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Die Alanen (griech. Alanoi, lat. Alani, Halani; wahrscheinlich von Al „groß, stark, göttlich“ und der iranischen Nachsilbe für eine Abstammung an, eventuell auch von iran. Aryan) waren ein iranisches Volk, ein Teilstamm der Sarmaten, der insbesondere den Roxolanen nahe stand.
Die Alanen existierten als Stammesverband aber viel länger als die Sarmaten und nahmen in der späteren Zeit auch andere Kulturelemente auf. Sie siedelten ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. im nördlichen Kasachstan und im Nordosten des Kaspischen Meeres, zogen aber ab der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. in die südrussischen Steppen zwischen Wolga und Don. Die Alanen sind unmittelbare Vorfahren der heute im Kaukasus lebenden Osseten.
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Die Alanen waren ein Reitervolk, das ursprünglich halbnomadisch als Viehhirten in den südrussischen Steppen lebte, wo sie Schafe, Ziegen, Rinder und Pferde hüteten. Die Alanen lebten meist in Jurten und auf Wagen (siehe auch: Wagenburg) und zogen mit ihren Herden in andere Weidegebiete, sobald das Land abgefressen war. Die Alanen ernährten sich hauptsächlich von Milchprodukten (Käse, Joghurt/Kefir) und Fleisch. Im Zuge des Kontaktes mit dem Bosporanischen Reich, den Römern und im Laufe der Völkerwanderung wurden die Alanen zunehmend sesshaft, unter anderem am Kuban, im Kaukasus, in Anatolien, in Konstantinopel, um Kiew herum, in Ungarn, im Hunsrück, in Norditalien, in der Bretagne, in Aquitanien, in England, in Katalonien, in Portugal und in Tunesien.
Typisch für die alanische Kunst sind die verschlungenen Tiermuster des skythisch-sarmatischen Tierstils, der unter den Alanen die Kunst der germanischen Völkerwanderungszeit prägte, zuerst bei den Goten, dann bei den Vandalen und schließlich bei den merowingerzeitlichen Franken.
Alanische Krieger waren mit einem skythischen Reflexbogen, einem langen zweischneidigen Schwert (dem sog. sarmatischen Langschwert), einem Dolch, und einer Lanze (oft vom Contus-Typ) ausgestattet. Schwer gepanzerte Kataphrakte waren bei den Alanen nicht ganz so häufig anzutreffen wie bei den anderen sarmatischen Stämmen, die Alanen kämpften häufiger als leichte Lanzenreiter. Eine typisch alanische Kampftaktik war die vorgetäuschte Flucht und der Parthische Schuss. Im Gegensatz zu den Sarmaten (siehe auch: Amazonen) gibt es bei den Alanen keine Hinweise darauf, dass auch Frauen kämpften.
Die Vornamen Alan, Alain, Alanus, Alanis, der Nachname FitzAlan und unzählige Ortsnamen wie zum Beispiel Allainville oder Allaincourt weisen noch heute auf die Präsenz der Alanen in Europa hin, speziell in England und Frankreich, und im Namen der spanischen Region Katalonien (umstr.) haben sie sich nach der Völkerwanderung zusammen mit den Goten verewigt. Auch deutsche Korporationen benutzten den Namen Alania im Zuge der Romantisierung von Völkerwanderungsstämmen im 19. Jahrhundert.
Im Kaukasus gibt es den Darielpass, dessen Name dem neupersischen Namen dar-i Alan (dt. Pforte der Alanen) entlehnt wurde. Er war das Einfallstor der Alanen bei ihren Eroberungszügen im südlichen Kaukasus.
Der Name der berühmten polnischen leichten Kavallerie, der Ulanen, kommt wahrscheinlich auch von den Alanen, die einst im ganzen frühmittelalterlichen Europa für ihre Lanzenreiter berühmt waren und als Söldner angeworben wurden.
Laut einigen deutschen, russischen und britischen Sprachwissenschaftlern und Historikern könnte die Bezeichnung Rus, der alte Name Russlands und der Russen, auf den alanischen Teilstamm der Ruchs-as oder auf die sarmatischen Roxolanen zurückgehen. In beiden Stammesnamen steckt, wie auch in den iranischen und russischen Vornamen Rustam und Ruslan, altnordiranisch Raochschna = "weiß, Licht" drin, Rus als Volksname würde demnach "die Hellen, Strahlenden" bedeuten. Die Anwesenheit von nicht-assimilierten Alanen in den Siedlungen und Städten der frühen Kiewer Rus ist archäologisch belegt. Allerdings wird die Rukhs-as-Theorie von den meisten Wissenschaftlern zurückgewiesen, man identifiziert das Wort "Rus" als Bezeichnung der Skandinavier in Russland.