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Albatros-Klasse

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FRG Naval Ensign
Schnellboot ALBATROS-Klasse
(Klasse 143)
S69 Habicht (P-6119) im Oktober 1985
Typ: Torpedo-Flugkörperschnellboot
Daten
Verdrängung: 390 t
Länge: 57,6 m
Breite: 7,8 m
Tiefgang: 2,6 m
Antrieb: 4 MTU-Dieselmotoren mit

je 4.500 PS
bei 1575 U/min

4 E-Dieselmotoren mit 177 PS
je Generator 135 kVA
4 Wellen mit
dreiflügelige Schrauben

je 1,30 m ø

Ruderanzahl: 2
Höchstgeschwindigkeit: 42 Knoten
Besatzung: 40 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften
Sensoren Seeraumüberwachungsradar

Navigationsradar

EloKa-Anlage Octopus

Täuschkörperwurfanlage „HOT DOG“r
Düppelausstoßgerät DAG 2200 „WOLKE“

Bewaffnung

Die Albatros-Klasse (Klasse 143) war eine Klasse von zehn Flugkörper-Schnellbooten der Deutschen Marine.

Mit der Gepard-Klasse(143A) stellten sie den Endpunkt der Entwicklung im deutschen Schnellbootbau dar. Wie ihre Vorgänger bei der Bundesmarine waren sie als hochseetaugliche Verdrängerboote mit vier leistungsstarken Dieselmotoren angetrieben. Im Gegensatz zu den in Zusammenarbeit mit Frankreich beschafften Booten der Klasse 148 waren sie wieder mit einem Holzrumpf auf Leichtmetallspanten gebaut.

Im Vergleich zu den Booten der Klassen 140142 waren sie jedoch erheblich größer, um als Plattform für Seezielflugkörper und eine leistungsfähigere Rohrartillerie dienen zu können und zusätzlichen Raum für die erheblich gestiegenen Ansprüche an elektronische Aufklärung und Kampfführung bieten zu können. Die Boote waren mit dem automatisierten Gefechts- und Informationssystem für Schnellboote (AGIS) ausgerüstet und konnten Radargesteuert bis zu fünf Ziele gleichzeitig bekämpfen. Neben den vier Seezielflugkörpern, waren sie mit zwei 7,6-cm-Schnellfeuerkanonen ausgestattet. Die beiden heckwärts gerichteten Torpedorohre für drahtgelenkte Torpedos wurden in den letzten Jahren nicht mehr benutzt.

Wappen des 2. SG

Die Albatrosboote ersetzten die Boote der Klasse 141 des 2. Schnellbootgeschwaders und waren zum Schluss in Warnemünde stationiert. Entsprechend der NATO-Doktrin des Kalten Krieges waren sie ursprünglich zur Küstenverteidigung und Sperrung der Ostseezugänge vorgesehen und für den Einsatz in Nord- und Ostsee optimiert. Mit der konzeptionellen Neuorientierung der Bundeswehr von einer Verteidigungsarmee hin zur einer Weltweit einsetzbaren Interventionstruppe, entsprechen die Schnellboote nicht mehr den Anforderungen.
Am 13. Dezember 2005 wurden die letzten beiden Boote dieser Klasse außer Dienst gestellt. Sechs Boote wurden an Tunesien verkauft, vier dienen als Ersatzteilträger für die noch im Dienst befindlichen Boote der Gepard-Klasse.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Planung und Bau

Die Konstruktion und der Entwurf der Boote der Klasse 143 wurden von der Lürssen-Werft, Bremen Vegesack, in Zusammenarbeit mit MTG Hamburg ausgeführt. Diese Konzeption erfolgte aufgrund militärischer Forderung vom 25. Oktober 1966 und wurde vom Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages am 3. Juni 1969 zur Kenntnis genommen und am 18. Juni 1969 gebilligt, desgleichen vom Haushaltsausschuss. So konnte am 7. Juli 1972 der Bauauftrag zwischen dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung und AEG-Telefunken als Generalunternehmer unterzeichnet werden. Er ging schließlich an die Werften Lürssen und Kröger am 13. Juli 1972. Die Baukosten des Waffensystems Klasse 143 betrugen rund 469 Mio. EUR. Als Baumaterial fanden (Komposit-)Holz für den Rumpfbeplankung und eine Aluminiumlegierung für das Deck, die Spanten und die Aufbauten Verwendung. Die Verbindung zwischen Spanten und Beplankung wurde in einem Klebeverfahren hergestellt, das den Werften anfangs Probleme bereitete, weil der ursprünglich verwendete Klebstoff das Holz an der Klebestelle zersetzte. Auch war in den Booten noch Asbest für die feuerfeste Beschichtung der Holz- und Leichtmetallteile verbaut worden, das in den 1990er Jahren in aufwendigen Sanierungen entfernt werden musste.

[Bearbeiten] Technische Beschreibung

[Bearbeiten] Maschinenanlage

Drei Boote der Klasse 143 und eines der Klasse 143 A im Stützpunkt Hohe Düne
510 Giscon, ehemals S70 Kormoran vor der Tunesischen Küste bei Monastir

Die Maschinenanlage bestand aus vier Schnelllaufende-Viertakt-16-Zylinder-Antriebs-Dieselmotoren mit Zylinderreihenabschaltung und Abgasturboaufladung (MTU 16 V 956 TB 91). Die Motordauerleistung lag bei je 4000 PS bei 1515 U/min und Höchstleistung von je 4500 PS bei 1575 U/min mit jeweils einem Wende-Untersetzungsgetriebe KSS 60 der Firma MTU. Sie arbeiteten auf vier dreiflügeligen Schrauben mit je 1,30 m Durchmesser. Zwei Ruder besorgten die Richtungswechsel. Die E-Anlage bestand aus vier E-Dieselmotoren mit je 177 PS / je Generator 135 kVA.

[Bearbeiten] Waffenanlage

Die Hauptbewaffnung bestand aus vier Startern für Seezielflugkörper MM 38 Exocet in zwei Doppelgruppen. Diese waren fest eingebaut und um 50° nach Backbord und 65° nach Steuerbord zur Bootslängsachse ausgerichtet.

Daneben waren zwei radargesteuerte 76-mm-OTO-Melara L/62 Typ CS 1 Mehrzweckgeschütze in Einzeltürmen vor den Decksaufbauten und im Heck aufgestellt.

Außerdem waren zwei 533-mm-Torpedorohre auf dem Achterschiff mit Schussrichtung achteraus für drahtgelenkte Torpedos vorhanden, diese wurden aber in den letzten Jahren nicht mehr verwendet.

Als Abwehrmaßnahmen standen zur Verfügung:

[Bearbeiten] Führungsmittel

Navigation mit GPS und Radar 3 RM/20; Feuerleitung: HSA WM 27/52 DU, OGR 7/3 (optische Richtsäule); Elektronische Kampfführung: Oktopus; AGIS = Automatisches Gefechts und Informationssystem S-Boote, Link 11 (Lagebildaustausch). Zur weiteren Ausrüstung gehörten drei Rettungsinseln, ein Schlauchboot, ein Buganker in Stb-Seitenklüse sowie MES (Magnetischer Eigenschutz).

[Bearbeiten] Übersicht der Schnellboote Klasse 143

Bezeichnung Indienststellung Außerdienststellung Verbleib
S61 Albatros 1. November 1976 24. März 2005 Marinearsenal Wilhelmshaven, Ersatzteilträger
S62 Falke 13. April 1976 16. Dezember 2004 Marinearsenal Wilhelmshaven, Ersatzteilträger
S63 Geier 2. Juni 1976 29. September 2005 Tunesische Marine (507 Himilcon)
S64 Bussard 14. August 1976 24. März 2005 Marinearsenal Wilhelmshaven, Ersatzteilträger
S65 Sperber 27. September 1976 30. Juni 2005 Tunesische Marine (506 Hamilcar)
S66 Greif 25. November 1976 30. Juni 2005 Tunesische Marine (505 Hannon)
S67 Kondor 17. Dezember 1976 16. Dezember 2004 Marinearsenal Wilhelmshaven, Ersatzteilträger
S68 Seeadler 28. März 1977 29. September 2005 Tunesische Marine (508 Hannibal)
S69 Habicht 23. Dezember 1977 13. Dezember 2005 Tunesische Marine (509 Hasdrubal)
S70 Kormoran 29. Juli 1977 13. Dezember 2005 Tunesische Marine (510 Giscon)


[Bearbeiten] Weblinks

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