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| Mittlere Albedowerte im Sonnensystem [1] | ||
|---|---|---|
| Himmelskörper | Geometrische Albedo |
Sphärische Albedo |
| Merkur | 0,106 | 0,119 |
| Venus | 0,65 | 0,75 |
| Erde | 0,367 | 0,306 |
| Mars | 0,15 | 0,25 |
| Jupiter | 0,52 | 0,343 |
| Saturn | 0,47 | 0,342 |
| Uranus | 0,51 | 0,3 |
| Neptun | 0,41 | 0,29 |
| Pluto | 0,6 | 0,5 |
| Erdmond | 0,12 | 0,11 |
| Albedowerte verschiedener Oberflächen | ||
| Material | Albedo | |
| Frischer Schnee | 0,80–0,90 | |
| Alter Schnee | 0,45–0,90 | |
| Wolken | 0,60–0,90 | |
| Wüste | 0,30 | |
| Savanne | 0,20–0,25 | |
| Felder (unbestellt) | 0,26 | |
| Rasen | 0,18–0,23 | |
| Wald | 0,05–0,18 | |
| Asphalt | 0,15 | |
| Wasserfläche (Neigungswinkel > 45°) |
0,05 | |
| Wasserfläche (Neigungswinkel > 30°) |
0,08 | |
| Wasserfläche (Neigungswinkel > 20°) |
0,12 | |
| Wasserfläche (Neigungswinkel > 10°) |
0,22 | |
| Halleyscher Komet | 0,03[2] | |
Die Albedo (lateinisch albedo = „Weißheit“; v. lat. albus = „weiß“) ist ein Maß für das Rückstrahlvermögen von diffus reflektierenden, also nicht selbst leuchtenden Oberflächen. Sie wird bestimmt durch den Quotienten aus reflektierter zu einfallender Lichtmenge.
Die Albedo ist vor allem in der Meteorologie von Bedeutung, wo sie Aussagen darüber ermöglicht, wie stark sich Luft über verschiedenen Oberflächen erwärmt. Sie findet auch in der 3D-Computergrafik Anwendung, wo sie als Maß für die diffuse Streukraft verschiedener Materialien zur Simulation der Volumenstreuung dient. Auch in der Astronomie spielt die Albedo eine wichtige Rolle, da sie mit den grundlegenden Parametern von Himmelskörpern (z. B. der Oberflächentemperatur eines Planeten) zusammenhängt. Ferner hat die Albedo auch eine große Bedeutung für den Erhalt des Weltklimas.
Inhaltsverzeichnis |
Es werden verschiedene Arten der Albedo unterschieden:
Das Verhältnis der Rückstrahlung zur Einstrahlung liegt zwischen 0 und 1. Je größer der Anteil der reflektierten Strahlung ist, desto heller ist die Oberfläche und um so höher ist die Albedo. Der Zusammenhang zwischen ihnen wird mathematisch durch das sogenannte Phasenintegral vermittelt, das die winkelabhängige Reflektivität jedes Flächenelements berücksichtigt[4]. Er ist gegeben durch
bzw.
.
In der Astronomie ermöglicht der Vergleich mit den Albedowerten irdischer Substanzen, Rückschlüsse auf die Beschaffenheit anderer planetarer Oberflächen zu ziehen. Gemäß der Definition der sphärischen Albedo ist die Voraussetzung von parallel einfallendem Licht wegen der großen Entfernungen der reflektierenden Himmelskörper von der Sonne als Lichtquelle sehr gut gegeben.
Die Oberflächenbeschaffenheit eines Himmelskörpers bestimmt seine Albedo. Die stets geschlossene Wolkendecke der Venus strahlt viel mehr Licht zurück als die basaltartigen Oberflächenteile des Mondes. Die Venus besitzt daher mit einer mittleren sphärischen Albedo von 0,76 ein sehr hohes, der Mond mit durchschnittlich 0,12 ein sehr geringes Rückstrahlvermögen. Die Erde hat eine mittlere sphärische Albedo von 0,39. Der höchste bisher gemessene Wert fällt mit 0,99 auf den Saturnmond Enceladus und der niedrigste Mittelwert wurde mit nur 0,03 am Kometen Borrelly festgestellt.
Glatte Oberflächen wie Wasser, Sand, Schnee haben einen relativ hohen Anteil spiegelnder Reflexion, ihre Albedo ist deshalb stark abhängig vom Einfallswinkel der Sonnenstrahlung (siehe Tabelle).
Die Albedo ist außerdem abhängig von der Wellenlänge des Lichts, das untersucht wird, weswegen bei der Angabe der Albedowerte immer der entsprechende Wellenlängenbereich angegeben werden sollte.
Die Messung der Albedo erfolgt über Albedometer und wird in Prozent angegeben. In der Astronomie können aufgrund der großen Entfernungen keine Albedometer eingesetzt werden. Die geometrische Albedo kann hier aber aus der scheinbaren Helligkeit und dem Radius des Himmelskörpers und den Entfernungen zwischen Erde, Objekt und Sonne berechnet werden. Um die sphärische Albedo zu bestimmen, muss auch das Phasenintegral (und somit die Phasenfunktion) bekannt sein. Diese ist allerdings nur für diejenigen Himmelskörper vollständig bekannt, die sich innerhalb der Erdbahn bewegen (Merkur, Venus). Für die oberen Planeten kann die Phasenfunktion nur teilweise bestimmt werden, wodurch auch die Werte für ihre sphärische Albedo nicht exakt bekannt sind.