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Alexandre Koyré

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Alexandre Koyré um 1930

Alexandre Koyré, eigentlich Alexander Wladimirowitsch Koirakskij (russisch: Александр Владимирович Койракский * 1892 in Taganrog am Asowschen Meer, Russland; † 1964 in Paris) war ein französischer Philosoph und Wissenschaftshistoriker.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Koyré war ein Russe jüdischer Abstammung. In Rostow am Don und später in Tiflis erhielt er eine klassische humanistische Ausbildung, wodurch ihm Altgriechisch, klassisches und mittelalterliches Latein vertraut wurden. Als Sechzehnjähriger ging er 1908 nach Göttingen, um Mathematik und Philosophie zu studieren. Zu seinen Lehrern gehörten dort Edmund Husserl und David Hilbert. 1911 zog er weiter an die Sorbonne in Paris, wo er Vorlesungen von Henri Bergson, Victor Delbos, André Lalande und Léon Brunschvicg hörte, sowie eine Dissertation begann.

Noch als russischer Staatsbürger nahm er ab 1914 am Ersten Weltkrieg teil, zunächst in der französischen Armee, nach zwei Jahren in einem russischen Regiment Freiwilliger an der Südwestfront, bis diese nach der Oktoberrevolution zusammenbrach. Er kehrte 1919 nach Paris zurück, wo er Doris Rèybermann heiratete, die aus einer Emigrantenfamilie aus Odessa stammte.

1922 erwarb er mit einer Studie zur Gottesidee bei Descartes ein Diplom an der École Pratique des Hautes Études und damit zugleich die Lehrberechtigung an dieser Hochschule. 1923 schloss er auch seine Dissertation zur Gottesidee bei Anselm von Canterbury ab und wurde von der Sorbonne promoviert. 1929 habilitierte er sich mit einer großen Studie zu Jakob Böhme. Durch das Studium der mystischen Philosophie gelang Koyré zu einer genauen Kenntnis der Geschichte der Astronomie. 1934 publizierte er die erste kommentierte Übersetzung des Hauptwerks des Kopernikus im Französischen. Ab Mitte der 30er-Jahre wandte sich Koyré unter dem Einfluss von Émile Meyerson von theologischen Studien ab und der Wissenschaftsgeschichte zu.

In den 30er Jahren war er Kollege von Alexandre Kojève, der ihn in seinen Hegelvorlesungen gelegentlich vertrat. 1940 erschienen die methodologisch bedeutsamen Études galiléennes. Koyré hatte sie während eines Lehrauftrags in Kairo verfasst, von wo aus er 1941 nach New York emigrierte. Dort gehörte er zum Mitbegründer der École Libre des Hautes Études. Er hat dann noch oft in den USA gelehrt und wurde 1956 Mitglied des Institute for Advanced Study in Princeton. Bis zu seinem Lebensende war die Wissenschaftsgeschichte in Frankreich nicht institutionalisiert worden.

Thomas S. Kuhn nennt Koyrés Schriften als bedeutsam bei der Entstehung seines Hauptwerkes Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen.

Koyré wurde 1961 mit der George-Sarton-Medaille ausgezeichnet, dem Preis für Wissenschaftsgeschichte der von George Sarton und Lawrence Joseph Henderson gegründeten History of Science Society (HSS).

[Bearbeiten] Werke

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Bibliographie

[Bearbeiten] Weblinks

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