| Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung. |
Das Bosporanische Reich war ein antikes Königreich zu beiden Seiten des kimmerischen Bosporus, das sich im 5. Jahrhundert v. Chr. aus den griechischen Kolonien im nördlichen Schwarzmeergebiet und an den Küsten des Palus Maeotis (Asowsches Meer) gebildet hatte.
Inhaltsverzeichnis |
Den Kern, um den das Bosporanische Reich entstand, bildeten die griechischen Poleis auf beiden Seiten der Meeresenge von Kertsch. Diese hieß im Altertum Kimmerischer Bosporus, im Unterschied zum Thrakischen Bosporus. In den achtziger Jahren des fünften Jahrhunderts v. Chr. wurden diese Poleis durch die Archaianaktiden – ein Adelsgeschlecht, das wahrscheinlich ursprünglich aus Milet oder Mytilene stammte – aus der Stadt Pantikapaion geeinigt. Die Archaianaktiden hatten wahrscheinlich die Machtfunktionen als erbliche Archonten inne, wodurch zumindest die äußeren Kennzeichen eines demokratischen Staatsaufbau gewahrt blieben. Indem sie nun aber diese Macht vererbten, brachen sie entschieden mit den Traditionen der hellenischen Demokratie und begünstigten das Hinüberwachsen des Staatsaufbau einer Polis in den einer Monarchie.
Die Einigung, von der auch mehrere einheimische Stämme erfasst wurden, erfolgte auch aus strategischen und wirtschaftlichen Gründen. Nur auf diese Weise konnte dem Vordringen der Barbarenstämme Halt geboten und dem Getreidehandel eine stabile Organisationsform verliehen werden.
Nach dem Sturz der Archaianaktiden im Jahr 438 v. Chr., befand sich das Reich, nach Diodor, unter der Herrschaft der Spartokiden, die mehr als dreihundert Jahre regieren sollen. Die Umstände, die zum Dynastiewechsel führten, sind unbekannt. Die Namen des Gründers der Dynastie – Spartokos – und einiger seiner Nachfolger sind aber zweifellos thrakisch. Die Spartokiden und besonders Leukon I. (389/8–349/8) sowie sein Sohn Pairisades I. (349/8–311/10) – gestützt auf ein zahlreiches Söldnerheer – konnten die Grenzen des Reiches noch erweitern.
Die Hauptbeschäftigung der nichtgriechischen Bevölkerung war der Ackerbau, die Tierzucht und die Fischerei. Die bosporanischen Städte waren wichtige Produktionszentren von berühmten, künstlerisch hergestellten Gefäßen aus Ton und Metall. Ganz hervorragend sind auch die Erzeugnisse der bosporanischen Ziseleure, Juweliere und Toreuten. Vermutlich wurde hier ein Teil des so genannten Goldes der Skythen von griechischen Handwerkern angefertigt. Diese Städte trieben einen lebhaften Handel mit Athen und mit anderen Städten Griechenlands. Die Hauptposten in der bosporanischen Ausfuhr nach Athen bildeten die Zerealien, Salzfische, Pökelfleisch, Sklaven u.a. Aus Athen bezogen die bosporanischen Städte Stoffe, Olivenöl, Wein, Gefäße, Luxusgegenstände, Hausgeräte, Werkzeuge und Waffen, Bücher, Arzneimittel u.a.
In der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts v. Chr. begann die wirtschaftliche Schwächung des Bosporanischen Reiches, was sich auch auf die militärische Stärke des Reiches ungünstig auswirkte. Der Kampf gegen die Nomadenüberfälle wurde schwierig. Die Skytengefahr für das Bestehen des Reiches wurde so groß, dass Pairisades V. (ca. 125 v. Chr. – ca. 108 v. Chr.) auf seinen Thron verzichtete und die Macht Mithridates VI. von Pontus anbot. Diese Kapitulationspolitik der letzten Spartokiden rief einen Aufstand in den niedrigen Volksschichten hervor, worunter auch zahlreiche Sklaven waren, die mit den Skythen gemeinsame Sache machten. An der Spitze dieser Volksbewegung stand die skythische Bevölkerung von Pantikapaion unter der Anführung des Sklaven Saumakos (Sawmak). Pairisades wurde von den Aufständischen getötet. Der Aufstand wurde schließlich von den Truppen des Mithridates niedergeschlagen, wobei der Bosporanische Staat in das pontische Reich einverleibt wurde.
Als der Macht Mithridates’ VI. im Jahr 63 v. Chr. von den Römern ein Ende gesetzt wurde, geriet das Reich in Abhängigkeit vom Römischen Reich. Die neue Blüte des Reiches gehört erst in das 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. Dieser wirtschaftliche Aufschwung steht im Zusammenhang mit der Stärkung der Handelsbeziehungen zu Kleinasien und den skythischen Stämmen.
Mit dem Tod des Sauromates II. (210/11), der über die Skythen und Sarmaten gesiegt hatte, begann aber der endgültige Niedergang des Reiches. Gefährlich wurden ihm vor allem die Plünderungszüge germanischer Stämme wie der Goten. Trotzdem existierte das Bosporanische Reich noch Anfang des vierten Jahrhunderts und unterhielt sogar weiterhin Beziehungen zu Rom, dessen Protektorat von den bosporanischen Königen weiterhin anerkannt wurde. Ein unübersehbares Anzeichen des wirtschaftlichen Zusammenbruchs des Reiches ist dann die in den dreißiger bis vierziger Jahren des vierten Jahrhunderts unter König Rheskupris V. erfolgte Einstellung der Münzprägung, die der Bosporus neunhundert Jahre lang fast ohne Unterbrechung durchgeführt hatte.
Anscheinend hat das Bosporanische Reich aber nicht nur den Einbruch der Goten, sondern auch den Hunnensturm überstanden. Dies ergibt sich aus einer Inschrift eines Königs namens Doiptunes oder Diuptunes, der bereits Christ war und wohl im 5. Jahrhundert regierte. Im sechsten Jahrhundert kamen die nicht von den Goten besiedelten Teile der Krim unter direkte byzantinische Herrschaft. Ein Königtum bestand zu diesem Zeitpunkt nicht mehr.
| Die Herrscher des Bosporanischen Reiches | |
|---|---|
| Name | Jahr |
| Dynastie der Spartokiden | |
| Spartokos I. | 438/7–433/2 |
| Satyros I. | 433/2–389/8 |
| Seleukos I. | 433/2–393/2 |
| Leukon I. | 389/8–349/8 |
| Gorgippos | in Gorgippia |
| Pairisades I. | 349/8–311/10 |
| Spartokos II. | 349/8–344/3 |
| Apollonios | 349/8–ca. 345 |
| Satyros II. | 311/10–310/09 |
| Prytanis | 310/09 |
| Eumelos | 310/09–304/3 |
| Spartokos III. | 304/3–284/3 |
| Seleukos II. | 304/3–? |
| Pairisades II. | 284/3–ca. 245 |
| Satyros III. | 284/3–? |
| Spartokos IV. | ca. 245–ca. 240 |
| Leukon II. | ca. 240–ca. 220 |
| Hygiainon | ca. 220–ca. 200 |
| Spartokos V. | ca. 200–ca. 180 |
| Kamasarye Philoteknos (Regentin) | ca. 180– ca. 160 |
| Pairisades III. | ca. 180–ca. 150 |
| Pairisades IV. Philometor | ca. 150–ca. 125 |
| Pairisades V. | ca. 125–ca. 108 |
| Herrscher aus verschiedenen Häusern | |
| Saumakos | 108–107 |
| Mithradates I. Eupator | 107–63 |
| Pharnakes II. | 63–47 |
| Mithradates II. | 47–46 |
| Asandros | 47–16 |
| Dynamis | 21/20 v.–7/8 n.Chr. |
| Skribonios | 16/5 |
| Polemon I. Eusebes | 15/4–8 |
| Aspurgos Philorhomaios | 14/5–37/8 |
| Gepaipyris | 37/8–38/9 |
| Polemon II. | 37/38–41 |
| Dynastie der Aspurgiden | |
| Mithradates III. | 39/40–44/5 |
| Kotys I. | 45/6–68/9 |
| Eunike (Mitregentin) | 45/6–68/9 |
| Rheskuporis I. | 68/9–93/4 |
| Sauromates I. | 93/4–123/4 |
| Kotys II. | 123/4–132/3 |
| Rhoimetalkes | 131/2–153/4 |
| Eupator | 154/5–170/1 |
| Sauromates II. | 174/5–210/1 |
| Rheskuporis II. | 211/2–226/7 |
| Kotys III. | 227/8–233/4 |
| Sauromates III. | 229/30–231/2 |
| Rheskuporis III. | 233/4–234/5 |
| Ininthimeus | 234/5–238/9 |
| Rheskuporis IV. | 242/3–275/6 |
| Pharsanzes | 253/4–254/5 |
| Sauromates IV. | 275/6 |
| Teiranes | 275/6–278/9 |
| Chedosbios (?) | 279/80–285/6 (?) |
| Thothorses | 285/6–308/9 |
| Rhadamsadios | 309/10–322/3 |
| Rheskuporis V. | 314/5–341/3 |
| Doiptunes (oder Diuptunes) | 5. Jahrhundert |
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."