Outils :Vous avez un site web ? Un blog ?
Technorati reactions rencontre |
Im engeren Sinne ist Bier ein alkohol- und kohlensäurehaltiges Getränk, das durch Gärung meist aus den Grundzutaten Wasser, Malz und Hopfen gewonnen wird. Für ein kontrolliertes Auslösen des Gärvorganges wird meistens Hefe, selten auch Milchsäurebakterien zugesetzt. Weitere Zutaten sind z. B. Früchte, Kräuter oder Gewürze. Der Alkoholgehalt von normalen Biersorten liegt in Deutschland und Österreich in der Regel zwischen 4,5 und 6 Prozent.
Im weiteren Sinne versteht man unter Bier jedes alkoholhaltige Getränk, das auf Basis von verzuckerter Stärke hergestellt wurde, ohne dass dabei ein Destillationsverfahren angewandt wurde (z. B. Chicha). Die Abgrenzung zu Wein besteht darin, dass für Weine Zucker aus pflanzlichen (Fruchtzucker) oder tierischen Quellen (zum Beispiel Honig) vergärt werden, während der Ausgangsstoff für die Gärung bei Bier immer Stärke ist.
In der Regel wird der Zucker aus der Stärke von Getreide (Gerste, Roggen, Reis, Weizen, Mais) gewonnen, seltener wird Stärke aus Kartoffeln oder anderem Gemüse wie Erbsen herangezogen. Der japanische Sake, obwohl oft als „Reiswein“ bezeichnet, fällt daher ebenfalls unter die Definition der bierartigen Getränke.
Über den Ursprung des Wortes Bier gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Vermutlich stammt es von biber (lat. „Getränk“) ab. Ein nicht mehr gebräuchliches Wort für Bier ist das germanische Äl (vgl. englisch Ale, dänisch øl, schwedisch öl oder finnisch olut), wobei es sich um das noch ungehopfte Gebräu handelte.
Die frühesten Nachweise für Bier gibt es aus dem altmesopotamischen Raum. Die Ägypter ließen halbfertig gebackenes Brot mit Wasser vergären und bekamen so eine Art Bier. Bei den Römern hieß das Bier Cervisia, nach der Göttin der Feldfrüchte, Ceres. Den Römern galt es als barbarisches Getränk. Die Kelten kannten Bier unter dem Namen Korma.
Im Mittelalter wurde Bier noch aus sehr vielen unterschiedlichen Zutaten gebraut. Erst durch die Einführung des geregelten Braubetriebs durch Klosterbrauereien wurde die Grut nach und nach durch Hopfen verdrängt. Damals galt Bier auch als geeignetes Getränk für Kinder, da es einen geringeren Alkoholgehalt hatte als heute und durch das Kochen der Bierwürze weitgehend keimfrei war, was man vom Wasser nicht behaupten konnte. Es war ferner wegen seines hohen Kaloriengehalts eine wichtige Ergänzung der oft knappen Nahrung, da man auch Bier aus minderwertigem Getreide noch halbwegs genießen konnte. Angesichts des hohen Bierkonsums im Mittelalter und der frühen Neuzeit war Bier für den städtischen Fiskus und die seit etwa 1500 entstehenden Landessteuerbehörden von großem Interesse. Bereits im Spätmittelalter wurden fast überall im Reich Produktions- und Verkaufssteuern auf Bier erhoben. Damals wurde Bier mit obergäriger Hefe, dem sogenannten „Oberzeug“, gebraut.
Nachdem Bier in Kühlhäusern, die der Wiener Brauer Adolf Ignaz Mautner unter dem Patentnamen „Normal-Bierlagerkeller System Mautner“ entwickelte, auch bei niedrigen Temperaturen gelagert werden konnte, setzte sich bald die untergärige Brauweise durch. Bereits 1841 wurde das untergärige Lagerbier von Anton Dreher in Schwechat und von Adolf Ignaz Mautner in Wien gebraut und läutete damit die Epoche der untergärigen Biersorten ein.
Als wichtiger Punkt in der Geschichte des Bierbrauens wird die „Erfindung“ der Pilsner Brauart angesehen. Sie ging aus der schon damals berühmten Bayerischen Brauart hervor, die vor allem auf nur leicht geröstetem Malz und auf der langsamen Gärung durch Lagerung in kalten Höhlen und tiefen Kellern beruhte. Josef Groll braute somit am 5. Oktober 1842 den ersten Sud nach Pilsner Brauart. Dieser wurde erstmals am 11. November 1842 öffentlich ausgeschenkt und eröffnete so den weltweiten Siegeszug dieser Bierspezialität, die als Original Pilsner Urquell vertrieben wird.
In Deutschland wurde untergäriges Bier bis 1993 nach dem Biersteuergesetz, umgangssprachlich als Reinheitsgebot bekannt, gebraut. Darin waren Teile des bayerischen Reinheitsgebots von 1516 enthalten, nach dem nur Wasser, Hopfen und Gerste als Zutaten erlaubt waren. Seit 1993 ist die Herstellung von Bier in Deutschland im vorläufigen Biergesetz (BGBl. I 1993 S. 1400–1401) geregelt. Bier ist heute das in Deutschland und vielen anderen Ländern meistkonsumierte alkoholische Getränk.
Beim Bierbrauen werden die Bierzutaten Wasser, Malz und Hopfen miteinander vermischt und teilweise durch Hefe biochemisch verändert:
Nachdem aus Getreide (in der Regel Gerste) Malz hergestellt wurde, wird dieses geschrotet. Der eigentliche Brauprozess beginnt mit dem Maischen. Dabei wird Wasser auf etwa 60 °C erwärmt, dann das geschrotete Malz hinzugefügt und die so entstandene Maische unter ständigem Rühren je nach Verfahren bis auf etwa 75 °C erhitzt (rein enzymatischer Abbau der Stärke) oder Teile der Maische gekocht (physikalische Verkleisterung der Stärke). Bei verschiedenen Rast-Temperaturen setzen Enzyme Stärke aus dem Malz in Malzzucker um. Mit einer Iodprobe wird anschließend festgestellt, ob die gelöste Stärke vollständig verzuckert ist. Daraufhin wird die Maische im Läuterbottich geläutert: Der Malztreber und die Würze (so heißt der flüssige, vergärbare Teil der Maische) werden voneinander getrennt. Durch Nachgüsse mit heißem Wasser wird die Würze aus dem Treber gespült und anschließend im Sudkessel mit Hopfen gekocht. Den folgenden Vorgang nennt der Brauer Ausschlagen. Dabei wird der Sud aus der Würzepfanne in einen Whirlpool oder durch einen Filter gepumpt, um das geronnene Eiweiß und andere Schwebstoffe von der Ausschlagwürze zu trennen. Zuletzt wird die nun Anstellwürze genannte Flüssigkeit in einem Kühler auf die optimale Gärtemperatur abgekühlt und je nach Biersorte die passende Hefekultur zugesetzt. Obergärige Hefesorten vergären bei Temperaturen zwischen 18 °C und 24 °C, untergärige bei 8 °C bis 14 °C. Bei der alkoholischen Gärung setzt die Hefe den in der Würze gelösten Zucker zu Ethanol und Kohlendioxid um, das zum Teil im fertigen Bier unter Druck als Kohlensäure gebunden bleibt. Nach der Hauptgärung, die etwa eine Woche dauert, muss das Jungbier noch etwa vier bis sechs Wochen nachgären und lagern. Das gereifte Bier wird in der Regel nochmals gefiltert und schließlich in Flaschen, Fässer oder Dosen abgefüllt.
Bier darf in Deutschland wegen seines Alkoholgehalts erst an Personen ab 16 Jahren abgegeben werden[1] (siehe: Jugendschutz).
In Österreich gilt kein einheitliches Jugendschutzgesetz, aber in allen Bundesländern liegt die Altersgrenze bei 16 Jahren.[2][3]
Die rechtliche Regelung der Altersbeschränkung ist in der Schweiz Sache der Kantone. In den meisten Kantonen ist der Verkauf von Bier an Jugendliche unter 16 Jahren verboten. Im Kanton Tessin darf an Jugendliche gar kein Alkohol verkauft werden[4]. Die Kantone Bern[4], Zug und Baselland[5] diskutieren derzeit ebenfalls ein generelles Alkoholverkaufsverbot an Jugendliche unter 18 Jahren.
Speziell für die Situation in der Schweiz ist, dass die beiden größten Detailhändler in der Schweiz – Migros und Coop – freiwillig eine sehr restriktive Alkoholpraxis ausüben: Migros (nicht aber diverse Tochtergesellschaften) verkauft keinerlei Alkoholprodukte, während Coop keinen Alkohol an unter 18-Jährige verkauft.[4]
Vom abgefüllten Bier werden in den Brauereien regelmäßig Stichproben entnommen und einer sensorischen Beurteilung unterzogen. Unterschieden wird zwischen
Ziel ist es – wie auch bei den während des gesamten Brauprozesses überwachten chemisch-technischen Parametern – für die einzelnen Produkte eine möglichst gleichbleibende Qualität zu gewährleisten und Fehler rechtzeitig zu erkennen. Treten Abweichungen von den von Brauerei zu Brauerei verschiedenen Qualitätsnormen auf, wird versucht, z. B. durch Verschnitt mit anderen Produktionschargen die gewünschten Eigenschaften zu erreichen.
Sensorische Prüfungen werden auch bei Vergleichen zwischen verschiedenen Biersorten bzw. -marken durchgeführt. Zusätzlich wird hier oft auf die sorten- und regionalspezifische Reintönigkeit geachtet, wobei häufig eine Einteilung in Antrunk, Mittelteil und Abgang verwendet wird.
Einer der international bekanntesten Bierverkoster war der Brite Michael Jackson.
Vergleichbar der Weinprobe gibt es auch die Bierprobe fürs breitere Publikum.
Biere werden nach unterschiedlichen Kriterien klassifiziert:
Aufgrund steuer- und lebensmittelrechtlicher Erwägungen gliedert der Gesetzgeber die Biere in unterschiedliche Gruppen auf. In der Regel wird dabei entweder der Alkoholgehalt oder der Stammwürzegehalt zur Beurteilung herangezogen.
Der Stammwürzegehalt gibt an, wie viel vergärbarer Extrakt in der Würze enthalten ist. Bestimmt wird die Stammwürze am Ende des Kochprozesses in der Würzepfanne, unmittelbar vor dem Ausschlagen mittels einer Extraktspindel. Dieser Wert wird in Gewicht oder Gewichtsprozent angegeben. Das heißt, dass ein Bier mit 12 Prozent Stammwürze 120 Gramm Extrakt in 1000 Gramm Flüssigkeit enthält. Als Faustregel gilt, dass die Stammwürzeangabe durch drei geteilt den Alkoholgehalt ergibt, da der Extrakt bei der Gärung etwa in gleichen Teilen zu Kohlenstoffdioxid, Alkohol und unvergärbaren Stoffen abgebaut wird.
Biergattungen sind die in Deutschland verwendete gültige steuerrechtliche Untergliederung, die nur am Stammwürzegehalt festgemacht wird.
In Österreich gelten folgende Klassifizierungen:
In der Schweiz lauten die Sachbezeichnungen für Bier[6]:
Folgende Bierarten unterscheiden sich nach der Sorte der verwendeten Hefe:
Die Bezeichnung obergäriges Bier beruht darauf, dass bei obergärigen Bieren die Hefe (Saccharomyces cerevisiae) während der Gärung in klassischen Brauverfahren an die Oberfläche stieg. In modernen Brauverfahren sinkt sie nach Ende der Gärung, wie untergärige Hefe, zu Boden. Die für die Obergärung erforderlichen höheren Gärtemperaturen (15 bis 22 °C) führen zu einer vermehrten Bildung von Estern und höheren Alkoholen durch die Hefe. Diese verleihen den Bieren oft ein fruchtiges Aroma. Obergärige Biere wurden früher oft ohne Lagerung direkt im Anschluss an die Hauptgärung vermarktet. Sie waren ungespundet und generell nur kurz haltbar. Heutzutage wird eine Lagerung ähnlich wie bei den untergärigen Bieren durchgeführt. Zu den obergärigen Bieren gehören z. B.:
Bei untergärigen Bieren sinkt die Hefe (S. carlsbergensis) nach dem Gärungsprozess auf den Boden des Gärtanks. Es sind gewissermaßen „ausgebaute“ Biere, die eine gewisse Reifezeit benötigen, aber auch länger haltbar sind als die obergärigen. Diese Herstellung benötigt Kühlung mit Temperaturen von unter 10 °C, ist also ganzjährig erst seit der Erfindung der Kältemaschine möglich. Deswegen konnte beispielsweise das Märzen früher nur bis März gebraut werden, woher es seinen Namen hat. Zu den untergärigen Bieren gehören z. B.:
Bei spontangärigen Bieren wird keine Hefe zugesetzt. Stattdessen wartet man, bis frei in der Luft fliegende Hefesporen in den offenen Gärbottich gelangen und die Gärung anregen. Es ist die älteste Art, die Würze zur Gärung zu bringen, und stammt aus der Zeit, als der Hefepilz den Menschen noch unbekannt war. Zu den spontangärigen Bieren gehören z. B.:
Sogenanntes alkoholfreies Bier enthält meist noch eine geringe Menge Restalkohol. Dieser liegt je nach Herstellungsverfahren zwischen 0,02 % und 0,5 %. Zum Vergleich: Die meisten Fruchtsäfte enthalten von Natur aus durch Gärprozesse vergleichbare Alkoholmengen. Erst seit 2006 gibt es erste Biere mit 0,0 %.[7]
Ein veraltetes Herstellungsverfahren für alkoholfreies Bier ist das Abbrechen des Gärprozesses, bevor sich ein nennenswerter Anteil Alkohol bilden kann, wie man es auch beim Malzbier macht. Das modernere Verfahren ist das Dialyseverfahren, wobei einem normalen Bier durch Osmose über eine Membran der Alkohol entzogen wird. Optimal ist eine Kombination von Osmose und Dünnfilmdestillation, bei der aus dem Permeat durch die Abdestillation von Ethanol wieder eine hypertonische Lösung wird. Alkoholfreies Bier hat zurzeit einen Marktanteil von etwa drei Prozent.
Trockene Alkoholiker sollten kein alkoholfreies Bier trinken, da der Geschmack einen Rückfall auslösen kann.
Bier wird auch mit anderen Getränken gemixt, meist mit Erfrischungsgetränken oder Fruchtsäften. In der Regel bestehen sie zu wenigstens 50 % aus Bier.
Am 16. Januar 2006 veröffentlichte der Verband der europäischen Brauereien „The Brewers of Europe“ folgende im „Bier-Report“ der Tageszeitung „Die Welt“ abgedruckte Statistik über den europäischen Pro-Kopf-Verbrauch in Litern:
| 1. | Tschechien | 160,0 |
| 2. | Deutschland | 115,8 |
| 3. | Österreich | 108,6 |
| 4. | Irland | 108,0 |
| 5. | Großbritannien | 100,8 |
| 6. | Belgien | 93,0 |
| 7. | Finnland | 84,0 |
| 8. | Niederlande | 77,9 |
| 9. | Polen | 75,0 |
| 10. | Portugal | 61,7 |
| 11. | Schweiz | 57,3 |
| 12. | Norwegen | 55,0 |
| 13. | Schweden | 51,5 |
| 14. | Frankreich | 33,4 |
| 15. | Dänemark | 30,1 |
„The Brewers of Europe“ schätzen den Umsatz der 2800 europäischen Brauereien auf 39 Milliarden Euro. Unter diesen Brauereien waren 1247 deutsche, wovon fast 1000 einen Bierausstoß unter 50 000 Hektoliter im Jahr haben. Das Statistische Bundesamt nannte für das Jahr 2008 die Zahl von 1319 Braustätten, von denen 1193 unterhalb der Produktionsmenge von 50 000 Hektoliter im Jahr blieben. Darunter ist eine Vielzahl von Kleinbrauereien unterhalb von 5.000 hl (963), welche die Vielfalt an Biersorten in Deutschland begründen.[8]
Es folgt Österreich mit ca. 140 Brauereien (davon ca. 60 seit 1980 entstandene Hausbrauereien), Belgien mit 115 Brauereien und Polen mit 65 Brauereien. Insgesamt werden in Europa ca. 400 Millionen Hektoliter erzeugt, womit die Produktion vor China mit 250 Millionen Hektolitern und den USA mit 230 Millionen Hektolitern die größte der Welt ist.
Im ersten Halbjahr 2004 wurden in Deutschland 51,8 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt, das waren 0,3 Millionen Hektoliter mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum [9]. Nicht enthalten sind der Absatz von alkoholfreien Bieren und Malzbier sowie das aus Nicht-EU-Ländern eingeführte Bier. Biermischgetränke waren im ersten Halbjahr 2004 mit 1,3 Millionen Hektoliter am Bierabsatz beteiligt[9]. 87 Prozent des Bierabsatzes im ersten Halbjahr 2004 waren für den deutschen Inlandsverbrauch bestimmt und wurden versteuert. Der steuerfreie Absatz betrug 6,7 Millionen Hektoliter Bier[9]: 5,1 Millionen Hektoliter davon gingen in die EU-Länder, 1,5 Mio. Hektoliter in Drittländer und 103 627 Hektoliter als Haustrunk an die Beschäftigten der Brauereien[9].
Nach einer Untersuchung der Wirtschaftsberatungsgesellschaft KPMG im Mai 2005 erwarten die deutschen Brauereien bis 2009 ein Absatzminus von etwa fünf Prozent. Besonders betroffen ist das Bier nach Pilsener Brauart. Zuwächse werden nur bei Mixgetränken wie Bier-Cola oder Radler erwartet.
Während ein Bundesbürger 1999 noch 127,5 Liter Bier trank, waren es 2004 nur noch 115,5 Liter (2007 sogar nur 112,5[10]). Besonders in Bayern liegt der Durchschnitt mit 155,4 Litern weit höher. In den Weingebieten der Pfalz wird hingegen ein sehr niedriger Durchschnittswert verzeichnet: 69,1 Liter pro Kopf. Immerhin 14,1 % der deutschen Männer geben an, täglich Bier zu trinken. Bei den Frauen sind es mit 1,7 % deutlich weniger.[11] Nach Angaben des Statischen Bundesamtes ist der Konsum von alkoholhaltigem Bier in Deutschland seit 1992 jährlich immer weiter zurückgegangen, von 115 Mio. hl auf ca. 88 Mio. hl im Jahre 2007, etwa ein Viertel weniger. [12]
Die Nationale Verzehrsstudie II ermittelte im 2008 einen Konsum von 92,3 Litern Bier bei Männern und 14,2 Litern Bier bei Frauen im Jahr.
Touristenstraßen wie die Aischgründer Bierstraße und die Bayerische Bierstraße erschließen die touristische Vermarktung von Bier und Brauwirtschaft.
In unterschiedlichen Gegenden Deutschlands, Österreichs und der übrigen Welt haben sich regionale Bezeichnungen für verschiedene Größen von Biergläsern, Bierflaschen, Bierfässern und Bierdosen etabliert, die ihren Ursprung zum Teil in alten Maßeinheiten haben.
Als alkoholhaltiges Getränk kann Bier eine starke psychische sowie in noch größerem Ausmaß eine körperliche Abhängigkeit hervorrufen – also süchtig machen – bzw. zur Alkoholkrankheit führen. Da in vielen Regionen der Konsum von Bier und Wein auch in größeren Mengen gesellschaftlich anerkannt ist und so nicht als auffälliges Verhalten gilt, kann das Suchtverhalten von den Betroffenen und ihrem Umfeld eventuell später erkannt werden als bei anderen Substanzen.
Praktisch alle gängigen Biere enthalten aufgrund der verwendeten Getreidesorten das sogenannte Klebereiweiß Gluten und sind damit nicht zum Konsum durch Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) geeignet. Durch die Auswahl von Getreidesorten, die kein Gluten enthalten, ist jedoch die Herstellung von glutenfreiem Bier möglich. Verwendet werden dafür beispielsweise Mais, Reis, Hirse, Buchweizen oder Sorghum. Entsprechende Biere sind von kleinen und zum Teil spezialisierten Brauereien erhältlich.
Die Ergebnisse einiger internationaler wissenschaftlicher Studien zum Thema Bier, wonach maßvoller Biergenuss gesundheitsfördernd sei, werden häufig in den Medien erwähnt. Diese Ergebnisse sind allerdings umstritten. Regelmäßiger Alkoholkonsum steigert das Risiko, an Krebs zu erkranken; bereits geringe Mengen Alkohol, täglich zugeführt, verschlechtern die Gedächtnisleistung.
Als oberste Grenze eines noch maßvollen Alkoholgenusses galt lange Zeit der Wert von 80 g pro Tag. In den letzten Jahren legte man das Körpergewicht zugrunde und sah einen Verzehr von 1 g Alkohol pro kg Körpergewicht pro Tag als oberste Grenze für einen gesunden und erwachsenen Menschen an. Allerdings schwankt auch dieser Wert individuell beträchtlich, er ist zum Beispiel noch abhängig vom Geschlecht, aber auch von der persönlichen Konstitution. Neuerdings wird für Männer ein täglicher Verzehr von 30 ml entsprechend 25 g Alkohol als sichere obere Grenze angesehen. Diese Alkoholmenge ist in etwa 0,7 Liter Vollbier beziehungsweise in einem Liter Leichtbier enthalten. Frauen sollten sich mit 20 % weniger begnügen.
Nach neuesten Studien (Lancet, 2005, Bd. 366, S. 1911) soll die schädliche Wirkung von Alkohol immer den manchmal partiellen Nutzen geringen Alkoholkonsums überwiegen, es gäbe also keine „sichere“ obere Grenze.
Lange Zeit wurde vermutet, dass die positive Wirkung, die Wein und Bier auf die Blutgefäße haben, auf den Alkohol zurückzuführen ist. Eine Studie des Universitätsklinikums Ulm weist nun darauf hin, dass alkoholfreies Bier und Rotwein eine genauso günstige Wirkung im Zusammenhang mit Arteriosklerose haben wie die alkoholhaltige Variante.[13]
Zwischenzeitlich wurde in Studien belegt, dass das Körpergewicht durch mäßigen Biergenuss theoretisch vermindert werden kann. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass man nicht mehr als gewöhnlich isst. Darüber hinaus wurden auch günstige Wirkungen auf den Fett- und Zuckerstoffwechsel, die Blutgerinnung und die Blutdruckregulation festgestellt. So nehmen zum Beispiel die arteriosklerosefördernden Cholesterinanteile (LDL) im Blut ab, während die schützend wirkenden Cholesterinanteile (HDL) zunehmen.
In der Praxis führt der regelmäßige Konsum von Bier dennoch häufig zur Gewichtszunahme, dem Bierbauch, da Bier im Vergleich zu anderen alkoholischen Getränken das Hungergefühl besonders intensiv verstärkt. Nicht umsonst wird in vielen Ländern Bier traditionell zusammen mit stärkehaltigen, kalorienreichen Snacks (in Japan mit Eda-Bohnen) konsumiert. Außerdem enthält Bier in Spuren Einfachzucker (Monosaccharide), die zur Entstehung von Übergewicht beitragen können. Zirka 93 % der leicht verdaulichen Kohlenhydrate sind Dextrine > 10 G, Oligosaccharide und Pentosen; der Rest Maltose und Maltotriose.
Nicht nur im Deutschen wird ein dicker Bauch auch sprachlich in Beziehung zum Bier gesetzt: Auf Japanisch heißt ein dicker Bauch Biiruppara, auf Schwedisch ölmage. Beides heißt übersetzt „Bierbauch“. In Frankreich spricht man vom ventre Kro, dem „Kronenbourg-Bauch“, in Anspielung an den Kosenamen der größten französischen Bierbrauerei. In der österreichischen Mundart existiert der Begriff „Gössermuskel“, nach der steirischen Gösser-Brauerei. In Köln wird der Bierbauch nach dem gleichnamigen 10-l-Kölsch-Fass auch Pittermännchen genannt.
An Nährwerten verschiedener Biersorten pro 100 ml ergeben sich:
| Sorte | kJ | kcal |
| Bier | 200 | 48 |
| Bier (alkoholfrei) | 100 | 24 |
| Kölsch | 172 | 41 |
| Diät-Vollbier | 147 | 35 |
| Altbier | 188 | 45 |
| Exportbier | 200 | 48 |
| Bockbier | 272 | 65 |
| Doppelbockbier | 293 | 70 |
Alkohol verbraucht beim Abbau im Körper viele Vitamine und Mineralstoffe, daher ist es stark umstritten, ob Bier zur Vitaminzufuhr und zum Ausgleich des Mineralstoffhaushalts beitragen kann.
Alkoholfreies Bier ist ein isotonisches Getränk und könnte theoretisch auch von Sportlern als Energy-Drink verwendet werden. In der Tat gibt es einige Sportler, die während ihrer Trainingseinheiten alkoholfreies Bier trinken. Ob es jedoch genauso wirksam ist wie speziell für Sportler hergestellte Getränke, ist umstritten.
In einer Arbeit der TU München wurde festgestellt, dass sich die Ansammlung von Mineralien und Spurenelementen im Bier günstig auf Nerven und Muskelkraft, auf den Elektrolythaushalt, auf die Aktivierung von Enzymen und die Hormonsteuerung auswirkt. Ferner helfen Eisen und Kupfer bei der Blutbildung. Phosphor fördert den Stoffwechsel und Magnesium stärkt den Herzmuskel. Zink wird zur Insulinbildung benötigt, Fluor schützt die Zähne vor Karies und Mangan macht das Vitamin B für den menschlichen Organismus erst verwertbar.
| Substanzen | Art | Gewicht | Benötigter Tagesbedarf[14] |
|---|---|---|---|
| Grundsubstanzen | Kohlenhydrate | 30–40 g | |
| Eiweiß | 3–5 g | ||
| Alkohol | 35–43 g | ||
| Kohlensäure | 4–5 g | ||
| Wasser | 840–900 g | ||
| Vitamine | B1 (Thiamin) | 0,03–0,04 mg | 1,0–1,4 mg |
| B2 (Riboflavin) | 0,3–0,4 mg | 1,2–1,6 mg | |
| B6 (Pyridoxin) | 0,4–0,9 mg | 1,2–1,9 mg | |
| H (Biotin) | 0,005 mg | 0,0–0,06 mg oder 0,15 mg[15] | |
| Nikotinsäure (Niacin) | 6–9 mg | 13–18 mg | |
| Folsäure | 0,04–0,8 mg | 0,4–0,6 oder 0,2 mg[15] | |
| Pantothensäure | 0,9–1,5 mg | 6 mg | |
| Elemente | Kalium | 420–570 mg | 2000 mg |
| Phosphor | 0,12–0,32 g | ||
| Schwefel | 0,1–0,2 g | ||
| Magnesium | 80–100 mg | 300–400 mg | |
| Kalzium | 40–100 mg | 1000–1200 mg oder 800 mg[15] | |
| Silicium | 0,01–0,04 g |
Portal: Bier – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Bier
rencontre