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| Altsüdarabisch | ||
|---|---|---|
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Gesprochen in |
heutiger Jemen, Oman, Saudi-Arabien | |
| Sprecher | (ausgestorben) | |
| Linguistische Klassifikation |
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| Offizieller Status | ||
| Amtssprache von | (ausgestorben) | |
Die altsüdarabische Sprache (veraltet Himjarische Sprache, auch Sayhadisch) ist eine ausgestorbene Sprache, die vom 9. Jh. v. Chr. bis zum 6. Jh. n. Chr. im Süden der arabischen Halbinsel, vor allem im Jemen, überliefert ist. Sie gehört zu den semitischen Sprachen. Das Altsüdarabische wurde im frühen 7. Jahrhundert n. Chr. offenbar mit der Einführung des Islams im Jahre 630 vom Arabischen verdrängt; die letzte datierte Inschrift stammt aber schon aus dem Jahr 669 der himjarischen Ära (etwa 554 n. Chr.) Es ist jedoch nicht unmöglich, dass das Altsüdarabische als gesprochene Sprache schon im 4. Jahrhundert n. Chr. ausstarb.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Das Altsüdarabische gehört ebenso wie etwa das Klassisch-Arabische und Hebräische zu den semitischen Sprachen, einem Zweig der afroasiatischen Sprachfamilie. Da die interne Klassifikation der semitischen Sprachen nicht gesichert ist, gibt es auch verschiedene Ansichten dazu, wie das Altsüdarabische innerhalb dieser Sprachfamilie einzuordnen ist. Das traditionelle Modell rechnet das Altsüdarabische zusammen mit dem Arabischen, den neusüdarabischen Sprachen und den äthiosemitischen Sprachen zum südsemitischen Zweig.[2] Die neusüdarabischen Sprachen stehen trotz des Namens nicht in direkter Nachfolge des Altsüdarabischen. Lange ging man davon aus, das äthiopische Ge'ez sei direkt aus dem Altsüdarabischen entstanden, diese Ansicht ist aber mittlerweile widerlegt. Neuere Forschungsergebnisse legen indes nahe, dass das Altsüdarabische nicht zu den südsemitischen Sprachen zu zählen ist, sondern zusammen mit dem Arabischen und den nordwestsemitischen Sprachen (u. A. Hebräisch, Aramäisch) den zentralsemitischen Zweig bildet.[3] Das deutlichste Merkmal, das das Altsüdarabische von den anderen semitischen Sprachen abgrenzt, ist das determinierende Suffix n, das sich in dieser Verwendung in keiner anderen semitischen Sprache findet.
Das Altsüdarabische war keine einheitliche Sprache; aufgrund der Unzulänglichkeiten der altsüdarabischen Schrift sind aber möglicherweise viele Unterschiede unbekannt. Im einzelnen sind folgende Dialekte (bzw. Sprachen) überliefert (die Jahreszahlen richten sich nach der „Langen Chronologie“, vgl. Altes Südarabien):
Von diesen Dialekten ist das Sabäische eine sog. h-Sprache, die anderen s-Sprachen, da das Sabäische im Pronomen der 3. Person und im Kausativpräfix ein h zeigt, wo die anderen Sprachen ein s1 zeigen. Insgesamt ist das Qatabanische eine archaische Sprache, während das Sabäische in Morphologie und Syntax und das Hadramautische im Lautsystem am weitesten entwickelt ist.
Das Altsüdarabische wurde mit der altsüdarabischen Schrift, einem vom phönizischen Alphabet abstammenden Konsonantenalphabet, geschrieben. Die Anzahl der erhaltenen Inschriften ist verglichen mit anderen Teilen der antiken Welt, beispielsweise Palästina, sehr hoch, angeblich sind 10.000 Inschriften erhalten[1]; der sabäische Wortschatz umfasst ca. 2500 Wörter.[5] Die Inschriften lassen sich nach Schreibmaterial und Inhalt in folgende Gruppen einteilen:
Für die Steininschriften ist eine sehr formelhafte, aber auch präzise Ausdrucksweise kennzeichnend; die in einer kursiven Form der Schrift niedergeschriebenen Holzinschriften dagegen haben einen weniger formelhaften Stil.
Zwar waren in Europa schon seit dem 18. Jahrhundert Inschriften aus dem alten Südarabien bekannt, doch gelang erst Wilhelm Gesenius (1786-1842) und seinem Schüler Emil Rödiger in den Jahren 1841/42 unabhängig voneinander ein großer Teil der Entzifferung der altsüdarabischen Schrift. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts brachten dann Joseph Halévy und Eduard Glaser hunderte altsüdarabische Inschriften, Papierabdrücke und Kopien nach Europa. Auf Basis dieses großen Materials legte Fritz Hommel bereits 1893 eine Chrestomathie und den Versuch einer Grammatik vor. Nach ihm gelangen insbesondere dem Sabäisten Nikolaus Rhodokanakis weitere wesentliche Fortschritte beim Verständnis des Altsüdarabischen. Ein völlig neuer Bereich altsüdarabischer Schrift und Schriftlichkeit eröfnnete sich seit den 1970er Jahren durch den Fund von mit einem Stift und in sabäischer Sprache beschriebenen Holzzylindern. Die unbekannte Schrift und zahlreiche unverständliche Wörter stellten die Sabäistik vor neue Probleme, und bis heute sind die Holzzylinder nicht vollständig verständlich.
Im deutschsprachigen Raum wird Altsüdarabisch im Rahmen der Semitistik unterrichtet, ohne dass es dafür eigene Lehrstühle gibt. Das Erlernen des Altsüdarabischen setzt Kenntnisse wenigstens einer anderen semitischen Sprache voraus, da das Erlernen der Eigenheiten des Semitischen eine weniger fragmentarisch erhaltene Sprache erfordert. Gewöhnlich wird eine Einführung in die Grammatik des Altsüdarabischen gegeben, daran schließt sich die Lektüre einiger längerer Texte an.
Das Altsüdarabische besaß mit 29 konsonantischen Phonemen das reichste Konsonantensystem des Semitischen (nach Nebes/Stein 2004; die Buchstaben in Klammern geben die Transkription):
| Bilabial | Dental | Alveolar | Postalveolar | Palatal | Velar | Uvular | Pharyngal | Glottal | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| nichtemph. | emphatisch | nichtemph. | emphatisch | |||||||||
| Plosive | stl. | t ( |
tˀ ( |
k ( |
q ( |
ʔ ( |
||||||
| sth. | b ( |
d ( |
g ( |
|||||||||
| Frikative | stl. | f ( |
θ ( |
zˀ ( |
s ( |
sˀ ( |
ʃ ( |
x ( |
ħ ( |
h ( |
||
| sth. | ð ( |
z ( |
ɣ ( |
ʕ ( |
||||||||
| Nasale | m ( |
n ( |
||||||||||
| Laterale | l ( |
|||||||||||
| Vibranten | r ( |
|||||||||||
| Approximanten | w ( |
j ( |
||||||||||
| laterale Frikative | stl. | ɬ ( |
ɬˀ ( |
|||||||||
In der Frühzeit der Sabäistik wurde das Altsüdarabische mit dem hebräischen Alphabet umschrieben[7]. Strittig ist die Transkription der alveolaren bzw. postalveolaren Frikative; nach großen Unsicherheiten in der Frühzeit der Sabäistik setzte sich die von dem Corpus Inscriptionum Semiticarum, Nikolaus Rhodokanakis und Anderen gewählte Transkription durch, bis A. F. L. Beeston stattdessen die Bezeichnung durch s plus Index 1-3 vorschlug. Letztere Bezeichnung hat sich hauptsächlich im englischen Sprachraum durchgesetzt, während z. B. im deutschen Sprachraum die älteren Transkriptionszeichen, die in der obigen Tabelle ebenfalls berücksichtigt wurden, weiterhin verbreitet sind.
Im Laufe der Sprachgeschichte zeigten sich besonders im Hadramitischen einzelne Lautveränderungen, die jedoch eher selten auftreten:
Da die altsüdarabische Schrift Vokale nicht kennzeichnet, sind detaillierte Aussagen über die Vokale des Altsüdarabischen nicht möglich. Umschreibungen altsüdarabischer Namen vor allem im Griechischen legen indes nahe, dass das Altsüdarabische wie das Protosemitische und das Arabische die Vokale a, i und u besaß. So erscheint der Name krb-ʾl im Akkadischen als Karib-ʾil-u und im Griechischen als Chariba-el. Die Monophthongisierung von aw zu ō wird durch Varianten wie ywm und ym „Tag“ (vergleiche arabisch yawm), Ḥḍrmwt / Ḥḍrmt / griechisch Chatramot „Hadramaut“ nahegelegt. Da jedoch nur sehr wenige Wörter vokalisiert überliefert sind, sind vokalisierte Formen altsüdarabischer Namen hypothetisch und teilweise willkürlich.
Es existierten Pronominalsuffixe und unabhängige bzw. absolute Pronomina; letztere sind nur im Sabäischen belegt. Die Personalpronomina lauten − soweit bekannt − im einzelnen:
| Pronominalsuffixe | Unabhängige Pronomina | |||
|---|---|---|---|---|
| Sabäisch | Andere Dialekte | Sabäisch | ||
| Singular | 1. Person | -n | ʾn | |
| 2. Person m. | -k | -k | ʾnt; ʾt | |
| 2. Person f. | -k | |||
| 3. Person m. | -hw, h | -s1w(w), s1 | h(w)ʾ | |
| 3. Person f. | -h, hw | -s1, -s1yw (qataban.), -ṯ(yw), -s3(yw) (hadram.) | hʾ | |
| Dual | 2. Person | -kmy | ʾtmy | |
| 3. Person com. | -hmy | -s1mn (min.), -s1my (qataban.; hadram.) | hmy | |
| 3. Person m. | -s1m(y)n (hadram.) | |||
| Plural | 1. Person | -n | ||
| 2. Person m. | -kmw | ʾntmw | ||
| 2. Person f. | ||||
| 3. Person m. | -hm(w) | -s1m | hmw | |
| 3. Person f. | -hn | -s1n | hn | |
Die Pronominalsuffixe dienen an Verben und Präpositionen angehängt als Objektspronomina: qtl-hmw „er tötete sie“, ḫmr-hmy tʾlb „Taʾlab schenkte ihnen beiden“, ʿm-s1mn „mit ihnen beiden“. An Substantive angehängt können sie ein Besitzverhältnis ausdrücken: ʿbd-hw „sein Diener“, bhn-s1w „seine Söhne“.
Die absoluten Pronomina dienten als Subjekt von Nominal- und Verbalsätzen: mrʾ ʾt „du bist Herr“ (Nominalsatz); hmw f-ḥmdw „sie dankten“ (Verbalsatz).
Die Substantive des Altsüdarabischen unterscheiden die beiden Genera Maskulinum und Femininum, letzteres wird dabei im Singular mit der Endung –t gekennzeichnet: bʿl „Herr'“ (m.), bʿlt „Herrin“ (f.), hgr „Stadt“ (m.), fnwt „Kanal“ (f.). Es besitzt die drei Numeri Singular, Dual und Plural. Der Singular wird ohne Veränderung des Stammes gebildet, der Plural dagegen kann auf verschiedene Weisen, die bei ein und dem selben Wort variieren können, gebildet werden:
Der Dual ist im Altsüdarabischen schon in der Aufgabe begriffen; seine Endungen hängen vom Status ab: ḫrf-n „zwei Jahre“ (Status indeterminatus) zu ḫrf „Jahr“.
Das Altsüdarabische kannte mit Sicherheit eine Kasusflexion, die durch vokalische Endungen gebildet wurde, weshalb sie in der Schrift nicht erkennbar ist; jedoch haben sich Spuren in der Schreibung v.a. des Status Constructus erhalten.[8]
Wie andere semitische Sprachen auch kannte das altsüdarabische Substantiv mehrere Status, die je nach Genus und Numerus durch unterschiedliche Endungen gebildet wurden: (Formen des Sabäischen; im Hadramitischen und Minäischen findet sich in bestimmten Formen vor den Endungen ein h):
| Stat. constr. | Stat. indet. | Stat. det. | ||
|---|---|---|---|---|
| Maskulinum | Singular | -∅ | -m | -n |
| Dual | -∅ / -y | -n | -nhn | |
| Äußerer Plural | -w / -y | -n | -nhn | |
| Femininum | Singular | -t | -tm | -tn |
| Dual | -ty | -tn | -tnhn | |
| Äußerer Plural | -t | -tm | -tn | |
Die drei Status haben unterschiedliche syntajtische und semantische Funktionen:
Wie die anderen westsemitischen Sprachen auch unterscheidet das Altsüdarabische zwei Arten von finiten Verbformen: Das mit Suffixen konjugierte Perfekt und das mit Präfixen konjugierte Imperfekt. Beim Imperfekt lassen sich zwei Formen unterschieden: eine Kurzform und eine durch n-Suffix gebildete Form (Langform bzw. n-Imperfekt), die allerdings im Qatabanischen und Hadramitischen fehlt. In der Verwendung lassen sich die beiden Imperfektformen nicht exakt trennen. [9] Die Konjugation von Perfekt und Imperfekt lässt sich folgendermaßen zusammenfassen (Aktiv und Passiv lassen sich nicht unterscheiden; Beispielverb fʿl „machen“):
| Perfekt | Imperfekt | |||
|---|---|---|---|---|
| Kurzform | Langform | |||
| Singular | 1. P. | fʿl-k (?) | ||
| 2. P. m. | fʿl-k | |||
| 2. P. f. | fʿl-k | t-fʿl | t-fʿl-n | |
| 3. P. m. | fʿl | y-fʿl | y-fʿl-n | |
| 3. P. f. | fʿl-t | t-fʿl | t-fʿl-n | |
| Dual | 3. P. m. | fʿl(-y) | y-fʿl-y | y-fʿl-nn |
| 3. P. f. | fʿl-ty | t-fʿl-y | t-fʿl-nn | |
| Plural | 2. P. m. | fʿl-kmw | t-fʿl-nn | |
| 3. P. m. | fʿl-w | y-fʿl-w | y-fʿl-nn | |
| 3. P. f. | fʿl-y, fʿl-n (?) | t-fʿl-n(?) | t-fʿl-nn(?) | |
Das Perfekt wird hauptsächlich zur Bezeichnung einer vergangenen Handlung benutzt, nur vor Konditionalsätzen und in Relativsätzen mit konditionalem Nebensinn bezeichnet es eine gegenwärtige Handlung. Beispiel: w-s3ḫly Hlkʾmr w-ḥmʿṯt „Und Hlkʾmr und ḥmʿṯt haben sich schuldig bekannt (Dual)“.
Das Imperfekt bezeichnet gewöhnlich die Gleichzeitigkeit zu einem vorher genannten Ereignis oder einfach die Gegenwart oder Zukunft. Es lassen sich vier durch Präfixe gebildete Modi unterscheiden:
Von Verben lassen sich durch Veränderung der konsonantischen Wurzel verschiedene abgeleitete Stämme bilden, die mit diesem hinsichtlich ihrer Bedeutung in Bezug stehen. Im Altsüdarabischen sind sechs solcher Stämme belegt. Beispiele:
Die Satzstellung des Altsüdarabischen ist nicht exakt geregelt: der erste Satz einer Inschrift hat immer die Satzstellung (Partikel - ) Subjekt – Prädikat (SV), die anderen Hauptsätze einer Inschrift werden durch w- "und" eingeleitet und haben – wie die Nebensätze – gewöhnlich die Stellung Prädikat – Subjekt (VS). Das Prädikat kann dabei durch f- eingeleitet werden.[10]
Beispiele:
| s1ʿdʾl w-rʾbʾl | s3lʾ | w-sqny | ʿṯtr | kl ġwṯ |
| Subjekt | 3. Person Plural Perfekt | "und" – 3. Person Plural Perfekt | Indirektes Objekt | Direktes Objekt |
| S1ʿdʾl und Rʾbʾl | haben dargebracht | und haben geweiht | dem Athtar | die ganze Ausbesserung |
| "S1ʿdʾl und Rʾbʾl haben dem Athtar die ganze Ausbesserung dargebracht und geweiht" | ||||
| w-ʾws1ʾl | f-ḥmd | mqm ʾlmqh |
| "und"-Subjekt | "und" - 3. Person Sg. Perfekt | Objekt |
| und Awsil | und er dankte | der Macht Almaqahs |
| "Und Awsil dankte der Macht Almaqahs" | ||
Neben Sätzen mit verbalem Prädikat kennt das Altsüdarabische auch Nominalsätze, deren Prädikat ein Substantiv, Adjektiv oder eine Präpositionalphrase sein kann; das Subjekt steht meistens voran:
| w-ḏn-m | wtfn | mṣdqm |
| "und"-Attribut | Subjekt mit Nunation | Prädikat mit Mimation |
| Und dieser | die Übergabeurkunde | bindend |
| Und diese Übergabeurkunde ist bindend. | ||
Das Altsüdarabische verfügt über vielfältige Mittel zur Bildung von Nebensätzen durch unterschiedliche Konjunktionen:
| Hauptsatz | Nebensatz | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| w-y-s1mʿ-w | k-nblw | hmw | ʾgrn | b-ʿbr | ʾḥzb ḥbs2t | |
| "und"-3. P. Pl. Imperfekt | Konjunktion – 3. P. Pl. Perfekt | Attribut | Subjekt | Präposition | Präpositionalobjekt | |
| Und sie hörten | dass sandten | diese | Nadschraniten | zu | abessinische Stämme | |
| Und sie hörten, dass diese Nadschraniten (eine Delegation) zu den abessinischen Stämmen gesandt hatten. | ||||||
| Nebensatz | Nachsatz | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| w-hmy | hfnk | f-tʿlmn | b-hmy | ||
| "und" - Konjunktion | 2. Person Sg. Perfekt | "dann" - Imperativ | Pronominalphrase | ||
| Und wenn | du sendetest | und unterschreibe | auf sie | ||
| Und wenn du (sie) sendest, unterschreibe sie. | |||||
Das Altsüdarabische unterscheidet zwei Arten von Relativsätzen: unabhängige und abhängige (d. h. adjektisch / attributive). Die unabhängigen Relativsätze werden mit dem Relativpronomen ḏ- oder ʾl und dem indeklinablen mn und deren Formen bzw. Komposita eingeleitet:
| mn-mw | ḏ-ys2ʾmn | ʿbdm | f-ʾw | ʾmtm |
| "wer" - Enklitikum | Relativpronomen – 3. Person Singular n-Imperfekt | Obj. – Mimation | "und" – "oder" | Obj. - Mimation |
| Wer | kauft | einen Sklaven | oder | eine Sklavin |
| Wer einen Sklaven oder eine Sklavin kauft[...] | ||||
Attributive Relativsätze können eingeleitet (syndetisch) oder uneingeleitet (asyndetisch) sein:
| Hauptsatz | Relativsatz | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| ḏn | mḥfdn yḥḏr | ḏm | b-s2hd | gnʾ | hgrsm |
| Demonstrativpronomen | Subjekt mit Nunation | Relativpronomen | Präposition | Präpositionalobjekt | Attribut mit Pron. Suffix 3. P. Pl. m. |
| dieser | der Turm yḥḏr | welcher | gegenüber | Mauer | ihre Stadt |
| ...dieser Turm yḥḏr, der gegenüber der Mauer ihrer Stadt (sich befindet). | |||||
Der Wortschatz des Altsüdarabischen ist aufgrund der Verschiedenartigkeit der Inschriftengattungen verhältnismäßig vielfältig, steht jedoch im Bereich des Semitischen recht isoliert, was seine Erschließung erschwert. Selbst anhand der nahe verwandten Sprachen wie dem Ge'ez und dem klassischen Arabischen lässt sich nur ein Teil des altsüdarabischen Wortschatzes erschließen, ein nicht geringer Teil muss aus dem Textkontext erschlossen werden, und einige Wörter bleiben unverständlich. Hingegen finden sich viele Wörter aus der Landwirtschaft und der Bewässerungstechnik in Werken jemenitischer Gelehrten aus dem Mittelalter und teilweise auch in den modernen jemenitischen Dialekten wieder. Fremde Lehnwörter sind im Altsüdarabischen rar, lediglich griechische und aramäische Worte fanden in der rahmanistischen, christlichen und jüdischen Periode (5. bis 7. Jahrhundert n. Chr.) Eingang in südarabische Inschriften, wie z. B. qls1-n aus griechisch ἐκκλησία „Kirche“, das sich im arabischen al-Qillīs als Bezeichnung der von Abraha errichteten Kirche in Sanaa erhalten hat.[11]
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