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Albert Langen

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Albert Langen

Albert Langen (* 8. Juli 1869 in Antwerpen; † 30. April 1909 in München) war Verleger und Gründer der satirischen Zeitschrift Simplicissimus.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

[Bearbeiten] Die frühen Jahre

Albert Langen war das dritte von vier Kindern des Industriellen Friedrich Albert Langen und seiner Frau Ida, geb. Goeters. Die Familie siedelte nach Köln über, wo Langen seine Kinder- und Jugendjahre verbrachte. Nach einer abgebrochenen kaufmännischen Lehre entschloss er sich 1890 nach Paris zu ziehen und dort eine Ausbildung als Maler anzutreten. Er verkehrte bald darauf in Pariser Salons mit franz. Schriftstellern (unter anderem mit Abel Hermant, Octave Mirbeau, Émile Zola) und lernte den dänischen Kunsthändler Willy Grétor kennen. Dieser half ihm dabei, sich eine Gemäldegalerie aufzubauen, woraufhin Langen 1892 die Eröffnung einer Kunsthandlung erwog. Ein Jahr später kam es jedoch zur Begegnung mit dem Schriftsteller Knut Hamsun, dessen Roman Mysterien zuvor vom S. Fischer Verlag abgelehnt wurde. Langen gründete seinen Buch- und Kunstverlag, dessen erster veröffentlichter Titel Hamsuns Mysterien wurde.

Im folgenden Jahr siedelt der Verlag zunächst nach Leipzig und bald darauf nach München um. Neben skandinavischen Autoren (Bjørnstjerne Bjørnson, Georg Brandes, S. Lange) weitete Langen sein Programm nun auch auf zeitgenössische französische und deutsche Literatur aus. Als erster Titel eines deutschen Schriftstellers wurde Frank Wedekinds Erdgeist herausgegeben. Die broschierten Bücher des Verlags erlangten durch ihre von Künstlern gefertigten Umschläge besondere Anerkennung auf dem Markt.

[Bearbeiten] 1896-1909

1896 heiratete er Dagny Björnson, die jüngste Tochter des Schriftstellers Bjørnstjerne Bjørnson und publizierte noch im gleichen Jahr die erste Ausgabe des Simplicissimus, dem die französischen Blätter Gil Blas illustré und Le Rire als Vorbilder dienten. Sogleich wurde die Zeitschrift in Deutschland mehrmals beschlagnahmt und erhielt vorübergehende Verkaufsverbote in Österreich.

Korfiz Holm wurde Mitarbeiter des Verlags und in den folgenden Jahren konnte Langen u.a. Werke von Heinrich Mann, Henrik Ibsen, Marcel Prévost und V. von Heidenstam in seinem Hause veröffentlichen. Der Verleger brachte die erschwingliche Reihe Kleine Bibliothek Langen heraus, die er speziell für den Bahnhofsbuchhandel konzipiert hatte. Auch gewann er Thomas Mann zeitweilig zum lektorieren von Manuskripten. Er wurde Vater zweier Söhne; Arne und Björnstjerne.

Die 31. Ausgabe des Simplicissimus führte zur Anklage wegen Majestätsbeleidigung gegen die Autoren der Zeitschrift und zwang Langen letztendlich, in die Schweiz zu fliehen. Zusammen mit seiner Familie wanderte er 1899 nach Paris aus und führte den Verlag von dort aus die nächsten vier Jahre weiter. Korfiz Holm erhielt derweil die Prokura vom Verleger und seine Frau Dagny reiste zwischenzeitlich nach Deutschland, um Verlagsprobleme zu besprechen. Erst 1903 wurde Langen von König Georg von Sachsen begnadigt, musste vorher allerdings ein "Bezeigungsquantum" von 20.000 Mark zahlen. Nach München zurückgekehrt, begann der Simplicissimus gegen das bayrische Zentrum zu agieren und zog damit den Unmut des Landtags Bayern auf sich.

Zehn Jahre nach der Gründung des Verlags konnte Langen 117 Autoren und 354 Titel in seinem Katalog verzeichnen. Schwerpunkte seines Hauses waren deutsche, französische und skandinavische Belletristik.

1906 trennt sich der Verleger von seiner Frau. Ludwig Thoma wurde zum verkaufstärksten deutschen Autor des Verlags und im folgenden Jahr erschien der März, eine Halbmonatsschrift für deutsche Kultur, zum ersten Mal. Herausgeber sind Ludwig Thoma, Hermann Hesse, Albert Langen und K. Aram [d.i. Hans Fischer].

Zwei Jahre später stirbt er an einer verschleppten Mittelohrentzündung. Im seinem Testament setzte er vier Kuratoren und langjährige Mitarbeiter ( Otto Friedrich, Reinhold Geheeb, August Gommel und Korfiz Holm) für den Verlag ein. Diese übernahmen das Unternehmen (die Söhne Langens waren noch unmündig) und erwarben es 1918. In den zwanziger Jahren wurden die Bauhausbücher (Hrsg.: Walter Gropius und Lászlo Moholy-Nagy) bei Langen publiziert. 1931 schloss sich der Betrieb mit dem Georg Müller Verlag zusammen und fusionierte ein Jahr später zum Langen Müller Verlag.[1]

[Bearbeiten] Besondere Verdienste

Eine herausragende Leistung des Verlegers war das Bestreben, die Publikationen seines Hauses im Sinne moderner Buchgestaltung auszustatten. Thomas Theodor Heine und Bruno Paul gehörten zu seinen bedeutentsden Umschlaggestaltern, wobei beide Künstler unterschiedliche Stile verfolgten. Während für Heine der leichtbewegliche Zeichenstil charakteristisch war, verband Paul kräftige Umrisse mit der Anordnung von Flächen und Farben. Die Graphiken von Paul waren deutlich vom Jugendstil beeinflusst, beinhalten aber eigene Ideen des Künstlers.

Zu weiteren Illustratoren des Langen-Verlags gehörten Ferdinand von Reznicek, Eduard Thöny und der Norweger Olaf Gulbransson, der dem Unternehmen 1902 beitrat und mit seinem minimalistischen Zeichenstil bald ebenso unentbehrlich wie Heine für den Simplicissimus wurde.
Im Jahr 1909 war es das Verdienst Langens, den Plakatkünstler und Genremaler Brynolf Wennerberg für den Simplicissimus zu gewinnen.

Albert Langen gehörte nicht zu den Verlegern, die ihr Unternehmen aus ökonomischen Überlegungen heraus gründeten, sondern zu der Sorte, die mit ihrer Arbeit gleichfalls einen kulturpolitischen Auftrag verbanden. Sein stärkster Konkurrent, ein weiterer sogenannter Kulturverleger jener Zeit, war Samuel Fischer, da dieser ebenfalls Autoren der "Moderne" als Programmschwerpunkt gewählt hatte. Viele Schriftsteller ( u.a. Henrik Ibsen, Jakob Wassermann oder Ludwig Thoma) veröffentlichten kurzzeitig bei Langen, kehrten aber bald darauf wieder zu S.Fischer zurück. Den zeitlichen Vorsprung des S.Fischer-Verlags, der bereits 1886 gegründet wurde, konnte Langen nie aufholen.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Quellen

  1. Helga Abret: Albert Langen : ein europäischer Verleger. München: Langen Müller 1993, ISBN 3-7844-2459-7, S. 440-444.

[Bearbeiten] Literatur

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