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Der Bergbau im Siegerland hat eine etwa 2.500 Jahre alte Geschichte. Die Region war lange von der Eisenerzgewinnung und dessen Weiterverarbeitung geprägt, in vielen Teilen der Welt war diese Weiterverarbeitung hoch angesehen. Noch heute zählt die metallverarbeitende Industrie zu den Stärksten im Siegerland, obwohl der aktive Bergbau vor mehr als vierzig Jahren sein Ende fand.
Inhaltsverzeichnis |
Das Siegerland war lange von der Gewinnung von Eisenerz und dessen Weiterverarbeitung geprägt. Erste Spuren der Eisenverhüttung reichen bis in die frühe Eisenzeit um das Jahr 600 v. Chr. zurück. Die ab 500 v. Chr. von Süden kommenden Kelten bauten die an der Oberfläche liegenden Erzgänge in sogenannten „Mollkauten“ (Schürfungen direkt an der Oberfläche) und später Pingen ab. Sie errichteten kleine Öfen (Wind- oder Rennöfen) in der Nähe zum Verhütten. Zeugnis davon liefert der in der frühen La-Tène-Zeit um 500 v. Chr. errichtete Ofen in Wilnsdorf-Obersdorf. Die Kelten hatten ein umfangreiches Wissen über das Montanwesen.
Ab 100 v. Chr. ging der Bergbau aufgrund des hohen Holzkohleverbrauchs und darauffolgenden -mangels zurück, denn man kannte noch keine Technik zur Wiederaufforstung. Ab dem 7. Jahrhundert wurden die ersten Stollen angelegt, da die oberflächennahen Vorkommen erschöpft waren und der Stollenbau effektiver war. Diese wurden ab 900 n. Chr. vermehrt angelegt und lösten im 10. Jahrhundert den oberflächlichen Abbau fast vollständig ab. Sie befanden sich oberhalb des Grundwasserspiegels, da sich auch dort Vorkommen befanden und die Wasserhebung aus größeren Tiefen noch nicht möglich war.
Die älteste neuzeitliche Grube war die Grube „Stahlberg“ in Müsen (Hilchenbach) ab 1079 n. Chr., die urkundlich aber erst am 4. Mai 1313 erwähnt wurde. Urkundlich erwähnt ist mit dem Jahr 1298 die Grube „Ratzenscheid“ in Wilnsdorf die älteste Siegerländer Grube. Bereits um 1170 bestand in Siegen eine Münzstätte, Hälblinge mit der Umschrift „Siegensensis Civ“ weisen Silberfunde in der Region hin. Frühe Belege durch Ausgrabungen weisen auf eine Bergbausiedlung mit Schachtbau (bis 20 m) im 13. Jahrhundert am Altenberg bei Müsen hin, hier entstand später eins der Zentren des Bergbaus.
Durch Erfindung des Schießpulvers als Sprengmittel wurde im 15. Jahrhundert zum Anlegen von einfachen Schächten übergegangen, denn diese waren durch den Einsatz des Pulvers leichter anzulegen. Mit Haspeln und Pferdegöpeln wurde ab jetzt das Erz gefördert, das Grundwasser wurde mit „Wasserrädern“ und anderen Hebetechniken wie Eimern aus größeren Teufen geholt. Gesenke wurden anfangs hauptsächlich zur Förderung von NE-Metallen wie Kupfer, Blei und Zink eingesetzt, sie wurden meist blind zwischen zwei Sohlen oder in einem Stollen angelegt und wurden mit wenig bis keiner Technik ausgestattet, da sie meist schräg verliefen. 1417 wurde das erste Mal ein Hauberg erwähnt; dieser wurde zum Herstellen von Holzkohle gebraucht.
Im 16. Jahrhundert verfiel die Entwicklung des Bergbaus zunehmend. Dies lag an der im Siegerland üblichen „Realteilung“ des Landes, der Aufteilung des Landes unter allen Nachfahren. Die Bergwerke konnten so nicht wirtschaftlich arbeiten. Dazu kam die zum Teil wirre Rechtsprechung der Regierungen. Der chaotische Zustand änderte sich ab 1559, als Wilhelm der Reiche die „Nassauische Bergordnung“ ab 1. September in Kraft setzte. Dies führte zu einem enormen Wachstum der regionalen Montanindustrie. Die Arbeit im Bergbau wurde begehrter, in der Ordnung stand unter anderem: „Es soll denjenigen, so sich der Bergwerck halber unter Uns zu wohnen begehren, aller Dienst, Frohn und Schatzungen, so lang das Bergwerck währet, gänzlich gefreyet sein“.
1489 gab es die erste gräfliche Bergordnung, 1664 die kurtrierische, 1830 die „Hütten- und Hammerordnung für das Land Siegen“ und 1865 das „Allgemeine Preußische Berggesetz“.
Zwischen 1760 und 1850 blüht der Kobaltbergbau auf beiden Seiten Sieg. Schwerpunkte waren zum Beispiel Siegen, Eiserfeld, Niederschelden oder Kirchen. Namhafte Gruben wie „Bunte Kuh“ und „Junkernburg“ in Niederschelden, „Fortuna“ in Dreisbach, „Grüner Löwe“ in Gosenbach oder „Alexander“ in Kirchen förderten in dieser Zeit hauptsächlich Kobalterze.
Im 19. Jahrhundert wurde im Zuge der Industrialisierung mehr und mehr Erz gebraucht. Das Siegerland entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Zentren des Eisenerzbergbaus und dessen Weiterverarbeitung in Europa. Im Jahr 1853 waren 660 Gruben aktiv. Ab den 1850er Jahren wurden Dampfmaschinen für die stark zunehmende Anzahl und die immer tiefer werdenden Schächte genutzt. Durch die Maschinen konnte in größeren Teufen Erz gefördert werden. Moderne Schächte mit Dampfmaschinen und Förderkörben lösten mehr und mehr den Stollenbau und das Anlegen von Gesenken ab. Stollen wurden ab jetzt meist aus zwei Gründen angelegt: Entweder zur Abführung der Grubenwässer (in einem Erbstollen), oder wenn sich Schachtbau nicht lohnte, weil sich die Vorkommen vergleichsweise oberflächennah befanden. Die Industrialisierung hatte auch andere Vorteile: ab den 1930er Jahren wurde beim Bohren Wasser zur Staubverminderung eingesetzt. Zahlreiche Maschinen, Wasserhaltungsanlagen und Antriebe sowie später Elektro- oder Benzinmotoren wurden erfunden oder konnten verbessert eingesetzt werden. Ab 1900 wurden Pressluftbohrer eingesetzt. Auch die Ausstattung der Bergmänner wurde verbessert. Die flackernden Öllampen wurden im 20. Jahrhundert durch Karbidlampen ersetzt. Noch in den 1920ern wurden Helme aus Leder getragen. In den 50er Jahren wurden sie durch Helme aus Plastik ersetzt.
Ab den 1860ern wurden die Pferdetransporte durch Eisenbahnen ersetzt, ab 1879 wurden Drahtseilbahnen angelegt und ab 1903 Benzinloks eingesetzt. Zahlreiche Neben- und Kleinbahnen verbanden die Gruben mit Bahnhöfen in der Umgebung. Dazu kam die 1861 gebaute Bahnverbindung ins Ruhrgebiet, ohne die der Bergbau im Siegerland rund 100 Jahre früher zu Ende gewesen wäre. Seine Blütezeit hatte der Siegerländer Bergbau um 1900.
1816 wurde das Bergamt Siegen im Unteren Schloss in Siegen gegründet. Unter ihm standen sechs Bergreviere. Das Bergamt wurde 1861 aufgelöst. Von 1818 bis 1967 bestand in Siegen eine Bergschule. Die Grube „Schleifmühlchen“ in Siegen wurde nach ihrer eigentlichen Stilllegung als „Übungsgrube“ eingesetzt.
Um 1900 arbeiteten über 15.000 Bergleute in der Region.
Im ersten Weltkrieg wurden die Fördermengen erhöht, mit der Weltwirtschaftskrise sank die Förderung wieder. Dies bedeutete für viele Gruben das Aus, bei anderen Gruben konnte man noch die Wasserhaltung aufrecht erhalten. Die Jahresförderungen lagen bei folgenden Mengen:
Mit der Zeit, besonders nach dem zweiten Weltkrieg, in dem viel Raubbau betrieben wurde, wurden die Gruben zunehmend unrentabel. Im März 1953 wurde deshalb die „Erzbergbau Siegerland AG“ in Betzdorf gegründet. Sie enthielt mit elf Verbundanlagen die letzten großen Gruben im Siegerland sowie etliche in Reserve gehaltene oder stillgelegte Gruben. Diese Gemeinschaft konnte die Schließung der Bergwerke jedoch nicht verhindern. Schon 1955 schloss die erste dieser Gruben. Ab 1959 fanden umfangreiche Mechanisierungs- und Rationalisierungsmaßnahmen statt, die den Erzpreis drücken sollten. Doch die erzabnehmenden Ruhrhütten reduzierten Stück für Stück die Verhüttung von Siegerländer Erzen, da Auslandserze billiger waren und durch neue Techniken der früher so begehrte hohe Mangangehalt von Siegerländer Erzen nicht mehr gefragt war. Mit der Schließung der Gruben „Georg“ in Willroth und „Füsseberg“ in Biersdorf bei Daaden endete am 31. März 1965 über 2.500 Jahre Erzbergbau im Siegerländer Erzrevier.
Heute ist der Beruf des Bergmanns im Siegerland ausgestorben. Vor über 40 Jahren wurde die letzte Grube stillgelegt, da wegen der billigeren Eisenerz-Importe aus Norwegen und Schweden sich die Förderung im Siegerland nicht mehr lohnte. Hinzu kommen die Arbeitsschutzgesetze, die in Deutschland im Gegensatz z. B. zu China sehr umfangreich sind.
Heute kann man die Position der meisten Gruben nur noch mit Hilfe von alten Karten oder Kennern der einzelnen Gegenden ausfindig machen. Die Gebäude wurden abgerissen, die Schächte verfüllt oder zumindest verschlossen, die meisten Eingänge zu alten Stollen verriegelt oder verfüllt. Sichtbar sind noch viele Schlacke- und Abraumhalden sowie viele Pingen und Vertiefungen aus der Zeit vor dem Stollenbau. Vereinzelt kann man Reste von Gebäuden und alten Eingängen sehen. Große Ruinen sind selten, wie z.B. die Reste der „Peterszeche“ im Buchhellertal zwischen Burbach und Lippe, die bereits 1907 geschlossen wurde, dessen Überreste neben einer großen Halde aber noch immer sichtbar sind. Viele der alten Stolleneingänge sind heute noch in den Wäldern sichtbar, mittlerweile werden viele von ihnen als Denkmal wieder hergerichtet, wie zum Beispiel das der Grube Marie.
1986 wurde im Herdorfer Stadtteil Sassenroth das Bergbaumuseum des Kreises Altenkirchen eröffnet. Ein 15 m hoher Förderturm erinnert an die Bergbauzeit und die 2500 Jahren alte Siegerländer Bergbaugeschichte. Unter Tage ist ein Schaubergwerk eingerichtet. Viele andere Stollen und Bergwerke, wie z. B. der Reinhold Forster-Erbstollen oder die Grube Bindweide wurden besonders Ende der 1980er und in den 90er Jahren als Schaubergwerke hergerichtet.
Viele Berge im Siegerland sind „durchlöchert wie ein Schweizer Käse“, tausende Gänge und Stollen ziehen sich mehr oder weniger tief unter der Erde hin, teils durch festen Fels, teils durch loses Gestein. Je nach Alter der Stollen können diese durch Verlust des Stützmaterials (z. B. verfaulte Tragbalken aus Holz) und der Festigkeit des Felses, einstürzen. Wenn sich das in Oberflächenähe ereignet, entstehen sogenannte Tagesbrüche. Ein Beispiel für diese Bergschäden sind die Tagesbrüche im Juli 2003 am „Steimel“ in Neunkirchen. Während diese Brüche hauptsächlich in unbewohnter Gegend entstanden und entstehen, befanden sich die Brüche am Rosterberg in Siegen im Februar 2004 in einem Wohngebiet. Dort stürzten Stollen und Gänge der Grube „Hohe Grethe“ ein; es drohten Häuser abzusacken und einzustürzen. Der Tagesbruch am Rosterberg wurde weithin als „Siegener Loch“ bekannt.
Das Verfüllen dauert meist sehr lange, da die Ausdehnung des darunterliegenden Stollennetzwerkes nicht ganz oder gut bekannt ist. Stollenkarten wurden erst ab etwa 1800 angelegt, dazu existieren viele schwarz angelegte und ältere Stollen, die auf keiner Karte verzeichnet sind. Weiterhin wurde nicht immer in ausreichender Tiefe gegraben, nicht alle Stollen wurden gut dokumentiert, und viele Anhaltspunkte der alten Karten sind oberirdisch schon längst verschwunden oder lassen sich nur erahnen.
Erst seit Mitte der 1960er Jahre werden Tagesbrüche gemeldet, in NRW waren es seitdem etwa 1050, allein 100 davon im Kreis Siegen-Wittgenstein. Etliche Absackungen geschahen in Waldgebieten, die selten in der Öffentlichkeit genannt werden. Hier ist eine Auswahl der Tagesbrüche im Siegerland:
| Datum | Ort | Grube |
|---|---|---|
| 1936 | Herdorf | Zufällig Glück |
| April 1965 | Siegen, Rosterberg | Hohe Grethe |
| Juli 1968 | Siegen-Weidenau | Neue Haardt |
| März 1970 | Siegen-Weidenau | Neue Haardt |
| Januar 1971 | Siegen, Numbach | ? |
| 1979 | Neunkirchen | Steimel |
| Dezember 1981 | Siegen, Siegerlandhalle | Klappertshoffnung? |
| Februar 1987 | Wilnsdorf-Anzhausen | Vereinigte Concordia |
| Februar 2000 | Wilnsdorf-Rödgen | Brüderschaft? |
| November 2000 | Siegen-Eiserfeld | Morgenröthe |
| Februar 2001 | Siegen-Trupbach | Vereinigte Georgine? |
| 28. Juli 2003 | Neunkirchen | Steimel |
| Februar 2004 | Siegen, Rosterberg | Hohe Grethe |
| April 2004 | Siegen-Eiserfeld | ? |
| Juni 2004 | Siegen-Eiserfeld | Victoria |
| Juli 2004 | Siegen-Eiserfeld | Gilberg |
| August 2004 | Kirchhundem-Silberg | Glanzenberg |
| Dezember 2004 | Wilnsdorf-Wilgersdorf | Neue Hoffnung |
| Februar 2005 | Siegen-Gosenbach | Kammer |
| 25. März 2005 | Siegen-Eisern | Alte Birke? |
| Oktober 2006 | Wilnsdorf-Obersdorf | ? |
| September 2007 | Wilnsdorf-Obersdorf | Prinz Friedrich |
| Januar 2008 | Siegen-Eisern | Auferstehung |
| Oktober 2008 | Siegen | Philippshoffnung |
| November 2008 | Siegen | Feldberger Erbstollen |
Wenn ein Unternehmer ein Bergwerk errichten wollte, musste er Schürfrechte besitzen. Bekam er diese vom Bergamt, hatte er das Recht, in einem bestimmten Gebiet nach bestimmten Erzen zu schürfen und zu graben. Zur Grubengründung wurde eine Belegschaft zusammengestellt, die aus verschiedenen Berufen bestand, Bergleute untertage zum Abbau und übertage zur Trennung und Aufbereitung des Erzes. Nach der Gründung wurden Stollen oder im fortgeschrittenen Alter Schächte angelegt. Für den Schachtbau wurde entsprechend mehr Technik benötigt. Es mussten Maschinenräume, Kesselhäuser, Fördertürme, Werkstätten (Schlossereien oder Schmieden) und Aufenthaltsräume errichtet werden. Oft fingen neue Gruben klein an, nur mit ein paar Mann, die auf gut Glück an diversen Stellen gruben und nach Erz suchten.
Die Gruben waren sehr oft nach Namen, bekannten Personen, den Orten (z.B. den Berg oder das Dorf) dieser Gruben oder Tieren benannt. Vorsätze wie „Alter“/„Alte“ oder „Junge“/„Junger“ kamen häufiger vor. Oft konnten die Namen aber auch sehr kreativ sein, geradezu „verrückt“. Hier einige Beispiele:
Oft kam es vor, dass, besonders kleine, finanziell schwache Bergwerke verkauft wurden. Meist kauften die größeren Gruben in der Nähe diese oder einzelne Schächte dann auf. Ein Beispiel dafür ist die Grube „Steimel“ in Neunkirchen. 1812 gegründet, wurden 1814 „Oberster Specht“ und „Rother Adler“ neu abgeteuft. 1866 wurden die Grube „Krebs“, 1895 die Gruben „Ende“ und „Frauenberger Einigkeit“ sowie 1903 „Harteborn“ angeschlossen. Ab 1895 hieß der Zusammenschluss „Freier Grunder Bergwerksverein“. Die kleineren Schächte oder Stollen wurden meistens nach kurzer Zeit wieder verkauft oder geschlossen, da es nicht genug Bodenschätze gab.
Eine weitere Form der Grubenverbände sind Zusammenschließungen einzelner Gruben. Oft in der Nähe liegende oder direkt nebeneinander liegende Gruben schlossen sich zusammen. Ein Beispiel dafür ist die Grube Pfannenberger Einigkeit, sie entstand 1810 durch den Zusammenschluss von insgesamt acht Gruben oder Stollengänge auf dem Pfannenberg.
Noch heute ereignen sich von Zeit zu Zeit immer wieder Grubenunfälle. Auch das Siegerland wurde davon nicht verschont. Heute trifft es jedoch mehr Dritte-Welt-Länder und aufstrebende Länder, deren Sicherheitsstandards sehr niedrig sind. Es gibt verschiedene Arten von Unfällen:
Der Weitertransport der geförderten Erze war zum Teil ein großes Problem, da viele Wege steil oder eng waren. Außer Ochsenkarren oder Pferdefuhrwerken gab es noch keine Lösungen. Dies änderte sich in den 1870er Jahren, als die ersten Eisenbahnen gebaut wurden. Schienen und Grubenwagen mit Loks lösten nach und nach die Fuhrwerke ab. Der Transport wurde billiger, ging schneller und es konnte weitaus mehr Erz abtransportiert werden. Meist waren es Schmalspurbahnen, die nur von der Grube in den nächsten Ort führten. Dort wurde das Gestein zur Aufbereitung oder Röstung und zur Verhüttung in Hochöfen oder Eisenwerke gebracht. Der Schmied war einer der angesehensten Berufe im Siegerland. Die Stahlerzeugung und -verarbeitung war und ist noch immer ein wesentlicher Bestandteil der heimischen Industrie. Der Bergbau war mit zehntausenden Arbeitsplätzen Arbeitgeber Nummer Eins.
Die Siegerländer Gruben konnten sich nicht auf Dauer halten. Es gab vier hauptsächliche Zeitphasen/-punkte für das Sterben der Gruben:
→ siehe Hauptartikel: Siegerländer Erzrevier
Wenn man nur die „größeren“ Betriebe zählt, waren es knapp 450 Gruben im Gebiet „Siegerland“, weit über 650 waren es im gesamten „Siegerländer Erzrevier“. Die meisten waren im Siegener Stadtgebiet, knapp 150. Mit allen kleineren Betrieben müssen es insgesamt über 5000 Gruben gewesen sein.
Die drei tiefsten Gruben im Erzrevier waren:
Der längste Stollen ist der Reinhold Forster Erbstollen in Eiserfeld. Er misst eine Gesamtlänge (inklusive Nebenstollen) von 7597,5 m.
Außer Eisenerz wurden noch andere Mineralien gefördert. Blei, Kupfer und Zink gehörten bei vielen Gruben dazu, seltener waren Kobalt und Nickel. In ein paar Gruben wurden Silber und in der Grube „Philippshoffnung“ in Siegen sogar Gold gefördert. Schätzungsweise wurden knapp 175 Mio. Tonnen Eisenerz im Siegerland gefördert. Es wird vermutet, dass im gesamten Erzrevier noch insgesamt ca. 40 Mio. Tonnen zu finden sind. Das meiste Eisenerz förderte die Grube „Storch & Schöneberg“ in Siegen-Gosenbach mit 17 Mio. Tonnen. Gleichzeitig arbeitete dort die größte Belegschaft mit 2000 Bergleuten.