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Al-Ichlas [alʔixˈlɒːsˁ] (arabisch الإخلاص, DMG al-ʾiḫlāṣ, „Der Glaube ohne Vorbehalt“)[1] ist die 112. Sure des Koran und eine seiner kürzesten.
Sie besteht aus vier Versen (ayat) und behandelt das Konzept des Tauhid (Einheit Gottes). Aufgrund ihres Inhalts heißt diese Sure auch „tauhid“ und wegen der dort vorkommenden Bezeichnung Gottes „samad“. Oft dient der erste Vers zur Bezeichnung der gesamten Sure.[2]
Ichlas bedeutet „Ergebenheit, Treue, Aufrichtigkeit, Loyalität“, Das Wort kommt in dieser Sure nicht vor, sondern dient als eine Art Inhaltsangabe. Gemeint ist mit diesem Wort „die religiöse Haltung derer, 'die ihren Glauben ganz auf Gott einstellen'“.[3] Die Frage, ob Al-Ichlas eine mekkanische oder medinensische Sure ist, ist umstritten. In der offiziellen Koranausgabe der Azhar (1924) wird sie als mekkanisch bezeichnet. In den islamischen Koranwissenschaften wird sie aber oft als medinensisch verstanden, weil man den Inhalt als Antwort Mohammeds auf eine Frage der dortigen Juden über das Wesen Gottes verstand.[4]
Die Sure gehört neben der Eröffnungsure Al-Fatiha zu den bekanntesten Suren und ist häufig Bestandteil des rituellen Gebetes (salat) im Islam.
Inhaltsverzeichnis |
Von Friedrich Rückert (1788-1866) stammt folgende poetische Fassung. Nach der Basmala („Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen!“) folgt:
„Sprich: Gott ist Einer, (1)
Ein ewig reiner, (2)
hat nicht gezeugt und ihn gezeugt hat keiner, (3)
und nicht ihm gleich ist einer. (4)“
Die Reimprosa findet sich auch im arabischen Originaltext (vereinfachte Umschrift):
„qul huwa 'llāhu ahad
allāhu s-samad
lam yalid wa-lam yūlad
wa-lam yakun lahu kufuwan ahad“
In Vers 1 wird das monotheistische Prinzip des Islam unterstrichen. Vers 3 wird als Absage an die christlichen Auffassungen über die Gottessohnschaft Jesu Christi aufgefasst. Die Bedeutung des Wortes „samad“ erläutern die Koranexegeten unterschiedlich und in der Koranforschung ist sie ebenfalls umstritten.[5]
Im Volksglauben wird der Sure auch Schutzfunktion zugesprochen.[6] In Marokko dient diese Sure als Amulett gegen den bösen Blick, vorausgesetzt, sie ist von einem jungen Mann mit dem Namen Muhammad oder Ahmad aufgeschrieben worden.[7]
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