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Bode

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Dieser Artikel behandelt den Fluss in Sachsen-Anhalt. Für die weiteren Bedeutungen siehe Bode (Begriffsklärung).

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Bode
Das Flusssystem der Bode

Das Flusssystem der Bode

Daten
Lage Zentraleuropa, Deutschland, Sachsen-Anhalt
Länge 169 kmdep1
Quellhöhe 860 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-QUELLE_fehlt
Mündung SaaleVorlage:Infobox Fluss/MÜNDUNGSKOORDINATE_fehlt
Mündungshöhe 80 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-MÜNDUNG fehlt
Höhenunterschied 780 mdep1
Flusssystem Elbe
Einzugsgebiet ca. 3000 km²[1]dep1
Abflussmenge 0,35 - 350 m³/s
Mittelstädte Quedlinburg, Oschersleben, Stassfurt
Kleinstädte Thale, Wegeleben, Gröningen
Rechte Nebenflüsse Rappbode, Luppbode, Selke
Linke Nebenflüsse Holtemme
Die Wilde Bode

Die Bode ist ein linksseitiger Nebenfluss der Saale in Sachsen-Anhalt. Sie entspringt im Hochharz und entwässert diesen in nördlicher Richtung. Nach 169 km mündet sie bei Nienburg in die Saale. Ihr Name wird vom wilden, ungezügelten böhmischen Königssohn Bodo hergeleitet, der der Rosstrappensage nach als Zottelhund verwandelt im „Kronensumpf“ im heutigen Bodetal die Krone der Brunhilde bewacht. Bodetal bezeichnet dabei den engen Teil des Tals zwischen Treseburg und Thale.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Etymologie und Hintergrund

Der Name der Bode leitet sich von folgender Sage ab: Von Thüringen kommend verfolgte einst der Riese Bodo die schöne Königstochter Brunhilde, die er gegen ihren Willen heiraten wollte. Brunhilde entfloh auf einem weißen Ross, jedoch tat sich plötzlich vor ihr ein tiefer Abgrund auf. Sie setzte mit einem kühnen Sprung zum jenseitigen Felsen über, der Verfolger stürzte jedoch in die Tiefe. Der Hufabdruck des Pferdes ist noch heute an der sogenannten Rosstrappe zu sehen. Der Riese Bodo wurde in einen Hund verwandelt. Bei dem Sprung verlor die Prinzessin ihre goldene Krone, die nun von dem Hund Bodo auf dem Grund des Flusses bewacht wird. Nach dem verzauberten Riesen Bodo erhielt der Fluss den Namen Bode.

[Bearbeiten] Geographie

[Bearbeiten] Quell- und Einzugsgebiete

Sie ist in ihrem Quellgebiet am Brocken, dem höchsten Gipfel des Harz, weit verzweigt; die zwei wichtigsten Quellflüsse sind:

Die beiden Flüsse, die tatsächlich einen Temperaturunterschied von 2 °C aufweisen, vereinigen sich unweit der Ruine Königsburg unmittelbar vor der Einmündung in die Talsperre Königshütte (Überleitungssperre).

Weitere Zuflüsse der Bode sind die Rappbode und die Luppbode. Die Rappbode wird bei Wendefurth durch die Rappbode-Talsperre gestaut. Am Nordende dieser Talsperre vereinigt sich die Rappbode mit der Bode, die hier in der Talsperre Wendefurth gestaut ist. Auch der Goldbach (Bode), die Holtemme und die Selke gehören zu den Zuflüssen der Bode.

[Bearbeiten] Wasserfälle

Die Wasserfälle im Harz sind nicht hoch. Der Obere Bode-Fall an der Warmen Bode ist ein Sturzbach mit kleinen Fallstufen von etwa 1 m Höhe, der Untere Bode-Fall ebenfalls an der Warmen Bode ist eine Fallstufe gleicher Höhe. Der Bodekessel im Bodetal ist eine ehemalige Stufe in grandioser Schlucht, die 1798 durch Sprengung von seinen ehemals 2 m Höhe auf 1 m erniedrigt wurde. Der vierte Wasserfall liegt im Kästental.

[Bearbeiten] Verlauf der Bode

Die Bode windet sich zwischen Treseburg und Thale durch ein zehn Kilometer langes Engtal, das Bodetal. Das Tal ist heute ein Naturschutzgebiet. Das Bodetal und seine Ortschaften sind der Hauptschauplatz von Theodor Fontanes Roman Cécile.

Danach durchquert sie in geschwungenem beziehungsweise eingedämmtem und begradigtem Lauf das Harzvorland, bis sie bei Nienburg in die Saale einmündet. Bedeutende Bode-Nebenflüsse sind die Selke und die Holtemme. Weitere Städte an der Bode sind Quedlinburg, Wegeleben, Gröningen, Oschersleben, Hadmersleben, Egeln und Staßfurt.

[Bearbeiten] Talsperren der Bode

Siehe auch: Talsperren im Harz

Im Sinne der Gewässer-Hierarchie hat im Harz jeder Quellfluss der Bode ein bestimmtes Einzugsgebiet, das Bestandteil des Einzugsgebietes der Bode ist. Die Einzugsgebiete der Talsperren betragen für die Talsperre Wendefurth 309,20 km², für die Rappbodevorsperre und die Rappbode-Talsperre 269,00 km² und für die Talsperre Königshütte 154,2 km². Die Mandelholztalsperre staut das Wasser der Kalten Bode. Das Einzugsgebiet der Bode ist etwa 3000 km² groß.

[Bearbeiten] Geschichte und Kultur

[Bearbeiten] Mittelalter

Im Frühmittelalter bildete die Bode den Grenzfluss zwischen dem Harzgau im Westen und dem Schwabengau im Osten. Die beiden wichtigsten Bodeübergänge in dieser Zeit waren die in den Fuldauer Annalen mehrfach genannten Orte Ditfurt und Gröningen.

[Bearbeiten] Neuzeit

„Die düstere Schöne, die Bode, empfing mich nicht so gnädig, und als ich sie im schmiededunkeln Rübeland zuerst erblickte, schien sie gar mürrisch und verhüllte sich in einen silbergrauen Regenschleier: aber mit rascher Liebe warf sie ihn ab, als ich auf die Höhe der Roßtrappe gelangte, ihr Antlitz leuchtete mir entgegen in sonnigster Pracht, aus allen Zügen hauchte eine kolossale Zärtlichkeit, und aus der bezwungenen Felsenbrust drang es hervor wie Sehnsuchtseufzer und schmelzende Laute der Wehmut.“

Heinrich Heine: Die Harzreise (1826)

[Bearbeiten] Hochwasser und Niedrigwasser

Die verheerendsten Hochwasser der Bode sind für die Jahre 1539, 1667, 1730, 1740, 1772 und besonders zu Weihnachten 1925 überliefert.[2] Erst durch die Fertigstellung der Rappbodetalsperre 1959 konnte die Hochwassergefahr gebannt werden. Die Wassermenge der Bode kann stark variieren: Während des Silvester-Hochwassers von 1925 wurde ein Abfluss von 350 m³/s festgestellt, wogegen es im darauffolgenden Sommer 1926 nur 0,35 m³/s waren.

[Bearbeiten] Literatur

Monika Schönau/Edmund Werner: Die Bode: ein Fluss führt Hochwasser! Sachsen-Anhalt, Staatliches Amt für Umweltschutz Magdeburg, Magdeburg 2000.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Bode – Bilder, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. TU Braunschweig, Leichtweiß-Institut, Abteilung Hydrologie, Wasserwirtschaft und Gewässerschutz, Flussgebietsmodell Bode, 1996.
  2. Vgl. 'Das Bode-Hochwasser Silvester 1925 in Quedlinburg: Festschrift zur Einweihung der Bahnhofsbrücke am 27. November 1926'. Herausgeben vom Magistrat der Stadt Quedlinburg, 1926.

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