Der Aachener Dom (auch Aachener Münster oder Kaiserdom) ist die Bischofskirche des Bistums Aachen, Patronin ist die Hl. Maria. Der heutige Dom besteht aus mehreren Teilbauten: Dem karolingischen Oktogon in der Mitte, der gotischen Chorhalle im Osten, dem Westwerk und einigen Seitenkapellen.
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Das Westwerk des Domes ist karolingischen Ursprunges, davon erhalten sind die beiden seitlichen Treppentürme sowie die dazwischenliegende Zugangsnische. Dieser vorgelagert ist die Portalvorhalle aus dem 18. Jahrhundert. Die darin angebrachten bronzenen Torflügel, die sogenannten Wolfstüren, wurden um 800 gegossen und befanden sich ursprünglich zwischen Westwerk und Oktogon. Die oberen Stockwerke des Westwerks wurden in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und im 17. Jahrhundert umgestaltet. Der hohe Turmabschluss wurde zwischen 1879 und 1884 errichtet.
Das im Zentrum des Doms gelegene Oktogon wurde in den neunziger Jahren des 8. Jahrhunderts nach byzantinischen Vorbildern (u. a. San Vitale in Ravenna, Kirche der Heiligen Sergios und Bakchos in Konstantinopel) als Kapelle der Aachener Kaiserpfalz errichtet. Überlieferter Baumeister war der Franke Odo von Metz. Die Pfalzkapelle Kaiser Karls des Großen war über 200 Jahre lang nördlich der Alpen in ihrer Höhe und Gewölbeweite unübertroffen. Das innere Oktogon wird durch starke Pfeiler gebildet, auf welchen ein achteckiges, den Mittelraum überdeckendes Klostergewölbe liegt. Um dieses innere Oktogon herum läuft ein 16-seitiger, mit niedrigen Kreuzgratgewölben versehener Umgang, über dem sich, die Empore bildend, eine hohe Galerie befindet. Diese wird von schräg liegenden Tonnengewölben überdeckt. Über den Galeriebögen erhebt sich ein achteckiger Tambour mit Fensteröffnungen, auf welchem das Kuppelgewölbe ruht. Die oberen Galerieöffnungen sind durch Säulengitter gegliedert. Diese Säulen sind teilweise antik und stammen aus Italien. Karl der Große ließ sie der Überlieferung nach am Ende des 8. Jahrhunderts aus Rom und Ravenna nach Aachen schaffen. 1794 wurden sie während der französischen Besetzung des Rheinlands ausgebrochen und nach Paris geschafft, kamen aber 1815 bis auf einige im Louvre verbliebene Stücke nach Aachen zurück. In den 1840er Jahren wurden sie wieder an ihrem ursprünglichen Ort eingebaut, fehlende Säulen wurden unter anderem aus Assuan-Granit neu hergestellt. Die Öffnungen zwischen den Säulen haben ein Geländer aus karolingischen Bronzegittern, die nach römischen Vorbildern gefertigt wurden. Das ursprüngliche, vielleicht schon um 800 ausgeführte und aus mittelalterlichen Quellen bekannte Motiv des Kuppelmosaiks - Christus als triumphierenden Weltenherrscher, umgeben von den Symbolen der vier Evangelisten, dem die 24 Ältesten aus der Apokalypse des Johannes ihre Kronen darbringen - wurde in den Jahren 1880/81 nach Entwürfen des belgischen Architekten Jean-Baptiste de Béthune von der venezianischen Werkstatt Antonio Salviati neu geschaffen.
Die Außenwände des in Bruchstein gefertigten karolingischen Oktogons sind weitestgehend ungegliedert und ohne weiteren Bauschmuck. Lediglich die Pfeilervorsprünge an der Kuppel sind von antikisierenden Kapitellen gekrönt. Oberhalb des karolingischen Mauerwerks befindet sich eine romanische Blendbogenreihe, darüber spätromanische Giebel. Gekrönt wird das Oktogon durch die eigentümliche barocke Dachhaube.
Der Aachener Dom war nach neuesten Forschungsergebnissen während der Zeit Karls des Großen (747 - 814) rot verputzt. Das hat das Rheinische Amt für Denkmalpflege herausgefunden. Durch die Beigabe von rotem Ziegelmehl in den Mörtel wurde dieser fast unverwüstlich. Das beigemischte Ziegelsplittmehl hat so zur Haltbarkeit beigetragen. So stand der Aachener Dom in einem kräftigen Rot da, welches als eine kaiserliche und imperialistische Farbe galt. Das hat die Sanierung des 1200 Jahre alten Mauerwerks ergeben. Die Ziegelsplitter im Mörtel sind mit bloßem Auge gut erkennbar.
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Aachener Dom 1520, Zeichnung von Albrecht Dürer |
Barbarossaleuchter (1165/1170) |
Östlich an das Oktogon wurde zwischen 1355 und 1414 der gotische Chor angebaut. Er misst 25 m in der Länge, ist 13 m breit und 32 m hoch. Seine Außenwand ist weitestgehend in Fenster aufgelöst. Die mehr als 1.000 Quadratmeter Glasfläche waren als „Glashaus“, als gläserner Reliquienschrein für die Aachener Heiligtümer und die Gebeine Karls des Großen konzipiert. Die Architektur orientiert sich am Vorbild der Sainte-Chapelle in Paris, ebenfalls ein Aufbewahrungsort wichtiger Reliquien und königliche Palastkapelle. Zur Sicherung der Gewölbe der Aachener Chorhalle wurden bereits während der Bauzeit eiserne Zuganker eingebaut, um den Seitenschub auf das schmale Tragwerk zu reduzieren und dazwischen möglichst viel Fensterfläche zu belassen.
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Chorhalle, im Vordergrund der Marienschrein, im Hintergrund der Karlsschrein |
Marienschrein (1238) mit den Aachener Heiligtümern |
Ambo (Heinrichskanzel), Geschenk Heinrichs II., 1014 unter Verwendung älterer profaner Kostbarkeiten hergestellt |
Rings um das Oktogon scharen sich mehrere Seitenkapellen, im Uhrzeigersinn:
Weitere zum Domkomplex gehörige Kapellen befinden sich im Kreuzgang (Allerheiligen- und Allerseelenkapelle) und am Domvorhof (Taufkapellen).
Im westlichen Galeriejoch, im Obergeschoss gegenüber dem Chor, steht der Aachener Königsthron, der in den vergangenen Jahrzehnten Gegenstand zahlreicher Untersuchungen war. Der ursprünglich karolingische Thron war aus Holz und Spolien aus der Grabeskirche in Jerusalem gefertigt. Aussehen und Standort des Thrones in der Kapelle wurden im Lauf der Jahrhunderte verändert. Zwischen 936 und 1531 haben 30 deutsche Könige nach ihrer Weihe und Krönung am Marienaltar diesen Thron bestiegen. In der Kuppel hängt ein Radleuchter (Kronleuchter), der so genannte Barbarossaleuchter (1165/1170), eine Stiftung Kaiser Friedrichs I und seiner Frau Beatrix. Die 48 Kerzen des Leuchters werden an kirchlichen Hochfesten angezündet.
Der Kernbau des Aachener Domes, das karolingische Oktogon, wurde ursprünglich als Kapelle der Pfalz Karls des Großen errichtet, dessen Begräbnisstätte sie auch wurde. Noch an seinem Todestag, dem 28. Januar 814, wurde er in seiner Kirche bestattet; der genaue Ort ist jedoch aufgrund fehlender Dokumente und uneindeutiger Grabungsbefunde nicht bekannt. Möglich ist, dass er unter dem Westturm am Eingang zum Oktogon im Proserpina-Sarkophag beigesetzt wurde. Anlässlich der Heiligsprechung Karls im Jahre 1165 wurden seine Gebeine umgebettet; anlässlich seiner Krönung 1215 soll Kaiser Friedrich II. den letzten Nagel in den Karlsschrein eingeschlagen haben, in dem sich die sterblichen Überreste Karls bis heute befinden. Diese bedeutende Goldschmiedearbeit des Mittelalters befindet sich heute in der gotischen Chorhalle. Auch Otto III. ist im Aachener Dom beigesetzt. Auf ausdrückliche Anweisung Karls des Großen krönte sich dessen Sohn Ludwig der Fromme in der Kapelle selbst zum König. Ab der Krönung König Ottos I. 936 wurden bis zum Jahre 1531 30, und somit fast alle deutschen Könige in der Kapelle gekrönt. Die Krönung selber fand am Hauptaltar statt, die spätere Thronsetzung auf dem Thron Karls des Großen, den man bis heute besichtigen kann. Bemerkenswert ist weiterhin, dass in diesem Zeitraum alle deutschen Herrscher, egal, ob sie in Aachen gekrönt wurden oder nicht, auf dem Thron Karls Platz genommen haben.
Seit 1238 findet die Aachener Heiligtumsfahrt statt, eine Wallfahrt, bei der die Reliquien des Doms von den Gläubigen besichtigt werden können. Diese Reliquien befinden sich im Marienschrein (1220–1239), der sich im vorderen Teil der Chorhalle befindet. Bei den Reliquien soll es sich um die Windel(n) und das Lendentuch Christi, das Marienkleid und das Enthauptungstuch Johannes des Täufers handeln. Seit 1349 findet diese Wallfahrt in einem Turnus von sieben Jahren statt; die letzte Aachener Heiligtumsfahrt war im Jahr 2007 und stand unter dem Motto „Kommt, und ihr werdet sehen“.
Der Aachener Dom wurde 1978 mit seinem Kunstschatz als erstes deutsches Denkmal in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Konstruktionselemente von Oktogon und Chor wurde 2007 für die Auszeichnung als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland nominiert.
Schon im Mittelalter wurde der Dom bewundert und nachgeahmt, so etwa im Essener Dom, dem Alten Turm in Mettlach und in der elsässischen Abteikirche Ottmarsheim.
Im Glockenstuhl des Turmes befinden sich 8 Glocken. Die Glocken hängen an Holzjochen in einem Holzglockenstuhl. Es ist eines der schönsten und größten erhaltenen Barockgeläute Deutschlands.
| Nr. | Name | Nominal | Gewicht (kg) ca. |
Durchmesser (mm) |
Gussjahr | Gießer |
| 1 | Maria | g0+8 | 6045 | 2075 | 1958 | Petit und Edelbrock |
| 2 | Karl | h0+7 | 2700 | 1628 | 1659 | Franz und Jakob van Trier |
| 3 | Johann Evangelist | d1+8 | 1650 | 1367 | 1656 | Franz und Jakob van Trier |
| 4 | Johann Baptist | e1+7 | 1150 | 1217 | 1659 | Franz und Jakob van Trier |
| 5 | Leopardus | fis1+3 | 800 | 1078 | 1659 | Franz und Jakob van Trier |
| 6 | Stephanus | g1+8 | 700 | 1027 | 1659 | Franz und Jakob van Trier |
| 7 | Peter | a1+1 | 450 | 894 | 1659 | Franz und Jakob van Trier |
| 8 | Simeon | h1+8 | 300 | 793 | 1659 | Franz und Jakob van Trier |
Aachener Dom | Dom zu Speyer | Würzburger Residenz mit Hofgarten und Residenzplatz | Wallfahrtskirche auf der Wies | Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl | Dom St. Mariae und Michaeliskirche in Hildesheim | Römisches Trier (Igeler Säule, Igel), Dom St. Peter und die Liebfrauenkirche in Trier | Historische Hansestadt Lübeck | Schlösser und Gärten von Potsdam und Berlin | Abtei und Altenmünster des Klosters Lorsch | Bergwerk Rammelsberg und die Altstadt von Goslar | Zisterzienserabtei Kloster Maulbronn | Eisenhütte in Völklingen | Grube Messel | Kölner Dom | Bauhaus-Stätten: Bauhaus Dessau, Kunstgewerbeschule Weimar | Lutherstädte Eisleben und Wittenberg | Klassisches Weimar | Museumsinsel in Berlin | Wartburg bei Eisenach | Dessau-Wörlitzer Gartenreich | Klosterinsel Reichenau im Bodensee | Zeche Zollverein & Kokerei Zollverein | Kulturlandschaft „Oberes Mittelrheintal“ | Die historischen Altstädte Stralsund und Wismar | Kulturlandschaft Dresdner Elbtal | Bremer Rathaus und Bremer Roland | Fürst-Pückler-Park Bad Muskau | Obergermanisch-Rätischer Limes | Stiftskirche und Altstadt Quedlinburg | Altstädte von Bamberg und Regensburg | Siedlungen der Berliner Moderne
Koordinaten: 50° 46′ 29″ N / 06° 05′ 02″ O
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."