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Akzidenz (Philosophie)

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Der Begriff Akzidenz (lat. accidens) bezeichnet das nicht Wesentliche (das nicht Essentielle), das sich Verändernde, das Zufällige im Gegensatz zur Substanz. Akzidentiell sind hierbei alle in der Substanz verankerten, ihr jedoch nicht wesentlichen Bestimmungen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Akzidenz bei Aristoteles

Die Unterscheidung von Substanz und Akzidenz wurde von Aristoteles in die Philosophie eingeführt. Die klassische Stelle in Aristoteles Kategorien lautet:

"Mit 'in einem Zugrundeliegenden' meine ich, was in etwas ist, nicht als ein Teil, und nicht getrennt von dem existieren kann, worin es ist. Zum Beispiel ist das individuelle grammatische Wissen in einem Zugrundeliegenden, der Seele (...) und das individuelle Weiß ist in einem Zugrundeliegenden, dem Körper."

Das Zugrundeliegende entspricht bei Aristoteles der Substanz und das, was darin ist, den Eigenschaften oder Akzidenzien. Daß mit dem Zugrundeliegenden, der substantia, tatsächlich individuelle Dinge gemeint sind, wird an folgender Stelle klar:

"Substanz aber ist die hauptsächlich und an erster Stelle und vorzüglich genannte, die weder von einem Zugrundeliegenden ausgesagt wird, noch in einem Zugrundeliegenden ist, zum Beispiel der individuelle Mensch oder das individuelle Pferd."

Grammatisches Wissen ist bei Aristoteles daher ein Beispiel für eine Eigenschaft, als Substanz bezeichnet er hingegen die Seele oder den individuellen Menschen.

[Bearbeiten] Scholastik und Neuthomismus

Große Bedeutung erlangte der Begriff im Kontext der scholastischen Philosophie bei Thomas von Aquin. Bei ihm heißt es: "Accidentis esse est inesse", also Für ein Akzidenz bedeutet zu sein, an etwas zu sein. In die gleiche Richtung geht sein "Accidens non est ens sed entis", also Ein Akzidenz ist kein Seiendes, sondern ein zu etwas Seiendem gehörendes.

Es wird also zwischen realer Akzidenz, welche durch Gottes Allmacht getrennt von der Substanz fort existiert und den akzidentiellen Formen unterschieden. Diese sind jedoch nicht unabhängig oder selbständig von der Substanz, sie werden vielmehr als untrennbar und anhaftend an die Substanz angesehen.

In der Scholastik wie auch im Neuthomismus wird das Verhältnis von Akzidenz zur Substanz auch bezogen auf das Verhältnis von Körper zur Seele, wobei der Körper die Akzidenz darstellt. Hieraus leitete sich in der Eucharistielehre eine Erklärung des Geschehens während der Heiligen Messe ab. Während die Akzidenzien, d. h. die Eigenschaften von Brot und Wein erhalten bleiben, ändert bzw. verwandelt sich die Substanz, d.h. das Wesen (also gerade nicht die Materie) der eucharistischen Gaben in Leib und Blut des auferstandenen Christus. Diese Auffassung wird in der Theologie als Transsubstantiationslehre bezeichnet.

[Bearbeiten] Wandel im 17. Jahrhundert

Im 17. Jahrhundert wandelte sich die Auffassung vom Verhältnis der Substanz zur Akzidenz und ihrer Trennung. René Descartes, Thomas Hobbes u.a. lehnten die Existenz von "realen" Akzidenzien ab. Die Entgegensetzung von Substanz und Akzidenz verschwand oder wurde in wachsendem Maße materialistisch gedeutet.

Für Spinoza gab es nur noch eine einzige unendliche Substanz. Die Akzidenzien werden zu Attributen oder Modi dieser Substanz. Diese Auffassung besteht auch heute noch mehr oder weniger fort.

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