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Albert Brackmann (* 21. Juni 1871 in Hannover; † 17. März 1952 in Berlin-Dahlem) war ein deutscher Historiker.
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Brackmann stammte väterlicherseits aus einer Pastoren- und Wissenschaftlerfamilie, mütterlicherseits aus der Industriellendynastie Egestorff. Nach anfänglichem Theologiestudium wechselte er in die Geschichtswissenschaft und studierte an den Universitäten Tübingen, Leipzig und Göttingen. Mit 27 Jahren gehörte er zum Stab der „Monumenta Germaniae Historica“. Er spezialisierte sich in der Kaiser- und Papstgeschichte und wurde 1901 Herausgeber der Germania Pontificia, der Sammlung der für deutsche Empfänger bestimmten Papsturkunden. 1905 war er außerordentlicher Ordinarius in Paul Kehrs „Institut für Historische Hilfswissenschaften“ in Marburg, 1913 Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Königsberg, 1920 wieder in Marburg und ab 1922 als Nachfolger von Dietrich Schäfer an der Universität Berlin. 1929 Generaldirektor der preußischen Staatsarchive und Erster Direktor des Geheimen Staatsarchivs, 1935 kommissarischer Leiter des Reicharchivs. Außerdem war er Mitglied der Gelehrtengesellschaft von Göttingen, der Bayerischen, Deutschen und Preußischen Akademie und Mitherausgeber der Historischen Zeitschrift. Von 1919 bis 1925 war er Mitglied der DVP, später der DNVP, ab 1926 Mitglied im 1894 gegründeten „Deutschen Ostmarkenverein“, aus dem 1933 im Zusammenschluss mit anderen ostdeutschen Volkstumsverbänden der Bund Deutscher Osten wurde.
Brackmann gilt in heutiger Geschichtsschreibung in Bezug auf das „Dritte Reich“ als „höchstrangiger deutscher Historiker“ (Wolfgang J. Mommsen) oder als „graue Eminenz der Ostforschung“ (Mathias Beer). Ein biografischer Lexikoneintrag von 1973/95 hält fest, dass er mit Eintritt in den Ruhestand 1936 „auch weiterhin an entscheidender Stelle tätig“ war,[1] was mehr verbirgt als enthüllt. Folgenreich war vor allem seine Rolle im Geheimen Staatsarchiv, in dem 1931 eine so genannte Publikationsstelle für alle Ostforschungsangelegenheiten eingerichtet wurde, die mit Kriegsbeginn gegen Polen und beim Krieg gegen die Sowjetunion 1941–1945 von praktischer Bedeutung für die gesamte „Volkstumspolitik“ in Osteuropa wurde, z. B. durch die Verwaltung der Deutschen Volksliste. Die P-Stelle stand von Anfang an in engster Verbindung mit dem Reichsministerium des Innern und dem Auswärtigen Amt. Brackmann arbeitete 1939 an einer Denkschrift zur „Eindeutschung Posens und Westpreußens“ mit, in der die sofortige Umsiedlung von 2,9 Millionen Polen und Juden gefordert wurde.[2] Unmittelbar nach Beginn des Polenfeldzugs fertigte er auf Bestellung der SS für deren „Ahnenerbe“-Verlag eine Propagandaschrift mit dem Titel Krisis und Aufbau in Osteuropa. Ein weltgeschichtliches Bild an. Darin schreibt er in hervorgehobenem Breitdruck:
Die Wehrmacht kaufte 1940 7.000 Exemplare davon zur Unterrichtung ihrer Führungskräfte. Mit Himmler persönlich verband ihn dessen hohe Einschätzung der Ottonen in Gestalt von Heinrich I. und Otto I.[4] Zu seinem 70. Geburtstag machte ihm die Führungsspitze des „Dritten Reichs“ die Aufwartung: Göring, Frick, Ribbentrop mit Adolf Hitler an der Spitze, der ihm die höchste Wissenschaftsauszeichnung des Reichs überreichte, den „Adlerschild des Deutschen Reiches“. Die Behauptung Brackmanns, dass die Publikationsstelle zu einer "Zentralstelle für die wissenschaftliche Beratung" des NS-Regimes aufstieg, wird 2007 als realistisch eingeschätzt.[5]
Zusammenfassend stellt ihn Michael Burleigh in seiner Bedeutung so vor: “Provided one pandered to his sense of self-importance, Brackmann had a utility to the regime far greater than the mere nuisance value of Walter Frank.”[6] Über die beiden von ihm dominierten Institutionen der Publikationsstelle und der Nord- und Ostdeutschen Forschungsgemeinschaft, die "Denkfabriken der Ostforschung", gilt er als beteiligt an der Parzellierung Europas, an organisiertem Kunstraub und an der Vorbereitung des Völkermords.[7]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Brackmann, Albert |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Historiker |
| GEBURTSDATUM | 21. Juni 1871 |
| GEBURTSORT | Hannover |
| STERBEDATUM | 17. März 1952 |
| STERBEORT | Berlin-Dahlem |