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Das Bevölkerungswachstum bezeichnet die Zunahme der Zahl der Menschen (Einwohner) auf einer bestimmten Fläche. Sie ergibt sich aus der Differenz zwischen Geburtenrate und Sterberate (natürliche Bevölkerungsentwicklung). Betrachtet man nur ein bestimmtes geographisches Gebiet, muss zudem das Migrationssaldo, das heißt die Differenz zwischen Zu- und Abwanderungen über die Gebietsgrenze, mitberücksichtigt werden. Der neutralere Begriff lautet Bevölkerungsentwicklung, der auch die Möglichkeit eines Bevölkerungsrückganges einschließt; sie ist eines der zentralen Untersuchungsgebiete der Demografie.
Kennzeichnend für die Bevölkerungsentwicklung der Welt insbesondere der letzten 200 Jahre war und ist ein starkes hyperexponentielles Wachstum (über-exponentielles Wachstum), weshalb man auch von Bevölkerungsexplosion spricht.
Bedingt durch seinen negativen Einfluss auf die begrenzte Tragfähigkeit der Erde (siehe auch Ökologischer Fußabdruck) sowie seine Multiplikatorfunktion aller der nachhaltigen Entwicklung entgegenstehenden Aktivitäten des Menschen, ist das Bevölkerungswachstum eines der zentralen globalen Probleme.
Inhaltsverzeichnis |
Wie bereits eingangs erläutert, ergibt sich die Bevölkerungsentwicklung auf einer geographischen Fläche aus
Diese Werte werden meist über den Zeitraum eines Jahres erhoben und mit dem jeweiligen Vorjahreswert verglichen.
Das Ausmaß des Bevölkerungswachstums wird als Wachstumsrate in Prozent (meist bezogen auf ein Jahr) ausgedrückt. Bei einem Wachstum von 1,14 Prozent pro Jahr – entsprechend der geschätzten globalen Wachstumsrate im Jahr 2006 – dauert es etwa 61 Jahre, bis sich die Bevölkerung verdoppelt hat — vorausgesetzt, das Wachstum bleibt die ganze Zeit über konstant auf diesem Niveau. Beträgt die jährliche Wachstumsrate 2%, verkürzt sich die Verdoppelungszeit auf 35 Jahre. Bei einer Rate von 3,5%, die in einigen Ländern erreicht bzw. überschritten wird, beträgt die Verdoppelungszeit nur noch 20 Jahre (siehe auch 72er-Regel).
Zur Zeit Christi Geburt gab es etwa 300 Millionen Menschen auf der Welt, im Jahre 1650 waren es rund eine halbe Milliarde. Das Wachstum betrug damals 0,3 %, was einer Verdoppelungszeit von etwa 240 Jahren entspricht. Nach den starken Zuwachsraten während der Industriellen Revolution hatte sich die Bevölkerungszahl bis zum Jahr 1900 mit 1,6 Milliarden bereits mehr als verdreifacht. Damals nahm sie um 0,7 bis 0,8 % jährlich zu, was einer Verdoppelungszeit von etwa 100 Jahren entspricht. Die Verdoppelung war jedoch bereits im Jahr 1965 mehr als erreicht (Bevölkerung: 3,3 Milliarden, Wachstumsrate: 2 %, Verdoppelungszeitraum: 36 Jahre). Damit verlief die Bevölkerungsentwicklung nicht nur exponentiell, sondern, dadurch, dass sich sogar die Wachstumsrate erhöhte, superexponentiell. Grund für diesen Verlauf war vor allem das starke Sinken der Sterberate bei einem nur langsamen Sinken der Geburtenrate. Ermöglicht wurde diese Entwicklung primär durch den großindustiellen Einsatz von Stickstoffdünger seit dem Zweiten Weltkrieg. Seit 1965 bis zum Jahr 2000 stieg die Bevölkerungszahl von 3,3 Milliarden auf 6 Milliarden weiter an. Auffallend seit den 1950er Jahren ist dabei jedoch das starke Fallen der Geburtenrate (in den 1950er Jahren gebar eine Frau im Schnitt noch 5 Kinder, in den 1990er Jahren waren es nur noch 2,7). Das Sinken der Geburtenrate verursachte ein Sinken der Wachstumsrate der Weltbevölkerung von 2,0 % auf 1,2 %. Der absolute Zuwachs der Weltbevölkerung blieb dadurch seit den 1970er Jahren annähernd konstant, wie Tabelle 1 zeigt. [1] [2]
Diese problematische Entwicklung wird auch Überbevölkerung genannt.
Rechnet man mit den oben angegebenen Werten von der Zeit der Geburt Christi zurück, braucht man, um auf eine Weltbevölkerung von 300 Millionen Menschen zu kommen, bei einer Verdopplung der Bevölkerung alle 240 Jahre, etwa 28 Generationen, das sind ungefähr 6800 Jahre: log(300.000.000)/log(2) * 240 Jahre = 6758 Jahre.
| Jahr | Bevölkerung in Milliarden | Wachstumsrate (v. H. pro Jahr) | Zuwachs (Millionen pro Jahr) |
|---|---|---|---|
| 1970 | 3,69 | 1,93 | 71 |
| 1980 | 4,43 | 1,70 | 75 |
| 1990 | 5,25 | 1,49 | 78 |
| 2000 | 6,06 | 1,23 | 75 |
Quelle: Meadows et al. (2006), Tab. 2-3, S. 30; UN
Beim Verlauf der Weltbevölkerung wie auch beim Verlauf der Bevölkerungszahlen einzelner Länder zeigt sich ein typischer Verlauf der Veränderung von Geburten- und Sterbeziffern und dem sich daraus ergebenden Wachstumsverlauf. Dieses Modell wird Demographischer Übergang genannt und verläuft in fünf Phasen, wie Abbildung 3 verdeutlicht:
Wichtig ist hierbei, nicht zu vergessen, dass ein Sinken der Wachstumsrate nicht gleichbedeutend mit einem Sinken der Gesamtbevölkerung ist; Sinken der Wachstumsrate bedeutet nur ein weniger starkes Ansteigen der Gesamtbevölkerung.
Das Bevölkerungswachstum in der Welt weist bedeutende Unterschiede auf (vgl. Abbildung 4). Insbesondere muss man unterscheiden zwischen den Entwicklungs- und den Industrieländern. Die folgenden Tabellen 2 und 3 zeigen die Zahlenwerte der 10 einwohnerstärksten Entwicklungsländer und der vier einwohnerstärksten Industrieländer. Die absoluten Zuwachszahlen der Entwicklungsländer pro Jahr sind enorm. So wächst die Bevölkerung Indiens um mehr als 15 Millionen pro Jahr, das ist mehr als doppelt so viel, wie die vier größten deutschen Städte Berlin, Hamburg, München und Köln zusammen Einwohner haben. Vergleicht man die Abbildungen 4 und 6 miteinander, erkennt man, dass die ärmsten Staaten der Welt auch die höchsten Wachstumsraten haben. Dies betrifft in erster Linie Afrika südlich der Sahara, Indien, Pakistan, Bangladesch, Indonesien und die Philippinen. Die fünf letztgenannten gehören gleichzeitig schon heute zu den 10 einwohnerstärksten Ländern der Welt, wie Tabelle 2 zeigt. China bildet als bevölkerungsreichstes Land der Erde aufgrund seiner Ein-Kind-Politik einen Sonderfall. Die Wachstumsrate liegt deswegen für ein Entwicklungsland relativ niedrig, das absolute Wachstum beträgt jedoch immer noch knapp 10 Millionen pro Jahr.
| Staat (Name) |
Bevölkerungszahl (in Tausend) |
Wachstumsrate (in %) |
Fruchtbarkeit (Geburten pro Frau) |
Zuwachs (Tausend pro Jahr) |
| 133.405 | 2,02 | 3,6 | 2.695 | |
| 172.564 | 1,24 | 2,2 | 2.140 | |
| Bild:Flag of the People's Republic of China.svg China | 1.279.200 | 0,73 | 1,8 | 9.338 |
| 1.033.390 | 1,51 | 3,1 | 15.604 | |
| 213.638 | 1,26 | 2,4 | 2.692 | |
| 99.415 | 1,45 | 2,6 | 1.442 | |
| 129.881 | 2,53 | 5,6 | 3.286 | |
| 141.450 | 2,44 | 5,2 | 3.451 | |
| 77.015 | 2,36 | 3,4 | 1.818 | |
| 79.527 | 1,35 | 2,3 | 1.074 |
Quelle: Spiegel (2004), S. 38 ff., Zahlen aus 2003
| Staat (Name) |
Bevölkerungszahl (in Tausend) |
Wachstumsrate (in %) |
Fruchtbarkeit (Geburten pro Frau) |
Zuwachs (Tausend pro Jahr) |
| 82.537 | 0,07 | 1,4 | 58 | |
| 127.100 | 0,14 | 1,4 | 178 | |
| 145.500 | -0,57 | 1,2 | -829 | |
| 287.676 | 1,03 | 2,0 | 2.963 |
Quelle: Spiegel (2004), S. 38 ff., Zahlen aus 2003
Die Weltbevölkerung wächst vorwiegend in den Städten der Entwicklungsländer. 1975 lebten etwa 37 % in Städten, im Jahr 2008 werden es erstmals mit 3,3 Milliarden mehr als 50 % sein. Bis 2030 wird sich diese Zahl voraussichtlich auf 5 Milliarden erhöhen. In Asien, Afrika und Lateinamerika wird sich die städtische Bevölkerung dann innerhalb von 30 Jahren verdoppelt haben: in Asien von 1,36 auf 2,64 Milliarden, in Afrika von 294 auf 742 Millionen und in Lateinamerika und der Karibik von 394 auf 609 Millionen.[4]
Ein Merkmal ist dabei das Entstehen von Megastädten mit mehr als 10 Millionen Einwohnern. Waren es im Jahr 1975 nur fünf an der Zahl, werden es im Jahr 2015 voraussichtlich 26 sein, davon die überwiegende Mehrzahl in Asien und Lateinamerika. Insgesamt wächst die städtische Bevölkerung derzeit um etwa 60 Millionen jährlich. [5]
Nachfolgende Tabelle 4 zeigt die Einwohnerentwicklung heutiger Megastädte zwischen 1955 und 2005. Besonders extrem ist dabei die Entwicklung von Städten in Entwicklungsländern wie Sao Paulo (Brasilien), Mumbai, Delhi und Kalkutta (Indien), Jakarta (Indonesien), Karatschi (Pakistan), Dhaka (Bangladesch) und Lagos (Nigeria), deren Einwohnerzahlen sich in 50 Jahren mindestens verfünffachten, zum Teil sogar verzwanzigfachten.
| Stadt | Land | 1955 | 1965 | 1975 | 1985 | 1995 | 2005 |
| Tokio | 13,7 | 20,2 | 26,6 | 30,3 | 33,6 | 35,3 | |
| Mexiko-Stadt | 3,8 | 6,6 | 10,7 | 14,1 | 16,8 | 19,0 | |
| New York City | 13,2 | 15,1 | 15,9 | 15,8 | 16,9 | 18,5 | |
| Mumbai (Bombay) | 3,5 | 5,0 | 7,3 | 10,3 | 14,1 | 18,3 | |
| Sao Paulo | 3,0 | 5,5 | 9,6 | 13,4 | 15,9 | 18,3 | |
| Delhi | 1,5 | 2,6 | 4,4 | 6,8 | 10,0 | 15,3 | |
| Kalkutta | 4,9 | 6,1 | 7,9 | 9,9 | 11,9 | 14,3 | |
| Buenos Aires | 5,8 | 7,6 | 9,1 | 10,5 | 11,9 | 13,3 | |
| Jakarta | 2,3 | 3,3 | 4,8 | 6,8 | 9,1 | 13,2 | |
| Shanghai | Bild:Flag of the People's Republic of China.svg China | 6,9 | 10,9 | 11,4 | 12,4 | 13,1 | 12,7 |
| Dhaka | 0,4 | 0,6 | 1,6 | 4,0 | 8,2 | 12,6 | |
| Karatschi | 1,0 | 1,9 | 4,0 | 6,0 | 8,5 | 11,8 | |
| Kairo | 3,0 | 4,8 | 6,4 | 8,3 | 9,7 | 11,1 | |
| Lagos | 0,3 | 0,7 | 1,3 | 2,0 | 6,4 | 11,1 |
Quelle: UN (2003); Einwohnerzahlen in Millionen
Im Vergleich zu sonstigen Prognosen sind Vorhersagen über die Bevölkerungsentwicklung für die nächsten 30-40 Jahre relativ sicher. Die Mütter der kommenden Generation sind heute schon geboren, so dass schon dramatische, unvorhergesehene Änderungen in der Geburtenrate pro Frau oder bei der Sterblichkeit eintreffen müssen, damit die Prognosen stark von der tatsächlichen Entwicklung abweichen. Eine geographische Übersicht findet sich unter Liste von Staaten und Territorien nach vorausgesagter Einwohnerzahl für das Jahr 2050.
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."