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Als Strichcode, Balkencode oder Barcode (engl. bar für Balken) wird eine optoelektronisch lesbare Schrift bezeichnet, die aus verschieden breiten, parallelen Strichen und Lücken besteht. Der Begriff Code steht hierbei nicht für Verschlüsselung, sondern für Abbildung von Daten in binären Symbolen. Die Daten in einem Strichcode werden mit optischen Lesegeräten, wie z. B. Barcodelesegeräten (Scanner) oder Kameras, maschinell eingelesen und elektronisch weiterverarbeitet.
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Die verschiedenen Typen von Barcodes wurden zu verschiedenen Zeiten und Zwecken entwickelt, unterschiedlich nach Benutzergruppen und vor allem auch nach den jeweiligen Herstellungsmöglichkeiten. Je nach Anwendung werden die Strichcodes mit konventionellen Druckverfahren (wie Offset, Flexo- oder Tiefdruck) oder nach Bedarf (unter anderem Laser-, Thermodirekt-, Thermotransfer-, Tintenstrahldruck) hergestellt. Nadel-Matrixdrucker sind aufgrund ihres Druckbildes eher schlecht geeignet, weil ihre Ausdrucke die erforderlichen Standards zum Lesen oft nicht einhalten können. Zuerst wurden Barcodes verwendet, in denen der Code nur in einer Achse aufgetragen ist, also eindimensional (1-D-Codes) ist. Seit Ende der 1980er Jahre werden auch zweidimensionale Codes (2-D-Codes) verwendet, in denen der Code in zwei Achsen aufgetragen wird. Diese Codes können aus gestapelten 1-D-Codes bestehen (stacked), in Zeilen angeordnet sein oder als echter Flächencode (regelmäßige Matrix oder Matrix mit versetzten Zeilen aus Punktmustern) hergestellt werden. Bei 3-D-Codes stellt beispielsweise der Farbton, die Farbsättigung oder die Farbhelligkeit die dritte Dimension dar.[1] 2007 haben Forscher der Bauhaus-Universität Weimar 4-D-Codes entwickelt, bei denen die vierte Dimension die Zeit ist, d. h. die Codes sind animiert.[2]
Ungeachtet der Form der einzelnen Bitmuster wird die Gruppe der deterministischen ortsauflösenden Codes weiter als Strichcodes oder Barcodes bezeichnet. Es gibt auch pseudo-stochastische (scheinbar zufällige) und unregelmäßige Strichcodes, wie beispielsweise die Fingerlinien, und ebenso pseudo-stochastische Punktcodes, die kaum zu kopieren sind und schließlich auch rein zufällige Codes, die jedoch prinzipiell nicht kopierbar sind.
Oft steht in der Klartextzeile direkt unter dem Barcode der Dateninhalt zusätzlich in für Menschen lesbarer Schrift. So kann der Anwender bei etwaigen Leseproblemen die Information manuell auswerten.
Es gibt sowohl 1-D-Strichcodearten mit 2 Strichbreiten als auch solche mit mehr Strichbreiten. Der Barcode sollte eine gewisse Mindesthöhe haben, die in einigen Fällen genormt ist (siehe unten). Außerdem ist auch das Breitenverhältnis zwischen schmalen und breiten Balken genormt und liegt nach Norm zwischen 1 : 1,8 bis 1 : 3,4 (normalerweise soll nur 1 : 2,0 bis 1 : 3,0 verwendet werden. Der größere Bereich sind erlaubte Toleranzen). Mehrstrichbreitencodes haben üblicherweise Balkenbreiten, die sich um je ein Modul erhöhen. Auch muss vor und nach dem Code ein Feld frei bleiben − die so genannte Ruhezone − um den Code einwandfrei dekodieren zu können. Die Balken werden oft mit dem englischen Wort bars, die Lücken mit space bezeichnet. Als erstes und als letztes Zeichen stehen meistens ein Start- oder Stoppzeichen, anhand dessen der Leser einerseits die Barcodeart und andererseits auch die Leserichtung feststellen kann. Es gibt aber beispielsweise den Pharma-Code oder Laetus-Code ohne Start- und Stoppzeichen. Bei wieder anderen Codes, wie z. B. dem EAN-Code, sind Start- und Stoppzeichen gleich, die Leserichtung ergibt sich aus der Eindeutigkeit der Codewörter bezüglich vorwärts oder rückwärts lesen.
Spezielle Anwendungen erfordern eine besondere Form eines der Barcodetypen. So kann der Code überquadratisch sein, das heißt, er ist höher als breit. Damit ist es möglich, mit zwei zueinander im rechten Winkel stehenden Scannern den Code in jeder Lage zu lesen. Dies wird zum Beispiel bei den Gepäckanhängern bei Fluggesellschaften verwendet. Eine andere Art ist der T-förmige Code. Dabei werden zwei Codes mit demselben Inhalt T-förmig zueinander aufgedruckt. Hier ist es möglich, mit einem einzigen Scanner in allen Richtungen zu lesen.
Die Druckqualität von linearem Strichcode ist in der Norm ISO/IEC 15416 definiert. Die Druckqualität von 2D-Strichcodes ist in der Norm ISO/IEC 15415 definiert. Datenstrukturen (unter anderem EAN 128 oder Fact) sind in der ISO/IEC 15418 (beziehungsweise in der referenzierten ANS MH10.8.2) festgelegt.
Der Strichcode ist in der internationalen Norm ISO/IEC 15420 genormt. Der Inhalt ist durch die Anwendergruppenspezifikation (der Handel) in den GS1[3] General Specifications festgelegt:
Es empfiehlt sich, diese Codearten nur im Zusammenhang mit einer gültigen EAN-Nummer (ab 2009 als GTIN - Global Trade Item Number bezeichnet) einzusetzen, da ansonsten das Risiko von Verwechslungen sehr hoch ist. Normkonform ist aber auch der Einsatz der Codeart auf abgegrenztem Raum (Inhouse-EANs), die mit der Ziffer 2 beginnen und ansonsten frei nach Bedarf des Anwenders mit Ziffern gefüllt werden. Im deutschen Discount-Handel sowie bei Handelsmarken werden solche Kodierungen verwendet. Die Überschneidungsgefahr besteht nicht, weil diese Artikel immer nur bei einer Handelskette auftauchen. Wegen möglicher Überschneidungen empfehlen sich solche Barcodes nicht, wenn mehrere Geschäftspartner beteiligt sind, etwa im Großhandel oder für Markenartikel.
Unterarten:
Zeichenvorrat 0–9
Der 2/5 Interleaved ist in der Norm ISO/IEC 16390 spezifiziert. Oftmals findet man auch die Bezeichnung ITF für Interleaved 2 of 5 − Interleaved Two of Five. In der Regel wird die Bezeichnung ITF-14 in einem etwas anderen Kontext verwendet. Hier handelt es sich nach wie vor um einen gewöhnlichen 2/5i Code. Die Besonderheit ist die einschränkende Spezifikation durch die GS1 General Specifications. Der Code ITF-14 hat damit nur noch fest 14 Stellen, er muss eine Prüfziffer beinhalten, der erlaubte Größenbereich ist für die automatisierte Erfassung optimiert und die Ratio sollte 1:2,5 betragen. In der Praxis kann es passieren, dass der Code nur zu einem Teil gelesen wird, weil ein Teil des Codes verdeckt, nicht sichtbar oder verzerrt ist. Diese Problematik kann eine eingestellte Prüfziffer nur abschwächen. Darum sollte man den Interleaved Code nur mit einer definierten Stellenlänge verwenden.
Nur noch selten verwendete Unterarten:
Die Unterarten sind nicht normiert sondern durch firmenspezifische Spezifikationen definiert.
Der Code39 ist ein älterer alphanumerischer Code. Er ist weit verbreitet in der Industrie. Beispielsweise in der Automobil- (bei den VDA-Versandetiketten) oder in der Pharmaindustrie (PZN-Code oder Code-32) (bei der Pharmazentralnummer) wird er häufig eingesetzt, da er wegen seiner großen Drucktoleranzen einfach herzustellen ist. Bei dieser Codeart entspricht ein Zeichen Klarschrift einem Zeichen Barcode. Start- und Stoppzeichen werden jeweils durch ein * dargestellt.
Der Code39 ist in der ISO/IEC 16388 spezifiziert.
Unterarten sind:
Zeichenvorrat A−Z, 0−9, einige Sonderzeichen
Zeichenvorrat ASCII Zeichensatz Der Code 93 erreicht bei alphanumerischer Codierung die höchste Zeichendichte bei linearen Strichcodes.
Norm: ANSI/AIM BC5 1995
Diese Codeart hat in Europa so gut wie keine Bedeutung.
Die Kodierung Codabar stellt einen beschränkten alphanumerischen Zeichensatz zur Verfügung. Codabar wurde für den Detailhandel entwickelt aber schnell durch den EAN und Code128 abgelöst.
Der Code128 ist ein verschachtelter Code, in dem Striche und Lücken signifikante Information tragen. Dazu werden sowohl die Strichbreiten wie die Breite der Lücken variiert. Es gibt vier unterschiedliche Strichbreiten und vier unterschiedliche Lückenbreiten. Die Dekodierung erfolgt über die Verhältnisse von Strich-Lücken-Pärchen. Damit erzielt man eine verbesserte Dekodierfähigkeit, wenn die Strichbreiten variieren, weil das Maß Strich + Lücke gleich bleibt, wenn ein Strich breiter wird (die Lücke wird entsprechend meistens schmaler)
Der Code 128 löst heute langsam den Code 39 ab, da die Informationsmöglichkeiten in diesem Code wesentlich größer sind. Es können bei einer gleichzeitig hohen Informationsdichte alle Zeichen zwischen ASCII 0 und ASCII 127 dargestellt werden. Es werden dabei gleiche Symbole für mehrere Zeichen gleichzeitig verwendet, diese werden aber durch Umschaltzeichen am Anfang des Codes oder vor einem Block dargestellt (Zeichensatz A, B und C). Im Code 128 Zeichensatz C können nur die Ziffern von 0 bis 9 kodiert werden. Aufgrund dieser Einschränkung passen in ein Barcodezeichen immer zwei Ziffern, während normalerweise nur ein Zeichen kodiert werden kann. Ein rein numerischer Code 128 daher deutlich weniger Platz benötigen als alphanumerische Kodierungen im Code 128.
Der GS1-128 ist eigentlich kein Barcode, sondern eine Datenstruktur für die Logistik, die als Transportmedium (physical layer) den Code128 definiert. Das Protokoll ist auch EDI-fähig mittels EANcom. Das Sonderzeichen FNC1 nach dem Startzeichen hat das Ziel die GS1-128 Datenstrukur eindeutig ekennbar zu machen. Die Eindeutigkeit funktioniert nur, wenn alle Anwender die Regeln dazu kennen und sich daran halten. In der Praxis ist beides nicht der Fall. Die Eindeutigkeit ist daher nur bedingt vorhanden und die (bedingte) Eindeutigkeit des GS1-128 ist kein Alleinstellungmerkmal der GS1-128 Datenstruktur.
Durch die Umbenennung der EAN-Organisationen in GS1 (Global Standards 1) wird der EAN128 jetzt als GS1-128 bezeichnet. Inzwischen wird die GS1-128-Datenstruktur auch mit anderen Codearten verwendet (GS1-Databar (früher RSS), DataMatrix).
GS1-128-Datenstruktur und Größenrestriktionen sind in den GS1 General Specifications definiert.
Eine weitere (bedingt) eindeutige Datenstruktur wird auf den sogenannten ODETTE Transportetiketten der Automobilindustrie verwendet. Hier kommt ebenfalls der Code 128 zum Einsatz (in älteren Anwendungen auch der Code 39) Der Paketdienstleiter DHL verwendet eine License plate (= Seriennummer einer Transporteinheit für Tracking und Tracing) auf der Basis der GS1 Spezifikationen aber auch auf der Basis der ISO-Datenstrukturen die in der ISO/IEC 15418 definiert sind (die ISO/IEC 15418 referenziert auf die ANSI MH10.8.2). Auch hier kommt der Code 128 als Datenträger zum Einsatz.
Norm: Code 128 ISO/IEC 15417
Alle 2D-Codes kodieren Informationen auch senkrecht zur Hauptausrichtung. Dabei sind echte Array-Codes (QR-Code, DataMatrix, Aztec-Code) von gestapelten Codes (PDF417, Codablock) zu unterscheiden. Gestapelte Codes enthalten die kodierten Daten in auf mehrere Zeilen verteilte Strichcodes. In Arrays werden die Daten innerhalb einer Matrix aus Blöcken gleichmäßig kodiert. Beim Postcode RM4SCC handelt es sich um keinen echten 2D-Code, allerdings wird hier zusätzliche Information über die Strichlänge kodiert.
Codablock wurde von Heinrich Oehlmann als gestapelte Variante zu den Standard-Strichcodes Code39 und Code128 zwischen 1990 und 1994 in Deutschland entwickelt. Codablock lässt sich am anschaulichsten mit einem Zeilenumbruch eines Texteditors vergleichen. Sobald eine Zeile voll ist, wird die nächste umbrochen, wobei jeder Zeile die Zeilennummer und dem fertigen Block die Anzahl der Zeilen eingefügt wird. Am Ende folgt eine Prüfsumme.
PDF417 steht für „Portable Data File“. Im Unterschied zu anderen gestapelten Barcodes wie z. B. Codablock, Code 16k oder Code49 erfordert er keine vollständige Zeilenkongruenz. Maximal 2000 Zeichen können in einem PDF417 gespeichert werden. Der PDF417 ist kein echter Matrix-Code wie der DataMatrix-Code. Es gibt einstellbare Fehlerkorrekturstufen (0−9). In Bezug auf Dateninhalt im Verhältnis zur Größe schneidet der PDF417 im Vergleich zu DataMatrix sehr schlecht ab. Sinnvoll (wenn auch nicht besonders effizient) ist der Einsatz im Zusammenhang mit Laserscannern, die keine Matrixsymbologien erfassen können. Sobald Kamerasysteme als Scanner verwendet werden, sind echte Matrix-Codes das Mittel der Wahl. Der PDF417 wurde ursprünglich von der Firma Symbol Technologies entwickelt. Inzwischen ist der PDF417 auch in einer ISO/IEC Norm spezifiziert.
Echte Matrix-Codes konnten bisher nur mit CCD-Kamerascannern gelesen werden. Die Ausrichtung im CCD-Bild spielt praktisch keine Rolle, so dass die Lesung omnidirektional möglich ist. Inzwischen haben jedoch einige Scannerhersteller Laserscanner entwickelt, die eine automatische x/y-Abtastung vornehmen und aus den gewonnenen Daten ein Bild erzeugen. Damit lassen sich Matrix-Codes auch mit Laserscannern erfassen. Diese haben etwas günstigere optische Eigenschaften als Kameras und können deshalb vorteilhaft in der Anwendung sein.
Siehe Hauptartikel: QR-Code
QR-Code steht für Quick-Response-Code, ein in Japan sehr verbreiteter zweidimensionaler Code. Viele Mobiltelefone mit eingebauter Kamera können den Code lesen. Der QR-Code wurde 1994 von Denso (Japan) entwickelt. Er ist quadratisch und anhand seiner Suchhilfen, ineinander geschachtelte helle und dunkle Quadrate in drei Ecken, leicht zu erkennen. Die Symbolelemente sind Quadrate, von denen sich mindestens 21×21 und maximal 177×177 Elemente im Symbol befinden. Es existieren 4 Fehlerkorrektur-Stufen, die eine Rekonstruktion bei Beschädigungen von 7 % (Stufe L) bis zu 30 % (Stufe H) zulassen. Es können je Code mehr als 4000 alphanumerische Zeichen kodiert werden. Größere Inhalte lassen sich auf bis zu 16 einzelne Codes aufteilen. Der Micro-QR-Code nimmt bis zu 35 Ziffern auf.
Norm: ISO/IEC 18004
Siehe Hauptartikel: DataMatrix
Beim DataMatrix Code ergänzt die Reed-Solomon-Fehlerkorrektur redundante Daten. Zwischen ca. 30 % und 60% der Codeworte sind dadurch Codewörter für die Fehlerkorrektur. Damit können einige fehlerhafte Module korrigiert werden ohne die Dekodierung zu gefährden. Der Code ist in der internationalen Norm ISO/IEC 16022 definiert.
Diese 2-D-Codeart gewinnt zurzeit stark an Bedeutung. Beispiele sind die elektronische Briefmarke (STAMPIT), der 2-D-Pharmacode, Teilekennzeichnungen in Luft- und Raumfahrtindustrie und in der Medizintechnik.
Wenn der DataMatrix Code mit der Fehlerkorrekturmethode ECC200 und zusammen mit der GS1 Datenstruktur verwendet wird, dann nennt man das Resultat GS1 DataMatrix.
(Die EAN Organisationen haben sich alle in GS1 umbenannt also wurde aus der CCG in Köln GS1 Germany)
Norm : ISO/IEC 16022
GS1 Datenstruktur : ISO/IEC 15418 mit Referenz auf die ANSI MH10.8.2
Der MaxiCode wurde 1989 bei UPS zur schnellen Identifizierung, Verfolgung und Sortierung von Paketen entwickelt. Er enthält die UPS-Kontrollnummer, das Gewicht, die Serviceart der Sendung und die Adressangaben. Die konzentrischen Kreise in der Mitte (sog. Bull's Eye) sollen Scannern helfen, den Barcode zu finden. Die einzelnen Punkte haben im Gegensatz zu anderen 2D-Codes eine hexagonale Form.
Der Aztec-Code [4] ist eine eigenständige 2-D-Codeart. Er ist in der Norm ISO/IEC 24778 festgeschrieben. In der unten aufgeführten Literatur Band 2 ist der Aztec-Code ebenfalls beschrieben. Die Deutsche Bahn, die Österreichischen Bundesbahnen und die Schweizerischen Bundesbahnen verwenden diesen 2-D-Barcode auf ihren Online-Tickets bzw. Mobile-Tickets (MMS) der DB. Des Weiteren verwendet auch die US-Regierung diesen Code zum Speichern der biometrischen Daten bei der Ein- und Ausreise (US-VISIT-Programm).
Dotcodes sind zweidimensionale optische Codierungen mit hoher Informationsdichte und guter Lesesicherheit. Das Hauptanwendungsgebiet ist die Kennzeichnung von verschiedensten Materialien mit spezifischen Drucktechniken, insbesondere Präge- und Gravurtechniken. Ferner kann der Code sogar mit Bohrtechniken erstellt werden. Anwendungen: z. B. bei der Markierung von Achsen auf der Stirnseite. Der Dotcode ist ein proprietäres Codierverfahren und ist nicht genormt (DIN oder ISO/IEC). Der Code selbst ist ohne Fehlererkennung (Prüfzeichen) und ohne Fehlerkorrektur (Reed-Solomon o. Ä.). Der Code ist nicht identisch mit dem offenen Data Matrix Code nach ISO/IEC 16022 und DIN V 66401.
Beispiele für echte Dot Codes sind der Dot Code A oder der Snowflake Code. Der DataMatrix Code gemäß ISO/IEC 16022 ist kein Dot Code. Es gibt aber Anwendungen und Beschriftungsverfahren, die in sogenannten DPM (Direct Part Marking) Verfahren (z. B. Dot Peening) auch mit DataMatrix Codes arbeiten. Die einzelnen Module dieser Dot-Codes, basierend auf Datamatrix, sind nicht mehr quadratisch und zusammenhängend sondern rund und separiert. In industriellen Anwendungen zur Teilekennzeichnung ist dies inzwischen eine häufige Anwendung, die die echten Dot-Codes verdrängt oder gar nicht erst zum Zuge kommen lässt.
Eigenschaften: Kompakter Code. Flexibilität in der Anpassung von Informationen auf einer gegebenen Fläche. Er ist omnidirektional lesbar.
Es steht jedem Anbieter frei, seinen eigenen Code zu definieren. So ist die Vielfalt bereits definierter proprietärer geometrischer Codes groß. Die Kennzeichnung ist in der Regel problemlos nach allen denkbaren Verfahren möglich. Die Güte eines Codeverfahrens zeigt sich in der Verfügbarkeit geeigneter Lesegeräte, der Interoperabilität der Verwendung und der Robustheit des Codes gegen Verschmutzung sowie mit zunehmender Bedeutung, der Sicherheit gegen Verfälschung.
Composite-Codes, auch Doppelcode-Symbole genannt, setzen sich zusammen aus einem linearen Barcode (1D) und einem 2D-Code, der sich direkt darüber befindet.
Ein offener geometrischer Code ist ein gutes Mittel zur Unterscheidung. Er offenbart sich damit jedoch ebenso als Vorlage für eine unerwünschte Kopie oder für eine Verfälschung.
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Daher empfiehlt es sich für Anwendungen der Fälschungserkennung, einen Code so herzustellen und so zu verdecken, dass er ohne besondere Kenntnis nicht gefunden und ohne besondere Hilfsmittel nicht erkannt wird und so, dass er nicht vom gekennzeichneten Objekt entfernt werden kann. Damit wird ein einfacher Schutz erreicht. Einen absoluten Schutz vor Verfälschung und eine absolute Sicherheit gegen Falsifikate bietet kein geometrischer Code.
Ein offen sichtbarer Code kann mit gleichem Verfahren immer kopiert werden. Häufig sind die verwendeten Kopierverfahren jedoch anders oder schlecht qualifiziert und die Kopie daher gut erkennbar. Während ein geometrischer Code vor Verfälschung grundsätzlich nicht zu schützen ist und ein deterministischer Code vor dem Kopieren kaum zu schützen ist, kann ein stochastischer Code bei geeigneter Auswahl des Kennzeichnungsverfahrens immerhin eine Sicherheit gegen Duplikate bieten. Der zufällig erzeugte Code kann nicht kopiert werden, ohne dass die Kopie als solche erkannt werden kann. Die Herausforderung für das Verfahren ist jedoch, den originalen Code überhaupt wieder zu erkennen.
Der Royal Mail 4 State Customer Code RM4SCC ist ein alphanumerischer Code (nur Großbuchstaben) aus Großbritannien, wird aber inzwischen auch in anderen Ländern (Schweiz, Österreich, Dänemark, Australien) verwendet. Die Universal Postal Union hat auch entsprechende Spezifikationen herausgegeben.
Der Code ist insbesondere für sehr hohe Geschwindigkeiten beim Direktdruck geeignet, da er Verzerrungen weitestgehend toleriert.
Barcodeleser gehören prinzipiell zu den Datenerfassungsgeräten. Es gibt verschiedenste Arten von Lesern:
Hauptartikel: Barcodelesegerät
Ein spezielles Messgerät zur Kontrolle der Druckqualität (Kontrast, Metrik, Systematische Eigenschaften und manchmal Datenstrukturen). Strichcodeprüfgeräte sollen die Toleranzen einhalten, die in der ISO/IEC 15426-1 (linear) beziehungsweise der ISO/IEC 15426-2 (2D) festgelegt sind.
Der wesentliche Unterschied zum Lesegerät ist, dass für eine Qualitätskontrolle das Prüfgerät unter definierten Bedingungen arbeiten muss. Das heißt, es wird ein gleich bleibender Winkel, Abstand und Unterlage benötigt. Eine praktische Lesepistole scheidet als Prüfmittel prinzipbedingt aus. Die Kontrolle der Druckqualität von Strichcodes ist für die effiziente Funktion eines auf Strichcodes basierten Systems unerlässlich.
In der Praxis wird dieser Aspekt sehr oft vernachlässigt, was dazu führt, dass die gewünschte Effizienzsteigerung und Fehlerminimierung nicht erreicht wird. Probleme treten oft erst einige Zeit nach der Inbetriebnahme eines solchen Systems auf, da mit schlechter werdenden Wartungszustand der Strichcodedrucker die Strichcodequalität schleichend schlechter wird und damit die Effizienz zunächst unmerklich abnimmt.
Die Prüfkriterien sind in der Norm ISO/IEC 15416 (lineare Strichcodes) festgelegt. 2-D- Matrix-Codes und gestapelte Codes werden gemäß der Norm ISO/IEC 15415 geprüft. Beide Normen legen eine Qualitätseinstufung wie folgt fest:
Grad 4 − sehr gut
Grad 3 − gut
Grad 2 − befriedigend
Grad 1 − ausreichend
Grad 0 − durchgefallen
Zu beachten ist auch, dass es je nach Symbolik nicht ausreicht, einfach die zu codierenden Zeichen unter Verwendung des gewünschten Fonts zu drucken. Vielmehr ist gegebenenfalls eine Berechnung von Prüfziffern (z. B. EAN 13), der Andruck von Start- und Stoppsymbolen (z. B. EAN-Familie) sowie die Kombination jeweils zweier Ziffern zu einem Symbol (z. B. Interleaved 2/5) zu berücksichtigen.
Eine Datenstruktur ist im einfachsten Fall nur die Kenntnis über die Bedeutung der Zeichenfolge, die in einem Strichcode kodiert wurde. Datenstrukturen sind sehr wichtig, wenn Strichcodes in großen, firmenübergreifenden logistischen Systemen eingesetzt werden. Jeder Einführung einer Strichcodeanwendung sollte die Überlegung über die einzusetzenden Datenstrukturen vorausgehen. Es gibt allgemein verfügbare Datenstrukturen, die in der ISO/IEC 15418 normiert sind.
In der Schweiz gab es um 1968 Versuche, Artikel elektronisch zu lesen. Beteiligt war die Supermarktkette Migros und die Firma Zellweger. Da das Verfahren noch nicht ausgereift war, wurden keine weiteren Versuche unternommen.
Durchgesetzt hat sich der Strichcode unter anderem durch den Druck, den die amerikanische Supermarktkette Wal-Mart in den 1970er Jahren auf die Produzenten ausgeübt hat.
In einer Filiale der amerikanischen Supermarktkette Marsh wurde am 26. Juni 1974 in Troy, Ohio das erste mit einem Strichcode markierte Produkt, eine Zehnerpackung Juicy Fruit des Herstellers Wrigley, von einer Scannerkasse der Firma Datalogic (ehemals PSC / Spectra Physics) erfasst und verkauft.
Der Wuppertaler Gewürzhändler Wichartz ließ als erstes deutsches Unternehmen am 1. Juli 1977 ein Produkt mit einem Strichcode bedrucken.
In Österreich war es die Supermarktkette BILLA, die als erste 1979 zwei Filialen in Wien mit Scannern ausrüstete und den EAN-Code, der auch unter den Lieferanten nicht sehr verbreitet war, zu benutzen versuchte.