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Eine Behauptung, auch 'assertorisches Urteil' genannt, ist ein Satz mit einer bestimmten Bedeutung, der vom Sprecher mit dem Anspruch auf allgemeine und dauerhafte Zustimmung geäußert wird. Wenn jemand z. B. auf die Frage:"Ist London größer als Paris?" antwortet: "London hatte im Jahr 2000 mehr Einwohner als Paris", so stellt er damit eine Behauptung auf.
Eine Behauptung ist also nicht nur wie die Aussage ein Satz mit bestimmtem Inhalt, sondern zugleich eine soziale Handlung: die Beanspruchung allgemeiner Geltung für den geäußerten Satz. John R. Searle prägte dafür den Begriff des "Sprechaktes" (engl. speech act).
Behauptungen können richtig (bzw. wahr) oder falsch sein. Es ist daher sinnvoll, Behauptungen zu bestreiten, zu bezweifeln, zu bestätigen, zu bekräftigen, zu beweisen, zu widerlegen etc.
Inhaltsverzeichnis |
Keine Behauptungen sind u. a.:
Es ergibt keinen Sinn, hier nach Wahrheit zu fragen. Derartige Sätze werden nach anderen Gesichtspunkten bewertet wie z. B. Zweckmäßigkeit, Unterhaltungswert oder künstlerischem Gehalt.
Behauptungen lassen sich nach ihrem Inhalt unterteilen z. B. in:
Diese Hauptgruppen lassen sich weiter unterteilen. So lassen sich die faktischen Behauptungen unterteilen in
Behauptungen beanspruchen Wahrheit und damit zugleich allgemeine und dauerhafte Geltung. Das bedeutet, dass jeder aufgefordert ist, die Behauptung seinem Denken und Handeln dauerhaft zugrunde zu legen.
Es kann also nicht für den einen die Behauptung p gelten ("London hatte im Jahr 2000 mehr Einwohner als Paris") und für einen anderen die Behauptung 'nicht-p' ("London hatte im Jahr 2000 nicht mehr Einwohner als Paris").
In entsprechender Weise kann nicht heute p gelten und morgen nicht-p. Wer heute p behauptet, der kann morgen nicht 'nicht-p' behaupten, es sei denn, er gesteht zu, dass er sich geirrt hatte.
Behauptungen kann man bekräftigen bzw. bejahen ("Er hat recht", "Das stimmt", "Das ist richtig") oder auch bestreiten bzw. verneinen.
Wenn der Anspruch auf Geltung mehr sein soll als die Aufforderung, dem Sprecher zu glauben und zu folgen, muss der allgemeine Geltungsanspruch für die Behauptung auch mit allgemein einsichtigen, intersubjektiv nachvollziehbaren Argumenten begründet werden können.
Welche Argumente geeignet sind, den allgemeinen Geltungsanspruch einer Behauptung einzulösen, ist je nach Art der Behauptung unterschiedlich.
Die Erarbeitung von Kriterien und Methoden zur Überprüfung von Behauptungen allgemein und von Behauptungen bestimmter Art ist ein zentraler Gegenstand der Erkenntnistheorie bzw. Wissenschaftstheorie (auch als "Methodologie" bezeichnet).
Während die an der positivistischen Tradition orientierte Erkenntnistheorie, wie sie z. B. von Hans Albert vertreten wird, Allgemeingültigkeit nur empirischen und logischen Behauptungen zuerkennt (im Sinne empirischer und logischer Wahrheit), betrachten konsenstheoretisch orientierte Philosophen wie Jürgen Habermas auch moralische Normen als Behauptungen, denen auf Grund von Argumenten Allgemeingültigkeit zugesprochen oder abgesprochen werden kann. Hier gehen die Meinungen noch erheblich auseinander. Auch die Terminologien der verschiedenen philosophischen Richtungen sind hier noch keineswegs einheitlich.