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Albrecht von Bernstorff

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Dieser Artikel behandelt den deutschen Botschafter in London und preußischen Außenminister Albrecht von Bernstorff (1809–1873); zum Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus siehe Albrecht Graf von Bernstorff (1890–1945)

Albrecht Graf von Bernstorff (* 22. März 1809 in Dreilützow, heute Ortsteil von Wittendörp; † 26. März 1873 in London) war ein preußischer Diplomat und 1861/1862 Außenminister.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Gedenktafel für Albrecht von Bernstorff in der St. Abundus-Kirche in Lassahn

Bernstorff studierte Rechtswissenschaften in Göttingen und Berlin. Anschließend trat er in den preußischen Staatsdienst ein. Im Jahr 1832 wurde er Attaché bei der preußischen Gesandtschaft in Hamburg. Ein Jahr später wurde er zum Legationssekretär in Den Haag ernannt. Im Jahr 1837 wurde er nach St. Petersburg versetzt und zum Legationsrat ernannt. Wegen des Todes seines Vaters kehrte er im selben Jahr nach Deutschland zurück, um Familienangelegenheiten zu regeln.

Danach wechselte er 1838 nach Paris. Dort heiratete er 1839 die Tochter des sächsischen Gesandten am französischen Hofe Anna von Könneritz. Im Jahr 1840 wurde Bernstorff Geschäftsträger in Neapel und 1841 in Paris.

Anschließend war er ab 1842 vortragender Rat der politischen Abteilung im Außenministerium. Dabei hatte er zeitweise auch den Außenminister zu vertreten. Im Jahr 1843 folgte die Beförderung zum geheimen Legationsrat. Als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister ging Bernstorff 1845 nach München. Zwischen Mai 1848 und 1851 war er Gesandter in Wien. Während der Revolution von 1848/49 setzte er sich für ein enges Bündnis von Preußen und Österreich ein. Als unter dem Felix zu Schwarzenberg die Gegensätze zwischen beiden Staaten zunahmen, wurde Bernstorff von seinen Posten auf ausdrücklichen Wunsch der österreichischen Seite abberufen.

In den Jahren 1851 und 1852 war Bernstorff Mitglied der ersten Kammer des preußischen Landtags in der Fraktion Alvensleben. Mit dem Titel eines wirklichen geheimen Rates wurde er 1852 zum Gesandten in Neapel ernannt. Danach amtierte er ab 1854 als Botschafter in London.

Bereits 1848 und 1850 hat König Friedrich Wilhelm IV. Bernstorff vergeblich das Amt des Außenministers angeboten. In den Jahren 1861 und 1862 war er unter Ministerpräsident Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen preußischer Außenminister. Er löste den Altliberalen Alexander von Schleinitz ab und verstärkte im Kabinett die eher konservativen Kräfte um August von der Heydt und Albrecht von Roon.[1]

In diese Zeit fielen Überlegungen zur Neugestaltung des Deutschen Bundes. Bernstorff sprach sich dabei für eine kleindeutsche, preußisch geführte Union aus, ohne das diese Pläne zunächst weiterverfolgt worden wären.[2] Bernstorff setzte eine rasche Anerkennung des neuen Königreichs Italien durch. Im Deutschen Bund bedeutete dies eine klare Absage an eine Zollunion mit Österreich.[3]

Zu Beginn des preußischen Verfassungskonflikts standen die Regierung und Wilhelm I. vor Entscheidung ohne verfassungsmäßiges Budget weiter zu regieren. Von der Heydt, Bernstorff und Handelsminister Heinrich Wilhelm von Holtzbrinck lehnten dies als Verfassungsbruch ab und traten zurück. Andere Minister waren zum Weitermachen bereit. In dieser Situation setzte Kriegsminister Roon als Nachfolger von Bernstorff sowie als Ministerpräsident Otto von Bismarck durch.[4]

Danach wurde Bernstorff erneut preußischer und nach der Gründung des Deutschen Kaiserreichs auch deutscher Botschafter im Range eines Staatsministers in London. Er war dabei unter anderem der preußische Vertreter auf der Londoner Friedenskonferenz von 1864, die schließlich zum Frieden von Wien führte. Als Botschafter des norddeutschen Bundes war er 1867 auf der Londoner Konferenz, an der Regelung des Status von Luxemburg beteiligt.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Acta Borussica Bd.5 S.30
  2. Thomas Nipperdey: Deutsche Geschichte 1800-1866. Bürgerwelt und starker Staat. C.H. Beck, München 1998, ISBN 3-406-44038-X S.707
  3. Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Bd. 3: Von der deutschen Doppelrevolution bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges. 1849–1914. München 1995, ISBN 3-406-32490-8. S.228
  4. Acta Borussica Bd.5 S.3, S.30

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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