald darauf entstanden sein. Bei der Siedlung Parduin mit der St.-Gotthardt-Kirche ließen sich vor 1147 Prämonstratenser nieder, die 1165 auf die Dominsel übersiedelten, wo nun das Domstift und ab 1165 der Dom errichtet wurde.

Die Siedlung um die Gotthardtkirche weitete sich nach 1160 zur Altstadt an der Straße von Magdeburg nach Berlin aus. Westlich vor der Altstadt deutet die vor 1173 entstandene Nikolaikirche im Dorf Luckenberg auf eine alte Kaufmannssiedlung hin. Südlich der Altstadt wurde am Ende des 12. Jahrhunderts die Neustadt mit der Katharinenkirche planmäßig angelegt (erstmalige urkundliche Erwähnung 1196)[3]. Beide Städte wurden getrennt mit Mauern versehen und bildeten zwei völlig eigenständige Kommunen.

In der Altstadt gründeten die Franziskaner nach 1234 ein Kloster, in der Neustadt wurde der markgräfliche Hof 1286 den Dominikanern zum Klosterbau überlassen. Ein wohl in der Mitte des 12. Jahrhunderts eingesetztes Burggrafengeschlecht verschwindet seit 1243 aus der Überlieferung. Als Hauptstadt der Markgrafschaft Brandenburg, als Bischofssitz, als Ort eines von weither angerufenen, seit 1326 bezeugten Schöppenstuhls und als Fernhandelsstadt bildeten die beiden Städte Brandenburg im Mittelalter zusammen das unbestrittene Zentrum zwischen Elbe und Oder.

Die auf Fernhandel hinweisende Judengemeinde wurde um 1350, 1446 und 1510 auf das schwerste verfolgt. Der 1402 erwähnte erste Roland auf dem Neustädtischen Markt drückte die städtischen Freiheiten aus, seit 1230 lagen die Obergerichte in der Hand bürgerlicher Schulzen und Schöppen. Gegen Beeinträchtigen durch die neuen hohenzollerschen Landesherren schlossen beide Brandenburg-Städte 1431 einen Städtebund mit Berlin, Cölln und Frankfurt (Oder), bis 1518 gehörten sie der Hanse an.

Im Anschluss an das Domkapitel und die bürgerliche Führungsschicht von Brandenburg Neustadt entfaltete sich im späten Mittelalter ein reges geistiges Leben.

1521 bestätigt Kurfürst Joachim I. offiziell den Titel Chur- und Hauptstadt für Brandenburg an der Havel. Außerdem legte er die Reihenfolge der märkischen Städte bei Huldigungen und im Felde fest. Die Reihenfolge hierbei war: Brandenburg Alt- und Neustadt, Berlin, Cölln, Stendal, Prenzlau, Perleberg, Ruppin, Frankfurt (Oder) und Cüstrin. In der Folge kam es später bei Erbhuldigungen deshalb noch bis ins 19. Jahrhundert zu Rangstreitigkeiten mit Berlin.

Zwischen 1536 und 1555 setzte sich die Reformation in Stadt und Domkapitel durch, das Bistum wurde 1598 säkularisiert und dem Kurfürstentum Brandenburg eingegliedert. Gleichzeitig verloren die Städte infolge des Aufstiegs Berlins als kurfürstlicher Residenzstadt ihre führende Stellung.

[Bearbeiten] Neuzeit

Brandenburg an der Havel um 1700
Brandenburg an der Havel um 1700

1619 wurde die freie Ratswahl abgeschafft, die Münzverschlechterung führte 1622 Tumulte der städtischen Bevölkerung herbei. Die Zerstörungen und der Niedergang im Dreißigjährigen Krieg konnten erst nach 1800 aufgeholt werden. Von den 10.000 Einwohnern vor dem Krieg lebten 1648 nur noch 3.000. Die Ansiedlung von Hugenotten 1685 brachte die Bildung einer reformierten Gemeinde und mit der Gerberei und Lederverarbeitung eine wirtschaftliche Belebung. Der Aufbau des brandenburgischen Heeres seit dem späten 17. Jahrhunderts machte beide Brandenburgs zu Garnisonstädten. 1717 wurde die Ritterakademie als Ausbildungsstätte des Adels für den Staats- und Militärdienst gegründet. Auf Befehl des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. wurde die Stadtverwaltung beider Städte zusammengelegt, wobei jede Stadt ihre Ratsmannen behielt. Das Zusammenwachsen beider vorher eigenständiger Städte war ein langwieriger Prozess.

Von 1806 bis 1808 war die Stadt von französischen Truppen besetzt. Dies und weitere Kriegskosten führten zu einer schweren Verschuldung der Stadt und nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress zur Eingliederung ab 1816 in den Landkreis Westhavelland, Regierungsbezirk Potsdam, preußische Provinz Brandenburg, seit 1939 Mark Brandenburg. Erst mit der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts konnten die Schulden getilgt werden und am 1. April 1881 schied die Stadt Brandenburg aus dem Kreis Westhavelland aus und bildete fortan einen eigenen Stadtkreis.

Während der Revolution 1848 tagte vom 8. November bis zu ihrer Auflösung am 5. Dezember 1848 die vom König aus Berlin vertriebene preußische Nationalversammlung im Dom zu Brandenburg.

1830 hatte Brandenburg 13.538 Einwohner, 1846 erhielt es Bahnverbindung nach Berlin und Magdeburg, 1904 nach Rathenow und Belzig, drei weitere Kleinbahnen entstanden 1901/1912. Die erste Pferdestraßenbahn fuhr 1897. Die Industrialisierung setzte nach 1870 ein, die Brennabor-Werke (Gründung 1871 durch die Gebrüder Reichstein) erzeugten Fahrräder, Kinderwagen und Autos, um 1900 folgten zwei weitere Fahrradwerke, eine Schiffswerft, eine Eisengießerei, Fabriken für Blechspielwaren, Textilien und Möbel. 1913 entstand ein Stahl- und Walzwerk, während die alte Tuch- und Seidenweberei einging.

Mit dem industriellen Aufstieg verdoppelte sich in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts die Bevölkerungszahl durch Zuzug aus der Umgebung der Stadt, aber auch aus dem Ruhrgebiet, aus Ost- und Westpreußen, aus Danzig, Pommern und Schlesien. 1905 hatte die Stadt 51.000 Einwohner. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Brandenburg durch Stahl-, Metall-, Textil- und Spielwarenindustrie geprägt, die jedoch während der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre einen schnellen Niedergang fand. Nach 1933 wurde Brandenburg durch die verkehrsgünstige Lage und die Stahlproduktion zu einem wichtigen Standort der Flugzeug- und Lkw-Produktion: Das Arado-Zweigwerk wurde ab 1934 errichtet - 1935 folgte das Lkw-Werk von Opel.

Nach der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ bestand 1933 und 1934 in Brandenburg eines der ersten Konzentrationslager. Das Zuchthaus Brandenburg-Görden war bis zur Befreiung durch sowjetische Truppen am 27. April 1945 ein berüchtigter Kerker und Hinrichtungsort für zahlreiche Widerstandskämpfer. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden im Zuchthaus zwischen 1940 und 1945 1.772 Menschen hingerichtet. Es beherbergt heute eine Dokumentationsstelle für die Opfer der NS-Justiz. Das alte Zuchthaus wurde im Rahmen des Euthanasie-Programms als Tötungsanstalt genutzt. Hier wurden 9.772 Patienten ermordet. Luftangriffe 1944/45 und die Bodenkämpfe im April 1945 richteten erhebliche Zerstörungen an. Rund 70 Prozent der Industriebetriebe waren zerstört. Allerdings kam Brandenburg mit einem Verlust von rund 15 Prozent der Wohnfläche im Vergleich zu vielen anderen deutschen mittelgroßen Städten relativ glimpflich davon. Das liegt daran, dass Brandenburg keine flächendeckenden Bombardements ertragen musste, die auf die Innen- und die Altstadt zielten.

Die 1950er Jahre waren Jahre des Neuanfangs. Der Bau des Walzwerkes in Kirchmöser ab 1949 und des Stahl- und Walzwerkes Brandenburg ab 1950 gab der Stadt ihre Schwerindustrie wieder. Stahl-, Maschinenbau- und Bauindustrie sowie Betriebe der Deutschen Reichsbahn in Kirchmöser wurden das Symbol der Stadt. Die Einwohnerzahl stieg mit dem Aufbau der Industrie kontinuierlich. Nach der Wiedervereinigung wurde die Industrie privatisiert, zahlreiche Betriebe stillgelegt oder deutlich verkleinert. Die Strukturveränderungen führten bis heute zu einer hohen Arbeitslosigkeit und einem Sinken der Einwohnerzahl.

[Bearbeiten] Religionen

[Bearbeiten] Christentum

Weiterhin besitzt die Evangelische Kirche ein Kreisjugendpfarramt. Der Domstift Brandenburg ist außerdem Träger einer Grundschule und eines Gymnasiums. Er besitzt einen Forst mit zugehörigem Forstamt in Seelensdorf und ein Domstiftsgut in Mötzow. Auf seinem Gelände befindet sich auch ein evangelisches Jugendhaus

[Bearbeiten] Judentum

Gedenktafel auf dem jüdischen Friedhof
Gedenktafel auf dem jüdischen Friedhof

Seit einigen Jahren gibt es in Brandenburg an der Havel wieder eine jüdische Gemeinde. Ihre Mitglieder stammen überwiegend aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Die Stadt besitzt zwei jüdische Friedhöfe. Der 1747 angelegte Friedhof befindet sich in der Nähe des Hauptbahnhofes in der Geschwister-Scholl-Straße. Die Nationalsozialisten verwüsteten diesen jedoch im Jahre 1938. Die Brennabor-Werke planten auf dem Gelände des Friedhofes eine Betriebssportstätte zu errichten. Zu dieser Entweihung kam es des Kriegsendes wegen dann nicht mehr. Auf diesem Friedhof befinden sich heute Gedenktafeln umgekommener Juden aus Brandenburg an der Havel, sowie die Namen der auf dem Friedhof bestatteten Personen.
Der zweite, kleinere jüdische Friedhof befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Landesirrenanstalt Brandenburg Görden, dem heutigen Askleipios-Klinikum. Durch die Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurde die jüdische Synagoge total zerstört. Den Juden blieb nur das der Synagoge vorgelagerte Gemeindehaus in der Großen Münzenstraße. Die Zahl der Gemeindemitglieder vor dem Zweiten Weltkrieg betrug etwa 200. In annähernd gleicher Stärke ist das Judentum wieder in der Stadt vertreten.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Die beiden Städte Brandenburg (Altstadt und Neustadt) hatten im Mittelalter nur einige tausend Einwohner. Die Bevölkerungszahl wuchs nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Bis 1600 stieg sie auf rund 10.000, sank durch die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges bis 1648 auf nur noch 3.000. Erst 1715 wurde der Vorkriegsstand wieder erreicht. Mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung der Stadt sehr schnell. Lebten 1818 erst 12.800 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits 50.000. Deutlich sichtbar sind die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges. Die Stadt verlor 18 Prozent ihrer Bewohner (15.000 Personen). Die Einwohnerzahl sank von 84.000 im Jahre 1939 auf 69.000 im Dezember 1945. Im Jahre 1952 lebten in der Stadt wieder so viele Menschen, wie vor dem Krieg.

Bis 1988 stieg die Bevölkerungszahl der Stadt Brandenburg auf ihren historischen Höchststand von rund 95.000. Inzwischen ist die Einwohnerzahl jedoch wieder stark gesunken. Seit der Wende in der DDR im Jahre 1989 hat die Stadt durch Abwanderung und Geburtenrückgang bis 2005 etwa 20 Prozent ihrer Bewohner (20.000 Personen) verloren. Am 31. Dezember 2006 betrug die Einwohnerzahl von Brandenburg an der Havel 73.475 Einwohner (Quelle ist das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg). Mit einem weiteren Absinken der Bevölkerungszahl wird gerechnet. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass die Stadt im Jahre 2020 noch circa 65.000 bis 68.000 Einwohner haben wird.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1830 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik der DDR (bis 1990), des Landesamtes (1991-2000) bzw. Landesbetriebes für Statistik und Datenverarbeitung Brandenburg (2001-2006) und des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg (ab 2006). Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr/Datum Einwohner
1600 10.000
1648 3.000
1715 11.000
1818 12.800
1830 13.538
1. Dezember 1840 ¹ 14.395
3. Dezember 1855 ¹ 21.058
3. Dezember 1858 ¹ 21.619
3. Dezember 1864 ¹ 26.100
3. Dezember 1867 ¹ 25.500
1. Dezember 1871 ¹ 25.828
1. Dezember 1875 ¹ 27.776
1. Dezember 1880 ¹ 29.066
1. Dezember 1885 ¹ 33.129
Datum Einwohner
1. Dezember 1890 ¹ 38.212
2. Dezember 1895 ¹ 42.690
1. Dezember 1900 ¹ 49.250
1. Dezember 1905 ¹ 51.239
1. Dezember 1910 ¹ 54.002
1. Dezember 1916 ¹ 48.039
5. Dezember 1917 ¹ 49.565
8. Oktober 1919 ¹ 52.972
16. Juni 1925 ¹ 59.748
16. Juni 1933 ¹ 64.190
17. Mai 1939 ¹ 79.052
1. Dezember 1945 ¹ 68.927
29. Oktober 1946 ¹ 70.632
31. August 1950 ¹ 71.618
Datum Einwohner
31. Dezember 1955 87.143
31. Dezember 1960 86.722
31. Dezember 1964 ¹ 89.697
1. Januar 1971 ¹ 93.983
31. Dezember 1975 93.765
31. Dezember 1981 ¹ 94.680
31. Dezember 1985 94.862
31. Dezember 1988 94.872
31. Dezember 1990 89.889
31. Dezember 1995 85.994
31. Dezember 2000 77.516
31. Dezember 2005 74.129
31. Dezember 2006 73.475

¹ Volkszählungsergebnis

[Bearbeiten] Politik

Flagge der Stadt Brandenburg an der Havel
Flagge der Stadt Brandenburg an der Havel

[Bearbeiten] Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung hat neben der Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) derzeit 46 Mitglieder. Diese teilen sich nach der Kommunalwahl am 26. Oktober 2003 wie folgt auf die Parteien und Wahlbündnisse auf (Wahlbeteiligung: 47,70 %):

Partei/Wahlbewerber Stimmenanteil (%) Sitze
nach Wahl
Fraktion Sitze
CDU 37,35 17 CDU 18 ¹ ²
SPD 22,63 10 SPD 10 ¹
Die Linke 14,94 7 Die Linke 8 ³
FDP 8,55 4 FDP 3 ²
Kreisverband Brandenburg a. d. Havel
der Gartenfreunde e.V.
5,36 3 Gartenfreunde 3
Bürgerverein "Pro Kirchmöser" e. V. 4,94 2 Pro Kirchmöser 2
Bündnis 90/Die Grünen 3,43 2 B90 / GRÜNE 2
Wählerinitiative Wirtschaft, Soziales
und Kultur (WirtSo)
2,57 1
Einzelbewerber 0,24 -

¹ Wechsel einer Stadtverordneten von der CDU zur SPD und Wechsel eines Stadtverordneten von der SPD zur CDU
² Wechsel eines Abgeordneten der FDP zur CDU
³ Eintritt des WirtSo-Abgeordneten in die Partei und Fraktion Die Linke (März 2008)


[Bearbeiten] Bedeutende Bürgermeister vor 1809

Brandenburg Altstadt

Brandenburg Neustadt

vereinigte Stadt Brandenburg an der Havel (seit 1715)

  • 1795–1809: Friedrich Ludwig Uhde (13. März 1763 - 1. Juni 1809), Vertreter eines überregional bedeutenden Kaufmanns-, Diplomaten- und Staatsbedienstetengeschlechtes, als Justiz-Bürgermeister letzter "Erster Bürgermeister" vor der preußischen Verwaltungsreform von 1809 und der damit verbundenen Einführung des Oberbürgermeisteramtes.

[Bearbeiten] Oberbürgermeister seit 1809

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

[Bearbeiten] Landesbehörden

[Bearbeiten] Tourismus, Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Museen

[Bearbeiten] Bauwerke

Sakralbauwerke

Ruine der Franziskanerkirche St. Johannis am Salzhofufer
Ruine der Franziskanerkirche St. Johannis am Salzhofufer
Die Friedenswarte auf dem Marienberg
Die Friedenswarte auf dem Marienberg
Rathenower Torturm
Rathenower Torturm
Der Plauer Torturm
Der Plauer Torturm

Profanbauwerke

Die Jugendstilfassade der Villa Lehmann im Frühjahr 2007
Die Jugendstilfassade der Villa Lehmann im Frühjahr 2007

Die Stadt ist weiterhin Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“, sowie Teil der Europäischen Route der Backsteingotik.

Roland in Brandenburg an der Havel
Roland in Brandenburg an der Havel

[Bearbeiten] Roland

Der Roland von Brandenburg wurde 1474 auf dem Marktplatz der Neustadt aufgestellt und hat eine Höhe von 5,35 Meter. 1716 wurde die Sandsteinfigur zum Rathaus umgesetzt, da sie die preußischen Garnisonstruppen beim Exerzieren störte. Da der Roland während des Zweiten Weltkrieges in ein außen gelegenes Gut der Stadt ausgelagert und vergraben war, wurde er nicht von der Zerstörung des Neustädtischen Rathauses bei der Bombardierung 1945 betroffen und fand 1946 seinen jetzigen Platz neben dem Portal des Altstädtischen Rathauses. Neben der Betonung der städtischen Eigenständigkeit galt die Errichtung des Brandenburger Rolands auch als Ausdruck der wirtschaftlichen Prosperität der Stadt. Dieser Roland von 1474 hatte einen vermutlich hölzernen Vorgänger aus dem Jahre 1402. Eine Kopie des Brandenburger Rolands wurde 1905 für das Märkische Museum Berlin hergestellt und vor dem Eingangsportal errichtet.

[Bearbeiten] Parks

Denkmal für Johann Gottfried Bröse im Krugpark
Denkmal für Johann Gottfried Bröse im Krugpark

[Bearbeiten] Naturdenkmäler

Die Stadt besitzt mit einer Sumpfzypressenallee am Grillendamm ein botanisches Wahrzeichen, das europaweit eine Besonderheit darstellt. Bereits 1841 wurden die ersten Zypressen gepflanzt. Diese Pflanzenart kommt heutzutage in der Natur nur noch in Nordamerika vor. Durch Stürme erheblich beschädigt, mussten einige der Sumpfzypressen Anfang des Jahrtausends gefällt werden. Durch erheblichen Kostenaufwand konnten aber wieder Bäume nachgepflanzt werden.

[Bearbeiten] Sport

Die Stadt hat eine große Anzahl verschiedener Sportvereine. Ihr geografische Lage in direkter Nachbarschaft zu vielen Seen und Flüssen hat vor allem eine Vielzahl von Wassersportvereinen hervorgebracht. Aus diesen gingen letztlich sogar Olympiasieger hervor (siehe Persönlichkeiten der Stadt). Brandenburg an der Havel besitzt mit der Regattastrecke am Beetzsee auch eine Wettkampfstrecke von internationalem Rang. Auf ihr fanden bereits verschiedene nationale Meisterschaften statt, Weltmeisterschaften der Junioren im Rudern und weiterhin wird die U-23 Weltmeisterschaft im Rudern dort stattfinden. Die Stadt arbeitet daran die Wettkampfstrecke so auszubauen, dass auch die Weltmeisterschaft im Rudern dort ausgetragen werden kann (Erweiterung um zwei Bahnen und um Sitzplätze auf der Tribüne). Außerdem bietet das Marienbad sehr gute Voraussetzungen für den Wasserballsport, so dass auch hier schon einige A-Länderspiele stattfanden. Weiterhin ist der Segelflugplatz Brandenburg-Mühlenfeld vorhanden, auf dem regelmäßig Wettkämpfe ausgetragen werden.

Einige Vereine aus der Stadt:

Fußball:

Handball:

Tennis

Wasserball

Rudern

Kanu

Rugby

Judo

Segeln

Segelfliegen

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen


[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

Straßenverkehr

Außerdem führt die Deutsche Alleenstraße durch die Stadt.

Eisenbahn

  • Hauptbahnhof (ehemaliger Staatsbahnhof, später Reichsbahnhof)
  • Neustadt-Bahnhof – heute mit dem Hauptbahnhof verschmolzen
  • Altstadt-Bahnhof – heute Haltepunkt der Bahnlinie nach Rathenow
  • Bahnhof Görden – heute Haltepunkt der Bahnlinie nach Rathenow
  • ehem. Krakauer Bahnhof – Endbahnhof der Westhavelländischen Kleinbahn, Strecke und Bahnhof stillgelegt
  • Bahnhof Kirchmöser – Zugang zum bedeutenden Industriegelände Kirchmöser, Strecke Berlin–Magdeburg

Wasserstraßen

Luftverkehr

Innerstädtischer Verkehr

Hier eine Auflistung der Straßenbahn und Buslinien:

Straßenbahn:

Linie von/nach
1 Hauptbahnhof <> Anton-Saefkow-Allee
2 Hauptbahnhof <> Quenzbrücke
6 Hauptbahnhof <> Hohenstücken-Nord
1/2 Quenzbrücke <> Anton-Saefkow-Allee

Die Straßenbahnlinie 1/2 verkehrt nur sonn- und feiertags zwischen Quenzbrücke und Anton-Saefkow-Allee im 60-Minuten-Takt.

Buslinien:

Linie von/nach
B Fontanestraße – Wilhelmsdorf/ Buhnenhaus/ Malge
C Hohenstücken-Nord – über Butterlake od. Automeile – Fontanestraße
D Göttin – Schmerzke
E Hohenstücken-Nord – Bahnhof Kirchmöser
F Neuendorf – Ketzürer Weg od. Klein Kreutz/ Saaringen
H Fontanestraße – Hauptbahnhof od. Potsdamer Straße
K Fontanestraße – Haveltor – Hauptbahnhof (Schülerverkehr)
P Hauptbahnhof – Regattastrecke (nur bei Veranstaltungen)
W Nicolaiplatz – Wust, Einkaufszentrum

[Bearbeiten] Wirtschaft und Unternehmen

Die Stadt war bis zur Wende ein Standort der Schwerindustrie. Das Stahl- und Walzwerk war der Taktgeber der Wirtschaft dieser Stadt. Weitere große Betriebe waren das Getriebewerk und die Werke der Reichsbahn in Kirchmöser.

Davon geblieben sind das Elektrostahlwerk und das Getriebewerk. Die Werke der Reichsbahn in Kirchmöser waren der Ursprung der heutigen Unternehmen der Bahntechnik an diesem Standort. Aus dem Stahlwerk wurde der SWB Gewerbe- und Industriepark und das Industriemuseum, das die Stahlerzeugung im Siemens-Martin-Verfahren dokumentiert.

Wichtige Wirtschaftszweige sind:

[Bearbeiten] Medien

Einzige lokale Tageszeitung ist die in Potsdam erscheinende Märkische Allgemeine Zeitung mit einem Lokalteil für Brandenburg, deren Redaktion ihren Sitz in der Stadt hat.

Seit 1991 existiert Der PreußenSpiegel, ein Anzeigenblatt, das mittwochs und sonntags erscheint und in der Auflage BDZVA-geprüft ist. Seit 1995 existiert das Brandenburger Wochenblatt, ein Anzeigenblatt, das ebenfalls auflagengeprüft ist und mittwochs und sonntags erscheint. Vom Stadtmarketing wird vierteljährlich ein Programmheft herausgegeben.

Daneben gibt es das SKB Stadtfernsehen Brandenburg. Dabei handelt es sich um einen unabhängigen, werbefinanzierten Privatsender mit tagesaktueller Berichterstattung.

[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen

Kinos / Theater

[Bearbeiten] Bildung

Schulen

Fachhochschulen:

Gymnasien

Berufsbildende Schulen

Grundschulen

Oberschulen

Realschulen

Erwachsenenbildung

Bibliotheken

[Bearbeiten] Medizinische Einrichtungen

In Brandenburg befindet sich an der Anton-Saefkow-Allee eine Landesklinik für Psychiatrie (ehemals „Landesirrenanstalt“ dann „Brandenburgische Psychiatrische Landesanstalt Görden", später nur noch kurz Landesanstalt Görden). Die Landesklinik Brandenburg eröffnete 2004 die Dauerausstellung "Die Landesanstalt Görden 1933 bis 1945. Psychiatrie im Nationalsozialismus". Diese Ausstellung erinnert an mehrere Tausend Todesopfer der NS-Psychiatrie und dokumentiert die Verbrechen, die auch an Patienten der ehemaligen Landesanstalt Görden begangen wurden. Ihr damaliger Direktor, Professor Hans Heinze, war einer der zentralen Handelnden der verschiedenen Formen des nationalsozialistischen Krankenmordes. Die Klinik war Herkunfts- und Zwischenanstalt der so genannten „Euthanasie-Aktion T4". Die Morde wurden zum größten Teil in der nahe gelegenen NS-Tötungsanstalt Brandenburg, dem ehemaligen Gefängnis und vorübergehendem KZ, ausgeführt, zum Teil in der Nachfolgeeinrichtung in Bernburg. Aber auch in der in der Landesanstalt Görden eingerichteten Kinderfachabteilung" wurde systematisch gemordet.[8]

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Ehrenbürger