Die Bedeutsamkeit (Relevanz, Wichtigkeit) ist ein Maß dafür, wie stark eine Sache die Realität beeinflusst oder wie gut eine Information oder eine Theorie Wissen über die Realität vermittelt (zunächst unabhängig davon, ob dieses Wissen wahr ist). Sie ist ein wichtiges Kriterium für die Informationsqualität.
Die Bedeutsamkeit hängt stets stark vom Kontext ihrer Interpretation ab. Sie steht für das Gewicht des Objektes gegenüber anderen Objekten in einem definierten Zusammenhang: Je höher das Gewicht, desto mehr muss man diesem Objekt Beachtung schenken, und desto größer wären die Auswirkungen, wenn man dieses Objekt verändert. Was in einem Kontext relevant ist, kann in einem anderen also unwichtig sein.
In Hinblick auf Informationen bzw. Daten bezieht sich die Bedeutsamkeit immer auf die semantische Bedeutung (den Sinn), ist aber von dieser verschieden: Die Bedeutsamkeit ist immer eine Quantifizierung, also ein einzelner Wert, der allerdings kaum objektiv messbar ist.
Die Bemessung der Wichtigkeit eines Objektes erfolgt durch ein Subjekt und kann je nach Kontext auf einer objektiven oder einer subjektiven Methode beruhen: Eine objektive Methode liegt immer dann vor, wenn die zu bewertenden Parameter, deren Wertebereiche und Grenzwerte sich vollständig und eindeutig beschreiben lassen. Ist dies nicht möglich, so wird die Bewertung mehr oder weniger intuitiv, bzw. basierend auf Weltwissen, Lebenserfahrung und persönlichen Beziehungen und Neigungen durchgeführt, was eine subjektive Methode der Bemessung ist. Wesentlich beeinflusst wird die Relevanz vom Kollektiv der Menschen. Ein Rechtssystem (z. B. Strafrecht) ist die Äußerung eines Kollektivs von Menschen, eine Darstellung, woran dieses Kollektiv Anstoß nimmt, was also nicht geduldet wird. (siehe dazu u. a. Elias Canetti und Johannes-Alfred Platter, die diese Ermessensfrage im Wandel der Zeit beschreiben, „Masse und Macht“)
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Die Bedeutung, die einer Sache oder Information beigemessen wird, hängt u. a. auch immer stark vom Betrachter ab: Was für einen Menschen sehr wichtig erscheinen mag, ist für den anderen eher unwichtig und uninteressant. Umfassend Bedeutsames erkennt man daran, dass es für viele/alle unverzichtbar ist, bzw. dass man bereut, es nicht bereits früher ins Bewusstsein gestellt zu haben (z. B. Offenbarungen, neue wissenschaftliche Weltbilder usw). Oft erkennt man die Bedeutsamkeit (Wichtigkeit) einer Sache oder Information erst dann, wenn sie verlieren zu gehen droht oder verloren gegangen ist. Zudem ist die individuell gefühlte Bedeutsamkeit durchaus nicht immer die tatsächliche Bedeutsamkeit für dieses Individuum – die angenommene Wichtigkeit hat jedoch einen Einfluss auf die tatsächliche, da erstere das Handeln des Individuums bestimmt.
Die Wissenschaftstheorie definiert den Begriff der Relevanz relativ: Relevanz besteht hier nur in Relation zu einem Kontext. Mit Veränderung des Kontextes durch Veränderung von Komponenten oder Wechsel von Eckparametern (Paradigmen) ändert sich auch die Relevanz einzelner Umstände, Informationen, Theorien, Thesen u. a.
Ausgehend von der Theorie-Definition, nach der eine Theorie ihren Status durch Ausformulieren erhält und bis zu ihrer Widerlegung beibehält – also einen zunächst unbewerteten Status innehat – kann die Relevanz und damit die Wahrscheinlichkeit für die Richtigkeit einer Theorie dadurch steigen, dass sie sich in unterschiedlichen Kontexten „wieder erhebt“ und ein logisch verwertbares Erklärungsmodell der Realität liefert.
In der Informationstheorie wird das Wort Relevanz dagegen oft synonym mit der Signifikanz verwendet, um den Informationsgehalt einer Datenmenge zu beschreiben. Sie ist dort eine quantitativ und objektiv bewertbare Größe, nämlich das Gegenteil von Redundanz bzw. Entropie.
Es ist wichtig, die Bedeutsamkeit (die Aussagekraft oder Relevanz) von der Datenmenge (der Anzahl der Buchstaben) und dem Informationsgehalt (der statistischen Signifikanz) zu unterscheiden: Diese drei Werte sind weitgehend unabhängig voneinander.
So kann man beispielsweise ein ganzes Blatt mit demselben Buchstaben füllen. Die Datenmenge beträgt dann einige tausend Zeichen, der Informationsgehalt ist aber sehr klein, weil die Daten hochgradig redundant sind. Die Bedeutsamkeit wäre vermutlich ähnlich gering, das hängt aber vom semantischen Kontext der Interpretation ab. Insbesondere kann sie je nach Betrachter unterschiedlich sein.
Füllt man das Blatt mit derselben Anzahl von zufälligen Zeichen, so bleibt die Datenmenge gleich, der Informationsgehalt gemessen an der verlustfreien Komprimierungsmöglichkeit ist dann aber maximal, da man, um exakt dieselbe technische „Information“ zu übertragen, keine Datenkompression vornehmen kann. Die Bedeutsamkeit ist aber zunächst genau so gering wie im vorherigen Beispiel.
Verschlüsselt man nun einen (bedeutsamen) Text so, dass genauso viele Zeichen wie bei dem obigen Beispiel herauskommen, so ist (im Idealfall) der Informationsgehalt weiterhin maximal (die Zeichenfolge erscheint zufällig), die Bedeutsamkeit hängt aber davon ab, ob der Betrachter den Text entschlüsseln kann; kann er das nicht, ist die Bedeutsamkeit sehr klein. Kann er ihn aber entschlüsseln, so ist die Bedeutsamkeit dieselbe wie beim Ausgangstext.
Die Bedeutsamkeit ist weit schwerer zu messen als die reine Datenmenge oder der Informationsgehalt. Nur wenn sich alle Kriterien für die Bedeutsamkeit genau angeben lassen, lässt sie sich quantifizieren – das ist im Allgemeinen aber nicht der Fall.
Die reine Informationsmenge, z. B. die Zahl der Buchstaben oder die Zahl der Seiten, kann dieselbe sein, die Bedeutung ist es sicher nicht. Hier muss man sich anderer, weniger leicht quantifizierbarer Maßstäbe bedienen, um die Qualität zu messen. Beispiele für solche Maßstäbe für ein Buch können sein: Wie häufig wurde das Buch gekauft? Wie viele Auflagen hat das Buch erlebt? Wie lange gibt es dieses Buch schon? In wie viele Sprachen wurde es übersetzt? etc.
Die persönliche Bedeutung des Buches für einen bestimmten Menschen ist demgegenüber kaum messbar. Sie ist auch oft unabhängig vom eigentlichen Inhalt des Buches, und bezieht sich auf den Gegenstand, nicht den Inhalt, z. B. bei einer Familienbibel.
Die Wichtigkeit eines Bauelements innerhalb eines Gerätes lässt sich dagegen eindeutig aus der Konstruktion und Funktionsweise ableiten. So ist der Tonregler für die Funktion eines Kofferradios beileibe nicht so wichtig wie der Lautsprecher, ohne den man gar nichts hören könnte.
Information mit Bedeutung ist immer ein Zwischending zwischen völlig gleichförmiger Ordnung und völlig gleichförmigem Chaos (siehe oben). Rein zufällige, aber auch völlig vorhersagbare Informationen sind in der Regel bedeutungslos.
Dieselbe Information kann in verschiedenen Formen stecken, z. B. ein geschriebener Satz und ein gesprochener Satz. Dieselbe Informationsbedeutung kann in verschiedenen Zeichenfolgen stecken.
Allgemeine Kriterien für die Bedeutsamkeit einer Information anzugeben ist nicht möglich. Wesentlich ist aber immer, ob eine Information handlungsrelevant wird. Es gibt einige Fragen, deren Beantwortung einen Überblick über die Bedeutsamkeit geben kann:
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."