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Aktion Bernhard

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Aktion Bernhard (auch Unternehmen oder Operation Bernhard) wurde eine Geldfälschungsaktion des Sicherheitsdienstes (SD) im Reichssicherheitshauptamt (RSHA) im nationalsozialistischen Deutschen Reich genannt. Sie ist die bislang größte bekannte Geldfälscheraktion der Geschichte.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Ablauf

Walter Schellenberg, der Chef des SD, nannte die Aktion nach ihrem Leiter, dem Sturmbannführer Bernhard Krüger. Zuständig für die Operation Bernhard im RSHA war vermutlich das „Amt VI (SD Ausland) F (Technische Hilfsmittel)“. Ursprünglich hieß sie Aktion Andreas nach dem Kreuz in der britischen Flagge.

Im KZ Sachsenhausen, in den KZ-Baracken 18 und 19, fälschten 144 jüdische Häftlinge ausländische Währungen, vor allem englische Pfundnoten mit Nennwert in Milliardenhöhe, um die Volkswirtschaften der Alliierten zu destabilisieren. Einen Höhepunkt erreichte die Produktion im Sommer 1943 mit monatlich etwa 650.000 Banknoten.

Es wurden Banknoten zu £ 5, £ 10, £ 20 und £ 50 hergestellt. Zwischen 1942 und 1945 wurden schätzungsweise 100 Millionen gefälschter Pfundnoten hergestellt und teilweise in Umlauf gebracht. Später wurde der Plan aber aufgegeben, die falschen Pfundnoten in größerem Umfang in Umlauf zu bringen. Statt dessen wurden damit Devisen gekauft und verschiedene Aktionen der SS mit den gefälschten Pfundnoten unterstützt. So wurde z. B. der Spion Cicero (Elyesa Bazna) mit gefälschten Pfundnoten bezahlt.

Gegen Ende des Krieges wurden Druckplatten und verbliebenes Falschgeld im österreichischen Toplitzsee versenkt. Dort wurden sie zum Teil 1959 von Tauchern wieder geborgen.

Die Fälschungen waren so perfekt, dass sie fast nicht vom Originalgeld unterschieden werden konnten. Einer der ehemaligen Häftlinge konnte jedoch zur Überraschung seiner britischen Befrager mit erstaunlicher Schnelligkeit gefälschte Noten erkennen. Als Erklärung gab er an, dass die druckfrischen Noten noch nachbearbeitet wurden, um diesen das Aussehen gebrauchter Scheine zu verleihen. Dazu gehörte auch das Zusammenheften von Scheinen mittels Sicherheitsnadeln, ein damals übliches Vorgehen, das kleine Einstichlöcher im Papier hinterließ. Im Bestreben, die Pläne ihrer Auftraggeber zu hintertreiben, stachen die Häftlinge dabei durch das Wappen, was kein patriotischer Brite tun würde.

Die Blüten wurden nach A-, B- C- und D-Noten sortiert. Dabei waren Blüten der A-Klasse Geldscheine, „die auch Banken akzeptiert haben.“[1] Mit den B-Noten wurden die Spione im Ausland bezahlt. C-Noten wurden für den Afrikafeldzug vorgesehen, während die D-Noten für einen Abwurf über Großbritannien vorgesehen waren.[2]

Die Bank of England rief nach dem Krieg alle 50-Pfund-Noten zurück und ersetzte diese durch eine neue Serie.

Von den ehemals 144 jüdischen Häftlingen sind heute noch drei am Leben. Einer ist Adolf Burger, der in Auschwitz-Birkenau als Nr. 64.401 gekennzeichnet wurde. Er hat über seine Erlebnisse während dieser Zeit ein Buch verfasst und hält bis heute vor Schülern Vorträge zu diesem Thema (siehe auch zum Film Die Fälscher). Ein anderer ist Abraham Sonnenfeld, dessen Vater in Transsilvanien ein Druckhaus besaß.[1]

[Bearbeiten] Ziele und Auswirkungen

Ziel der Aktion war es ursprünglich, die britische Wirtschaft mit Falschgeld zu überschwemmen. Erklären lässt sich dieses Ziel mit drei Gründen:

[Bearbeiten] Verweise

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Filme

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Fußnoten

  1. a b Thorsten Schmitz: Das richtige Leben des Fälschers. Süddeutsche Zeitung vom 03. März 2008, Nr. 53, Seite 3
  2. Aussagen von Adolf Burger im ORF-Bericht vom 18. Dezember 2008
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