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Akkulturation

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Der Begriff Akkulturation bezeichnet das Hineinwachsen einer Person in ihre kulturelle Umwelt. In der Regel bezieht sich der Begriff auf Heranwachsende, also Kinder und Jugendliche in der Phase der Adoleszenz. Es kann aber auch der Assimilationsprozess Erwachsener gemeint sein, die sich als Immigranten mit einer ihnen fremden Kultur vertraut machen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Erziehung und Akkulturation

Akkulturation vollzieht sich überwiegend durch Erziehung und teilweise auch durch ungeplantes Lernen. Die Erziehung in Familie oder Schule dient mitunter dazu, Heranwachsende mit den Regeln und Traditionen der eigenen Kultur vertraut zu machen, aber auch die Art der Erziehung wird unter dıesem Kulturprozess gefasst. Jedes Kind und jeder Jugendliche macht immer auch Erfahrungen, z. B. in Gruppen Gleichaltriger, die sich den von Erwachsenen geplanten Erziehungsprozessen entziehen. (Zitat Karl Marx: „Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewusstsein.“)

Am Ende einer gelungenen Akkulturation ist der junge Mensch mit der eigenen Kultur vertraut, kennt ihre ungeschriebenen Gesetze und ist „gesellschaftsfähig“, sprich erwachsen.

[Bearbeiten] Akkulturation in der Sozialpsychologie

In der Migrationsforschung und der sozialpsychologischen Akkulturationsforschung wird Akkulturation verstanden als die Prozesse, die aus dem Aufeinandertreffen von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen resultieren. Nach John W. Berry lassen sich vier Akkulturationsstrategien unterscheiden, definiert über die Fragen, ob die Minderheitengruppe die eigene Kultur beibehalten will/soll oder nicht und ob irgendeine Form des Kontakts zwischen Mehrheit und Minderheit bestehen soll oder nicht. Werden beide Fragen mit Ja beantwortet, spricht Berry von Integration, Kultur nein/Kontakt ja: Assimilation, Kultur ja/Kontakt nein: Segregation oder Separation und bei Verneinung beider Fragen: Marginalisierung oder Exklusion.

Ein ausgefeiltes Modell von Akkulturation hat der deutsch-amerikanische Sozialpsychologe Erik Erikson 1950 in seinem Buch "Childhood and Society" (New York; deutsch "Kindheit und Gesellschaft" 1957) vorgelegt. Auch anhand eigener Feldforschung bei zwei US-Indianerstämmen entwickelte er ein aus acht Phasen bestehendes, dynamisches Entwicklungsmodell, das die gesamte Lebensspanne umfasst. Schlüsselbegriffe dieses Konzeptes sind "Ich-Identität" bzw. - bei misslungener Identitätsbildung - "Identitäts-Diffusion".

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

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