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Akbar Gandji

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Akbar Gandji (rechts) und Richard Rorty

Akbar Gandji (auch Ganji, persisch اکبر گنجی‎ [ækʲˈbær gʲænˈʤiː]; * 31. Januar 1960 in Qazvin) ist ein iranischer Journalist, Schriftsteller, Soziologe und momentan der bekannteste Regimekritiker des Iran.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Während der iranischen Revolution, 1979, war er Mitglied der iranischen Revolutionsgarde, zeitweise Leibwächter von Revolutionsführer Ayatollah Chomeini. Nach seinen Angaben hielt er sich von 1985 bis 1987 in Japan auf, von 1987 bis 1990 war er als Kulturattaché in der Türkei tätig.

Er studierte Soziologie und trat, nachdem Mohammad Chātamī am 3. August 1997 Staatspräsident des Iran wurde und er am 6. Dezember 1997 eine Lizenz für seine Wochenzeitschrift Rah-e no (Neuer Weg) bekam, mit regimekritischen Schriften hervor. Zuvor war Gandji in der Redaktion der Zeitschrift Kiyan tätig und forderte die Trennung von Religion und Politik. Die Zeitschrift, die 1998 verboten wurde, war damals ein wichtiges Sprachrohr der iranischen reformorientierten Intellektuellen und die Hauszeitung des Mitgründers Abdolkarim Soroush.

Im März 2000 wurde der Geschäftsführer der Zeitung, Said Hajjarian, ein Berater des Präsidenten Chātamī, durch einen Kopfschuss schwer verwundet. Nach dem Verbot von Rah-e-no wurde die Zeitschrift Sobh-e emruz (Der heutige Morgen) gegründet.

Während der Konferenz „Iran nach den Wahlen“, die in Berlin im April 2000 mit iranischen Teilnehmern unter der Schirmherrschaft der Heinrich-Böll-Stiftung veranstaltet und die zwar zensiert, doch auch vom iranischen Fernsehen übertragen wurde, trat Gandji mit seinen im Iran bekannten Abhandlungen öffentlichkeitswirksam im Westen auf.

[Bearbeiten] Werke

„aus einer Religion eine faschistische Theorie gebastelt wird und sie dann dem Volk als Islam verkauft ...“

Der Begriff Islam-Faschismus, den Gandji bereits 1986 in ersten Schriften erwähnt, wurde bereits im März 1979 während der iranischen Revolution von Chomeini-Gegnern verwendet.

In diesen Büchern deckte Gandji zusammen mit Said Hajjarian den Zusammenhang zwischen den Auftragsmorden an fünf iranischen Oppositionellen und obersten staatlichen Stellen auf. Rafsandschani, der Geheimdienstminister Fallahian sowie die Schlägertruppen um Mesbah Yazdi wurden schwer belastet.

[Bearbeiten] Nachwirkungen

Durch sein Auftreten in Berlin wurde gegen Gandji nach seiner Rückreise in den Iran, Anklage erhoben und vor Gericht gestellt. Gandji während der Verhandlung:

Ich bin stolz, denn ich bin im Gefängnis, weil ich die Freiheit, die Menschenrechte, die Freiheit des Denkens und der Meinungsäußerung verteidige. Mehr habe ich nicht zu sagen.

Am 13. Januar 2001 wurde Gandji zu 10 Jahren Haft plus 5 Jahre Verbannung, auch Aufgrund der Teilnahme an dieser Konferenz, wegen

verurteilt, bei der Berufungsverhandlung wurde die Haftstrafe auf 6 Jahre reduziert. Am 18. März 2006 wurde Gandji aus der Haft entlassen, auch aufgrund seines lebensgefährlichen Zustandes nach einem wochenlangen Hungerstreik. Nicht nur Menschenrechtsorganisationen, der internationale Schriftstellerverband P.E.N., sondern auch die Europäische Union und die US-Regierung haben sich für die Freilassung von Akbar Gandji eingesetzt.

Am 2. August 2005 wurde Richter Massud Moghaddas, der Gandji und sechs weitere Personen, die an der Konferenz der Heinrich-Böll-Stiftung teilgenommen hatten, als Vorsitzender Richter verurteilt hatte, von einem Attentäter erschossen.

[Bearbeiten] Auszeichnungen

Am 5. Juni 2006 bekam Gandji in Moskau den Golden Pen of Freedom, ein Medienpreis des Weltzeitungsverbandes verliehen, am 11. Oktober 2006 den Martin Ennals Award for Human Rights Defenders. Am 8. Oktober 2007 erhält Gandji den "Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien" der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig (www.leipziger-medienstiftung.de)

[Bearbeiten] Gandjis Texte

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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